Wassermanagement in Anzuchtschalen: Die richtige Balance finden

Wassermanagement in Anzuchtschalen: Wichtig für den Erfolg

Die richtige Bewässerung ist entscheidend für gesunde Pflanzen. Besonders bei Sämlingen in Anzuchtschalen kann es knifflig werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ausgewogene Feuchtigkeit fördert gesundes Wachstum
  • Verschiedene Pflanzen haben unterschiedliche Wasseransprüche
  • Über- und Unterwässerung vermeiden
  • Umgebungsfaktoren beeinflussen den Wasserbedarf
  • Richtige Anzuchtschalen und Drainage sind wichtig

Warum gutes Wassermanagement so wichtig ist

Wasser ist lebenswichtig für junge Pflanzen. Zu viel oder zu wenig davon kann fatale Folgen haben. Bei der Anzucht von Sämlingen in Schalen müssen wir besonders aufpassen. Die kleinen Wurzeln sind empfindlich und der begrenzte Raum macht die Sache nicht einfacher.

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Versuche mit Tomaten-Sämlingen. Die armen Dinger sind mir reihenweise eingegangen, weil ich es mit dem Gießen übertrieben habe. Seitdem weiß ich: Lieber einmal zu wenig als einmal zu viel!

Herausforderungen bei der Bewässerung von Sämlingen

Sämlinge stellen uns vor einige Herausforderungen. Sie brauchen konstante Feuchtigkeit, vertragen aber keine Staunässe. Die oberste Schicht darf nicht austrocknen, gleichzeitig müssen wir Algenwachstum vermeiden. Und dann haben wir noch unterschiedliche Pflanzenarten mit verschiedenen Ansprüchen in einer Schale. Puh, ganz schön viel zu beachten!

Grundlagen des Wassermanagements

Wasseranforderungen verschiedener Pflanzenarten

Nicht jede Pflanze mag's gleich feucht. Sukkulenten wie Kakteen kommen mit wenig Wasser aus, während Salat ständig Durst hat. Kräuter wie Thymian oder Rosmarin mögen's eher trocken, Basilikum dagegen feucht. Bei der Anzucht in Schalen müssen wir diese Unterschiede im Blick behalten.

Auswirkungen von Über- und Unterwässerung

Zu viel des Guten schadet oft mehr als zu wenig. Bei Überwässerung faulen die Wurzeln, die Blätter werden gelb und die Pflanze kippt um. Unterwässerung führt zu welken Blättern, Wachstumsstillstand und im schlimmsten Fall zum Vertrocknen. Beides kann unsere Sämlinge innerhalb kürzester Zeit dahinraffen.

Faktoren, die den Wasserbedarf beeinflussen

Pflanzenart und -größe

Große Pflanzen mit viel Blattmasse verdunsten mehr Wasser als kleine. Pflanzen mit fleischigen Blättern speichern Wasser und kommen länger ohne aus. Bei der Anzucht müssen wir beobachten, wie sich unsere Sämlinge entwickeln und den Wasserbedarf anpassen.

Wachstumsstadium

Frisch gekeimte Samen brauchen andere Pflege als etablierte Jungpflanzen. Am Anfang ist konstante Feuchtigkeit wichtig, später können wir die Abstände zwischen dem Gießen vergrößern. So regen wir die Wurzeln an, tiefer zu wachsen.

Umgebungsbedingungen

Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht spielen eine große Rolle. An heißen, trockenen Tagen verdunstet mehr Wasser. Steht die Anzuchtschale in der prallen Sonne, trocknet sie schneller aus als im Schatten. In meinem Gewächshaus muss ich im Sommer zweimal täglich gießen, während es im Herbst alle zwei Tage reicht.

Anzuchtschalen verstehen

Typen von Anzuchtschalen

Es gibt Einweg-Plastikschalen, wiederverwendbare aus Kunststoff oder nachhaltige Varianten aus Kokos oder Holz. Manche haben einzelne Zellen, andere sind durchgehend. Für Hobbygärtner wie mich sind Mehrkammer-Schalen praktisch, weil ich verschiedene Sorten anziehen kann.

Materialien und ihre Eigenschaften

Plastik ist leicht und günstig, aber nicht sehr atmungsaktiv. Torf- oder Kokosschalen lassen Luft durch, zerfallen aber mit der Zeit. Terrakotta speichert Feuchtigkeit, ist aber schwer. Ich persönlich schwöre auf meine robusten Plastikschalen - die halten ewig und lassen sich gut reinigen.

Bedeutung der Drainage

Egal welche Schale, ohne gute Drainage geht gar nichts. Löcher im Boden sind ein Muss. Sie verhindern Staunässe und sorgen für Belüftung der Wurzeln. Ich lege immer eine Schicht Kies oder grobe Erde unten rein. Das verbessert den Wasserabfluss und hilft den Wurzeln, sich zu entwickeln.

Mit dem richtigen Wassermanagement in unseren Anzuchtschalen legen wir den Grundstein für gesunde, kräftige Pflanzen. Es braucht etwas Übung und Fingerspitzengefühl, aber mit der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür. Und glaubt mir, nichts ist befriedigender als der Anblick einer Schale voller vitaler Sämlinge!

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Bewässerungstechniken für Anzuchtschalen: Von oben, unten oder automatisch?

Beim Gießen von Sämlingen und Jungpflanzen in Anzuchtschalen gibt es verschiedene Methoden. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, die wir uns genauer ansehen werden.

Von oben gießen: Die klassische Methode

Das Gießen von oben ist die bekannteste Methode. Hierbei wird das Wasser direkt auf die Erdoberfläche gegeben.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Einfach durchzuführen, gute Kontrolle über die Wassermenge, gleichmäßige Verteilung möglich.
  • Nachteile: Risiko von Blattschäden, mögliche Bodenverdichtung, Gefahr von Pilzerkrankungen bei zu feuchtem Laub.

Geeignete Werkzeuge

Für diese Methode eignen sich besonders gut:

  • Gießkanne mit Brause: Ideal für eine sanfte, gleichmäßige Bewässerung. Die feinen Löcher verteilen das Wasser schonend.
  • Sprühflasche: Perfekt für empfindliche Sämlinge und kleine Flächen. Erzeugt einen feinen Nebel, der die zarten Pflänzchen nicht beschädigt.

Von unten bewässern: Sanft und effektiv

Bei dieser Methode wird das Wasser von unten aufgenommen. Das schont die Pflanzen und fördert ein gesundes Wurzelwachstum.

Kapillarmatten und Untersetzer

Zwei gängige Methoden für die Untenbewässerung sind:

  • Kapillarmatten: Spezielle Matten, die Wasser speichern und langsam an die Pflanzen abgeben. Die Anzuchtschalen werden darauf gestellt.
  • Untersetzer: Einfache Schalen, die mit Wasser gefüllt werden. Die Anzuchtschalen stehen darin und saugen das Wasser von unten auf.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Gleichmäßige Feuchtigkeitsverteilung, reduziertes Risiko von Pilzerkrankungen, Förderung des Wurzelwachstums.
  • Nachteile: Mögliche Staunässe bei zu langem Wasserkontakt, Salz- und Mineralienablagerungen an der Oberfläche.

Automatische Bewässerungssysteme: Hightech im Anzuchtbeet

Für Hobbygärtner mit wenig Zeit oder bei größeren Anzuchten können automatische Systeme eine Lösung sein.

Typen und Funktionsweisen

  • Tropfsysteme: Geben Wasser tröpfchenweise direkt an die Pflanzenwurzeln ab.
  • Zeitgesteuerte Systeme: Bewässern in festgelegten Intervallen.
  • Feuchtigkeitssensorgesteuerte Systeme: Messen die Bodenfeuchte und bewässern bei Bedarf.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Zeitersparnis, gleichmäßige Bewässerung, ideal für Urlaubszeiten.
  • Nachteile: Höhere Anschaffungskosten, mögliche technische Probleme, weniger "Gefühl" für die Pflanzen.

Bodenfeuchte überwachen: Wichtig für den Erfolg

Unabhängig von der gewählten Bewässerungsmethode ist die regelmäßige Kontrolle der Bodenfeuchte unerlässlich. Hier einige bewährte Methoden:

Visuelle Prüfung

Schauen Sie sich die Oberfläche des Substrats an. Ist sie dunkel und feucht oder hell und trocken? Bei Trockenheit bilden sich oft kleine Risse.

Fingerprobe

Die wohl einfachste Methode: Stecken Sie einen Finger etwa 2-3 cm tief ins Substrat. Fühlt es sich feucht an, ist meist genug Wasser vorhanden. Ist es trocken, ist es Zeit zum Gießen.

Gewichtsmethode

Heben Sie die Anzuchtschale an. Mit etwas Übung spüren Sie den Unterschied zwischen einer gut bewässerten und einer trockenen Schale. Trockene Schalen sind deutlich leichter.

Elektronische Feuchtigkeitsmesser

Für Technikfans gibt es elektronische Messgeräte. Sie zeigen die Bodenfeuchte präzise an, sind aber nicht unbedingt notwendig für Hobbygärtner.

Beachten Sie: Jede Pflanze hat individuelle Bedürfnisse. Beobachten Sie Ihre Sämlinge genau und passen Sie die Bewässerung entsprechend an. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gespür dafür, wann und wie viel gegossen werden muss. Und bedenken Sie: Lieber einmal zu wenig als einmal zu viel gießen. Die meisten Pflanzen erholen sich schneller von kurzzeitiger Trockenheit als von Staunässe.

Gießrhythmus und -menge: Ausgewogene Bewässerung

Bei der Anzucht von Pflanzen in Anzuchtschalen ist der richtige Gießrhythmus und die passende Wassermenge entscheidend für den Erfolg. Dabei gilt es, verschiedene Faktoren zu berücksichtigen und die Bewässerung an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen.

Anpassung an verschiedene Wachstumsstadien

Je nach Entwicklungsphase der Pflanzen variieren die Anforderungen an die Wasserzufuhr:

Keimung

In der Keimphase benötigen Samen eine gleichmäßige Feuchtigkeit, um zu quellen und auszutreiben. Das Substrat sollte stets feucht, aber nicht nass sein. Eine Sprühflasche eignet sich hervorragend, um die Oberfläche sanft zu befeuchten, ohne die empfindlichen Keimlinge zu beschädigen.

Sämlingsphase

Sobald die ersten Blättchen erscheinen, kann die Wassermenge leicht reduziert werden. Die jungen Wurzeln brauchen nun auch Luft zum Atmen. Gießen Sie vorsichtig, wenn die oberste Substratschicht abgetrocknet ist. Ein guter Trick ist es, die Anzuchtschale anzuheben - fühlt sie sich leicht an, ist es Zeit zum Gießen.

Jungpflanzen

Mit zunehmender Größe steigt der Wasserbedarf der Pflanzen. Jetzt können Sie etwas großzügiger gießen, aber achten Sie darauf, dass kein Wasser in den Blattachseln stehen bleibt, um Fäulnis zu vermeiden. Morgendliches Gießen gibt den Pflanzen Zeit, das Wasser über den Tag zu nutzen.

Saisonale Anpassungen

Die Jahreszeiten beeinflussen ebenfalls den Wasserbedarf. Im Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturen milder sind, reicht oft eine mäßige Bewässerung. Im Sommer hingegen, besonders an heißen Tagen, kann häufigeres Gießen notwendig sein. Beobachten Sie Ihre Pflanzen genau und passen Sie die Wassergabe entsprechend an.

Tageszeit des Gießens

Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist der frühe Morgen. So haben die Pflanzen den ganzen Tag Zeit, das Wasser aufzunehmen und zu nutzen. Abendliches Gießen kann zu länger anhaltender Feuchtigkeit führen, was Pilzkrankheiten begünstigt. In Ausnahmefällen, etwa bei extremer Hitze, kann eine zusätzliche Wassergabe am späten Nachmittag sinnvoll sein.

Spezielle Bewässerungsanforderungen: Individuelle Bedürfnisse der Pflanzen

Nicht alle Pflanzen haben die gleichen Ansprüche an die Bewässerung. Es lohnt sich, die spezifischen Bedürfnisse der verschiedenen Arten zu kennen:

Sukkulenten und trockenheitsliebende Pflanzen

Diese Pflanzen kommen mit wenig Wasser aus. Bei der Anzucht von Sukkulenten wie Sedum oder Echeveria gilt: Weniger ist mehr! Lassen Sie das Substrat zwischen den Wassergaben gut abtrocknen. Ein sandiges, durchlässiges Substrat hilft, Staunässe zu vermeiden.

Feuchtigkeit liebende Pflanzen

Im Gegensatz dazu gibt es Pflanzen, die es gerne feucht haben. Basilikum oder Wasserkresse beispielsweise vertragen keine Trockenheit. Hier ist regelmäßiges Gießen angesagt, wobei das Substrat nie völlig austrocknen sollte. Eine Schicht Vermiculit auf der Oberfläche kann helfen, die Feuchtigkeit länger zu halten.

Anpassung für verschiedene Substrattypen

Die Wahl des Substrats beeinflusst maßgeblich das Wassermanagement:

  • Torfhaltige Substrate speichern Wasser gut, neigen aber zum Verklumpen, wenn sie austrocknen.
  • Kokossubstrate sind eine umweltfreundliche Alternative und halten die Feuchtigkeit gleichmäßig.
  • Mineralische Substrate wie Perlite oder Blähton fördern die Drainage, müssen aber häufiger gegossen werden.

Experimentieren Sie mit verschiedenen Mischungen, um das optimale Substrat für Ihre Pflanzen zu finden.

Problemlösung und Fehlerbehebung: Herausforderungen meistern

Auch mit bester Pflege kann es zu Problemen kommen. Hier einige Tipps zur Fehlerbehebung:

Erkennen von Über- und Unterwässerung

Überwässerung zeigt sich oft durch gelbe Blätter, Schimmelbildung auf der Substratoberfläche oder einen muffigen Geruch. Bei Unterwässerung werden die Blätter schlaff, beginnen zu welken oder bekommen braune, trockene Ränder.

Maßnahmen gegen Staunässe

Staunässe ist für viele Pflanzen problematisch. Um sie zu vermeiden:

  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Anzuchtschalen ausreichend Drainagelöcher haben.
  • Verwenden Sie eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton am Boden der Schale.
  • Gießen Sie lieber öfter kleine Mengen als selten große Mengen Wasser.

Sollte es doch einmal zu Staunässe kommen, lassen Sie das Substrat gut abtrocknen und lockern Sie es vorsichtig auf, um die Belüftung zu verbessern.

Umgang mit ungleichmäßiger Bewässerung in Mehrkammer-Anzuchtschalen

Mehrkammer-Anzuchtschalen sind praktisch, können aber zu ungleichmäßiger Bewässerung führen. Ein Trick ist, die Schale schräg zu stellen und von der höheren Seite zu gießen. So verteilt sich das Wasser gleichmäßiger. Alternativ können Sie eine Kapillarmatte verwenden, die das Wasser gleichmäßig an alle Kammern abgibt.

Beobachten Sie Ihre Pflanzen genau und passen Sie die Pflege entsprechend an. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gespür dafür, wann und wie viel gegossen werden muss. Aus Erfahrung lernt man am besten - also keine Scheu vor ein paar Versuchen!

Zusätzliche Maßnahmen zur Feuchtigkeitsregulierung

Verwendung von Abdeckungen und Minigewächshäusern

Abdeckungen und Minigewächshäuser sind äußerst effektiv für die Feuchtigkeitsregulierung in Anzuchtschalen. Sie erzeugen ein Mikroklima, das die Verdunstung reduziert und die Luftfeuchtigkeit erhöht. Besonders praktisch sind durchsichtige Plastikabdeckungen oder kleine Gewächshäuser aus Plexiglas. Diese ermöglichen eine optimale Feuchtigkeitskontrolle und lassen genügend Licht durch, was für das Wachstum der Sämlinge unerlässlich ist.

Ein nützlicher Tipp aus meiner Erfahrung: Lüften Sie die Abdeckung regelmäßig, um Schimmelbildung zu vermeiden. Ich hebe die Abdeckung meiner Anzuchtschalen jeden Morgen für etwa eine halbe Stunde an - das reicht meist aus, um überschüssige Feuchtigkeit entweichen zu lassen.

Lüftung und Luftzirkulation

Eine gute Luftzirkulation ist wesentlich für gesunde Pflanzen. Sie beugt Pilzkrankheiten vor und stärkt die Stängel der Sämlinge. In meinem Gewächshaus habe ich einen kleinen Ventilator installiert, der für eine sanfte, aber stetige Luftbewegung sorgt. Bei der Aussaat im Haus können Sie auch ein geöffnetes Fenster in der Nähe der Anzuchtschalen nutzen.

Beachten Sie jedoch, dass zu viel Luftzug die Verdunstung beschleunigen und die Pflanzen austrocknen kann. Es gilt, die richtige Balance zu finden. Ein guter Indikator ist das leichte Bewegen der obersten Blätter - mehr braucht es nicht.

Mulchen zur Feuchtigkeitserhaltung

Mulchen ist nicht nur im Garten nützlich, sondern kann auch bei Anzuchtschalen sehr effektiv sein. Eine dünne Schicht fein gesiebten Komposts oder Vermiculits auf der Substratoberfläche hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und gleichzeitig die Verdunstung zu reduzieren.

Ich habe gute Erfahrungen mit einer hauchdünnen Schicht Kokossubstrat gemacht. Es hält die Feuchtigkeit hervorragend und verhindert gleichzeitig, dass sich auf der Oberfläche eine Kruste bildet, die das Keimen erschweren könnte.

Abhärtung und Übergang ins Freiland

Schrittweise Reduzierung der Bewässerung

Der Übergang von der geschützten Umgebung der Anzuchtschale ins raue Außenklima ist für junge Pflanzen eine Herausforderung. Um sie darauf vorzubereiten, ist eine schrittweise Reduzierung der Bewässerung hilfreich. Etwa zwei Wochen vor dem geplanten Auspflanzen beginne ich, die Wassergaben zu reduzieren und die Abstände zwischen den Bewässerungen zu verlängern.

Das mag zunächst unlogisch erscheinen, aber es hilft den Pflanzen, kräftigere Wurzeln zu entwickeln und sich auf die wechselhaften Bedingungen im Freien einzustellen. Natürlich sollten Sie dabei aufmerksam bleiben und bei Anzeichen von Welke sofort reagieren.

Anpassung an natürliche Wetterbedingungen

Die Anpassung an natürliche Wetterbedingungen, auch als Abhärtung bekannt, ist ein wichtiger Schritt für den erfolgreichen Übergang ins Freiland. Ich beginne damit, die Pflanzen für kurze Zeiträume nach draußen zu stellen, anfangs vielleicht nur für eine Stunde an einem geschützten, schattigen Platz.

Tag für Tag verlängere ich die Aufenthaltszeit im Freien und setze die Pflanzen nach und nach mehr Sonne und Wind aus. Nach etwa einer Woche sollten die meisten Pflanzen bereit sein, dauerhaft draußen zu bleiben. Beobachten Sie Ihre Pflanzen in dieser Phase genau - jede Art reagiert etwas anders auf den Umgebungswechsel.

Nachhaltige Bewässerungspraktiken

Wassersammlung und -wiederverwendung

Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen, auch bei der Anzucht von Pflanzen. Eine einfache Methode, die ich seit Jahren praktiziere, ist das Sammeln von Regenwasser. Ein simpler Regenwassertank oder sogar große Eimer unter der Dachrinne reichen schon aus, um eine beträchtliche Menge Wasser zu sammeln.

Dieses Wasser ist nicht nur kostenlos, sondern auch frei von Chlor und anderen Zusätzen, die im Leitungswasser vorkommen können. Zudem hat es oft die ideale Temperatur für die Pflanzen. Ein weiterer Tipp: Sammeln Sie das Wasser, das Sie zum Waschen von Gemüse verwenden. Es enthält oft noch Nährstoffe, die Ihre Sämlinge gut gebrauchen können.

Effiziente Bewässerungsmethoden

Effiziente Bewässerung bedeutet, jeder Tropfen zählt. Eine Methode, die ich besonders schätze, ist die Unterbewässerung. Dabei stelle ich die Anzuchtschalen für etwa 15-20 Minuten in eine flache Schale mit Wasser. Die Pflanzen saugen dann genau so viel Wasser auf, wie sie benötigen.

Für größere Flächen oder wenn ich mal nicht zu Hause bin, setze ich auf selbstgemachte Bewässerungssysteme aus recycelten Materialien. Eine mit kleinen Löchern versehene Plastikflasche, kopfüber in die Erde gesteckt, gibt über Tage hinweg langsam Wasser ab. Das spart nicht nur Wasser, sondern auch Zeit.

Der grüne Daumen wächst mit

Am Ende unserer Betrachtung des Wassermanagements in Anzuchtschalen möchte ich Sie ermutigen: Jeder Gärtner, ob Anfänger oder Profi, lernt ständig dazu. Die richtige Balance zu finden, ist oft eine Frage von Erfahrung und aufmerksamer Beobachtung.

Experimentieren Sie mit verschiedenen Methoden, beobachten Sie Ihre Pflanzen genau und scheuen Sie sich nicht, neue Wege zu gehen. Jeder Garten, jede Pflanze und jede Saison ist einzigartig. Mit der Zeit werden Sie ein Gefühl dafür entwickeln, was Ihre Pflanzen brauchen.

Denken Sie daran: Ein erfolgreicher Gärtner ist nicht derjenige, dem nie eine Pflanze eingeht, sondern der, der aus jedem Rückschlag lernt und es beim nächsten Mal besser macht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude und Erfolg bei Ihrem persönlichen Wassermanagement-Abenteuer in der Welt der Anzuchtschalen!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Wie funktioniert erfolgreiches Wassermanagement in Anzuchtschalen?
    Erfolgreiches Wassermanagement in Anzuchtschalen basiert auf ausgewogener Feuchtigkeit und sorgfältiger Beobachtung. Die Grundprinzipien umfassen konstante, aber nicht übermäßige Feuchtigkeit, gute Drainage und angepasste Wassergaben je nach Wachstumsstadium. Während der Keimphase benötigen Samen gleichmäßige Feuchtigkeit, später können die Abstände zwischen den Wassergaben vergrößert werden. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle der Bodenfeuchte durch Fingerprobe oder visuelle Prüfung. Überwässerung führt zu Wurzelfäule und gelben Blättern, Unterwässerung zu welken Pflanzen. Ein gutes Wassermanagement berücksichtigt Pflanzenart, Substrattyp, Umgebungsbedingungen und Jahreszeit. Morgendliches Gießen ist optimal, da die Pflanzen den ganzen Tag Zeit haben, das Wasser zu nutzen und überschüssige Feuchtigkeit verdunsten kann.
  2. Welche Bewässerungsmethoden eignen sich für Sämlinge?
    Für Sämlinge eignen sich verschiedene schonende Bewässerungsmethoden. Die Bewässerung von oben mit Gießkanne und Brause oder Sprühflasche ermöglicht gute Kontrolle, kann aber bei zu starkem Strahl die empfindlichen Pflänzchen beschädigen. Die Unterbewässerung mittels Kapillarmatten oder Untersetzern ist besonders schonend, da das Wasser von unten aufgenommen wird. Dies fördert ein gesundes Wurzelwachstum und reduziert das Risiko von Pilzerkrankungen. Automatische Bewässerungssysteme wie Tropfsysteme eignen sich für größere Anzuchten oder Urlaubszeiten. Wichtig ist die richtige Intensität: Bei Keimlingen sollte man eher sprühen als gießen, um die zarten Wurzeln nicht zu beschädigen. Die Unterbewässerung verhindert zudem, dass Wasser auf den Blättern steht und Krankheiten fördert.
  3. Was passiert bei Überwässerung oder Staunässe in Anzuchtschalen?
    Überwässerung und Staunässe in Anzuchtschalen haben schwerwiegende Folgen für Sämlinge. Bei zu viel Wasser beginnen die Wurzeln zu faulen, da ihnen der notwendige Sauerstoff entzogen wird. Die ersten Anzeichen sind gelbe, welke Blätter und ein muffiger Geruch aus dem Substrat. Pilzkrankheiten wie Umfallkrankheit breiten sich schnell aus und können ganze Sätze vernichten. Die Pflanzen werden schwach, die Stängel werden weich und die Sämlinge können umfallen. Schimmelbildung auf der Substratoberfläche ist ein weiteres Warnsign. Zur Behebung sollte das Substrat gut abtrocknen, die Schalen besser drainiert und die Bewässerung reduziert werden. Vorbeugende Maßnahmen umfassen ausreichende Drainagelöcher, eine Kiesschicht am Boden und kontrolliertes Gießen. Lieber öfter kleine Mengen als selten große Wassermengen geben.
  4. Wie wichtig ist die Drainage bei Anzuchtschalen?
    Drainage ist bei Anzuchtschalen von entscheidender Bedeutung für gesunde Pflanzenzucht. Ohne ausreichende Drainage entsteht Staunässe, die zu Wurzelfäule und Pilzkrankheiten führt. Drainagelöcher im Boden der Schalen sind ein absolutes Muss - sie ermöglichen den Wasserabfluss und verhindern, dass überschüssiges Wasser stehen bleibt. Eine zusätzliche Drainageschicht aus Kies, Blähton oder groben Substratbestandteilen am Boden verbessert die Belüftung der Wurzeln erheblich. Gute Drainage fördert nicht nur gesunde Wurzelentwicklung, sondern verhindert auch die Ansammlung von Salzen und Mineralien im Substrat. Besonders bei verschiedenen Materialien wie Plastik-, Terrakotta- oder Kokosschalen variieren die Drainageeigenschaften. Während Terrakotta natürlich atmungsaktiv ist, benötigen Plastikschalen unbedingt ausreichende Löcher. Die Investition in qualitativ hochwertige Anzuchtschalen mit guter Drainage zahlt sich langfristig durch gesündere Pflanzen aus.
  5. Welche Rolle spielt das Sammeln von Regenwasser für die Anzucht?
    Das Sammeln von Regenwasser spielt eine wichtige Rolle für nachhaltige und erfolgreiche Pflanzenanzucht. Regenwasser ist frei von Chlor, Kalk und anderen chemischen Zusätzen, die in Leitungswasser vorkommen können und empfindliche Sämlinge belasten. Es hat meist die ideale Temperatur und einen pH-Wert, der vielen Pflanzen besser bekommt als hartes Leitungswasser. Zudem ist es kostenlos und umweltfreundlich. Einfache Sammelmethoden umfassen Regenfässer unter Dachrinnen oder das Aufstellen von Eimern bei Regenwetter. Das gesammelte Wasser sollte nicht zu lange stehen, um Algenbildung zu vermeiden. Bei der Verwendung ist zu beachten, dass Regenwasser weniger Nährstoffe enthält als mineralreiches Leitungswasser, was bei längerer Anzucht durch entsprechende Düngung ausgeglichen werden sollte. Für die meisten Hobbygärtner stellt Regenwasser eine praktische und nachhaltige Alternative dar.
  6. Worin unterscheiden sich Bewässerung von oben und Unterbewässerung?
    Bewässerung von oben und Unterbewässerung unterscheiden sich grundlegend in Anwendung und Wirkung. Bei der Bewässerung von oben wird Wasser direkt auf die Substratoberfläche gegeben - einfach durchführbar und mit guter Kontrolle über die Wassermenge. Nachteile sind mögliche Blattschäden, Bodenverdichtung und erhöhtes Pilzrisiko durch nasse Blätter. Geeignete Werkzeuge sind Gießkannen mit Brause oder Sprühflaschen. Die Unterbewässerung erfolgt über Kapillarmatten oder Untersetzer, wobei die Pflanzen das Wasser von unten aufnehmen. Diese Methode ist schonender, fördert tieferes Wurzelwachstum und reduziert Pilzkrankheiten, da die Blätter trocken bleiben. Allerdings besteht bei zu langem Wasserkontakt Staunässe-Gefahr und Salzablagerungen können an der Oberfläche entstehen. Die Unterbewässerung eignet sich besonders für empfindliche Sämlinge und gleichmäßige Feuchtigkeitsverteilung, während die Bewässerung von oben flexibler und direkter kontrollierbar ist.
  7. Wie unterscheiden sich verschiedene Substrattypen beim Gießen?
    Verschiedene Substrattypen erfordern unterschiedliche Gießstrategien aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften. Torfhaltige Substrate speichern Wasser sehr gut und halten lange feucht, neigen aber zum Verklumpen und werden schwer benetzbar, wenn sie einmal ausgetrocknet sind. Kokossubstrate sind eine umweltfreundliche Alternative mit ausgezeichneter Wasserspeicherung und gleichmäßiger Feuchtigkeitsverteilung - sie lassen sich auch nach Austrocknung leicht wieder befeuchten. Mineralische Substrate wie Perlite oder Vermiculite fördern die Drainage erheblich, müssen aber häufiger gegossen werden, da sie weniger Wasser speichern. Kompostbasierte Erden halten Feuchtigkeit gut und bieten Nährstoffe, können aber zu Schimmelbildung neigen. Sandige Mischungen trocknen schnell aus, bieten aber hervorragende Drainage für trockenheitsliebende Pflanzen. Die optimale Gießhäufigkeit und -menge variiert stark: Torfsubstrate benötigen seltener, aber gleichmäßige Wassergaben, während mineralische Mischungen häufigeres, aber kontrollierteres Gießen erfordern.
  8. Welche Werkzeuge werden für die Bewässerung von Anzuchtschalen verwendet?
    Für die professionelle Bewässerung von Anzuchtschalen stehen verschiedene spezialisierte Werkzeuge zur Verfügung. Gießkannen mit feiner Brause sind ideal für schonende Bewässerung von oben - die kleinen Löcher verteilen das Wasser gleichmäßig ohne die empfindlichen Sämlinge zu beschädigen. Sprühflaschen eignen sich perfekt für empfindliche Keimlinge und kleine Flächen, da sie einen feinen Nebel erzeugen. Für die Unterbewässerung werden Kapillarmatten und Untersetzer verwendet, die eine gleichmäßige Wasserversorgung von unten ermöglichen. Elektronische Feuchtigkeitsmesser helfen bei der präzisen Kontrolle der Bodenfeuchtigkeit. Automatische Tropfsysteme sind ideal für größere Anzuchten oder längere Abwesenheiten. Einfache Hilfsmittel wie umfunktionierte Plastikflaschen mit kleinen Löchern dienen als kostengünstige Bewässerungshilfen. Minigewächshäuser und Abdeckungen regulieren zusätzlich die Luftfeuchtigkeit und reduzieren den Wasserbedarf durch verringerte Verdunstung.
  9. Wo kann man professionelle Anzuchtschalen und Bewässerungssysteme kaufen?
    Professionelle Anzuchtschalen und Bewässerungssysteme erhalten Sie in verschiedenen spezialisierten Verkaufsstellen. Gartencenter und Baumärkte führen ein Grundsortiment an Anzuchtschalen, Gießwerkzeugen und einfachen Bewässerungssystemen. Besonders empfehlenswert sind spezialisierte Gartenfachhändler wie samen.de, die ein umfassendes Sortiment hochwertiger Anzuchtmaterialien anbieten. Diese Fachgeschäfte punkten mit fundierter Beratung und Produkten, die speziell für die Bedürfnisse von Hobbygärtnern entwickelt wurden. Online-Shops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Produktbeschreibungen, während lokale Gärtnereien den Vorteil persönlicher Beratung haben. Landwirtschaftliche Genossenschaften führen oft professionelle Systeme für größere Anzuchten. Bei der Auswahl sollten Sie auf Qualität der Materialien, ausreichende Drainagelöcher und Kompatibilität der Bewässerungssysteme achten. Komplettsets mit Schalen, Untersetzern und Abdeckungen sind für Einsteiger besonders praktisch.
  10. Welche Bewässerungstools bieten spezialisierte Gartenfachhändler wie samen.de?
    Spezialisierte Gartenfachhändler wie samen.de bieten eine umfassende Palette professioneller Bewässerungstools für die Anzucht. Das Sortiment umfasst hochwertige Gießkannen mit verschiedenen Brausenaufsätzen für unterschiedliche Gießstärken, von fein bis grob. Sprühflaschen mit verstellbaren Düsen ermöglichen präzise Bewässerung empfindlicher Sämlinge. Kapillarmatten und Bewässerungsuntersetzer sorgen für gleichmäßige Unterbewässerung. Automatische Tropfbewässerungssysteme mit Zeitschaltuhren eignen sich für größere Anzuchten oder Urlaubsbetreuung. Feuchtigkeitsmesser und Bodentester helfen bei der optimalen Bewässerungssteuerung. Samen.de als etablierter Gartenexperte führt auch innovative Lösungen wie selbstregulierende Bewässerungsanlagen und professionelle Anzucht-Komplettsets. Die Fachberatung hilft bei der Auswahl des passenden Systems für individuelle Bedürfnisse. Zusätzlich werden umweltfreundliche Alternativen wie Bewässerungshilfen aus recycelten Materialien angeboten. Die Qualitätsprodukte sind speziell für die Anforderungen der Hobbygärtnerei entwickelt.
  11. Wie beeinflusst die Bodenfeuchte die Wurzelentwicklung von Jungpflanzen?
    Die Bodenfeuchte hat einen entscheidenden Einfluss auf die Wurzelentwicklung von Jungpflanzen und bestimmt maßgeblich ihre Gesundheit und Vitalität. Optimale Bodenfeuchtigkeit fördert kräftiges, tiefes Wurzelwachstum, da die Wurzeln ausreichend Wasser und Sauerstoff erhalten. Bei konstant hoher Feuchtigkeit bleiben die Wurzeln oberflächennah und entwickeln sich schwach, da sie nicht nach Wasser suchen müssen. Zu trockene Bedingungen führen zu Stress und können das Wurzelwachstum stoppen oder beschädigen. Wechselnde Feuchtigkeit regt die Wurzeln an, tiefer zu wachsen und ein robusteres Wurzelsystem zu entwickeln. Staunässe verhindert die Sauerstoffaufnahme und führt zu Wurzelfäule. Die ideale Bodenfeuchte liegt bei etwa 60-70% der maximalen Wasserkapazität des Substrats. Jungpflanzen mit gut entwickelten Wurzelsystemen sind widerstandsfähiger gegen Stress, nehmen Nährstoffe besser auf und etablieren sich erfolgreicher nach dem Umpflanzen.
  12. Welche Rolle spielt die Luftfeuchtigkeit bei der Sämlingspflege?
    Die Luftfeuchtigkeit spielt eine zentrale Rolle bei der erfolgreichen Sämlingspflege und beeinflusst Keimung, Wachstum und Gesundheit der Jungpflanzen erheblich. Optimale Luftfeuchtigkeit zwischen 60-80% fördert die Keimung und verhindert das Austrocknen empfindlicher Sämlinge. Zu niedrige Luftfeuchtigkeit führt zu erhöhter Verdunstung über die Blätter, was Stress verursacht und das Wachstum hemmt. Sehr hohe Luftfeuchtigkeit über 85% begünstigt hingegen Pilzkrankheiten und Schimmelbildung. Minigewächshäuser und Abdeckungen helfen dabei, die ideale Luftfeuchtigkeit zu halten und ein stabiles Mikroklima zu schaffen. Regelmäßiges Lüften verhindert stagnierende Feuchtigkeit und Pilzprobleme. Die Luftfeuchtigkeit sollte mit zunehmendem Wachstum der Sämlinge schrittweise reduziert werden, um sie auf die Bedingungen im Freiland vorzubereiten. Eine ausgewogene Luftfeuchtigkeit unterstützt die Photosynthese und Nährstoffaufnahme der Pflanzen optimal.
  13. Wie wirken sich Umgebungsbedingungen auf den Wasserbedarf aus?
    Umgebungsbedingungen haben einen enormen Einfluss auf den Wasserbedarf von Anzuchten und erfordern entsprechende Anpassungen der Bewässerung. Höhere Temperaturen verstärken die Verdunstung deutlich, sodass bei Hitze häufiger gegossen werden muss. Niedriger Luftdruck und Wind erhöhen ebenfalls den Wasserbedarf. Intensive Lichteinstrahlung fördert zwar das Wachstum, verstärkt aber auch die Transpiration der Pflanzen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit reduziert sich der Wasserbedarf, da weniger Feuchtigkeit über die Blätter verdunstet. Saisonale Unterschiede sind beträchtlich: Im Sommer kann täglich gegossen werden müssen, während im Herbst oder Winter oft alle zwei bis drei Tage ausreichen. Die Platzierung der Anzuchtschalen beeinflusst den Bedarf stark - direkte Sonneneinstrahlung erhöht ihn erheblich, während schattige, geschützte Standorte den Wasserbedarf reduzieren. Gewächshäuser schaffen kontrollierte Bedingungen, erfordern aber aufmerksame Überwachung, da sich dort schnell hohe Temperaturen entwickeln können.
  14. Warum ist die Feuchtigkeitsregulierung in verschiedenen Wachstumsstadien unterschiedlich?
    Die Feuchtigkeitsregulierung muss in verschiedenen Wachstumsstadien angepasst werden, da sich die Bedürfnisse der Pflanzen fundamental ändern. In der Keimphase benötigen Samen konstante, hohe Feuchtigkeit (80-90%), um zu quellen und auszutreiben. Das Substrat darf niemals austrocknen, da dies den Keimprozess stoppt. In der frühen Sämlingsphase sind die zarten Wurzeln noch sehr empfindlich und brauchen gleichmäßige, aber nicht übermäßige Feuchtigkeit. Mit der Entwicklung echter Blätter können die Sämlinge leichte Schwankungen tolerieren und profitieren sogar von kontrollierten Trockenperioden, die das Wurzelwachstum anregen. Jungpflanzen vor dem Auspflanzen sollten schrittweise an schwankende Feuchtigkeit gewöhnt werden (Abhärtung), um sie auf die Freilandbedingungen vorzubereiten. Diese stufenweise Reduzierung der Wassergaben fördert die Entwicklung robuster Wurzelsysteme und widerstandsfähiger Pflanzen. Jedes Stadium erfordert spezielle Aufmerksamkeit und angepasste Bewässerungsstrategien für optimales Wachstum.
  15. Wie kann man Feuchtigkeitsmesser richtig einsetzen?
    Feuchtigkeitsmesser sind präzise Hilfsmittel für optimales Wassermanagement, müssen aber richtig eingesetzt werden. Elektronische Messgeräte werden etwa 3-5 cm tief ins Substrat gesteckt, wobei verschiedene Stellen der Anzuchtschale geprüft werden sollten, da die Feuchtigkeit ungleichmäßig verteilt sein kann. Die Messung erfolgt idealerweise vor dem geplanten Gießen, um den aktuellen Zustand zu erfassen. Wichtig ist, den Sensor nach jedem Gebrauch zu reinigen, um Korrosion zu vermeiden. Die Messwerte sollten als Richtwerte verstanden werden - verschiedene Substrate zeigen unterschiedliche Werte bei gleicher gefühlter Feuchtigkeit. Analoge Messgeräte mit Farbskala sind benutzerfreundlich, während digitale Geräte präzisere Werte liefern. Die Geräte sollten regelmäßig kalibriert werden. Für Hobbygärtner reichen meist einfache, kostengünstige Modelle aus. Feuchtigkeitsmesser ersetzen nicht die Beobachtung der Pflanzen, sondern ergänzen das Gespür für die optimale Bewässerung und helfen besonders Einsteigern bei der Entwicklung des richtigen Gefühls.
  16. Wie funktioniert die Fingerprobe zur Bestimmung der Bodenfeuchte?
    Die Fingerprobe ist die bewährte, kostenlose Methode zur Bestimmung der Bodenfeuchte und funktioniert bei richtiger Anwendung sehr zuverlässig. Der Zeigefinger wird 2-3 cm tief ins Substrat gesteckt, am besten an mehreren Stellen der Anzuchtschale. Fühlt sich die Erde feucht und kühl an, ist meist ausreichend Wasser vorhanden. Trockenes, warmes Substrat zeigt Gießbedarf an. Bei sehr feuchter Erde, die am Finger klebt oder matschig ist, besteht Staunässe-Gefahr. Die Probe sollte nicht nur oberflächlich erfolgen, da die oberste Schicht oft trockener ist als tiefere Bereiche. Bei verschiedenen Substraten fühlt sich die optimale Feuchtigkeit unterschiedlich an: Torferde ist bei richtiger Feuchtigkeit leicht krümelig, Kokossubstrat fühlt sich schwammartig an. Mit der Zeit entwickelt man ein gutes Gespür für die ideale Konsistenz. Die Methode funktioniert bei fast allen Substrattypen und Pflanzgrößen. Ein zusätzlicher Vorteil: Man bekommt ein Gefühl für die Bodentemperatur, die ebenfalls die Pflanzenentwicklung beeinflusst.
  17. Ist tägliches Gießen bei Sämlingen wirklich notwendig?
    Tägliches Gießen bei Sämlingen ist nicht grundsätzlich notwendig und kann sogar schädlich sein. Der Wasserbedarf hängt von mehreren Faktoren ab: Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, Substrattyp, Schalengröße und Entwicklungsstadium der Pflanzen. In der Keimphase benötigen Samen konstante Feuchtigkeit, aber nach dem Austrieb sollten die Gießabstände angepasst werden. Überwässerung durch tägliches Gießen kann zu Wurzelfäule, Pilzkrankheiten und schwachem Wurzelwachstum führen. Besser ist es, nach Bedarf zu gießen: wenn die oberste Substratschicht leicht angetrocknet ist. In kühlen Perioden oder bei hoher Luftfeuchtigkeit reicht oft alle 2-3 Tage. An heißen Sommertagen kann jedoch tägliches oder sogar zweimaliges Gießen erforderlich sein. Die Fingerprobe oder das Anheben der Schale helfen bei der Beurteilung. Wichtiger als ein starrer Rhythmus ist die aufmerksame Beobachtung der Pflanzen und die flexible Anpassung an ihre tatsächlichen Bedürfnisse.
  18. Wann ist die beste Tageszeit für die Bewässerung von Anzuchtschalen?
    Die beste Tageszeit für die Bewässerung von Anzuchtschalen ist der frühe Morgen zwischen 6 und 8 Uhr. Zu dieser Zeit können die Pflanzen das Wasser optimal aufnehmen und haben den ganzen Tag zur Verfügung, um es zu nutzen. Die kühleren Morgenstunden reduzieren die Verdunstung, sodass mehr Wasser bei den Wurzeln ankommt. Außerdem trocknen eventuelle Wassertropfen auf den Blättern schnell ab, was das Risiko von Pilzkrankheiten minimiert. Abendliches Gießen ist weniger empfehlenswert, da die Feuchtigkeit über Nacht auf den Blättern verbleiben kann und Krankheiten fördert. In der Mittagshitze sollte nicht gegossen werden, da das kalte Wasser die aufgeheizten Pflanzen schocken und schnell verdunsten kann. Bei extremer Hitze ist eine zusätzliche Wassergabe am späten Nachmittag (16-17 Uhr) möglich, wenn die Sonne nicht mehr so intensiv scheint. Diese Tageszeit-Regel gilt besonders für die Bewässerung von oben, während die Unterbewässerung zeitlich flexibler gehandhabt werden kann.
  19. Was ist der Unterschied zwischen Wässern und Bewässerung?
    Die Begriffe Wässern und Bewässerung werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Aspekte der Wasserversorgung von Pflanzen. Wässern ist der einfache Akt des Wassergebens - eine spontane, oft einmalige Handlung. Es beschreibt das direkte Gießen oder Besprühen der Pflanzen ohne systematischen Ansatz. Bewässerung hingegen ist ein durchdachtes, systematisches Wassermanagement. Sie umfasst die planmäßige Versorgung mit Wasser unter Berücksichtigung von Faktoren wie Pflanzenart, Wachstumsstadium, Witterung und Bodenbeschaffenheit. Bewässerung beinhaltet auch die Auswahl geeigneter Methoden, die richtige Dosierung und zeitliche Abstimmung. In der Anzucht bedeutet Bewässerung die professionelle Herangehensweise: Kontrolle der Bodenfeuchte, angepasste Wassergaben, Verwendung geeigneter Werkzeuge und Berücksichtigung verschiedener Entwicklungsphasen. Während Wässern reaktiv ist (die Pflanze wirkt durstig, also gieße ich), ist Bewässerung proaktiv und präventiv - ein durchdachtes System für optimales Pflanzenwachstum.
  20. Wie unterscheidet sich Irrigation von herkömmlicher Wasserversorgung?
    Irrigation unterscheidet sich grundlegend von herkömmlicher Wasserversorgung durch ihre systematische, technische Herangehensweise und Effizienz. Herkömmliche Wasserversorgung erfolgt meist manuell mit Gießkanne oder Schlauch - einfach, aber oft ungleichmäßig und zeitaufwändig. Irrigation dagegen umfasst automatisierte oder semi-automatisierte Bewässerungssysteme wie Tropfbewässerung, Sprinklersysteme oder kapillare Bewässerungsanlagen. Diese Systeme liefern präzise Wassermengen zur optimalen Zeit und reduzieren Wasserverschwendung erheblich. In der Anzucht bedeutet Irrigation den Einsatz von Bewässerungsmatten, automatischen Tropfsystemen oder zeitgesteuerten Sprühanlagen. Die Vorteile sind gleichmäßige Wasserverteilung, Zeitersparnis und reduziertes Risiko von Über- oder Unterwässerung. Irrigation ermöglicht auch die Bewässerung während Abwesenheit und kann mit Sensoren gekoppelt werden, die automatisch auf Bodenfeuchtigkeit reagieren. Während herkömmliche Bewässerung flexibel und kostengünstig ist, bietet Irrigation Präzision, Konsistenz und Effizienz für anspruchsvolle Anzuchtprojekte.
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