Gründüngung im Gemüsegarten: Fruchtfolge und Mischkulturen

Gründüngung im Gemüsegarten: Förderung gesunden Bodens und üppiger Ernte

Gründüngung ist eine bewährte Methode zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und nachhaltigen Gartenbewirtschaftung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gründüngung verbessert die Bodenstruktur und nährt Mikroorganismen
  • Fruchtfolge beugt Schädlingen vor und optimiert die Nährstoffnutzung
  • Mischkulturen fördern die Biodiversität und steigern den Ertrag
  • Verschiedene Gründüngungspflanzen haben unterschiedliche Vorteile

Was ist Gründüngung und wozu dient sie?

Gründüngung bezeichnet den Anbau von Pflanzen, die nicht geerntet, sondern in den Boden eingearbeitet werden. Diese Praxis hat viele Vorteile:

  • Anreicherung von organischer Substanz
  • Verbesserung der Bodenstruktur
  • Förderung des Bodenlebens
  • Schutz vor Erosion
  • Unterdrückung von Unkraut

Besonders Leguminosen wie Lupinen oder Klee sind beliebt, da sie Luftstickstoff binden und dem Boden zuführen können.

Historische Entwicklung und moderne Bedeutung

Schon die alten Römer kannten die positiven Effekte der Gründüngung. Heute gewinnt sie im Zuge des ökologischen Landbaus wieder an Bedeutung. In Zeiten des Klimawandels und der Ressourcenknappheit ist sie eine nachhaltige Alternative zu mineralischen Düngern.

Ökologische Vorteile der Gründüngung

Gründüngung fördert die Artenvielfalt im Garten. Sie bietet Lebensraum für Nützlinge und lockt Bestäuber an. Zudem bindet sie CO2 und trägt zum Klimaschutz bei. Der erhöhte Humusgehalt verbessert die Wasserspeicherkapazität des Bodens – ein wichtiger Aspekt angesichts zunehmender Trockenperioden.

Grundlagen der Fruchtfolge

Die Fruchtfolge ist ein System, bei dem verschiedene Kulturen in einer festgelegten Reihenfolge auf derselben Fläche angebaut werden. Sie ist eng mit der Gründüngung verknüpft.

Prinzipien der Fruchtfolge

  • Wechsel von Stark- und Schwachzehrern
  • Abwechslung von Tief- und Flachwurzlern
  • Einbau von Leguminosen
  • Berücksichtigung von Vor- und Nachfruchteffekten

Vorteile einer durchdachten Fruchtfolge

Eine klug geplante Fruchtfolge bringt zahlreiche Vorteile mit sich:

  • Reduzierung von Schädlingen und Krankheiten
  • Optimale Nährstoffnutzung
  • Verbesserung der Bodenstruktur
  • Steigerung der Erträge
  • Verringerung des Unkrautdrucks

Typische Fruchtfolgemodelle im Gemüsegarten

Ein bewährtes Modell ist die Dreifelderwirtschaft:

  • Stark zehrende Kulturen (z.B. Kohl, Tomaten)
  • Schwach zehrende Kulturen (z.B. Wurzelgemüse)
  • Bodenverbessernde Kulturen (z.B. Leguminosen, Gründüngung)

Für Kleingärten eignet sich auch eine vierjährige Rotation mit Blatt-, Frucht-, Wurzelgemüse und Hülsenfrüchten.

Mischkulturen verstehen

Mischkulturen sind ein weiterer Baustein für einen gesunden Garten. Hier werden verschiedene Pflanzenarten nebeneinander angebaut.

Konzept und Vorteile von Mischkulturen

Mischkulturen ahmen natürliche Ökosysteme nach. Sie nutzen Synergieeffekte zwischen den Pflanzen:

  • Gegenseitige Förderung des Wachstums
  • Natürlicher Pflanzenschutz
  • Bessere Raumausnutzung
  • Erhöhte Biodiversität

Beliebte Mischkulturkombinationen

Einige bewährte Partnerschaften sind:

  • Karotten und Zwiebeln (Schutz vor Möhrenfliege)
  • Tomaten und Basilikum (Geschmacksverbesserung)
  • Kohl und Kapuzinerkresse (Ablenkung von Schädlingen)

Herausforderungen bei Mischkulturen

Mischkulturen erfordern mehr Planung und können die maschinelle Bearbeitung erschweren. Zudem konkurrieren manche Pflanzen um Nährstoffe. Eine sorgfältige Auswahl der Kombinationen ist daher wichtig.

Gründüngungspflanzen und ihre Eigenschaften

Es gibt eine Vielzahl von Pflanzen, die sich für die Gründüngung eignen. Jede Gruppe hat spezifische Vorteile:

Leguminosen

Lupinen, Klee und Wicken sind Stickstoffsammler. Sie gehen eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein und können Luftstickstoff binden. Besonders wertvoll für nährstoffarme Böden.

Kreuzblütler

Senf und Ölrettich haben eine intensive Durchwurzelung und lockern den Boden. Sie eignen sich gut zur Biofumigation gegen bodenbürtige Krankheiten.

Gräser und Getreide

Roggen und Hafer bilden viel Biomasse und unterdrücken Unkraut effektiv. Sie sind robust und winterhart.

Kräuter und Blühpflanzen

Phacelia und Ringelblume fördern Nützlinge und Bestäuber. Sie lockern den Boden und sind eine Augenweide im Garten.

Die Wahl der richtigen Gründüngungspflanze hängt von Bodenbeschaffenheit, Jahreszeit und Hauptkultur ab. Eine Mischung verschiedener Arten kann die Vorteile kombinieren und Risiken minimieren.

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Gründüngung in der Fruchtfolge: Ein Jahresplan für gesunde Böden

Die Integration von Gründüngung in die Fruchtfolge ist eine wichtige Methode zur Bodenverbesserung. Betrachten wir, wie wir das ganze Jahr über von dieser Technik profitieren können.

Der Jahresrhythmus der Gründüngung

Im Frühjahr, wenn die Sonne wieder kräftiger scheint, beginnt unsere Gründüngungsplanung. Schnellwachsende Arten wie Senf oder Phacelia sind jetzt ideal. Sie unterdrücken Unkraut und lockern den Boden, bevor wir unsere Hauptkultur pflanzen.

Im Sommer, nach der Ernte früher Gemüsesorten, können wir Buchweizen oder Sonnenblumen als Gründüngung einsäen. Diese Pflanzen sind beliebt bei Bienen und bringen Leben in unseren Garten.

Der Herbst ist die Hauptsaison für Gründüngung. Jetzt kommen winterharte Sorten wie Winterroggen oder Inkarnatklee zum Einsatz. Sie schützen den Boden vor Auswaschung und Erosion während der kalten Monate.

Winterharte vs. frostempfindliche Gründüngungspflanzen

Die Wahl zwischen winterharten und frostempfindlichen Arten hängt von unseren Zielen ab. Winterharte Pflanzen wie Winterwicke oder Grünroggen überleben auch Minusgrade und wachsen im Frühjahr weiter. Sie eignen sich, wenn wir erst spät im nächsten Jahr pflanzen wollen.

Frostempfindliche Arten wie Phacelia oder Senf sterben beim ersten starken Frost ab. Das hat den Vorteil, dass sie eine natürliche Mulchschicht bilden und wir im Frühjahr direkt in diese hineinsäen können.

Gründüngung als Haupt- oder Zwischenfrucht

Manchmal lohnt es sich, eine Fläche eine ganze Saison lang mit Gründüngung zu bepflanzen. Das nennen wir dann Hauptfrucht. Besonders bei sehr ausgelaugten Böden kann das sehr effektiv sein. Luzerne oder Rotklee sind dafür gut geeignet.

Häufiger nutzen wir Gründüngung aber als Zwischenfrucht. Das bedeutet, wir säen sie nach der Ernte einer Kultur aus und arbeiten sie vor der nächsten Aussaat in den Boden ein. Senf oder Ölrettich sind dafür bewährte Optionen.

Clever rotieren: Der Gründüngungsreigen

Um das Beste aus der Gründüngung herauszuholen, sollten wir die Arten regelmäßig wechseln. Das verhindert eine einseitige Nährstoffaufnahme und beugt bodenbürtigen Krankheiten vor.

Ein möglicher Rhythmus könnte so aussehen: Im ersten Jahr Leguminosen wie Erbsen oder Bohnen, im zweiten Jahr Kreuzblütler wie Senf, im dritten Jahr Gräser wie Hafer. So nutzen wir die verschiedenen Vorteile jeder Pflanzenfamilie optimal aus.

Gründüngung in Mischkultursystemen: Vielfalt bringt's

Untersaaten: Zwei Fliegen mit einer Klappe

Untersaaten sind eine effektive Methode: Wir säen die Gründüngung direkt zwischen unsere Hauptkultur. Weißklee unter Kohl oder Erdbeeren ist eine bewährte Kombination. Der Klee unterdrückt Unkraut, hält den Boden feucht und liefert nach der Ernte gleich noch eine Gründüngung.

Streifenanbau: Gründüngung meets Gemüse

Beim Streifenanbau wechseln sich Reihen von Gründüngung und Gemüse ab. Das sieht nicht nur attraktiv aus, sondern hat auch praktische Vorteile. Die Gründüngungsstreifen locken Nützlinge an und können als Wege genutzt werden. Nach der Ernte werden sie einfach umgegraben und die Rollen getauscht.

Lebendmulch: Gründüngung als Bodendecke

Lebendmulch ist eine interessante Technik: Wir säen eine niedrig wachsende Gründüngung wie Erdklee aus und pflanzen unser Gemüse direkt hinein. Der Klee unterdrückt Unkraut, hält den Boden feucht und liefert Stickstoff. Ein bisschen Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe müssen wir dabei in Kauf nehmen, aber die Vorteile überwiegen meist.

Gründüngung in der Permakultur: Natur als Vorbild

In der Permakultur spielt Gründüngung eine wichtige Rolle. Hier wird sie oft in Form von Kräutern und essbaren Wildpflanzen eingesetzt. Giersch oder Brennnesseln sind zwar manchmal lästig, aber als Gründüngung sehr nützlich. Sie lockern den Boden, ziehen Nährstoffe aus der Tiefe und sind obendrein noch essbar.

Praktische Umsetzung: So klappt's mit der Gründüngung

Bodenvorbereitungen und Saatbettbereitung

Bevor wir loslegen, sollten wir den Boden gut vorbereiten. Ein feinkrümeliges Saatbett ist wichtig für eine erfolgreiche Gründüngung. Grobe Erdklumpen stören die Keimung. Also ran an Rechen und Harke!

Bei schweren Böden hilft es, vor der Aussaat etwas Sand oder Kompost einzuarbeiten. Das verbessert die Durchlüftung und erleichtert den jungen Pflänzchen das Wurzelschlagen.

Aussaattechniken und optimale Saatzeitpunkte

Die meisten Gründüngungspflanzen säen wir breitwürfig aus. Einfach die Samen gleichmäßig verteilen und leicht einharken. Bei größeren Flächen kann eine Sämaschine praktisch sein.

Der beste Zeitpunkt für die Aussaat hängt von der Pflanzenart ab. Senf und Phacelia können wir fast das ganze Jahr über säen, solange der Boden frostfrei ist. Winterroggen dagegen säen wir am besten im September, damit er vor dem Winter noch ordentlich wachsen kann.

Pflege der Gründüngungsbestände

Gründüngung ist ziemlich pflegeleicht, aber ein paar Dinge sollten wir beachten. In trockenen Perioden müssen wir gießen, besonders kurz nach der Aussaat. Wenn die Pflanzen zu dicht stehen, können wir sie ausdünnen. Das fördert ein kräftiges Wachstum.

Manche Gründüngungspflanzen wie Senf oder Ölrettich neigen zum Aussamen. Um das zu verhindern, mähen wir sie einfach vor der Blüte. Das regt auch noch mal das Wurzelwachstum an.

Einarbeitung der Gründüngung in den Boden

Der abschließende Schritt ist die Einarbeitung ins Beet. Bei kleinen Flächen reicht oft schon ein Umgraben mit dem Spaten. Größere Flächen bearbeiten wir mit der Motorhacke. Wichtig ist, dass wir die Pflanzen zerkleinern und gut mit der Erde vermischen.

Nach dem Einarbeiten lassen wir den Boden am besten zwei bis drei Wochen ruhen. In dieser Zeit zersetzen sich die Pflanzenreste und geben ihre Nährstoffe frei. Danach können wir unser Gemüse pflanzen und uns über einen vitalen, nährstoffreichen Boden freuen.

Mit diesen Methoden wird die Gründüngung zu einem effektiven Werkzeug in unserem Garten. Probieren Sie es aus – Ihr Boden und Ihre Pflanzen werden davon profitieren!

Spezifische Anwendungen der Gründüngung im Gemüsegarten

Gründüngung ist vielseitig einsetzbar im Garten. Schauen wir uns an, wie wir diese grünen Helfer für verschiedene Zwecke nutzen können.

Stickstoffanreicherung mit Leguminosen

Bei Stickstoff sind Leguminosen besonders effektiv. Lupinen, Klee oder Wicken gehen eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein und binden Luftstickstoff im Boden. Das bietet Ihren Gemüsepflanzen eine natürliche Stickstoffquelle.

Bodenlockerung und Strukturverbesserung

Bei verdichtetem Boden helfen Gründüngungspflanzen mit Pfahlwurzeln wie Luzerne oder Ölrettich. Sie dringen tief in den Boden ein und lockern ihn auf, was die Bodenstruktur verbessert.

Humusbildung für einen gesunden Boden

Humus ist wertvoll für den Garten. Gründüngungspflanzen liefern organisches Material für die Humusbildung. Besonders geeignet sind Gräser und Getreide wie Roggen oder Hafer, die viel Biomasse produzieren und die Bodenstruktur nachhaltig verbessern.

Unkrautunterdrückung leicht gemacht

Schnellwachsende Gründüngungspflanzen wie Phacelia oder Senf bilden dichte Bestände und reduzieren das Wachstum unerwünschter Kräuter. Sie fungieren als natürliche Unkrautbarriere.

Nematodenbekämpfung auf natürliche Weise

Gegen Nematoden helfen Tagetes oder Ölrettich. Sie locken bestimmte Nematodenarten an, verhindern aber deren Vermehrung - eine natürliche Kontrolle.

Gründüngung und Nährstoffmanagement

Betrachten wir nun die wissenschaftlichen Aspekte der Gründüngung:

Der Stickstoffhaushalt - ein Balanceakt

Stickstoff ist essenziell für Pflanzen. Leguminosen binden Luftstickstoff, aber der richtige Zeitpunkt zum Einarbeiten ist wichtig, um Stickstoffverluste zu vermeiden.

Phosphor und Kalium - wichtige Nährstoffe

Gründüngungspflanzen wie Buchweizen oder Lupinen können Phosphor und Kalium aus tieferen Bodenschichten aufnehmen. Beim Einarbeiten werden diese Nährstoffe für Gemüsepflanzen verfügbar.

Mikronährstoffe und Spurenelemente - die Feinheiten

Gründüngungspflanzen mobilisieren auch Mikronährstoffe und Spurenelemente. Senf beispielsweise macht Schwefel verfügbar und verbessert so die Nährstoffversorgung.

Anpassung der Düngung nach Gründüngung

Nach einer Gründüngung kann oft die Düngermenge reduziert werden. Beachten Sie, dass nicht alle Nährstoffe sofort verfügbar sind, da Mikroorganismen Zeit brauchen, um Pflanzenreste abzubauen.

Herausforderungen und Lösungen bei der Gründüngung

Trotz der Vorteile gibt es einige Herausforderungen bei der Gründüngung:

Zeitmanagement in der Gartensaison

Die Integration der Gründüngung in den Gartenkalender kann herausfordernd sein. Nutzen Sie Zeitfenster wie nach der Frühkartoffelernte oder im Herbst. Auch eine kurze Gründüngungsphase ist wertvoll.

Umgang mit Schädlingen und Krankheiten

Auch Gründüngungspflanzen können von Schädlingen befallen werden. Eine gute Fruchtfolge und Mischung verschiedener Arten reduziert dieses Risiko und fördert die Biodiversität.

Vermeidung von Samenvermehrung unerwünschter Pflanzen

Um zu verhindern, dass Gründüngungspflanzen selbst zu Unkraut werden, mähen oder mulchen Sie vor der Samenreife. Bei einjährigen Arten wie Phacelia ist dies unkompliziert, bei mehrjährigen wie Klee ist Vorsicht geboten.

Anpassung an verschiedene Bodentypen und Klimazonen

Nicht jede Gründüngungspflanze eignet sich für jeden Standort. Auf schweren Böden sind tiefwurzelnde Arten wie Luzerne vorteilhaft, auf leichten Böden können schnellwachsende Arten wie Senf besser geeignet sein. Berücksichtigen Sie lokale Klimabedingungen bei der Auswahl.

Experimentieren Sie mit verschiedenen Gründüngungspflanzen und finden Sie heraus, was in Ihrem Garten am besten funktioniert. Gärtnern erfordert Geduld und Anpassungsfähigkeit - genießen Sie den Prozess!

Fortgeschrittene Techniken der Gründüngung

Biofumigation mit Gründüngungspflanzen

Eine effektive Methode ist die Biofumigation. Hierbei werden Kreuzblütler wie Senf oder Ölrettich angebaut und dann zerkleinert in den Boden eingearbeitet. Beim Abbau entstehen schwefelhaltige Verbindungen, die wie ein natürliches Pflanzenschutzmittel wirken. Das kann Bodenpilze und Nematoden reduzieren.

Mulchsaat-Systeme

Bei der Mulchsaat wird die Gründüngung nicht komplett eingearbeitet, sondern nur oberflächlich gehäckselt. In diese Mulchschicht wird dann direkt die Folgekultur gesät oder gepflanzt. Das schützt vor Erosion und fördert das Bodenleben. Allerdings benötigt man dafür spezielles Gerät.

Mykorrhiza-Pilze und Gründüngung

Mykorrhiza-Pilze gehen eine Symbiose mit Pflanzenwurzeln ein. Sie können die Nährstoff- und Wasseraufnahme deutlich verbessern. Manche Gründüngungspflanzen wie Phacelia fördern diese nützlichen Pilze besonders gut. Das bringt doppelten Nutzen.

Präzisionslandwirtschaft im Kleingarten

Dies ist auch im Kleinen möglich: Mit Apps kann man den Garten kartieren und genau planen, wo welche Gründüngung wann angebaut wird. Das optimiert die Fruchtfolge und hilft, den Überblick zu behalten.

Ökologische Aspekte der Gründüngung

Förderung der Biodiversität

Gründüngungspflanzen bieten Lebensraum und Nahrung für viele Insekten. Besonders blühende Arten wie Phacelia oder Buchweizen ziehen viele Insekten an. Das fördert die biologische Vielfalt im Garten enorm.

Kohlenstoffspeicherung und Klimaschutz

Gründüngung bindet CO2 aus der Luft und speichert es als organische Substanz im Boden. Das ist gut fürs Klima und verbessert gleichzeitig die Bodenstruktur. Eine vorteilhafte Situation für alle Beteiligten.

Wassermanagement und Erosionsschutz

Die Wurzeln der Gründüngung lockern den Boden und verbessern die Wasseraufnahme. Das hilft bei Starkregen und Trockenheit gleichermaßen. Außerdem schützt die Pflanzendecke vor Wind- und Wassererosion.

Förderung von Bestäubern und Nützlingen

Blühende Gründüngungspflanzen sind ideal für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Auch Nützlinge wie Schwebfliegen und Marienkäfer profitieren davon. Das stärkt das natürliche Gleichgewicht im Garten.

Wirtschaftliche Betrachtungen

Kosten-Nutzen-Analyse der Gründüngung

Saatgut kostet Geld und die Aussaat braucht Zeit. Aber langfristig rechnet sich Gründüngung durch bessere Erträge und weniger Düngerbedarf. Außerdem spart man sich oft das Unkrautjäten - ein großer Vorteil.

Langfristige Ertragssteigerungen

Durch die verbesserte Bodengesundheit steigen die Erträge über die Jahre. In meinem Garten habe ich nach drei Jahren konsequenter Gründüngung deutlich mehr geerntet - bei weniger Arbeit.

Reduzierung von Düngereinsatz und Bewässerung

Gründüngung bringt Nährstoffe in den Boden und verbessert die Wasserspeicherung. Das spart Dünger und Gießwasser. In trockenen Sommern macht sich das besonders bemerkbar.

Gründüngung: Ein wichtiger Faktor für den Gartenerfolg

Gründüngung ist mehr als nur eine Methode - es ist ein Ansatz des nachhaltigen Gärtnerns. Sie verbessert nicht nur den Boden, sondern das gesamte Ökosystem des Gartens. Ob Hobbygärtner oder Profi, jeder kann davon profitieren.

Die Zukunft der Gründüngung liegt in der Kombination verschiedener Techniken. Mulchsaat, Biofumigation und der gezielte Einsatz von Mykorrhiza-Pilzen gewinnen an Bedeutung. Auch die Forschung an neuen, besonders effektiven Gründüngungspflanzen macht Fortschritte.

Meine Empfehlung: Beginnen Sie mit kleinen Schritten, experimentieren Sie und beobachten Sie die Veränderungen in Ihrem Garten. Gründüngung ist eine praktische Methode, die jeden Garten bereichern kann. Testen Sie es - Ihr Boden wird es Ihnen danken!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Was ist Gründüngung und welche Vorteile bietet sie für den Gemüsegarten?
    Gründüngung bezeichnet den Anbau von Pflanzen, die nicht geerntet, sondern direkt in den Boden eingearbeitet werden. Diese nachhaltige Methode bringt zahlreiche Vorteile für den Gemüsegarten: Sie reichert organische Substanz an, verbessert die Bodenstruktur und fördert das Bodenleben. Gleichzeitig bietet sie Schutz vor Erosion und unterdrückt Unkraut effektiv. Besonders wertvoll sind Leguminosen wie Lupinen oder Klee, da sie durch ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden und dem Boden zuführen können. Gründüngung erhöht den Humusgehalt und verbessert dadurch die Wasserspeicherkapazität des Bodens - ein wichtiger Aspekt angesichts zunehmender Trockenperioden. Zudem lockt sie Bestäuber an und trägt zur Biodiversität bei, während sie gleichzeitig CO2 bindet und zum Klimaschutz beiträgt.
  2. Welche Rolle spielen Leguminosen bei der Bodenfruchtbarkeit?
    Leguminosen spielen eine Schlüsselrolle bei der natürlichen Stickstoffanreicherung im Boden. Sie gehen eine faszinierende Symbiose mit Knöllchenbakterien ein, die an ihren Wurzeln kleine Knötchen bilden. Diese Bakterien können Luftstickstoff aus der Atmosphäre aufnehmen und in pflanzenverfügbare Formen umwandeln - ein Prozess, der als Stickstofffixierung bezeichnet wird. Beliebte Leguminosen für die Gründüngung sind Lupinen, verschiedene Kleearten, Wicken und Erbsen. Sie sind besonders wertvoll für nährstoffarme Böden und können den Stickstoffbedarf nachfolgender Kulturen erheblich reduzieren. Nach dem Einarbeiten der Leguminosen werden die in den Wurzelknötchen gespeicherten Stickstoffverbindungen freigesetzt und stehen den Gemüsepflanzen zur Verfügung. Dies macht sie zu einer natürlichen und kostenlosen Alternative zu mineralischen Stickstoffdüngern, während sie gleichzeitig die Bodenstruktur verbessern.
  3. Wie verbessert Gründüngung die Bodenstruktur und das Nährstoffmanagement?
    Gründüngung wirkt wie ein natürlicher Bodenverbesserer auf mehreren Ebenen. Die Wurzeln verschiedener Gründüngungspflanzen durchdringen den Boden in unterschiedlichen Tiefen und schaffen ein verzweigtes Porensystem, das die Belüftung und Wasserdurchlässigkeit fördert. Tiefwurzelnde Arten wie Luzerne oder Ölrettich durchbrechen Verdichtungen und holen Nährstoffe aus tieferen Schichten nach oben. Beim Nährstoffmanagement agieren Gründüngungspflanzen als biologische Nährstoffsammler: Buchweizen und Lupinen können Phosphor mobilisieren, während Senf Schwefel verfügbar macht. Nach der Einarbeitung werden diese Nährstoffe durch Mikroorganismen freigesetzt und stehen nachfolgenden Kulturen zur Verfügung. Die entstehende organische Substanz verbessert die Krümelstruktur des Bodens und erhöht die Kationenaustauschkapazität. Dies führt zu einer besseren Nährstoffspeicherung und reduziert Auswaschungsverluste, wodurch das gesamte Nährstoffmanagement effizienter wird.
  4. Was macht Biofumigation mit Kreuzblütlern so besonders?
    Biofumigation ist eine innovative Technik, die die natürlichen Abwehrstoffe der Kreuzblütler nutzt. Pflanzen wie Senf, Ölrettich oder Raps produzieren schwefelhaltige Verbindungen, sogenannte Glucosinolate, die beim Zerkleinern und Einarbeiten in den Boden freigesetzt werden. Diese Substanzen wirken wie ein natürliches Desinfektionsmittel und können bodenbürtige Pilzkrankheiten, Nematoden und andere Schaderreger erheblich reduzieren. Der Prozess funktioniert ähnlich wie eine chemische Bodendesinfektion, jedoch völlig biologisch und umweltschonend. Besonders effektiv ist die Biofumigation gegen Kohlhernie, Verticillium-Welke und verschiedene Nematodenarten. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt: Die Pflanzen werden gehäckselt, sofort oberflächlich eingearbeitet und der Boden anschließend gewässert und abgedeckt. So entstehen die optimalen Bedingungen für die Freisetzung der fungiziden Verbindungen, die dann mehrere Wochen im Boden wirksam bleiben.
  5. Warum ist die historische Verbindung zur römischen Landwirtschaft heute noch relevant?
    Die Römer waren Pioniere der Gründüngung und erkannten bereits vor über 2000 Jahren ihre Vorteile für die Bodenfruchtbarkeit. Ihre systematische Anwendung von Lupinen, Wicken und anderen Leguminosen in der Fruchtfolge legte den Grundstein für nachhaltige Landwirtschaft. Diese historische Verbindung ist heute relevanter denn je, da sie zeigt, dass Gründüngung keine moderne Modeerscheinung ist, sondern eine bewährte, zeitlose Methode. In Zeiten des Klimawandels, der Ressourcenknappheit und des wachsenden Umweltbewusstseins gewinnt dieses alte Wissen neue Bedeutung. Die römischen Prinzipien der Bodenerhaltung durch Gründüngung bieten nachhaltige Alternativen zu mineralischen Düngern und chemischen Pflanzenschutzmitteln. Sie demonstrieren, dass produktive Landwirtschaft und Umweltschutz kein Widerspruch sein müssen. Das historische Erbe zeigt uns, dass die Natur selbst die besten Lösungen für Bodenfruchtbarkeit bereithält - wir müssen nur lernen, sie richtig zu nutzen.
  6. Worin unterscheiden sich Mischkulturen von traditioneller Fruchtfolge?
    Mischkulturen und traditionelle Fruchtfolge unterscheiden sich grundlegend in ihrer räumlichen und zeitlichen Dimension. Bei der traditionellen Fruchtfolge wechseln verschiedene Kulturen zeitlich aufeinander folgend auf derselben Fläche - zum Beispiel nach dem bewährten Schema: Starkzehrer, Schwachzehrer, Bodenverbesserer. Diese Methode nutzt die verschiedenen Nährstoffansprüche und Wurzeltiefen optimal über die Zeit hinweg. Mischkulturen dagegen wachsen gleichzeitig nebeneinander auf derselben Fläche und ahmen natürliche Ökosysteme nach. Sie nutzen Synergieeffekte zwischen den Pflanzen: Karotten und Zwiebeln schützen sich gegenseitig vor Schädlingen, Tomaten und Basilikum fördern ihr Wachstum. Während Fruchtfolge primär auf Nährstoffmanagement und Krankheitsvorbeugung abzielt, steht bei Mischkulturen die optimale Raumnutzung und der natürliche Pflanzenschutz im Vordergrund. Beide Systeme lassen sich hervorragend kombinieren und ergänzen sich in einem durchdachten Gartenkonzept perfekt.
  7. Was ist der Unterschied zwischen Permakultur und ökologischem Landbau bei der Gründüngung?
    Permakultur und ökologischer Landbau nutzen Gründüngung unterschiedlich in ihrer Philosophie und Anwendung. Der ökologische Landbau setzt Gründüngung systematisch und planmäßig ein - meist als Zwischenfrucht in geregelten Fruchtfolgen mit gezielten Arten wie Phacelia oder Senf. Hier steht die messbare Bodenverbesserung und Ertragsoptimierung im Fokus. Die Permakultur dagegen integriert Gründüngung in ein ganzheitliches Ökosystem-Design. Sie nutzt oft mehrjährige Pflanzen, essbare Wildkräuter wie Giersch oder Brennnesseln und lässt Spontanvegetation bewusst zu. Während der ökologische Landbau die Gründüngung meist zeitlich begrenzt einsetzt und dann einarbeitet, bevorzugt die Permakultur permanente Bodenbedeckung und Lebendmulch-Systeme. Die Permakultur sieht Gründüngung als Teil eines sich selbst regulierenden Systems, das Nahrung, Medizin und Bodenverbesserung gleichzeitig liefert. Beide Ansätze sind wertvoll und können je nach Gartengröße und Zielsetzung sinnvoll kombiniert werden.
  8. Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse stehen hinter den Nährstoffkreisläufen?
    Die Wissenschaft der Nährstoffkreisläufe basiert auf komplexen biochemischen und mikrobiologischen Prozessen im Boden. Zentral ist die Rolle der Mikroorganismen, die organische Substanz aus Gründüngung in pflanzenverfügbare Nährstoffe umwandeln. Das C/N-Verhältnis (Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis) der eingearbeiteten Gründüngung bestimmt, ob Stickstoff freigesetzt oder temporär gebunden wird. Bei einem weiten C/N-Verhältnis (über 30:1) wie bei Stroh konkurrieren Mikroorganismen um Stickstoff, bei einem engen Verhältnis (unter 20:1) wie bei Leguminosen wird Stickstoff freigesetzt. Die Rhizosphäre - der wurzelnahe Bodenbereich - ist besonders aktiv: Hier tauschen Pflanzen über Wurzelexudate Nährstoffe und Signalstoffe aus. Mykorrhiza-Pilze erweitern das Wurzelsystem effektiv und verbessern die Phosphor- und Wasseraufnahme um bis zu 1000%. Moderne Forschung zeigt, dass diese symbiotischen Netzwerke sogar Informationen zwischen Pflanzen übertragen können - ein faszinierendes 'Wood Wide Web' unter unseren Füßen.
  9. Wo kann man hochwertiges Gründüngungssaatgut für den biologischen Anbau bestellen?
    Für hochwertiges Gründüngungssaatgut in Bio-Qualität gibt es mehrere vertrauenswürdige Bezugsquellen. Fachkundige Gartenhändler wie samen.de bieten eine breite Auswahl an zertifiziertem Bio-Saatgut verschiedener Gründüngungspflanzen. Dabei reicht das Sortiment von einzelnen Arten wie Phacelia oder Senf bis hin zu durchdachten Gründüngungsmischungen für spezifische Anwendungen. Bio-Gartencenter und spezialisierte Online-Shops punkten oft mit fachkundiger Beratung und detaillierter Information zu Aussaatzeiten und Anwendung. Auch landwirtschaftliche Genossenschaften und Saatgutfirmen führen meist Bio-Gründüngungssamen. Wichtig ist die Zertifizierung nach EU-Bio-Verordnung, die gentechnikfreies und pestizidrückstandsfreies Saatgut garantiert. Beim Kauf sollten Sie auf Keimfähigkeit, Reinheit und Sortenreinheit achten. Mischungen sind besonders für Einsteiger praktisch, da sie verschiedene Vorteile kombinieren und das Ausfallrisiko reduzieren. Regional angepasste Sorten sind oft besonders erfolgreich.
  10. Welche Kriterien sollten beim Kauf von Leguminosen-Saatgut beachtet werden?
    Beim Kauf von Leguminosen-Saatgut sind mehrere Qualitätskriterien entscheidend für den Erfolg. Die Gartenexperten von samen.de empfehlen zunächst auf die Keimfähigkeit zu achten - diese sollte bei qualitativ hochwertigem Saatgut mindestens 80% betragen. Frische ist dabei crucial: Leguminosensamen verlieren relativ schnell ihre Keimkraft. Das Produktionsdatum oder Haltbarkeitsdatum gibt Aufschluss über die Aktualität. Besonders wichtig ist die Impfung mit spezifischen Rhizobien-Bakterien, die für die Stickstofffixierung verantwortlich sind. Nicht alle Leguminosen sind automatisch vorimpft - erkundigen Sie sich gezielt danach. Die Sortenauswahl sollte klimatisch an Ihre Region angepasst sein: Winterharte Sorten wie Winterwicke für die kalte Jahreszeit, wärmeliebende wie Lupinen für den Sommer. Zertifizierte Bio-Qualität garantiert gentechnikfreies Saatgut ohne Pestizidbelastungen. Achten Sie auch auf die Aussaatstärke-Empfehlungen - diese variieren je nach Art erheblich zwischen 5-40 g/m².
  11. Wie beeinflusst die Rhizosphäre das Wachstum von Gründüngungspflanzen?
    Die Rhizosphäre, der wenige Millimeter breite Bereich um die Pflanzenwurzeln, ist ein hochaktiver mikrobiologischer Hotspot, der das Wachstum von Gründüngungspflanzen entscheidend beeinflusst. In diesem Bereich ist die mikrobielle Aktivität bis zu 100-mal höher als im übrigen Boden. Gründüngungspflanzen scheiden über ihre Wurzeln verschiedene Exudate aus - Zucker, Aminosäuren, organische Säuren und Enzyme - die spezifische Mikroorganismen anlocken und fördern. Diese Wurzelausscheidungen können bis zu 20% der von der Pflanze produzierten Kohlenhydrate ausmachen. Die angelockten Mikroorganismen produzieren Pflanzenwachstumshormone, lösen Nährstoffe auf und schützen vor Pathogenen. Leguminosen entwickeln in der Rhizosphäre ihre charakteristischen Symbiosen mit Knöllchenbakterien, während andere Gründüngungspflanzen Mykorrhiza-Pilze fördern. Diese komplexen Wechselwirkungen verstärken die Nährstoffaufnahme erheblich und können die Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit und Krankheiten deutlich steigern.
  12. Welche Rolle spielen Mykorrhiza-Pilze bei der Nährstoffaufnahme?
    Mykorrhiza-Pilze bilden eine faszinierende Symbiose mit den Wurzeln von Gründüngungspflanzen und revolutionieren deren Nährstoffaufnahme. Diese Pilze erweitern das Wurzelsystem effektiv um das 10-1000fache und erschließen Bodenvolumen, das für die Pflanzenwurzeln allein unerreichbar wäre. Besonders bei der Phosphoraufnahme sind sie unverzichtbar: Sie können Phosphor aus unlöslichen Verbindungen lösen und zur Pflanze transportieren. Die Pilzhyphen sind dünner als Wurzelhaare und dringen in kleinste Bodenporen vor, wo sie Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Im Gegenzug versorgt die Pflanze die Pilze mit Kohlenhydraten - eine perfekte Win-win-Situation. Moderne Forschung zeigt, dass Mykorrhiza-Netzwerke sogar verschiedene Pflanzen unterirdisch verbinden und Nährstoffe sowie Informationen austauschen können. Gründüngungspflanzen wie Phacelia fördern diese Pilze besonders gut, was nachfolgenden Kulturen zugutekommt. Die Pilzstrukturen verbessern zusätzlich die Bodenstruktur und Wasserspeicherung durch ihre klebrigen Proteine, die Bodenpartikel zu stabilen Aggregaten verbinden.
  13. Wie wirkt sich das C/N-Verhältnis auf die Kompostierung von Gründüngung aus?
    Das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis (C/N-Verhältnis) ist der Schlüsselfaktor für erfolgreiche Kompostierung von Gründüngungsmaterial. Das ideale C/N-Verhältnis für optimale Kompostierung liegt bei etwa 25-30:1. Junge, grüne Gründüngungspflanzen wie Klee oder Phacelia haben oft ein enges C/N-Verhältnis von 12-20:1, was zu schneller Zersetzung, aber auch zu Stickstoffverlusten durch Ammoniakbildung führen kann. Ältere, verholzte Pflanzenteile oder Gräser haben ein weites C/N-Verhältnis von über 40:1, was zu langsamer Zersetzung führt, da Mikroorganismen Stickstoff aus anderen Quellen benötigen. Die ideale Mischung entsteht durch Kombination verschiedener Materialien: kohlenstoffreiche 'braune' Masse wie trockene Gräser mit stickstoffreichen 'grünen' Komponenten wie frische Leguminosen. Bei zu engem C/N-Verhältnis wird der Kompost heiß, riecht unangenehm und verliert Stickstoff. Bei zu weitem Verhältnis verläuft die Zersetzung langsam und unvollständig. Die richtige Balance sorgt für optimale Humusbildung.
  14. Welche Auswirkungen haben Wurzelexudate auf das Bodenleben?
    Wurzelexudate sind biochemische Botschaften, die Gründüngungspflanzen über ihre Wurzeln abgeben und die das Bodenleben fundamental prägen. Diese Ausscheidungen bestehen aus Zuckern, Aminosäuren, organischen Säuren, Enzymen und sekundären Pflanzenstoffen - bis zu 20% der Photosyntheseleistung fließt in diese 'unterirdische Kommunikation'. Die Exudate locken spezifische Mikroorganismen an und schaffen um jede Wurzel eine einzigartige mikrobielle Gemeinschaft. Verschiedene Gründüngungspflanzen produzieren unterschiedliche Exudate: Leguminosen locken Knöllchenbakterien an, Kreuzblütler fördern phosphatlösende Bakterien, Gräser begünstigen Pilzgemeinschaften. Diese Mikroorganismen produzieren ihrerseits Pflanzenwachstumshormone, Antibiotika gegen Pathogene und Enzyme, die Nährstoffe mobilisieren. Einige Exudate wirken allelopathisch und unterdrücken Unkrautsamen oder schädliche Organismen. Besonders interessant: Die Exsudat-Zusammensetzung ändert sich je nach Nährstoffbedarf der Pflanze - bei Stickstoffmangel werden verstärkt Substanzen ausgeschieden, die stickstofffixierende Bakterien anlocken. Dieses komplexe Kommunikationssystem optimiert die Nährstoffversorgung aller Beteiligten.
  15. Wie bereitet man das Saatbett für verschiedene Gründüngungspflanzen optimal vor?
    Die optimale Saatbettbereitung ist entscheidend für den Erfolg verschiedener Gründüngungspflanzen und variiert je nach Pflanzenart und Bodenbeschaffenheiten. Grundsätzlich benötigen alle Arten ein feinkrümeliges, unkrautfreies Saatbett. Bei groben Erdklumpen keimen kleine Samen wie Phacelia schlecht, während größere Samen wie Lupinen weniger empfindlich sind. Schwere, lehmige Böden sollten vor der Aussaat mit Sand oder reifem Kompost aufgelockert werden - hier hilft auch eine Gründüngung mit tiefwurzelnden Arten wie Ölrettich in der Vorkultur. Leichte, sandige Böden profitieren von einer Kompostgabe zur Verbesserung der Wasserspeicherung. Die Bodenbearbeitung sollte bei optimaler Feuchtigkeit erfolgen - der Boden darf weder zu nass noch zu trocken sein. Ein einfacher Test: Eine Handvoll Erde sollte sich formen lassen, aber bei leichtem Druck wieder zerfallen. Wichtig ist auch das Timing: Das Saatbett direkt vor der Aussaat vorbereiten verhindert, dass Unkräuter einen Vorsprung bekommen. Bei der Herbstaussaat kann eine Zwischenbearbeitung nach den ersten Regenfällen sinnvoll sein.
  16. Welche Techniken gibt es für die richtige Einarbeitung der Pflanzenreste?
    Die richtige Einarbeitung von Gründüngungsresten ist entscheidend für die optimale Nährstofffreisetzung und erfordert verschiedene Techniken je nach Pflanzenmaterial und Fläche. Bei kleinen Flächen reicht oft das klassische Umgraben mit dem Spaten in 20-25 cm Tiefe. Wichtig dabei: Die Pflanzenreste vorher zerkleinern - große Stücke verrotten schlecht und können nachfolgende Kulturen behindern. Bei größeren Flächen eignet sich eine Motorhacke oder Fräse, die das Material gleichmäßig in den Oberboden einarbeitet. Eine schonende Alternative ist das oberflächliche Mulchen mit anschließendem leichten Einarbeiten - diese Methode fördert Regenwürmer und Bodenorganismen besonders gut. Der richtige Zeitpunkt ist crucial: Junge, saftige Pflanzenreste sollten 2-3 Wochen vor der Neubepflanzung eingearbeitet werden, ältere, verholzte Teile benötigen 4-6 Wochen Verrottungszeit. Bei frostempfindlichen Gründüngungspflanzen kann man den natürlichen Winterfrost nutzen - die abgefrorenen Reste bilden eine schützende Mulchschicht und können im Frühjahr direkt eingearbeitet werden.
  17. Stimmt es, dass Gründüngung immer den Boden verbessert oder gibt es auch Nachteile?
    Obwohl Gründüngung viele Vorteile bietet, ist sie nicht immer die optimale Lösung und kann durchaus Nachteile haben. Ein häufiges Problem ist die Wasserkonkurrenz: In trockenen Regionen oder Jahren können Gründüngungspflanzen den nachfolgenden Kulturen wichtige Wasserreserven entziehen. Besonders tiefwurzelnde Arten wie Luzerne können den Boden stark austrocknen. Zeitmanagement ist oft herausfordernd - die Integration in den Gartenkalender erfordert sorgfältige Planung und kann die Anbauzeiten verkürzen. Manche Gründüngungspflanzen können selbst zu 'Unkraut' werden, wenn sie sich unkontrolliert aussämen. Kreuzblütler wie Senf können bei häufiger Anwendung Kohlgewächse-Schädlinge fördern und sollten nicht vor Kohl angebaut werden. In sehr nährstoffarmen Böden konkurrieren schnellwachsende Gründüngungspflanzen mit schwachen Hauptkulturen um begrenzte Nährstoffe. Falsche Artenwahl oder ungünstiger Zeitpunkt der Einarbeitung können zu Stickstoffmangel führen. Eine durchdachte Planung und Anpassung an die örtlichen Bedingungen ist daher unverzichtbar.
  18. Welche Gründüngungspflanzen eignen sich für verschiedene Klimazonen in Deutschland?
    Deutschland lässt sich in verschiedene Klimazonen unterteilen, die jeweils spezifische Gründüngungspflanzen begünstigen. In den milden westlichen Regionen mit atlantischem Einfluss gedeihen auch frostempfindliche Arten wie Phacelia, Buchweizen und Sonnenblumen gut. Hier können selbst im späten Herbst noch schnellwachsende Arten wie Senf oder Ölrettich ausgesät werden. Die kontinentaleren östlichen Gebiete mit kälteren Wintern erfordern winterharte Arten wie Winterroggen, Winterwicke oder Inkarnatklee für die Herbstaussaat. In den Gebirgsregionen der Alpen und Mittelgebirge sind besonders robuste, kälteresistente Arten wie Rotklee oder Luzerne bewährt. Süddeutschland mit seinen wärmeren Temperaturen erlaubt eine längere Vegetationsperiode und den Anbau wärmebedürftiger Leguminosen wie Perserklee. Norddeutschland profitiert von maritimem Klima, hier wachsen Gelbsenf und Phacelia besonders gut. Sandige Böden in Brandenburg oder Niedersachsen eignen sich hervorragend für Lupinen, die auch nährstoffarme Standorte tolerieren. Wichtig ist immer die Anpassung an lokale Mikroklimata und Bodenverhältnisse.
  19. Was ist der Unterschied zwischen Zwischenfrucht und Zwischensaat?
    Zwischenfrucht und Zwischensaat werden oft verwechselt, beschreiben aber unterschiedliche Anbaukonzepte in der Gründüngung. Eine Zwischenfrucht wird in der Zeit zwischen zwei Hauptkulturen angebaut - klassischerweise nach der Ernte einer Kultur und vor der Aussaat der nächsten. Typische Zwischenfrüchte sind Senf nach Kartoffeln oder Phacelia nach Frühjahrsradieschen. Sie nutzen die ansonsten brachliegende Zeit optimal aus und werden meist vor Winter oder im Frühjahr in den Boden eingearbeitet. Zwischensaat dagegen bezeichnet das gleichzeitige Aussäen verschiedener Arten auf derselben Fläche zur gleichen Zeit - beispielsweise eine Mischung aus Klee, Gräsern und Phacelia. Diese verschiedenen Arten ergänzen sich in ihren Eigenschaften und Wachstumszeiten. Eine weitere Variante ist die Untersaat: Hier wird die Gründüngung in eine bestehende Hauptkultur eingesät, wie Weißklee unter Rosenkohl. Der Begriff 'Zwischensaat' kann regional auch für Zwischenfrucht verwendet werden, was gelegentlich zur Verwirrung führt. Wichtig ist die präzise Kommunikation über das gewünschte Anbauverfahren.
  20. Wie unterscheidet sich Bodenkonditionierung von klassischer Bodenpflege?
    Bodenkonditionierung und klassische Bodenpflege verfolgen unterschiedliche Philosophien und Methoden zur Bodenverbesserung. Die klassische Bodenpflege konzentriert sich meist auf mechanische Bearbeitung, regelmäßiges Umgraben, Harken und die Zugabe von Düngern oder Kompost als externe Inputs. Sie behandelt Probleme oft symptomatisch - bei Verdichtung wird gelockert, bei Nährstoffmangel gedüngt. Bodenkonditionierung dagegen ist ein ganzheitlicher Ansatz, der das Bodenleben und natürliche Prozesse in den Mittelpunkt stellt. Sie nutzt biologische Methoden wie Gründüngung, Mulchen und die Förderung von Mikroorganismen, um die Selbstregulationskräfte des Bodens zu aktivieren. Anstatt den Boden zu 'reparieren', wird er darauf konditioniert, sich selbst zu regenerieren und zu stabilisieren. Während klassische Bodenpflege oft kurzfristige Effekte erzielt, zielt Bodenkonditionierung auf langfristige Bodengesundheit ab. Gründüngung ist ein Paradebeispiel für Bodenkonditionierung: Sie verbessert Struktur, Nährstoffversorgung und Wasserspeicherung gleichzeitig durch natürliche biologische Prozesse. Moderne Gartenbewirtschaftung kombiniert idealerweise beide Ansätze.
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