Gemüse · Kohl · Anbau

Boden für Chinakohl vorbereiten: pH nach Bodenart, Lockerung und Wasserhaushalt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Chinakohl bevorzugt humose sandige Lehmböden, locker und tiefgründig, mit guter Wasserspeicherung und ohne Staunässe.
  • Der Ziel-pH richtet sich nach der Bodenart, auf sandigem Lehm liegt er bei 6,5 bis 7,0 nach CaCl2-Methode.
  • Für die Bodenprobe 10 bis 15 Teilproben über das Beet verteilt zu einer Mischprobe vereinen.
  • Kalk kommt nur nach Bodenuntersuchung aufs Beet, oberhalb des Zielbereichs gar nicht.
  • Bestehende Beete mit dem Sauzahn lockern, ohne die Bodenschichten zu wenden.
  • Vor Chinakohl passen Phacelia oder Buchweizen als Gründüngung, Senf, Ölrettich und Raps nicht.
Gestapelte Chinakohlköpfe mit hellgrünen, stark geaderten Blättern und breiten weißen Blattrippen
Foto: L. Lum · Pexels License · Quelle ↗

Chinakohl braucht im Hausgarten 55 bis 75 Tage von der Pflanzung bis zur Ernte. Steht er erst im Beet, gräbst du nicht mehr um und arbeitest keinen Kompost mehr ein. Struktur, pH-Wert und Wasserhaushalt legst du deshalb vorher fest. Ich kümmere mich um den Boden, bevor ich säe.

Welchen Boden Chinakohl mag

Chinakohl bevorzugt humose sandige Lehmböden mit guter Wasserspeicherung. Die Struktur soll locker und tiefgründig sein, und Staunässe soll sich nicht bilden. Du suchst also einen Boden, der Feuchtigkeit hält und überschüssiges Wasser trotzdem abgibt.

Welche Bodenart du hast, zeigt dir eine Fingerprobe. Nimm leicht feuchte Erde zwischen die Finger. Sandboden zerfällt dabei körnig. Toniger Boden klebt und lässt sich gut ausrollen. Die Fingerprobe gibt dir einen ersten Anhaltspunkt, eine genaue Einstufung ersetzt sie nicht.

Marias Erfahrung

Ich mache die Fingerprobe an mehreren Stellen im Beet und notiere mir, wo die Erde klebt und wo sie krümelt. Diese Notiz lege ich später neben den Laborbefund.

Aussaatkalender Chinakohl
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, November; Pflanzung: Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: JuliPflanzung: AugustVorkulturAussaatErntePflanzung

Bodenprobe: was du ins Labor schickst

Eine Bodenuntersuchung zeigt dir, ob du kalken solltest und ob du die Kompostgabe einschränken musst. Für ein Gemüsebeet stellst du dafür eine Mischprobe her.

Mini-Checkliste

Stich 10 bis 15 Teilproben, verteilt über die ganze Fläche. Jede Teilprobe stammt aus den oberen 30 cm. Mische alles gut durch und schick etwa 500 g ans Bodenlabor. Beprobe zwischen Herbst und Frühjahr oder nach der Ernte, aber nicht direkt nach einer Düngung. Unterschiedlich genutzte Bereiche beprobst du getrennt.

Eine Standard-Bodenanalyse kann den pH-Wert sowie pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium bestimmen. Löslichen Stickstoff und den Humusgehalt beauftragst du gesondert. Chinakohl bevorzugt humose Böden, und gerade der Humusgehalt fehlt im Standardumfang: Willst du wissen, wie humos dein Beet ist, kreuzt du ihn beim Auftrag extra an. Im Befund schaue ich außerdem nach, mit welcher Methode der pH-Wert gemessen wurde.

pH-Wert: der Zielbereich hängt an der Bodenart

Für Kohl im Garten gilt allgemein ein pH-Wert von 6,5 bis 7 als Empfehlung. Für Chinakohl gibt es genauere Zielwerte je Bodenart. Sie beziehen sich auf die Messung mit der CaCl2-Methode.

Bodenart Ziel-pH für Chinakohl (CaCl2-Methode)
Sand 5,8 bis 6,0
lehmiger Sand 6,0 bis 6,5
sandiger Lehm 6,5 bis 7,0
Lehm beziehungsweise Schluff 7,0 bis 7,5

Weil der Zielbereich an der Bodenart hängt und die Fingerprobe Sand von Ton unterscheidet, weißt du nach der Probe ungefähr, welche Zeile für dein Beet gilt. Ob du kalkst, entscheidest du erst mit dem Befund in der Hand.

Mythos-Check

„Vor Kohl wird immer gekalkt.“ Ohne Befund stimmt das nicht. Ob Kalk aufs Beet kommt, richtet sich nach Bodenart und Bodenuntersuchung. Liegt der Wert schon oberhalb des passenden Zielbereichs, unterbleibt die Kalkung ganz.

Boden lockern, ohne die Schichten zu wenden

Ein bereits bewirtschaftetes Beet lockerst du im Frühjahr mit dem Sauzahn. Zieh ihn in etwa 20 cm Abstand kreuzweise durch die Fläche. Der Boden wird dabei locker, die Bodenschichten wendest du nicht. Umgraben ist vor allem bei Neuanlagen und sehr schweren Böden sinnvoll.

Den richtigen Zeitpunkt zeigt dir das Werkzeug selbst: Bearbeite das Beet erst, wenn der Boden so weit abgetrocknet ist, dass keine Erde mehr daran haften bleibt. Ich stecke den Sauzahn vorher an einer Stelle probeweise ein und ziehe ihn wieder heraus. Hängt noch Erde am Zinken, warte ich mit der Arbeit.

Wasserhaushalt: Feuchtigkeit halten, Staunässe vermeiden

Chinakohl bevorzugt einen Boden, der Wasser speichert und trotzdem nicht vernässt. Kompost hilft auf beiden Seiten: Auf sandigen Böden verbessert er das Wasserhaltevermögen, auf schweren Böden die Krümelstruktur und die Durchlüftung. Eine Gründüngung kann leichte Böden wasserspeichernder und schwere Böden durchlässiger machen.

Ich schaue mir das Beet nach einem kräftigen Regen an. Bleibt dort Wasser stehen, arbeite ich vor dem Chinakohl an der Struktur. Ist dein Gartenboden ungeeignet, kann ein Hochbeet den Anbau trotzdem möglich machen. Wie du Chinakohl im Hochbeet anbaust, erkläre ich in einem eigenen Ratgeber.

Im Sommer vermindert Mulch Verdunstung und Verschlämmung. Angetrockneten Rasenschnitt lege ich nur so auf, dass er den Boden gerade bedeckt, und ergänze ihn öfter. Auf ungemulchten Beeten unterdrückt regelmäßiges flaches Hacken Beikräuter und vermindert die Verdunstung.

Wie viel Wasser dein Chinakohl braucht, hängt von Sorte, Wetter, Boden sowie Sonne und Wind am Standort ab. Wie viel und wann du Chinakohl gießt, steht im Gieß-Ratgeber.

Staunässe spielt noch eine zweite Rolle: Feuchte bis staunasse Böden begünstigen Infektionen mit Kohlhernie, deren Dauersporen bis zu 20 Jahre im Boden überdauern können. Ein guter Wasserabzug passt deshalb zu beidem, zum Boden, den Chinakohl bevorzugt, und zur Vorbeugung. Anbaupause und den Umgang mit befallenen Pflanzen findest du im Kapitel über Krankheiten wie Kohlhernie und Falschen Mehltau im Kohl-Ratgeber.

Organisch verbessern: Kompost, Gründüngung, Vorfrucht

Als jährliche Grundgabe für Gemüsebeete sind etwa 3 l Kompost je m² vorgesehen. Zeigt dein Befund stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du diese Gabe ein. Ich arbeite den Kompost in den Oberboden ein.

Vor Kohl eignen sich Phacelia oder Buchweizen als Gründüngung. Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und passt deshalb in eine Kohlfruchtfolge. Eine Begrünung im Herbst durchwurzelt den Boden und schützt ihn vor Auswaschung.

Häufiger Fehler

Senf als Gründüngung vor Chinakohl säen. Gelbsenf, Ölrettich und Raps sind Kreuzblütler und zählen wie Radieschen und Rettich zur Kohlpause. Säe vor Chinakohl Phacelia oder Buchweizen.

Im ökologischen Kohlanbau eignen sich Leguminosengemenge oder Leguminosen-Zwischenfrüchte als Vorfrüchte, weil sie zur Stickstoffversorgung beitragen. Weitere natürliche Wege findest du im Ratgeber, wie du Chinakohl biologisch mit natürlicher Düngung und Nützlingen anbaust.

Die eigentliche Düngung ist ein eigenes Thema, denn einseitige oder übermäßige Gaben können bei Chinakohl Innenblattnekrosen und andere physiologische Störungen begünstigen. Wie du Chinakohl von der Pflanzung bis zur Ernte düngst, steht in einem eigenen Ratgeber. Die Grundlagen nach Kohlart und Verwendungszweck findest du im Düngen-Kapitel des Kohl-Ratgebers.

Frühjahr oder Herbst: das Beet zum Termin vorbereiten

Wann du mit der Vorbereitung anfängst, hängt vom Satz ab. Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Punkt Frühe Kultur Sommer- und Herbstkultur
Termin Gewächshaus: Pflanzung im März, Erntebeginn im Mai, Richtwert für wärmere Regionen in Deutschland Herbst-Chinakohl: Direktsaat Anfang Juli bis Mitte August, in Bayern enger im Juli
Temperatur Jungpflanzen über 15 °C anziehen, 5 bis 8 °C fördern das Schossen besonders etwa −4 °C als grober Richtwert der Frosttoleranz
Pflanzabstand Kopf-Chinakohl in der Reihe 35 bis 40 cm 40 bis 50 cm
Reihenabstand Kopf-Chinakohl etwa 40 cm etwa 50 cm
Sorten schossfest lagerfähig, wenn du im Herbst lagern willst

Die Abstände kannst du im Beetplaner für Reihen und Pflanzabstände auf dein Beet übertragen. Saat- und Pflanztermine behältst du mit dem Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken im Blick. Ob du die Köpfe später zusammenbindest, klärt dieser Boden-Ratgeber nicht; hier geht es um das Beet vor der Pflanzung.

Frühe Pflanzung

Für eine frühe Kultur bereitest du den Oberboden schon im Herbst davor mit Kompost und weiterem organischem Düngematerial vor. Bodenproben nimmst du nicht direkt nach einer Düngung, und der Kompost kommt hier schon im Herbst ins Beet: Zieh die Probe deshalb, bevor du ihn einarbeitest. Im Frühjahr lockerst du dann mit dem Sauzahn, sobald der Boden abgetrocknet ist.

Pflanzungen im April schützt du mit Gartenvlies vor niedrigen Temperaturen. Steigen die Temperaturen stark, nimmst du das Vlies ab, damit darunter kein Hitzestau entsteht. Für den Frühanbau wählst du schossfeste Sorten und ziehst die Jungpflanzen warm an, weil kühle Anzucht das Schossen fördert.

Herbstpflanzung

Für Herbst-Chinakohl liegt die Direktsaat zwischen Anfang Juli und Mitte August. In Bayern ist das Fenster enger und liegt im Juli. Steht auf dem Beet dann noch eine Vorfrucht, räume ich sie ab, lockere den Boden und arbeite Kompost in den Oberboden ein. Ziehst du den Chinakohl vor, statt direkt zu säen, kann die erste Kultur länger auf dem Beet bleiben. Planst du eine Herbstlagerung, wählst du lagerfähige Sorten.

Für herbstlichen Chinakohl gelten etwa −4 °C als grober Richtwert der Frosttoleranz. Wiederholtes Frieren und Tauen kann Fäulnis fördern. Welche Temperaturen und welches Wetter Chinakohl verträgt, liest du im Klima-Ratgeber.

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Häufige Fragen

Welchen Boden braucht Chinakohl?
Chinakohl bevorzugt humose sandige Lehmböden mit guter Wasserspeicherung. Die Struktur soll locker und tiefgründig sein, und Staunässe soll sich nicht bilden. Den passenden pH-Wert liest du an deiner Bodenart ab.
Wie nehme ich eine Bodenprobe für das Chinakohl-Beet?
Stich über das Beet verteilt 10 bis 15 Teilproben und mische sie zu einer Mischprobe. Die Teilproben stammen aus den oberen 30 cm. Davon schickst du etwa 500 g ans Bodenlabor. Nimm die Probe zwischen Herbst und Frühjahr oder nach der Ernte, aber nicht direkt nach einer Düngung.
Welcher pH-Wert ist für Chinakohl richtig?
Das hängt von deiner Bodenart ab, gemessen mit der CaCl2-Methode. Auf Sand liegt der Zielbereich bei pH 5,8 bis 6,0. Auf sandigem Lehm, den Chinakohl bevorzugt, sind es 6,5 bis 7,0. Liegt der Wert deines Bodens schon oberhalb des Zielbereichs, kalkst du nicht.
Wie lockere ich den Boden für Chinakohl richtig?
Ein bestehendes Beet lockerst du im Frühjahr kreuzweise mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Umgraben ist vor allem bei Neuanlagen und sehr schweren Böden sinnvoll. Fang erst an, wenn keine Erde mehr am Werkzeug haften bleibt.
Wie verbessere ich die Wasserspeicherung im Boden für Chinakohl?
Auf sandigen Böden verbessert Kompost das Wasserhaltevermögen. Eine Gründüngung kann leichte Böden ebenfalls wasserspeichernder machen. Im Sommer vermindert Mulch Verdunstung und Verschlämmung, auf ungemulchten Beeten hilft regelmäßiges flaches Hacken gegen die Verdunstung.
Wann bereite ich das Beet für Chinakohl vor?
Für frühe Pflanzungen bereitest du den Oberboden schon im Herbst davor mit Kompost und weiterem organischem Material vor. Im Frühjahr lockerst du dann, sobald der Boden abgetrocknet ist. Für Herbst-Chinakohl liegt die Direktsaat zwischen Anfang Juli und Mitte August, das Beet machst du davor frei und locker.
Wie bereite ich schweren Lehmboden für Chinakohl vor?
Arbeite Kompost ein, denn seine organische Substanz lockert schwere Böden und verbessert die Durchlüftung. Eine Gründüngung mit Phacelia oder Buchweizen kann schwere Böden durchlässiger machen, Senf und Ölrettich meidest du vor Kohl. Bei einer Neuanlage auf sehr schwerem Boden ist Umgraben sinnvoll. Ist dein Gartenboden ungeeignet, macht ein Hochbeet den Anbau trotzdem möglich.
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