Chinakohl bewässern: Menge, Zeitpunkt und Technik in jeder Wachstumsphase
- Chinakohl braucht besonders während der Kopfbildung und bei Trockenheit gleichmäßig und ausreichend Wasser, aber keine Staunässe.
- Prüf vor dem Gießen mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist.
- Gemüse im Beet gießt du eher einmal pro Woche gründlich mit rund 14 Litern je Quadratmeter als täglich in kleinen Mengen.
- Gieß langsam an den Fuß der Pflanze, damit die Blätter trocken bleiben.
- Hochbeeterde trocknet schneller aus, und kleine Gefäße können im Hochsommer mehrmals täglich Wasser brauchen.

Chinakohl braucht vor allem während der Kopfbildung und in trockenen Phasen gleichmäßig und ausreichend Wasser, verträgt aber keine Staunässe. Ein fester Gießplan hilft dabei wenig, denn der Bedarf hängt von Wetter, Boden, Sonne und Wind ab. Ich prüfe deshalb zuerst die Erde und greife erst danach zur Kanne.
Chinakohl-Anbau kurz im Überblick
Chinakohl kannst du für den Herbst direkt ins Beet säen oder im Frühjahr im unbeheizten Gewächshaus kultivieren. Aussaattermine, Fruchtfolge und Sortenwahl klärst du beim Planen deines Chinakohl-Anbaus im Gemüsebeet.
Wie viel Wasser braucht Chinakohl?
Wie viel Wasser Gemüse braucht, richtet sich nach Kultur und Sorte, nach Wetter und Substrat sowie nach Sonne und Wind am Standort. Eine Literzahl, die für Chinakohl in jedem Garten passt, gibt es deshalb nicht. Für Gemüse im Beet gibt die Bayerische Gartenakademie eine Richtschnur: eher einmal pro Woche gründlich mit rund 14 Litern je Quadratmeter als täglich in kleinen Mengen. Regen zählt dabei mit, denn du ergänzt nur, was Regen und Bodenvorrat nicht liefern.
Chinakohl will gleichmäßig versorgt sein, doch von täglichen kleinen Mengen verdunstet ein großer Teil ungenutzt; gleichmäßig heißt deshalb gründlich gießen und danach die Erde prüfen.
„Chinakohl muss jeden Tag gegossen werden.“ Im Beet stimmt das so nicht. Gießt du Beetpflanzen täglich mit 2 Litern pro Quadratmeter, verdunstet nach Einschätzung der Bayerischen Gartenakademie gut ein Liter davon wieder, ohne der Pflanze zu nützen. Anders ist es in kleinen Gefäßen, die im Hochsommer mehrmals täglich Wasser brauchen können.
Chinakohl-Wachstumsphasen: was er wann an Wasser braucht
Vom Samen bis zum geschlossenen Kopf verschieben sich die Ansprüche. In jeder Phase achte ich beim Gießen auf etwas anderes.
| Phase | Was passiert | Worauf ich beim Gießen achte |
|---|---|---|
| Aussaat und Anzucht | Die Keimlinge erscheinen. Im Frühanbau ziehst du die Jungpflanzen über 15 °C an, denn 5 bis 8 °C fördern das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. besonders. | Erde gleichmäßig feucht halten, ohne dass sie austrocknet oder dauerhaft nass ist. Die Abdeckung kommt ab, sobald die ersten Keimlinge da sind. Vermiedene Staunässe beugt zusammen mit sauberem Substrat und gereinigten Gefäßen der Umfallkrankheit vor. |
| Direktsaat für den Herbst | Gesät wird zwischen Anfang Juli und Mitte August, in Bayern in einem engeren Juli-Fenster. | Saatreihe gleichmäßig feucht halten und Staunässe vermeiden. |
| Nach der Pflanzung | Die Jungpflanze wurzelt ein. | Angießen, danach gründlich wässern, sobald die Erde unter der Oberfläche trocken ist. |
| Blattwachstum | Die Pflanze bildet ihre äußeren Blätter. | Gründlich statt täglich in kleinen Mengen gießen, danach wieder die Erde prüfen. |
| Kopfbildung | Der Kopf schließt sich. | Besonders gleichmäßig und ausreichend gießen, gerade bei Trockenheit, aber ohne Staunässe. |
Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen im Hausgarten 55 bis 75 Tage. Als sehr junges Gemüse kannst du Chinakohl schon 6 Wochen nach der Aussaat ernten. Die Aussaattermine der übrigen Kohlarten in deinem Beet hast du mit dem Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt.
Nach dem Pflanzen lege ich einen Tropfschlauch entlang der Reihe und decke ihn mit Mulch ab. Bevor ich das Wasser aufdrehe, fühle ich an mehreren Stellen der Reihe mit dem Finger in die Erde.
Wann gießen: erst prüfen, dann wässern
Steck vor dem Gießen einen Finger neben der Pflanze in die Erde. Ist sie unter der Oberfläche noch feucht, wartest du. Ist sie trocken, gießt du gründlich und langsam, damit das Wasser einsickert. Nach einem kräftigen Regen prüfe ich ebenfalls zuerst, bevor ich nachgieße.
Wichtiger als die Uhrzeit ist mir, dass das Wasser am Boden landet und die Blätter trocken bleiben. Junge Kohlpflanzen sind weniger anfällig für Falschen Mehltau, wenn ihre Blätter rasch abtrocknen, sich kein Tau bildet und Luft durch den Bestand zieht.
Gießen unter dem Kulturschutznetz
Unter einem KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. trocknet Chinakohl bei feuchter Witterung langsamer ab. Das kann das Risiko für Pilzerkrankungen erhöhen. Ich gieße deshalb unter dem Netz gezielt an den Boden und prüfe an feuchten Tagen zuerst die Erde.
Womit gießen: Kanne, Schlauch oder Tropfschlauch
Für wenige Pflanzen reicht die Gießkanne ohne Brause. Mit ihr gießt du langsam direkt an den Fuß der Pflanze. Beim Schlauch gehst du genauso vor und hältst den Strahl sanft und tief. Auf längeren Reihen nutze ich einen Tropfschlauch, weil er das Wasser direkt am Boden abgibt und die Blätter trocken lässt. Einen Regner setze ich bei Chinakohl nicht ein, weil er jedes Blatt benetzt.
Beet, Hochbeet, Kübel, Gewächshaus: was sich ändert
Wo dein Chinakohl steht, bestimmt mit, wie schnell die Erde austrocknet und woher das Wasser kommt.
| Anbauort | Was anders ist | So gießt du |
|---|---|---|
| Beet | Regen und Bodenvorrat tragen mit. | Nur ergänzen, was fehlt, und vorher mit dem Finger prüfen. |
| Hochbeet | Die Erde erwärmt sich schneller und trocknet dadurch schneller aus. Dicht bewachsene Hochbeete brauchen bei Sommerhitze besonders viel Wasser. | Eine Mulchdecke auflegen und die Erde in Hitzephasen besonders aufmerksam prüfen. |
| Kübel und Kasten | Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser, im Hochsommer unter Umständen mehrmals täglich. | Ablauflöcher frei halten, damit sich kein Wasser staut. Bei torffreier Erde auch die Feuchte unter der schnell abtrocknenden Oberfläche prüfen. |
| Unbeheiztes Gewächshaus | Es fällt kein Regen. Chinakohl lässt sich hier insbesondere im Frühjahr kultivieren. | Alles Wasser kommt von dir. Regelmäßig lüften und Temperatur und Luftfeuchte mit Minimum-Maximum-Thermometer und HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. kontrollieren. |
Weil Hochbeeterde schneller austrocknet und Chinakohl gleichmäßig versorgt sein will, gehört eine Mulchdecke im Hochbeet für mich fest dazu.
Mulchen und Hacken: Feuchte im Boden halten
Eine Mulchdecke vermindert im Sommer die Verdunstung und die VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. der Oberfläche. Angetrockneten Rasenschnitt bringe ich nur dünn bodendeckend aus und ergänze ihn dafür öfter. Wo kein Mulch liegt, hacke ich regelmäßig flach, denn das unterdrückt BeikräuterBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. und vermindert die Verdunstung. Wie du Chinakohl mit natürlicher Düngung und Nützlingen anbaust, steht im Ratgeber zum biologischen Chinakohl-Anbau.
Welke Blätter: zu trocken oder zu nass?
Schlaffe oder welke Blätter sind ein Hinweis, aber keine sichere Diagnose. Prüf zuerst die Erde: Ist sie trocken, gießt du gründlich. Ist sie nass und die Pflanze welkt trotzdem, fehlt es vermutlich nicht an Wasser. Welke kann bei Kohl auch auf einen Befall der Wurzeln wie KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. hindeuten. Ihre Infektionen werden vor allem bei 20 bis 25 °C in feuchtem bis staunassem Boden begünstigt.
Bei welken Blättern sofort zur Kanne greifen. Steht die Pflanze in nasser Erde, verstärkt zusätzliches Wasser die Staunässe.
Staunässe beginnt im Boden
Chinakohl bevorzugt humose sandige Lehmböden, die Wasser gut speichern, locker und tiefgründig sind und in denen sich kein Wasser staut. Kompost verbessert auf sandigem Boden das Wasserhaltevermögen und auf schwerem Boden KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und Durchlüftung. Bodenart, pH-Wert und DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. findest du im Abschnitt Standort und Boden des Kohl-Ratgebers, die Beetvorbereitung im Ratgeber zum passenden Boden für Chinakohl.
Innenblattnekrose: Blick auf die Düngung
Innenblattnekrosen und andere physiologische Störungen werden bei Chinakohl unter Umständen durch zu viel oder einseitige Düngung begünstigt. Zeigen sich solche Schäden, prüfe ich deshalb die Düngung. Wie du den Nährstoffbedarf deckst, ohne zu überdüngen, zeigt der Ratgeber zum Düngen von Chinakohl.
Hitze und Wind: warum ein geschützter Platz hilft
Chinakohl gedeiht bei ausgeglichener Luftfeuchte und geringen Temperaturschwankungen gut, ein Platz im Wind ist für ihn ungünstig. Da Sonne und Wind auch den Wasserbedarf mitbestimmen, hilft ein geschützter Platz gleich zweifach. Wie Chinakohl mit Hitze, Trockenheit, Starkregen und Wind zurechtkommt, liest du bei den Klima- und Wetteransprüchen von Chinakohl. Einen geschützten Platz kannst du schon beim Anlegen deines Beets im Beetplaner einplanen.




