Kamillensamen erfolgreich aussäen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Kamille: Das vielseitige Heilkraut in Ihrem Garten

Kamille ist weit mehr als nur ein beliebter Tee. Lassen Sie uns gemeinsam die Vorteile des Selbstanbaus entdecken und wie Sie dieses wertvolle Heilkraut erfolgreich in Ihrem eigenen Garten kultivieren können.

Kamille im Überblick: Wichtige Fakten für Hobbygärtner

  • Kamille ist ein Lichtkeimer und bevorzugt feuchten Boden
  • Direkte Aussaat ins Freiland oder in Töpfe möglich
  • Pflege ist erfreulich unkompliziert, wenig Dünger nötig
  • Ernte findet während der Blütezeit statt
  • Vielseitige Verwendung als Heilpflanze und im Garten

Die Bedeutung der Kamille als Heilpflanze

Kamille zählt zu den bekanntesten und geschätztesten Heilpflanzen. Viele von uns erinnern sich sicherlich noch an die Großmutter, die bei Magenbeschwerden oder Erkältungen stets einen heißen Kamillentee empfahl. Doch die Wirkung dieser bemerkenswerten Pflanze geht weit über diese traditionellen Anwendungen hinaus.

Die in den Blütenköpfchen enthaltenen ätherischen Öle und Flavonoide besitzen nachweislich entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften. Forschungen deuten darauf hin, dass sie bei Hautproblemen, Verdauungsbeschwerden und möglicherweise sogar bei leichten Depressionen unterstützend wirken können. Viele Naturkosmetik-Enthusiasten schwören zudem auf Kamillenaufgüsse zur Haarpflege oder als sanftes Gesichtswasser.

In meinem eigenen Garten habe ich stets einen besonderen Platz für Kamille reserviert. Nicht nur wegen ihrer vielfältigen heilenden Wirkungen, sondern auch weil ich den zarten, unverwechselbaren Duft der Blüten einfach liebe. Es ist für mich jedes Mal ein besonderes Erlebnis, die frischen Blütenköpfchen selbst zu ernten und zu trocknen.

Vorteile des Selbstanbaus von Kamille

Der Selbstanbau von Kamille bietet eine Reihe von Vorteilen, die über die reine Freude am Gärtnern hinausgehen:

  • Frische Qualität: Selbst angebaute Kamille ist garantiert frisch und frei von unerwünschten Pestiziden.
  • Kosteneinsparung: Ein kleines, gut gepflegtes Beet kann genug Kamille für den Eigenbedarf das ganze Jahr über liefern.
  • Gartenverschönerung: Die zarten weißen Blüten sind eine wahre Zierde für jeden Garten und sorgen für eine natürliche, entspannte Atmosphäre.
  • Bienenfreundlich: Kamille ist eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere nützliche Insekten, trägt also zur Biodiversität bei.
  • Vielseitige Verwendung: Von wohltuendem Tee über sanfte Kosmetik bis hin zu bewährten Hausmitteln - die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie überrascht und erfreut ich war, als ich zum ersten Mal Kamille in meinem Garten aussäte. Innerhalb weniger Wochen verwandelte sich eine unscheinbare Ecke in ein duftendes, wogendes Blütenmeer. Seither gehört Kamille zu meinen absoluten Lieblingspflanzen, die ich nicht mehr missen möchte.

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Vorbereitung zur Aussaat

Wahl des richtigen Standorts

Für eine erfolgreiche Kamillenkultur ist die Wahl des richtigen Standorts von entscheidender Bedeutung. Dabei spielen zwei Hauptfaktoren eine besonders wichtige Rolle: der Lichtbedarf und die Bodenbeschaffenheit.

Lichtbedarf

Kamille ist ein wahrer Sonnenanbeter. Sie benötigt einen hellen, sonnigen Standort, um sich optimal zu entwickeln. Ein Platz, der mindestens 6 Stunden direktes Sonnenlicht am Tag erhält, wäre ideal. In meinem eigenen Garten habe ich die Erfahrung gemacht, dass Kamille zwar auch an halbschattigen Stellen wächst, dort aber deutlich weniger Blüten hervorbringt. Es lohnt sich also, ihr einen der sonnigsten Plätze im Garten zu gönnen.

Bodenbeschaffenheit

Was den Boden angeht, zeigt sich Kamille erfreulich anspruchslos. Sie kommt mit den meisten Bodenarten zurecht, solange diese nicht zu schwer oder zu feucht sind. Ideal ist ein lockerer, gut durchlässiger Boden. Sollte Ihr Gartenboden sehr lehmig sein, können Sie ihn durch die Beimischung von etwas Sand verbessern.

Ein wichtiger Punkt, den ich aus eigener Erfahrung nur unterstreichen kann: Kamille verträgt keine Staunässe. Achten Sie daher unbedingt auf eine gute Drainage. In meinem ersten Kamillenjahr beging ich den Fehler, sie in einer leichten Senke zu pflanzen. Nach starkem Regen standen die Pflanzen buchstäblich mit den Füßen im Wasser und kümmerten entsprechend vor sich hin. Seitdem achte ich penibel darauf, Kamille in leicht erhöhten Beeten anzubauen oder bei der Topfkultur dem Substrat etwas Kies beizumischen.

Optimaler Zeitpunkt für die Aussaat

Der beste Zeitpunkt für die Aussaat von Kamille hängt davon ab, ob Sie im Freiland oder in Töpfen säen möchten:

  • Freilandaussaat: In der Regel ab April bis in den Sommer hinein. In Regionen mit mildem Klima ist sogar eine Herbstaussaat möglich, die oft zu kräftigeren Pflanzen im Folgejahr führt.
  • Topfkultur: Prinzipiell ganzjährig möglich, wobei sich das Frühjahr oder der frühe Herbst als besonders günstig erwiesen haben.

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass ich meine Kamille am liebsten Anfang Mai aussäe. So habe ich ab Juli blühende Pflanzen und kann den ganzen Sommer über ernten. Zudem scheint mir die Kamille zu dieser Zeit besonders vital zu sein und reichlich Blüten zu produzieren.

Benötigte Materialien und Werkzeuge

Für die Aussaat von Kamille benötigen Sie erfreulicherweise nicht viel, aber einige Dinge sollten Sie bereithalten:

  • Hochwertiges Kamillensaatgut
  • Einen Rechen oder eine feine Harke
  • Eine Gießkanne mit besonders feinem Brausekopf
  • Bei Topfkultur: Töpfe oder Balkonkästen mit ausreichenden Abzugslöchern
  • Nährstoffarme Aussaaterde oder gut gesiebten, reifen Kompost
  • Optional, aber hilfreich: ein feinmaschiges Sieb zum vorsichtigen Abdecken der Saat

Ein Tipp aus meiner langjährigen Erfahrung: Verwenden Sie für die Aussaat unbedingt eine Gießkanne mit sehr feinem Brausekopf. Die winzigen Kamillensamen können sonst allzu leicht weggespült werden, was zu einer ungleichmäßigen Keimung führt. Sollten Sie keine passende Gießkanne zur Hand haben, tut es zur Not auch eine Sprühflasche – es dauert zwar etwas länger, aber die gleichmäßige Befeuchtung lohnt sich.

Mit diesen sorgfältigen Vorbereitungen sind Sie bestens gerüstet, um Ihre eigene Kamillenkultur zu starten. Im nächsten Abschnitt werden wir uns detailliert mit den verschiedenen Aussaatmethoden befassen und ich werde Ihnen einige Tricks verraten, die sich bei mir über die Jahre bewährt haben.

Aussaatmethoden für Kamille

Es gibt verschiedene Wege, Kamille auszusäen. Die Direktsaat ins Freiland ist weit verbreitet, aber auch die Anzucht in Töpfen oder Saatschalen hat ihre Vorzüge. Lassen Sie uns die einzelnen Methoden genauer unter die Lupe nehmen.

Direktsaat ins Freiland

Diese Methode eignet sich besonders gut, wenn Sie größere Flächen bepflanzen möchten.

Bodenvorbereitung

Eine sorgfältige Vorbereitung des Bodens ist der Schlüssel zum Erfolg:

  • Lockern Sie den Boden etwa 10-15 cm tief auf
  • Befreien Sie die Fläche von Unkraut und groben Erdklumpen
  • Rechen Sie das Beet glatt

Streben Sie eine feinkrümelige Bodenstruktur an, damit die winzigen Kamillensamen optimalen Kontakt zur Erde haben.

Aussaattechnik für Lichtkeimer

Kamille gehört zu den Lichtkeimern. Die Samen benötigen Licht zum Keimen und dürfen nicht mit Erde bedeckt werden. Bei der Aussaat gehen Sie am besten so vor:

  • Verteilen Sie die Samen dünn und gleichmäßig auf der vorbereiteten Fläche
  • Drücken Sie die Samen sanft an, beispielsweise mit einem Brett
  • Wässern Sie behutsam mit einer feinen Brause

Ein Tipp aus meiner Erfahrung: Mischen Sie die feinen Samen vor der Aussaat mit etwas Sand. Das erleichtert die gleichmäßige Verteilung enorm.

Aussaat in Töpfen oder Saatschalen

Die Anzucht in Gefäßen bietet mehr Kontrolle über die Wachstumsbedingungen und ist ideal für kleinere Mengen.

Wahl des richtigen Substrats

Verwenden Sie eine nährstoffarme, durchlässige Aussaaterde. Eine Mischung mit etwas Sand verbessert die Drainage. Das Substrat sollte feucht, aber nicht durchnässt sein.

Vorgehen bei der Topfaussaat

  • Befüllen Sie die Töpfe oder Saatschalen mit dem Substrat
  • Streuen Sie die Samen dünn auf der Oberfläche aus
  • Drücken Sie sie leicht an, ohne sie mit Erde zu bedecken
  • Besprühen Sie die Oberfläche vorsichtig mit Wasser
  • Platzieren Sie die Gefäße an einem hellen, warmen Ort (ideal sind 18-20°C)

Ich empfehle, die Gefäße mit einer durchsichtigen Folie oder Glasscheibe abzudecken, um die Feuchtigkeit zu halten. Vergessen Sie aber nicht, täglich zu lüften, um Schimmelbildung vorzubeugen.

Aussaatdichte und -tiefe

Bei Kamille ist es entscheidend, nicht zu dicht zu säen. Etwa 0,5 g Samen pro Quadratmeter reichen völlig aus. Die Samen werden nicht mit Erde bedeckt, sondern nur leicht angedrückt.

Nach der Aussaat heißt es: Geduld haben. Je nach Temperatur und Feuchtigkeit kann es 1-3 Wochen dauern, bis sich die ersten zarten Keimlinge zeigen.

Pflege nach der Aussaat

Die ersten Wochen nach der Aussaat sind entscheidend für eine erfolgreiche Kamillenkultur. Hier einige wichtige Pflegetipps, die sich bei mir bewährt haben:

Feuchtigkeit und Bewässerung

Kamillensamen und junge Pflanzen benötigen eine gleichmäßige Feuchtigkeit zum Keimen und Anwachsen:

  • Sorgen Sie dafür, dass der Boden oder das Substrat stets leicht feucht bleibt
  • Gießen Sie vorsichtig mit einer feinen Brause, um die Samen nicht wegzuspülen
  • Bei der Aussaat im Freiland hat sich das Abdecken der Fläche mit Vlies bewährt, um die Feuchtigkeit zu halten

Vorsicht ist jedoch geboten: Staunässe kann zu Fäulnis führen. Lassen Sie die Oberfläche zwischen den Bewässerungen leicht abtrocknen.

Temperaturanforderungen für die Keimung

Kamille keimt am besten bei Temperaturen zwischen 15 und 20°C. Bei kühleren Temperaturen dauert die Keimung etwas länger, bei Wärme geht's schneller. In meiner Erfahrung funktioniert eine Aussaat ab Mitte April im Freiland in der Regel sehr gut.

Ausdünnen der Sämlinge

Sobald die Keimlinge etwa 2-3 cm groß sind, ist es Zeit zum Ausdünnen:

  • Entfernen Sie schwache oder zu dicht stehende Pflänzchen
  • Streben Sie einen Abstand von etwa 10-15 cm zwischen den Pflanzen an
  • Schneiden Sie die überzähligen Sämlinge vorsichtig ab, statt sie herauszuziehen

Das Ausdünnen fördert ein kräftiges Wachstum und beugt Pilzkrankheiten vor. Ein kleiner Tipp am Rande: Die entfernten Keimlinge müssen Sie nicht wegwerfen. Sie können sie in Salaten verwenden - sie schmecken mild und haben eine leichte Kamillennote.

Mit der richtigen Aussaat und Pflege in den ersten Wochen schaffen Sie die Grundlage für gesunde, blütenreiche Kamillenpflanzen. Schon bald werden Sie sich an den zarten weißen Blüten und dem charakteristischen Duft erfreuen können. Ich bin jedes Jahr aufs Neue fasziniert, wie aus den winzigen Samen innerhalb weniger Wochen ein duftendes Blütenmeer entsteht.

Pflege der heranwachsenden Kamillenpflanzen

Obwohl Kamille als recht pflegeleicht gilt, gibt es dennoch einige Aspekte, die beachtet werden sollten, um eine üppige Ernte zu erzielen.

Nährstoffbedarf und Düngung

Interessanterweise hat Kamille einen erstaunlich geringen Nährstoffbedarf. Ein zu nährstoffreicher Boden kann sogar kontraproduktiv sein und zu übermäßigem Blattwachstum führen, was auf Kosten der Blütenbildung geht. In den meisten Fällen genügt eine leichte Grunddüngung mit gut abgelagertem Kompost vor der Aussaat. Während der Wachstumsphase ist in der Regel keine zusätzliche Düngung erforderlich. Bei besonders mageren Böden könnte eine sparsame Gabe von Hornspänen oder einem organischen Volldünger hilfreich sein, aber hier ist weniger oftmals mehr.

Unkrautbekämpfung

In der Anfangsphase spielt die Unkrautbekämpfung eine wichtige Rolle, da junge Kamillenpflanzen empfindlich auf Konkurrenz reagieren können. Es empfiehlt sich, vorsichtig zwischen den Reihen zu hacken, um unerwünschte Beikräuter zu entfernen. Sobald die Pflanzen eine gewisse Größe erreicht haben, unterdrücken sie Unkraut meist von selbst - ein faszinierender Prozess zu beobachten. Eine Mulchschicht aus Grasschnitt oder Stroh kann zusätzlich das Unkrautwachstum hemmen und gleichzeitig die Feuchtigkeit im Boden halten.

Schutz vor Schädlingen und Krankheiten

Glücklicherweise ist Kamille relativ robust gegen Schädlinge und Krankheiten. Dennoch können unter ungünstigen Bedingungen gelegentlich Probleme auftreten. Ein Schlüssel zur Prävention ist eine gute Luftzirkulation, die Pilzkrankheiten vorbeugen kann. Bei einem Befall mit Blattläusen hilft oft schon ein kräftiger Wasserstrahl oder das manuelle Absammeln. In hartnäckigeren Fällen könnte eine Behandlung mit einer Schmierseifenlösung oder Neemöl in Betracht gezogen werden, aber diese Maßnahmen sind eher selten notwendig.

Ernte und Verarbeitung der Kamille

Die Art und Weise, wie Sie Ihre Kamille ernten und verarbeiten, hat einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Blüten.

Optimaler Erntezeitpunkt

Der ideale Zeitpunkt für die Ernte ist gekommen, wenn sich die Blütenblätter waagerecht stellen oder leicht nach unten zu neigen beginnen. Dies tritt normalerweise etwa 3-4 Wochen nach Blühbeginn ein. Es ist ratsam, an einem trockenen, sonnigen Tag zu ernten, nachdem der Morgentau abgetrocknet ist. Zu diesem Zeitpunkt sind die ätherischen Öle besonders konzentriert, was den charakteristischen Duft und die Wirksamkeit der Kamille verstärkt.

Richtige Erntetechnik für Blütenköpfchen

Beim Pflücken der Blütenköpfchen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Am besten pflücken Sie sie einzeln mit einem kurzen Stiel, entweder mit den Fingern oder einem speziellen Kamillen-Pflücker. Ziehen Sie die Blüten behutsam nach oben ab, um die Pflanze zu schonen. Für größere Mengen kann ein Kamillenkamm eine praktische Alternative sein, aber Vorsicht: Die Handhabung erfordert etwas Übung, um die Pflanzen nicht zu beschädigen.

Trocknung und Lagerung der Kamillenblüten

Nach der Ernte breiten Sie die Blüten am besten dünn auf einem Tuch oder Sieb aus und lassen sie an einem schattigen, luftigen Ort trocknen. Die Trocknungstemperatur sollte 35°C nicht übersteigen, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu bewahren. Nach ungefähr einer Woche sollten die Blüten vollständig getrocknet sein. Für eine optimale Aufbewahrung empfiehlt es sich, die getrockneten Blüten in luftdichten, dunklen Behältern an einem kühlen, trockenen Ort zu lagern. So bleiben sie bis zu einem Jahr aromafrisch und einsatzbereit.

Mit der richtigen Pflege und einem guten Gespür für den optimalen Erntezeitpunkt können Sie sich das ganze Jahr über an Ihrer selbst angebauten Kamille erfreuen. Ob als beruhigender Tee, in der Hautpflege oder als dekorativer Blickfang im Garten - die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten dieser wunderbaren Pflanze werden Sie immer wieder aufs Neue begeistern.

Tipps für einen erfolgreichen Kamillenanbau

Kamille ist nicht nur ein beliebtes Heilkraut, sondern auch eine wertvolle Bereicherung für jeden Garten. Im Laufe der Jahre habe ich einige Methoden entdeckt, die den Anbau dieser vielseitigen Pflanze optimieren können.

Mischkultur und günstige Nachbarpflanzen

Es ist faszinierend zu beobachten, wie Kamille mit vielen anderen Pflanzen harmoniert und diese sogar positiv beeinflussen kann. Aus meiner Erfahrung haben sich folgende Nachbarn als besonders vorteilhaft erwiesen:

  • Zwiebeln und Knoblauch: Diese scheinen von den ätherischen Ölen der Kamille zu profitieren. Ich habe beobachtet, dass sie in der Nachbarschaft von Kamille oft kräftiger und aromatischer wachsen.
  • Kohl: Kamille lockt Schwebfliegen an, deren Larven wiederum Blattläuse fressen. Eine natürliche Schädlingsbekämpfung, die ich in meinem Garten sehr zu schätzen gelernt habe.
  • Gurken: Interessanterweise verbessert die Kamille den Geschmack der Gurken. Ein angenehmer Nebeneffekt, den ich zufällig entdeckt habe.

Ein Wort der Vorsicht: Vermeiden Sie die direkte Nachbarschaft zu Minze. Ich habe festgestellt, dass beide Pflanzen um Nährstoffe konkurrieren, was zu einem schwächeren Wachstum führen kann.

Kreative Verwendung von Kamille im Garten

Die Vielseitigkeit der Kamille hat mich immer wieder überrascht. Hier einige Ideen, wie Sie sie außerhalb des Kräuterbeets einsetzen können:

  • Als duftender Bodendecker: In lückigen Rasenflächen gedeiht Kamille prächtig und bildet einen wunderbaren, duftenden Teppich.
  • Zwischen Pflastersteinen: Hier verbreitet sie nicht nur einen angenehmen Duft beim Darübergehen, sondern hilft auch, den Boden zu festigen.
  • Als Kompostaktivator: Kamillenblüten können den Verrottungsprozess beschleunigen - ein kleiner Trick, den ich gerne anwende.

Ein persönlicher Tipp: Ich gieße meine Gemüsebeete gelegentlich mit Kamillentee. Dies scheint die Pflanzen zu stärken und Pilzkrankheiten vorzubeugen. Die Wirkung ist zwar nicht wissenschaftlich belegt, aber meine Erfahrungen damit sind durchweg positiv.

Mehrjährige Kultur durch Selbstaussaat

Obwohl Kamille eigentlich einjährig ist, habe ich einen Weg gefunden, sie zu einer quasi mehrjährigen Kultur zu machen:

  • Lassen Sie einige Pflanzen zur Samenreife kommen. Ich markiere dafür immer ein paar besonders kräftige Exemplare.
  • Wenn die Blütenköpfe reif sind, schütteln Sie sie vorsichtig über dem Beet aus. Ein faszinierender Moment, wenn die winzigen Samen durch die Luft wirbeln!
  • Lockern Sie den Boden leicht auf, damit die Samen Kontakt zur Erde haben. Ich verwende dafür einen alten Rechen mit weiten Zinken.

Mit dieser Methode säen sich die Pflanzen selbst aus, und Sie haben im nächsten Jahr ohne viel Zutun wieder frische Kamille. Es ist jedes Mal eine Freude zu sehen, wie die neuen Pflänzchen im Frühjahr sprießen.

Kamillenanbau: Ein lohnendes Unterfangen

Nach jahrelanger Erfahrung kann ich sagen, dass der Anbau von Kamille nicht nur unkompliziert, sondern auch äußerst lohnend ist. Mit den richtigen Methoden lässt sich jährlich eine beachtliche Ernte einbringen. Und das Beste daran: Kamille eignet sich nicht nur als wohltuender Tee, sondern auch als vielseitige Heilpflanze und natürlicher Helfer im Garten.

Für einen erfolgreichen Anbau beachte ich stets folgende Punkte:

  • Die richtige Standortwahl: Am besten sonnig bis halbschattig. In meinem Garten gedeiht sie am prächtigsten an einer leicht geschützten, aber sonnigen Stelle.
  • Regelmäßige, aber nicht übermäßige Bewässerung. Kamille mag es feucht, aber nicht nass.
  • Verzicht auf Dünger - ich habe gelernt, dass Kamille nährstoffarme Böden bevorzugt. Zu viele Nährstoffe fördern das Blattwachstum auf Kosten der Blüten.
  • Rechtzeitige Ernte der Blüten, vorzugsweise am Vormittag. Ich finde, zu dieser Zeit ist der Duft am intensivsten.

Mit diesen Hinweisen können Sie Ihr eigenes kleines Kamillenfeld anlegen. Glauben Sie mir, es ist eine Freude, den zarten Duft einzuatmen und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten dieser besonderen Pflanze in Ihrem Garten zu entdecken. Viel Spaß beim Gärtnern!

Tags: Kamille
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Häufige Fragen und Antworten

  1. Was macht Kamille zu einer besonderen Heilpflanze im Garten?
    Kamille (Matricaria chamomilla) ist eine der vielseitigsten Heilpflanzen im Garten. Ihre besonderen Eigenschaften liegen in den wertvollen Inhaltsstoffen der Blütenköpfchen: ätherische Öle und Flavonoide mit nachweislich entzündungshemmenden und beruhigenden Wirkungen. Diese Wirkstoffe helfen bei Hautproblemen, Verdauungsbeschwerden und können sogar bei leichten Depressionen unterstützend wirken. Als Gartenpflanze überzeugt Kamille durch ihre Pflegeleichtigkeit und ihren geringen Nährstoffbedarf. Sie ist bienenfreundlich und unterstützt die Biodiversität im Garten. Besonders faszinierend ist ihre Fähigkeit zur Selbstaussaat, wodurch sie sich quasi selbst vermehrt. Der charakteristische, unverwechselbare Duft der weißen Blüten macht sie auch zu einem sinnlichen Erlebnis im Garten. Zudem kann Kamille als natürlicher Helfer in der Mischkultur andere Pflanzen stärken und sogar als Kompostaktivator verwendet werden.
  2. Welche Vorteile bietet der Selbstanbau von Kamille gegenüber dem Kauf?
    Der Selbstanbau von Kamille bietet entscheidende Vorteile gegenüber gekauften Produkten. Frische und Qualität sind garantiert, da Sie pestizidfreie Blüten ernten können. Ein gut gepflegtes Beet liefert genug Kamille für den ganzjährigen Eigenbedarf und sorgt für erhebliche Kosteneinsparungen. Die zarten weißen Blüten verschönern jeden Garten und schaffen eine natürliche, entspannte Atmosphäre. Als bienenfreundliche Pflanze unterstützt Kamille aktiv die Biodiversität und lockt nützliche Insekten an. Die Verwendungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt: von wohltuendem Tee über sanfte Kosmetik bis hin zu bewährten Hausmitteln. Durch Selbstaussaat können Sie eine quasi mehrjährige Kultur etablieren, die sich selbst regeneriert. Ein weiterer Vorteil ist die Kontrolle über Anbauweise und Erntezeitpunkt, wodurch die optimale Konzentration der wertvollen Inhaltsstoffe gewährleistet wird.
  3. Wie funktioniert die Aussaat von Kamillensamen richtig?
    Die Aussaat von Kamillensamen erfordert besondere Aufmerksamkeit, da Kamille ein Lichtkeimer ist. Die winzigen Samen werden niemals mit Erde bedeckt, sondern nur sanft angedrückt. Bei der Direktsaat ins Freiland lockern Sie den Boden 10-15 cm tief auf und schaffen eine feinkrümelige Struktur. Verteilen Sie die Samen dünn und gleichmäßig (etwa 0,5 g pro m²) und drücken sie mit einem Brett leicht an. Ein bewährter Trick ist das Mischen der Samen mit Sand für eine gleichmäßigere Verteilung. Die Bewässerung erfolgt ausschließlich mit einer feinen Brause, um die Samen nicht wegzuspülen. Für die Topfaussaat verwenden Sie nährstoffarme, durchlässige Aussaaterde und platzieren die Gefäße an einem hellen, warmen Ort bei 18-20°C. Halten Sie die Oberfläche gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Die Keimung dauert je nach Temperatur 1-3 Wochen.
  4. Warum ist Kamille ein Lichtkeimer und wie wirkt sich das auf die Aussaat aus?
    Kamille ist ein Lichtkeimer, was bedeutet, dass ihre Samen Licht zum Keimen benötigen. Diese evolutionäre Anpassung stellt sicher, dass die winzigen Keimlinge nur an der Oberfläche auskeimen, wo sie sofort Zugang zu Sonnenlicht haben. Bei der Aussaat hat dies fundamentale Auswirkungen: Die Samen dürfen niemals mit Erde bedeckt werden. Stattdessen werden sie auf die vorbereitete Oberfläche gestreut und nur sanft angedrückt, um optimalen Bodenkontakt zu gewährleisten. Diese Eigenschaft erklärt auch, warum Kamille sich so erfolgreich selbst aussät - die reifen Samen fallen auf die Oberfläche und keimen dort bei günstigen Bedingungen. Für Hobbygärtner bedeutet dies, dass sie bei der Bewässerung besonders vorsichtig sein müssen, um die unbedeckten Samen nicht wegzuspülen. Eine transparente Abdeckung aus Folie oder Vlies kann die Feuchtigkeit halten, ohne das für die Keimung notwendige Licht zu blockieren.
  5. Welche besonderen Standortansprüche hat Kamille bei Staunässe?
    Kamille reagiert äußerst empfindlich auf Staunässe und verträgt diese überhaupt nicht. Stehendes Wasser führt schnell zu Wurzelfäulnis und zum Absterben der Pflanzen. Daher ist eine gute Drainage absolut entscheidend für erfolgreichen Kamillenanbau. Der Boden sollte locker und gut durchlässig sein. Bei schweren, lehmigen Böden empfiehlt sich die Beimischung von Sand zur Verbesserung der Durchlässigkeit. Idealerweise wird Kamille in leicht erhöhten Beeten angebaut, damit überschüssiges Wasser gut abfließen kann. Bei der Topfkultur sind ausreichende Abzugslöcher und eine Drainageschicht aus Kies unerlässlich. Senken im Garten, wo sich Regenwasser sammelt, sind völlig ungeeignet. Trotz der Empfindlichkeit gegenüber Staunässe benötigt Kamille eine gleichmäßige Feuchtigkeit, besonders während der Keimphase. Die Herausforderung liegt darin, die richtige Balance zwischen ausreichender Feuchtigkeit und guter Drainage zu finden.
  6. Worin unterscheidet sich Kamille von anderen Heilkräutern beim Nährstoffbedarf?
    Kamille unterscheidet sich erheblich von anderen Heilkräutern durch ihren außergewöhnlich geringen Nährstoffbedarf. Während viele Kräuter wie Basilikum oder Petersilie regelmäßige Düngung benötigen, bevorzugt Kamille magere Böden. Ein zu nährstoffreicher Boden ist sogar kontraproduktiv und führt zu übermäßigem Blattwachstum auf Kosten der Blütenbildung. Dies ist besonders bemerkenswert, da gerade die Blüten die wertvollen Inhaltsstoffe enthalten. Während andere Heilkräuter von Kompost und organischen Düngern profitieren, genügt bei Kamille meist eine leichte Grunddüngung vor der Aussaat. Diese Genügsamkeit macht Kamille ideal für extensive Anbaumethoden und naturnahe Gärten. Andere Kräuter wie Thymian oder Rosmarin benötigen zwar ebenfalls wenig Nährstoffe, aber Kamille übertrifft sie noch in ihrer Bescheidenheit. Diese Eigenschaft erklärt auch, warum Kamille in der Natur oft auf kargen Standorten gedeiht und sich dort erfolgreich etabliert.
  7. Wie unterscheidet sich Kamillenanbau von allgemeinem Kräuteranbau?
    Der Kamillenanbau weist einige besondere Charakteristika auf, die ihn vom allgemeinen Kräuteranbau unterscheiden. Als Lichtkeimer dürfen Kamillensamen nicht mit Erde bedeckt werden, während die meisten anderen Kräutersamen eine Erdschicht benötigen. Der extrem geringe Nährstoffbedarf von Kamille steht im Kontrast zu nährstoffhungrigen Kräutern wie Basilikum oder Schnittlauch. Kamille bevorzugt magere Böden, während andere Kräuter oft reichhaltige, kompostierte Erde schätzen. Die Empfindlichkeit gegenüber Staunässe ist bei Kamille besonders ausgeprägt. Ein weiterer Unterschied liegt in der Erntemethode: Bei Kamille werden ausschließlich die Blütenköpfchen geerntet, nicht die Blätter wie bei den meisten anderen Kräutern. Die Fähigkeit zur erfolgreichen Selbstaussaat ist bei Kamille ausgeprägter als bei vielen anderen Gartenkräutern. Auch die Trocknungstemperatur ist kritischer - sie darf 35°C nicht übersteigen, um die ätherischen Öle zu bewahren.
  8. Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Ernte von Kamillenblüten?
    Der optimale Erntezeitpunkt für Kamillenblüten ist erreicht, wenn sich die weißen Blütenblätter waagerecht stellen oder leicht nach unten zu neigen beginnen. Dies tritt normalerweise 3-4 Wochen nach Blühbeginn ein. Zu diesem Zeitpunkt sind die ätherischen Öle besonders konzentriert, was den charakteristischen Duft und die Heilwirkung verstärkt. Die Ernte sollte unbedingt an einem trockenen, sonnigen Tag erfolgen, nachdem der Morgentau vollständig abgetrocknet ist. Die ideale Tageszeit liegt zwischen dem späten Vormittag und frühen Nachmittag, wenn die Konzentration der wertvollen Inhaltsstoffe am höchsten ist. Vermeiden Sie die Ernte bei feuchtem Wetter oder direkt nach Regenfällen, da nasse Blüten anfällig für Schimmelbildung während der Trocknung sind. Ein zu früher Erntezeitpunkt führt zu geringerer Wirkstoffkonzentration, während überreife Blüten bereits Wirkstoffe verloren haben können. Die regelmäßige Ernte fördert zudem die Nachblüte der Pflanzen.
  9. Wo kann man hochwertiges Kamillensaatgut für den Eigenanbau kaufen?
    Hochwertiges Kamillensaatgut für den Eigenanbau erhalten Sie bei spezialisierten Gartenfachhändlern, die Wert auf Qualität und Keimfähigkeit legen. Samen.de gehört zu den etablierten Anbietern, die sich auf hochwertiges Saatgut spezialisiert haben und eine zuverlässige Bezugsquelle für Echte Kamille (Matricaria chamomilla) darstellen. Achten Sie beim Kauf auf Bio-Qualität und eine aktuelle Ernte, da dies die Keimrate erheblich beeinflusst. Seriöse Händler geben Auskunft über Herkunft, Keimfähigkeit und Reinheit des Saatguts. Lokale Gartencenter bieten oft den Vorteil persönlicher Beratung, während Online-Shops wie spezialisierte Saatgut-Anbieter meist eine größere Auswahl verschiedener Kamillensorten führen. Tauschen Sie auch mit anderen Hobbygärtnern - selbst gewonnene Samen von bewährten Pflanzen sind oft von ausgezeichneter Qualität. Vermeiden Sie Billigangebote unbekannter Herkunft, da diese oft eine schlechte Keimrate aufweisen oder sogar falsche Sorten enthalten können.
  10. Welche Auswahlkriterien sollte man beim Bestellen von Echte Kamille Samen beachten?
    Beim Bestellen von Echte Kamille Samen sind mehrere Qualitätskriterien entscheidend für den Anbauerfolg. Achten Sie zunächst auf die korrekte botanische Bezeichnung "Matricaria chamomilla", um Verwechslungen mit anderen Kamillenarten zu vermeiden. Die Keimfähigkeit sollte mindestens 70% betragen und das Erntedatum nicht älter als zwei Jahre sein. Professionelle Anbieter wie samen.de geben diese Informationen transparent an und garantieren geprüfte Qualität. Bio-zertifiziertes Saatgut ist frei von chemischen Behandlungen und eignet sich besonders für den naturnahen Anbau. Prüfen Sie die Reinheit des Saatguts - hochwertige Samen enthalten keine Unkrautsamen oder Fremdkörper. Die Verpackung sollte luftdicht und lichtgeschützt sein, um die Lagerfähigkeit zu gewährleisten. Seriöse Händler bieten detaillierte Anbauanleitungen und stehen für Rückfragen zur Verfügung. Lesen Sie Kundenbewertungen und achten Sie auf Erfahrungen mit der tatsächlichen Keimrate. Regionale Sorten sind oft besser an das lokale Klima angepasst.
  11. Welche Rolle spielen Flavonoide bei der Heilwirkung von Matricaria chamomilla?
    Flavonoide sind essenzielle Wirkstoffe in Matricaria chamomilla und spielen eine zentrale Rolle bei der Heilwirkung der Kamille. Diese sekundären Pflanzenstoffe, insbesondere Apigenin, Luteolin und Quercetin, verleihen der Kamille ihre charakteristischen therapeutischen Eigenschaften. Flavonoide wirken stark antioxidativ und schützen die Zellen vor freien Radikalen, was Entzündungsprozesse hemmt. In Kombination mit den ätherischen Ölen entfalten sie eine synergistische Wirkung, die die entzündungshemmenden und beruhigenden Effekte verstärkt. Besonders Apigenin bindet an spezielle Rezeptoren im Gehirn und kann so angstlösende und beruhigende Wirkungen hervorrufen. Die Flavonoide unterstützen auch die Wundheilung und haben antimikrobielle Eigenschaften. Bei Verdauungsbeschwerden wirken sie krampflösend und beruhigend auf die Magen-Darm-Muskulatur. Die Konzentration der Flavonoide ist in vollsonnig gewachsenen Pflanzen höher, was die Bedeutung des richtigen Standorts für die Heilwirkung unterstreicht.
  12. Wie wirken ätherische Öle der Kamille bei Verdauungsbeschwerden?
    Die ätherischen Öle der Kamille, insbesondere Chamazulen und Alpha-Bisabolol, entfalten bei Verdauungsbeschwerden eine vielfältige Heilwirkung. Diese Wirkstoffe wirken direkt krampflösend auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts und können so Bauchkrämpfe und Koliken lindern. Chamazulen, das der Kamille ihre charakteristische blaue Farbe in destillierten Ölen verleiht, besitzt stark entzündungshemmende Eigenschaften und beruhigt gereizte Schleimhäute. Alpha-Bisabolol verstärkt diese Wirkung und hat zusätzlich antibakterielle Eigenschaften, die bei Magen-Darm-Infektionen hilfreich sind. Die ätherischen Öle fördern die Produktion von Verdauungssäften und regen die Peristaltik an, wodurch die Verdauung auf natürliche Weise unterstützt wird. Bei Gastritis und Magengeschwüren können die Öle schützend auf die Magenschleimhaut wirken. Die traditionelle Anwendung als Kamillentee ermöglicht eine sanfte, aber effektive Aufnahme dieser heilsamen Verbindungen direkt über den Verdauungstrakt.
  13. Warum ist Kamille besonders entzündungshemmend und beruhigend?
    Die außergewöhnlichen entzündungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften der Kamille beruhen auf einem einzigartigen Zusammenspiel verschiedener Wirkstoffe. Das ätherische Öl Chamazulen blockiert die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe und hemmt Enzyme, die Entzündungsprozesse verstärken. Alpha-Bisabolol verstärkt diese Wirkung und dringt tief in Gewebe ein, wo es direkt an Entzündungsherden wirkt. Die Flavonoide, insbesondere Apigenin, binden an GABA-Rezeptoren im Gehirn und erzeugen so beruhigende Effekte ähnlich wie milde Beruhigungsmittel, aber ohne deren Nebenwirkungen. Diese Kombination aus lokaler entzündungshemmender Wirkung und systemischer Beruhigung macht Kamille so vielseitig einsetzbar. Die Wirkstoffe ergänzen sich synergistisch: Während die ätherischen Öle schnell wirken, sorgen die Flavonoide für eine nachhaltige, tiefergehende Entspannung. Diese Dualität erklärt, warum Kamille sowohl bei äußerlichen Entzündungen als auch bei stressbedingten Beschwerden erfolgreich eingesetzt wird. Die Konzentration dieser Wirkstoffe ist in selbst angebauter Kamille oft höher als in industriell verarbeiteten Produkten.
  14. Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es zur Phytotherapie mit Kamille?
    Die wissenschaftliche Erforschung der Kamille hat ihre traditionellen Anwendungen weitgehend bestätigt und neue Einsatzgebiete aufgedeckt. Kontrollierte Studien belegen die Wirksamkeit bei generalisierter Angststörung, wobei Kamillenextrakte eine signifikante Reduktion der Angstsymptome zeigten. Forschungen zur entzündungshemmenden Wirkung haben die molekularen Mechanismen von Chamazulen und Alpha-Bisabolol aufgeklärt. Diese Wirkstoffe hemmen nachweislich Cyclooxygenase-2 und Lipoxygenase-Enzyme, die für Entzündungsprozesse verantwortlich sind. Klinische Studien bestätigen die Wirksamkeit bei Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere bei funktioneller Dyspepsie und Reizdarmsyndrom. Neuere Untersuchungen zeigen antimikrobielle Aktivität gegen verschiedene Bakterien- und Pilzstämme. In der Dermatologie wurde die Wirksamkeit bei atopischer Dermatitis wissenschaftlich dokumentiert. Besonders interessant sind Studien zur neuroprotektiven Wirkung von Apigenin, die neue Anwendungsgebiete in der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen eröffnen könnten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erkennt Kamille offiziell als pflanzliches Arzneimittel an.
  15. Wie legt man einen bienenfreundlichen Heilpflanzengarten mit Kamille an?
    Ein bienenfreundlicher Heilpflanzengarten mit Kamille erfordert durchdachte Planung und das Verständnis der Bedürfnisse von Bestäubern. Kamille ist eine ausgezeichnete Bienenweide, da ihre offenen Blüten leicht zugänglich sind und reichlich Nektar und Pollen bieten. Planen Sie gestaffelte Blühzeiten durch verschiedene Heilkräuter wie Lavendel, Thymian, Oregano und Borretsch, um von Frühjahr bis Herbst kontinuierlich Nahrung zu bieten. Legen Sie große, zusammenhängende Flächen mit derselben Pflanzenart an, da Bienen Effizienz schätzen. Kamille eignet sich perfekt für naturnahe Bereiche und Wildblumenwiesen. Verzichten Sie komplett auf Pestizide und chemische Dünger, die Bienen schädigen können. Schaffen Sie Nistmöglichkeiten für Wildbienen durch Totholz, hohle Pflanzenstängel und offene Bodenstellen. Eine Wasserquelle wie ein flacher Teich oder Tränke ist essentiell. Einheimische Pflanzen sind besonders wertvoll, da sie mit heimischen Bienenarten co-evolviert sind. Lassen Sie einige Kamillenpflanzen zur Samenreife kommen - die Selbstaussaat schafft natürliche, unregelmäßige Bestände, die Bienen bevorzugen.
  16. Welche praktischen Schritte sind bei der Direktsaat im Freiland zu beachten?
    Die Direktsaat von Kamille im Freiland erfordert sorgfältige Vorbereitung und Durchführung. Beginnen Sie mit der Bodenvorbereitung: Lockern Sie die Erde 10-15 cm tief auf und entfernen Sie Unkraut sowie grobe Erdklumpen. Harken Sie das Beet glatt, um eine feinkrümelige Oberfläche zu schaffen. Der optimale Zeitpunkt ist ab Mitte April bis in den Sommer hinein, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Verteilen Sie die winzigen Samen dünn und gleichmäßig - etwa 0,5 g pro Quadratmeter genügen. Ein bewährter Trick ist das Mischen der Samen mit Sand für bessere Sichtbarkeit bei der Verteilung. Drücken Sie die Samen mit einem Brett oder der Rückseite eines Rechens sanft an, aber bedecken Sie sie niemals mit Erde, da Kamille ein Lichtkeimer ist. Bewässern Sie ausschließlich mit einer sehr feinen Brause, um die Samen nicht wegzuspülen. Halten Sie die Oberfläche gleichmäßig feucht, bis die Keimung erfolgt. Bei trockener Witterung kann eine dünne Vliesabdeckung die Feuchtigkeit halten.
  17. Ist es ein Mythos, dass Kamille nur als Kamillentee wirksam ist?
    Es ist definitiv ein Mythos, dass Kamille nur als Tee wirksam ist. Die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten der Kamille gehen weit über den traditionellen Kamillentee hinaus. Als Dampfbad wirkt Kamille bei Atemwegserkrankungen und Hautproblemen durch die direkte Aufnahme der ätherischen Öle. Kamillenöl, durch Destillation oder Mazeration gewonnen, ist hochwirksam in der Aromatherapie und Hautpflege. Umschläge und Kompressen mit Kamillenaufgüssen helfen bei Entzündungen, Wunden und Ekzemen. In der Naturkosmetik werden Kamillenextrakte in Cremes, Lotionen und Haarspülungen eingesetzt. Als Sitzbad wirkt Kamille bei Hämorrhoiden und Intiminfektionen. Frische Kamillenblüten können auch roh verzehrt werden und eignen sich als essbare Blütendekoration. In der Phytotherapie werden standardisierte Kamillenextrakte in Kapselform verwendet, die eine exakte Dosierung ermöglichen. Sogar als Räucherpflanze oder in Duftkissen entfaltet Kamille beruhigende Wirkungen. Die verschiedenen Zubereitungsarten ermöglichen es, die Wirkstoffe gezielt für unterschiedliche Anwendungsbereiche zu nutzen.
  18. Welche regionalen Unterschiede gibt es beim Kamillenanbau in Deutschland?
    Der Kamillenanbau in Deutschland zeigt deutliche regionale Unterschiede aufgrund klimatischer und geografischer Variationen. In Norddeutschland, besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, gedeiht Kamille auf den sandigen Böden sehr gut und wird dort traditionell großflächig angebaut. Die kühleren, feuchteren Bedingungen verlängern hier die Vegetationsperiode. In den süddeutschen Regionen wie Bayern und Baden-Württemberg bevorzugt Kamille die höher gelegenen, kalkärmeren Standorte. Das kontinentalere Klima mit heißeren Sommern erfordert hier mehr Aufmerksamkeit bei der Bewässerung. Ostdeutsche Gebiete mit ihren oft nährstoffärmeren Böden sind ideal für Kamille, da sie magere Standorte bevorzugt. Die Rheinebene bietet durch ihr mildes Klima optimale Bedingungen für eine frühe Aussaat bereits im März. In Höhenlagen über 500 Metern sollte die Aussaat später erfolgen, da Spätfröste die Keimlinge schädigen können. Küstenregionen profitieren von der ausgleichenden Wirkung der Meere, müssen aber auf gute Drainage achten aufgrund höherer Niederschläge.
  19. Worin unterscheidet sich Echte Kamille von Deutscher Kamille?
    Die Unterscheidung zwischen Echter Kamille (Matricaria chamomilla) und Deutscher Kamille kann verwirrend sein, da diese Begriffe oft synonym verwendet werden. Botanisch gesehen handelt es sich bei beiden Bezeichnungen um dieselbe Pflanzenart - Matricaria chamomilla. Der Name "Deutsche Kamille" ist ein traditioneller Volksname, der auf die lange Geschichte des Kamillenanbaus in Deutschland hinweist, während "Echte Kamille" die botanisch korrekte Bezeichnung ist. Beide Namen beschreiben die gleiche Heilpflanze mit den charakteristischen weißen Blütenblättern und gelben Blütenboden. Die Verwirrung entsteht manchmal durch regionale Handelsnamen oder ungenaue Bezeichnungen im Handel. Bei der Auswahl von Saatgut ist es wichtig, auf die botanische Bezeichnung "Matricaria chamomilla" zu achten, um Verwechslungen mit anderen Kamillenarten wie der Strahlenlose Kamille (Matricaria discoidea) oder der Hundskamille zu vermeiden. Die Echte oder Deutsche Kamille ist die einzige Kamillenart mit den ausgeprägten Heilwirkungen und dem charakteristischen Aroma. Qualitätsanbieter verwenden eindeutige botanische Bezeichnungen zur Klarstellung.
  20. Wie unterscheidet man zwischen Kamillenkraut und anderen ähnlichen Heilkräutern?
    Die Unterscheidung von Kamille zu ähnlichen Heilkräutern erfordert genaue Beobachtung charakteristischer Merkmale. Echte Kamille (Matricaria chamomilla) hat weiße Zungenblüten und einen gelben, hohl gewölbten Blütenboden - ein eindeutiges Erkennungsmerkmal. Die Blätter sind fein gefiedert und haben einen charakteristischen, fruchtigen Duft. Verwechslungsgefahr besteht mit der Hundskamille (Anthemis cotula), die ebenfalls weiße Blüten hat, aber einen unangenehm strengen Geruch und einen nicht hohlen Blütenboden aufweist. Die Strahlenlose Kamille (Matricaria discoidea) hat nur gelbe Blüten ohne weiße Zungenblätter und ist deutlich kleiner. Römische Kamille (Chamaemelum nobile) ist mehrjährig und hat breitere, weniger fein geteilte Blätter. Das Gänseblümchen wird oft verwechselt, hat aber ungezähnte Blätter und einen völlig anderen Habitus. Der charakteristische, süßlich-fruchtige Duft der Echten Kamille ist das sicherste Erkennungsmerkmal - zerreiben Sie dazu ein Blatt zwischen den Fingern. Bei Unsicherheiten sollten Sie sich an erfahrene Kräuterkundige wenden oder botanische Bestimmungsliteratur konsultieren.
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