Optimale Nährstoffversorgung für gesunde Jungpflanzen

Düngung bei der Anzucht: Der Schlüssel zu kräftigen Jungpflanzen

Die richtige Düngung ist entscheidend für gesunde, kräftige Jungpflanzen. Dieser Artikel beleuchtet die Grundlagen der Pflanzenernährung und gibt praktische Tipps für eine optimale Nährstoffversorgung.

Nährstoffe im Überblick: Was Ihre Pflanzen wirklich brauchen

  • Essentielle Nährstoffe für gesundes Pflanzenwachstum
  • Makro- und Mikronährstoffe: Kleine Mengen, große Wirkung
  • NPK-Verhältnis: Die richtige Balance finden
  • Angepasste Düngung in verschiedenen Wachstumsphasen

Die Bedeutung der richtigen Düngung bei der Pflanzenanzucht

Stellen Sie sich vor, Sie ziehen ein Kind groß. Würden Sie ihm nur Wasser und Sonnenlicht geben? Natürlich nicht! Genauso verhält es sich mit unseren grünen Mitbewohnern. Die richtige Düngung bei der Anzucht ist wie eine ausgewogene Ernährung für Babys - sie legt den Grundstein für ein gesundes, kräftiges Wachstum.

In meinen 30 Jahren als Biologin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin habe ich gelernt: Eine angepasste Nährstoffversorgung macht den Unterschied zwischen mickrigen Setzlingen und robusten Jungpflanzen. Dabei geht's nicht nur ums simple 'Dünger drauf und fertig'. Es ist eine Wissenschaft für sich - und gleichzeitig eine Kunst.

Zu viel des Guten kann genauso schädlich sein wie zu wenig. Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Versuche mit Tomaten. Voller Eifer hab ich sie regelrecht mit Dünger überschüttet. Das Ergebnis? Üppiges Blattwerk, aber kaum Früchte. Seither weiß ich: Der Schlüssel liegt in der Balance und dem richtigen Timing.

Grundlagen der Pflanzenernährung

Essentielle Nährstoffe für Pflanzen

Pflanzen sind wahre Alchemisten. Aus Luft, Wasser und ein paar Mineralien zaubern sie komplexe Strukturen und leckere Früchte. Doch dafür brauchen sie bestimmte Bausteine - die essentiellen Nährstoffe.

Insgesamt benötigen Pflanzen 17 essentielle Elemente für ihr Wachstum. Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff beziehen sie aus Luft und Wasser. Die restlichen 14 müssen über den Boden oder durch Düngung zugeführt werden.

Makro- und Mikronährstoffe

Nährstoffe werden in zwei Gruppen eingeteilt: Makro- und Mikronährstoffe. Der Unterschied? Die Menge, die Pflanzen davon brauchen.

Makronährstoffe: Diese werden in größeren Mengen benötigt. Dazu gehören:

  • Stickstoff (N): Fördert das Blattwachstum und die Chlorophyllbildung
  • Phosphor (P): Wichtig für Wurzelwachstum und Blütenbildung
  • Kalium (K): Stärkt die Widerstandskraft und fördert die Fruchtbildung
  • Calcium (Ca): Stärkt Zellwände und Wurzeln
  • Magnesium (Mg): Zentraler Bestandteil des Chlorophylls
  • Schwefel (S): Wichtig für die Eiweißbildung

Mikronährstoffe: Werden nur in Spuren benötigt, sind aber genauso wichtig. Dazu zählen Eisen, Mangan, Zink, Bor, Kupfer, Molybdän und Chlor.

NPK-Verhältnis und seine Bedeutung

Wenn Sie schon mal einen Blick auf eine Düngertüte geworfen haben, sind Ihnen sicher die drei Zahlen aufgefallen, z.B. 5-10-5. Das ist das berühmte NPK-Verhältnis, das angibt, wie viel Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) im Dünger enthalten ist.

Jede Pflanze und jede Wachstumsphase hat andere Bedürfnisse:

  • Hoher N-Anteil: Fördert üppiges Blattwachstum, ideal für Blattgemüse
  • Hoher P-Anteil: Unterstützt Wurzelbildung und Blütenansatz
  • Hoher K-Anteil: Stärkt Pflanzen und fördert Fruchtbildung

Ein ausgewogenes NPK-Verhältnis für die Anzucht könnte 5-5-5 sein. Für die Blütenbildung wäre eher 3-12-6 geeignet. Es ist wie beim Kochen - die richtige Mischung macht's!

Nährstoffbedarf in verschiedenen Wachstumsphasen

Pflanzen sind wie Kinder - in jeder Entwicklungsphase haben sie andere Bedürfnisse. Lassen Sie uns einen Blick auf die verschiedenen Stadien werfen.

Keimphase

In der Keimphase brauchen Pflanzen erstmal gar keinen zusätzlichen Dünger. Sie zehren von den Nährstoffen im Samen. Zu viel Dünger kann in diesem Stadium sogar schädlich sein und die zarten Wurzeln verbrennen.

Wichtig ist in dieser Phase vor allem:

  • Gleichmäßige Feuchtigkeit
  • Ausreichend Wärme
  • Ein lockeres, gut durchlüftetes Substrat

Sämlingsstadium

Sobald die ersten echten Blätter erscheinen, beginnt der Nährstoffbedarf zu steigen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine erste, sehr vorsichtige Düngung.

Mein Tipp: Verwenden Sie in dieser Phase einen stark verdünnten Flüssigdünger, etwa ein Viertel der normalen Konzentration. Ein leichter Dünger mit einem ausgewogenen NPK-Verhältnis wie 5-5-5 ist ideal.

Jungpflanzenphase

Mit zunehmender Größe steigt der Nährstoffbedarf. In dieser Phase können Sie die Düngermenge langsam steigern. Achten Sie auf folgende Anzeichen für Nährstoffmangel:

  • Gelbliche Blätter: Oft ein Zeichen für Stickstoffmangel
  • Violette Blattunterseiten: Können auf Phosphormangel hindeuten
  • Braune Blattränder: Mögliches Anzeichen für Kaliummangel

Ein Tipp aus meinem Garten: Komposttee ist in dieser Phase ein wahres Wundermittel. Er liefert nicht nur Nährstoffe, sondern stärkt auch die Pflanzenabwehr.

Vorbereitung auf das Auspflanzen

Bevor die Jungpflanzen ins Freiland kommen, sollten sie abgehärtet werden. In dieser Phase reduzieren Sie die Düngung etwas, um die Pflanzen auf die 'raue' Außenwelt vorzubereiten.

Eine leichte Kaliumbetonung kann jetzt sinnvoll sein, da es die Widerstandskraft der Pflanzen stärkt. Ein NPK-Verhältnis von 3-5-7 wäre hier passend.

Denken Sie daran: Jede Pflanze ist individuell. Beobachten Sie Ihre grünen Schützlinge genau und passen Sie die Düngung bei Bedarf an. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gefühl dafür, was Ihre Pflanzen brauchen. Es ist wie eine stille Konversation zwischen Ihnen und Ihrem Garten - und glauben Sie mir, es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als zu sehen, wie Ihre Pflänzchen dank Ihrer Fürsorge zu kräftigen, gesunden Pflanzen heranwachsen.

Arten von Düngern für die Anzucht: Von Kompost bis Blattdünger

Bei der Pflanzenanzucht ist die richtige Düngung entscheidend für gesunde und kräftige Jungpflanzen. Lasst uns einen Blick auf die verschiedenen Düngerarten werfen, die uns zur Verfügung stehen.

Organische Dünger: Natürlich und nährstoffreich

Organische Dünger sind meine persönlichen Favoriten. Sie stammen aus natürlichen Quellen und fördern nicht nur das Pflanzenwachstum, sondern verbessern auch die Bodenstruktur. Hier sind einige Beispiele:

Kompost: Das schwarze Gold des Gartens

Kompost ist sozusagen der Alleskönner unter den organischen Düngern. Er enthält eine Vielzahl von Nährstoffen und fördert das Bodenleben. Für die Anzucht mische ich gerne etwa 20-30% reifen Kompost unter die Anzuchterde. Das gibt den Sämlingen einen guten Start ins Leben.

Wurmhumus: Der Geheimtipp für kräftige Jungpflanzen

Wurmhumus ist der Kot von Kompostwürmern und ein wahres Wunderwerk der Natur. Er ist reich an Nährstoffen und Mikroorganismen. Eine dünne Schicht Wurmhumus auf der Anzuchterde kann wahre Wunder bewirken. Meine Tomatensämlinge lieben es!

Pflanzenjauchen: Flüssigdünger aus dem Garten

Pflanzenjauchen sind selbst hergestellte Flüssigdünger aus nährstoffreichen Pflanzen wie Brennnesseln oder Beinwell. Sie sind besonders reich an Stickstoff und eignen sich gut für die Düngung ab dem Sämlingsstadium. Allerdings sollte man sie vorsichtig dosieren - weniger ist oft mehr!

Mineralische Dünger: Schnell und effektiv

Mineralische Dünger haben den Vorteil, dass sie schnell wirken und genau dosiert werden können. Allerdings sollte man sie mit Bedacht einsetzen, um Überdüngung zu vermeiden.

Flüssigdünger: Flexibel und leicht zu dosieren

Flüssigdünger sind praktisch für die Anzucht, da sie sich leicht dosieren lassen. Ich verwende sie gerne ab dem Zwei-Blatt-Stadium, allerdings in stark verdünnter Form. Ein Tipp aus meiner Erfahrung: Lieber öfter und schwächer düngen als einmal zu viel.

Granulate: Langanhaltende Nährstoffversorgung

Düngergranulate geben ihre Nährstoffe langsam ab und eignen sich daher gut für die spätere Phase der Anzucht. Ich mische sie gerne unter die Erde, wenn ich die Jungpflanzen in größere Töpfe umsetze.

Langzeitdünger: Bequem, aber mit Vorsicht zu genießen

Langzeitdünger sind praktisch, da sie über mehrere Wochen oder Monate hinweg Nährstoffe abgeben. Allerdings bin ich bei der Anzucht vorsichtig damit, da junge Pflanzen empfindlich auf zu viel Dünger reagieren können. Wenn überhaupt, setze ich sie erst beim Umtopfen ein.

Blattdünger: Die schnelle Hilfe bei Nährstoffmangel

Blattdünger werden direkt auf die Blätter gesprüht und von der Pflanze aufgenommen. Sie eignen sich gut, um schnell auf Mangelerscheinungen zu reagieren. Bei der Anzucht verwende ich sie nur in Ausnahmefällen und in sehr verdünnter Form.

Richtige Anwendung von Düngern: Der Schlüssel zum Erfolg

Nun, da wir die verschiedenen Düngerarten kennengelernt haben, ist es wichtig zu verstehen, wie man sie richtig anwendet. Denn wie meine Oma immer sagte: "Zu viel des Guten ist oft des Schlechten Anfang."

Dosierung und Häufigkeit: Weniger ist mehr

Bei der Anzucht gilt generell: Lieber vorsichtig düngen. Junge Pflanzen sind empfindlich und können durch Überdüngung geschädigt werden. Ich halte mich an folgende Faustregel:

  • Keimphase: Kein zusätzlicher Dünger nötig
  • Sämlingsstadium: Sehr schwache Düngung, etwa 1/4 der empfohlenen Menge
  • Jungpflanzenphase: Allmähliche Steigerung auf 1/2 der empfohlenen Menge

Die Häufigkeit hängt vom verwendeten Dünger ab. Bei Flüssigdüngern dünge ich alle 1-2 Wochen, bei Langzeitdüngern reicht oft eine einmalige Gabe.

Zeitpunkt der Düngung: Das richtige Timing ist entscheidend

Der beste Zeitpunkt für die Düngung ist morgens oder am frühen Vormittag. So haben die Pflanzen den ganzen Tag Zeit, die Nährstoffe aufzunehmen. Wichtig: Nie bei praller Sonne düngen, das kann zu Verbrennungen führen!

Ich beginne mit der Düngung in der Regel, wenn die ersten echten Blätter erscheinen. Das ist meist 2-3 Wochen nach der Keimung der Fall.

Methoden der Ausbringung: Von Gießkanne bis Sprühflasche

Je nach Düngerart gibt es verschiedene Ausbringungsmethoden:

  • Flüssigdünger: Mit der Gießkanne oder per Bewässerungssystem
  • Granulate: Vorsichtig in die obere Erdschicht einarbeiten
  • Blattdünger: Mit einer Sprühflasche fein auf die Blätter auftragen
  • Kompost: Unter die Anzuchterde mischen oder als dünne Schicht auftragen

Ein Tipp aus meiner Erfahrung: Für Flüssigdünger verwende ich gerne eine separate, gut beschriftete Gießkanne. So verhindere ich Verwechslungen und Überdosierungen.

Vorsichtsmaßnahmen und häufige Fehler: Aus Schaden wird man klug

In meinen Jahren als Hobbygärtnerin habe ich so einige Fehler gemacht. Hier sind die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen und häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt:

  • Überdüngung: Das häufigste Problem! Lieber zu wenig als zu viel düngen.
  • Ungleichmäßige Verteilung: Achten Sie darauf, den Dünger gleichmäßig zu verteilen.
  • Düngen bei Trockenheit: Immer erst gießen, dann düngen. Sonst können die Wurzeln geschädigt werden.
  • Falscher Zeitpunkt: Nicht in der prallen Sonne oder am späten Abend düngen.
  • Kontakt mit Blättern: Bei Granulaten oder konzentrierten Flüssigdüngern den direkten Kontakt mit Blättern vermeiden.

Und noch ein persönlicher Tipp zum Schluss: Führen Sie ein Gartentagebuch! Notieren Sie, wann und wie viel Sie gedüngt haben. So können Sie aus Ihren Erfahrungen lernen und Ihre Anzucht von Jahr zu Jahr verbessern.

Mit diesen Kenntnissen über Düngerarten und ihre Anwendung sind Sie bestens gerüstet, um Ihre Jungpflanzen optimal zu versorgen. Denken Sie daran: Jede Pflanze ist individuell, und manchmal braucht es etwas Experimentierfreude und Geduld, um die perfekte Düngerstrategie zu finden. Aber glauben Sie mir, es lohnt sich!

Spezifische Düngungsstrategien für verschiedene Pflanzenarten

Jede Pflanzenart hat ihre eigenen Nährstoffbedürfnisse. Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf die Düngung verschiedener Pflanzengruppen werfen.

Gemüsepflanzen

Gemüsepflanzen sind oft Starkzehrer und benötigen eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Hier einige Tipps:

  • Tomaten, Paprika und Auberginen profitieren von einer kaliumbetonten Düngung für eine gute Fruchtbildung.
  • Blattgemüse wie Salat und Spinat benötigen mehr Stickstoff für üppiges Blattwachstum.
  • Wurzelgemüse wie Karotten und Rüben sollten sparsam gedüngt werden, um Verformungen zu vermeiden.

Verwenden Sie am besten einen organischen Gemüsedünger und ergänzen Sie bei Bedarf mit Kompost.

Kräuter

Kräuter benötigen in der Regel weniger Nährstoffe als Gemüse. Zu viel Dünger kann sogar den Geschmack beeinträchtigen.

  • Mediterrane Kräuter wie Thymian und Rosmarin bevorzugen nährstoffarme, kalkhaltige Böden.
  • Basilikum und Petersilie vertragen etwas mehr Nährstoffe, sollten aber nicht überdüngt werden.
  • Minze ist ein Starkzehrer und kann regelmäßig gedüngt werden.

Ein schwach dosierter organischer Dünger oder verdünnter Komposttee reicht für die meisten Kräuter aus.

Zierpflanzen

Bei Zierpflanzen variiert der Nährstoffbedarf je nach Art und gewünschtem Wachstum:

  • Blühende Pflanzen benötigen oft mehr Phosphor und Kalium für kräftige Blüten.
  • Grünpflanzen profitieren von einer ausgewogenen NPK-Düngung.
  • Rosen sind Starkzehrer und benötigen regelmäßige, ausgewogene Düngung.

Achten Sie auf spezielle Zierpflanzendünger oder mischen Sie organische Dünger nach Bedarf.

Sukkulenten und Kakteen

Diese Pflanzen sind an nährstoffarme Böden angepasst und benötigen nur wenig Düngung:

  • Düngen Sie nur während der Wachstumsphase, meist im Frühjahr und Sommer.
  • Verwenden Sie einen speziellen Kakteendünger mit niedrigem Stickstoffgehalt.
  • Verdünnen Sie den Dünger stärker als bei anderen Pflanzen.

Weniger ist hier oft mehr - übermäßige Düngung kann zu weichem, unnatürlichem Wachstum führen.

Bodenanalyse und pH-Wert: Schlüssel zur optimalen Nährstoffversorgung

Eine gründliche Bodenanalyse ist der Grundstein für eine erfolgreiche Düngungsstrategie. Sie gibt Aufschluss über vorhandene Nährstoffe und den pH-Wert des Bodens.

Bedeutung des Boden-pH für die Nährstoffaufnahme

Der pH-Wert beeinflusst maßgeblich die Verfügbarkeit von Nährstoffen für Pflanzen:

  • Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 ist für die meisten Gartenpflanzen optimal.
  • Bei zu niedrigem pH-Wert (sauer) können Nährstoffe wie Phosphor und Magnesium gebunden und für Pflanzen unzugänglich werden.
  • Ein zu hoher pH-Wert (alkalisch) kann die Aufnahme von Eisen, Mangan und anderen Spurenelementen behindern.

Manche Pflanzen, wie Rhododendren oder Heidelbeeren, bevorzugen jedoch saure Böden. Passen Sie die Düngung entsprechend an.

Methoden zur pH-Wert-Bestimmung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den pH-Wert Ihres Bodens zu messen:

  • pH-Teststreifen: Einfach und schnell, aber weniger genau.
  • Elektronische pH-Meter: Genauer, aber teurer.
  • Professionelle Bodenanalyse: Am genauesten, liefert zusätzliche Informationen über Nährstoffgehalte.

Für Hobbygärtner reicht oft ein einfacher pH-Test aus dem Gartencenter. Führen Sie die Messung an verschiedenen Stellen durch, da der pH-Wert im Garten variieren kann.

Anpassung des pH-Werts

Wenn der pH-Wert nicht optimal ist, können Sie ihn anpassen:

  • Zur Erhöhung des pH-Werts (bei zu saurem Boden): Kalk oder Algenkalk einarbeiten.
  • Zur Senkung des pH-Werts (bei zu alkalischem Boden): Schwefel oder Torf einarbeiten.

Ändern Sie den pH-Wert schrittweise über mehrere Monate. Plötzliche Änderungen können das Bodenleben stören.

Natürliche Düngungsmethoden: Sanft und effektiv

Natürliche Düngungsmethoden fördern nicht nur das Pflanzenwachstum, sondern verbessern auch langfristig die Bodenstruktur und das Bodenleben.

Gründüngung

Gründüngung ist eine clevere Methode, um den Boden mit Nährstoffen anzureichern:

  • Säen Sie Pflanzen wie Lupinen, Klee oder Phacelia zwischen den Kulturen oder nach der Ernte aus.
  • Diese Pflanzen lockern den Boden, binden Stickstoff und unterdrücken Unkraut.
  • Vor der nächsten Aussaat werden sie untergegraben und dienen als natürlicher Dünger.

Gründüngung ist besonders nützlich in Gemüsegärten und auf Brachflächen.

Mulchen

Mulchen bietet mehrere Vorteile für Ihre Pflanzen:

  • Es unterdrückt Unkraut und hält den Boden feucht.
  • Organisches Mulchmaterial wie Rasenschnitt oder Laub zersetzt sich langsam und gibt Nährstoffe frei.
  • Es fördert das Bodenleben und verbessert die Bodenstruktur.

Achten Sie darauf, dass das Mulchmaterial frei von Samen und Krankheiten ist.

Komposttee und Pflanzenextrakte

Diese flüssigen Dünger sind einfach herzustellen und sehr effektiv:

  • Komposttee: Weichen Sie reifen Kompost in Wasser ein und gießen Sie die Pflanzen mit der gefilterten Flüssigkeit.
  • Brennnesseljauche: Nährstoffreich und ideal für starkzehrende Pflanzen.
  • Beinwelltee: Besonders kaliumreich, fördert die Blüten- und Fruchtbildung.

Diese Extrakte enthalten nicht nur Nährstoffe, sondern auch nützliche Mikroorganismen, die das Bodenleben fördern.

Mit diesen natürlichen Methoden können Sie Ihre Pflanzen sanft und nachhaltig mit Nährstoffen versorgen. Sie schonen dabei nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern tun auch der Umwelt etwas Gutes. Probieren Sie verschiedene Methoden aus und beobachten Sie, wie Ihre Pflanzen darauf reagieren. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gespür dafür, was in Ihrem Garten am besten funktioniert.

Nährstoffmängel erkennen und behandeln

Bei der Anzucht von Jungpflanzen können Nährstoffmängel schnell zu Problemen führen. Oft zeigen sich die ersten Anzeichen an den Blättern, aber auch Wuchsform und Wurzelentwicklung können betroffen sein.

Häufige Mangelerscheinungen

Stickstoffmangel äußert sich durch hellgrüne bis gelbliche Blätter, besonders an älteren Pflanzenteilen. Bei Phosphormangel bleiben die Pflanzen oft klein und entwickeln eine dunkelgrüne bis violette Färbung. Kaliummangel zeigt sich durch Blattrandnekrosen und eine schlechte Fruchtbildung.

Diagnose von Nährstoffproblemen

Um Nährstoffmängel richtig zu diagnostizieren, sollten Sie folgende Schritte beachten:

  • Beobachten Sie die gesamte Pflanze, nicht nur einzelne Blätter
  • Achten Sie auf die Verteilung der Symptome (obere oder untere Blätter?)
  • Überprüfen Sie die Wurzeln auf Gesundheit und Entwicklung
  • Messen Sie den pH-Wert des Substrats

Korrekturmaßnahmen

Bei festgestellten Mängeln können Sie mit gezielter Düngung gegensteuern. Verwenden Sie am besten flüssige Dünger, da diese schneller wirken. Bei Eisenmangel hilft oft eine Blattdüngung mit Eisenchelat. Beachten Sie aber, dass eine Überdüngung ebenso schädlich sein kann wie ein Mangel.

Überdüngung und ihre Folgen

Gerade bei der Anzucht von Jungpflanzen passiert es leicht, dass man es mit der Düngung übertreibt. Die Folgen können gravierend sein.

Symptome der Überdüngung

Typische Anzeichen für eine Überdüngung sind:

  • Verbrannte Blattränder
  • Welke Blätter trotz ausreichender Bewässerung
  • Salzablagerungen auf der Substratoberfläche
  • Übermäßiges, aber schwaches Wachstum

Maßnahmen zur Behebung

Bei einer Überdüngung sollten Sie schnell handeln. Spülen Sie das Substrat gründlich mit klarem Wasser durch, um überschüssige Salze auszuwaschen. In schweren Fällen kann ein Umtopfen in frisches Substrat nötig sein. Stellen Sie die Düngung vorübergehend ein und beginnen Sie erst wieder mit halber Dosierung, wenn sich die Pflanze erholt hat.

Prävention

Um eine Überdüngung zu vermeiden, sollten Sie:

  • Die Dosierungsangaben genau beachten
  • Lieber öfter und dafür schwächer düngen
  • Das Substrat regelmäßig auf Salzablagerungen prüfen
  • Bei der Anzucht nährstoffarme Substrate verwenden

Nachhaltige Düngungspraktiken

Nachhaltigkeit spielt auch bei der Düngung eine immer größere Rolle. Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie Ihre Anzucht umweltfreundlicher gestalten.

Kreislaufwirtschaft im Garten

Nutzen Sie die Ressourcen, die Ihr Garten selbst produziert. Kompost aus Gartenabfällen und Küchenresten ist ein hervorragender Dünger für die Anzucht. Auch Mulchen mit organischem Material wie Rasenschnitt oder Laub fördert die Bodengesundheit und reduziert den Bedarf an zusätzlichen Düngemitteln.

Reduzierung von Düngemittelverlusten

Um Auswaschungen zu vermeiden, sollten Sie:

  • Dünger nur bei bedecktem Wetter oder am Abend ausbringen
  • Auf langsam freisetzende Dünger setzen
  • Die Wassergaben an den tatsächlichen Bedarf anpassen

Umweltfreundliche Alternativen

Es gibt viele natürliche Düngemittel, die Sie selbst herstellen können. Brennnesseljauche ist reich an Stickstoff und fördert das Wachstum. Beinwellsud liefert Kalium und stärkt die Pflanzen gegen Krankheiten. Auch Algenpräparate sind eine gute Wahl, da sie neben Nährstoffen auch Wachstumsstimulatoren enthalten.

Gesunde Jungpflanzen durch ausgewogene Ernährung

Die richtige Düngung bei der Anzucht ist eine Kunst, die Erfahrung und Fingerspitzengefühl erfordert. Beobachten Sie Ihre Pflanzen genau und reagieren Sie flexibel auf ihre Bedürfnisse. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gespür dafür, wann und wie viel gedüngt werden muss.

Denken Sie daran: Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis für gesunde, kräftige Jungpflanzen, die später zu robusten Gartenbewohnern heranwachsen. Investieren Sie Zeit und Sorgfalt in die Nährstoffversorgung Ihrer Sämlinge und Setzlinge – Ihr Garten wird es Ihnen mit üppigem Wachstum und reicher Ernte danken.

Tags: Anzucht
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