Pak Choi im Gewächshaus: So steuerst du Wärme, Wasser und Luft
- Mit geeigneten Sorten säst du Pak Choi im unbeheizten Gewächshaus im frühen Frühjahr und im Herbst.
- Pak Choi keimt bei 18 bis 22 °C und bevorzugt danach kühle, gleichmäßig feuchte Erde.
- Wird es nach einer Frühjahrsaussaat kalt, kann Pak Choi vorzeitig schossen.
- Lüfte über das Dach oder eine Öffnung gegenüber der Tür und gieß an die Wurzel statt auf die Blätter.
- Frostfrei bleibt ein unbeheiztes Gewächshaus bei stärkerem Frost nicht.

Mit geeigneten Sorten kannst du Pak Choi unter Glas schon im frühen Frühjahr und noch im Herbst säen. Dafür verlangt das Haus Aufmerksamkeit: Es heizt sich in der Sonne auf, und Regen kommt keiner hinein. Pak Choi will aber kühlen, gleichmäßig feuchten Boden. Ich steuere mein Gewächshaus deshalb über drei Dinge: Temperatur, Wasser und Luft.
Pak Choi, oft auch Pac Choi geschrieben, ist ein Kohl asiatischer Herkunft. Er wurzelt flach und verträgt Trockenheit schlecht. Beides bestimmt, wie du das Haus führst.
Pak Choi unter Glas: die Eckdaten
Die Kulturwerte für Pak Choi auf einen Blick:
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Keimtemperatur | 18 bis 22 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm |
| PflanzrasterDas Pflanzraster ist das Abstandsmuster, nach dem du Pflanzen auf ein Beet setzt. Es besteht aus zwei Maßen: dem Abstand zwischen den Reihen (Reihenabstand) und dem Abstand der Pflanzen innerhalb einer Reihe. | 20 cm in der Reihe, 30 cm zwischen den Reihen |
| Pflanzraster als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. | 30 cm in der Reihe, 30 bis 40 cm zwischen den Reihen |
| Ernte nach der Pflanzung | nach 5 bis 7 Wochen |
| Ernte nach der Direktsaat | nach 7 bis 8 Wochen |
| Ernte als sehr junges Gemüse | ab 6 Wochen nach der Aussaat |
| Winterhart | nein |
| Anbaupause auf derselben Fläche | 4 Jahre |
Wann lohnt sich Pak Choi im Gewächshaus?
Geeignete Sorten kannst du im unbeheizten Gewächshaus im Herbst und im frühen Frühjahr säen. Manche Sorten lassen sich im kalten Haus auch aussäen und dort überwintern. Wie früh und wie spät das bei dir klappt, hängt von deiner Lage ab und davon, wie kalt dein Haus nachts wird.
| Jahreszeit | Das bietet das Gewächshaus | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Frühes Frühjahr | Aussaat geeigneter Sorten ohne Heizung | Kälte nach der Aussaat kann vorzeitiges SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. auslösen |
| Sommer | Schutz vor Wind und Regen, aber viel Wärme im Haus | reichlich lüften, Temperatur kontrollieren |
| Herbst | Aussaat geeigneter Sorten ohne Heizung | lüften, damit die Blätter abtrocknen und sich kein Tau hält |
| Winter | Überwinterung einzelner Sorten im kalten Haus | bei stärkerem Frost kann es auch drinnen frieren, dann zusätzlich abdecken |
Pak Choi bevorzugt kühle Erde, ein Kleingewächshaus dagegen muss gerade im Sommer reichlich gelüftet werden. Für Pak Choi nutzt du das Haus deshalb vor allem im Frühjahr und im Herbst.
Pak Choi kommt aus Asien, also braucht er viel Wärme? Nein. Er mag es an den Wurzeln kühl und feucht und verträgt Trockenheit schlecht. Winterhart ist er trotzdem nicht, und Kälte nach der Frühjahrsaussaat kann Schossen auslösen. Kühl heißt also nicht frostig.
Ohne Gewächshaus kann dir ein Hochbeet einen früheren Start bringen: Die Sonne wärmt seine Seitenwände, und die Erde darin erwärmt sich schneller. Worauf es dort ankommt, erklärt der Ratgeber zum Anbau von Pak Choi im Hochbeet.
Temperatur: Keimung, kalte Nächte, heiße Mittage
Pak Choi keimt bei 18 bis 22 °C. Ob dein Haus das schafft, zeigt dir ein Min-Max-Thermometer, denn es speichert den tiefsten und den höchsten Wert. Zusammen mit einem HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. gehört es zur Grundausstattung, wenn du das Klima im Kleingewächshaus führen willst. Ich lese beide ab, bevor ich lüfte oder gieße.
Nach der Keimung zählen zwei Grenzen mehr als ein einzelner Sollwert. Die untere: Wird es nach einer Frühjahrsaussaat kalt, kann Pak Choi vorzeitig schossen. Die obere: Er bevorzugt kühle Erde und verträgt Trockenheit schlecht, deshalb lüftest du, bevor sich Hitze im Haus staut.
Steht das Haus ungeheizt, kann es bei stärkerem Frost auch drinnen frieren. Schon Kälte kann bei frühen Sätzen Schossen auslösen. Die ersten Aussaaten im Jahr brauchen deshalb in kalten Nächten eine zusätzliche Abdeckung. Ich lege dafür Vlies über die Reihen und beschwere die Ränder.
Das Vlies aus der kalten Nacht bleibt liegen, wenn mittags die Sonne aufs Glas scheint. Unter der wärmehaltenden Abdeckung staut sich dann Hitze. Nimm das Vlies ab, sobald die Temperaturen stark steigen.
Winter unter Glas: kalt überwintern oder heizen
Winterhart ist Pak Choi nicht. Manche Sorten kannst du aber im kalten Gewächshaus aussäen und dort überwintern. Verlass dich dabei nicht auf das Glas allein: Hält die Kälte an, schützt ein Haus ohne Heizung nicht zuverlässig vor Frost. Dauert der Frost länger, bekommen die Pflanzen eine zusätzliche Decke, zum Beispiel Vlies, das auch vor Wintersonne schützt.
Soll das Haus im Winter warm bleiben, wird es zum Warmhaus. Dann kommen hohe Heizkosten hinzu, und ohne Wärmedämmung geht es nicht. Im Winter braucht das Haus außerdem volle Sonne. Weder Gebäude noch immergrüne Gehölze dürfen es verschatten, wenn die Sonne tief steht.
Wärme bei zu wenig Licht macht Jungpflanzen lang und weich, und im Winter steht die Sonne tief. Heizen ohne hellen, unverschatteten Standort bringt dir deshalb schwache Jungpflanzen. Ich ziehe Jungpflanzen im Winter lieber heller und kühler als warm und dunkel.
Lüften: heiße und feuchte Luft muss raus
Heiße Luft steigt nach oben, deshalb wirkt eine Dachlüftung besonders gut. Fehlt ein Dachfenster, brauchst du eine zweite Öffnung auf der Seite gegenüber der Tür. Dann zieht die Luft quer durch das Haus. Im Sommer lüftest du reichlich und behältst dabei das Thermometer im Blick.
An sonnigen Tagen öffne ich zuerst das Dachfenster und bei Hitze zusätzlich die Tür. Ein automatischer Fensteröffner übernimmt das Öffnen, wenn du tagsüber nicht zu Hause bist.
Lüften hat einen zweiten Zweck. Bei jungen Kohlpflanzen gehören drei Dinge zur Vorbeugung gegen Falschen Mehltau: frische Luft, kein Tau auf dem Laub und Blätter, die rasch abtrocknen. Deshalb schaue ich beim Lüften auch aufs Hygrometer: Es zeigt feuchte Luft auch an Tagen, an denen das Thermometer keinen Grund zum Öffnen liefert.
Der Abstand gehört ebenfalls zur Lüftung. Ich setze Pak Choi nicht enger als im Raster aus der Tabelle oben, damit die Blätter nach dem Gießen abtrocknen können.
Gießen unter Glas: gleichmäßig feucht und an die Wurzel
Im Gewächshaus kommt jeder Tropfen von dir. Weil Pak Choi flach wurzelt, braucht er für gute Blätter gleichmäßig feuchten, fruchtbaren Boden. Wie viel Wasser das ist, hängt von Sorte, Wetter und Substrat ab und davon, wie viel Sonne ins Haus fällt. Ich gieße deshalb nicht nach Kalender, sondern fühle mit dem Finger, ob die Erde unter der abgetrockneten Oberfläche noch feucht ist.
Feucht heißt nicht nass. Staunässe schadet den Wurzeln und begünstigt die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen..
Das Wasser gehört an die Wurzel, nicht auf die Blätter. Ein Tropfschlauch entlang der Reihen bringt es an den Boden und hält das Laub trocken. Brausen und Sprühen machen dagegen genau die Blätter nass, die gegen Falschen Mehltau rasch abtrocknen sollen. Eine Mulchschicht zwischen den Reihen hält im Sommer mehr Wasser im Boden und schützt die Oberfläche vor dem Verschlämmen.
Ziehst du Pak Choi im Gewächshaus in Töpfen, brauchen die Gefäße freie Ablauflöcher. Je kleiner der Topf, desto öfter musst du gießen, im Hochsommer mitunter mehrmals am Tag. Gefäß, Substrat und Pflege beschreibt der Ratgeber, wie du Pak Choi im Kübel ziehst und pflegst. Wie sich das Gießen von der Saat bis zur Ernte verändert, liest du im Ratgeber, wie du Pak Choi in jeder Wachstumsphase richtig gießt.
Min-Max-Thermometer und Hygrometer ablesen. Bei Sonne Dachlüftung oder Öffnung gegenüber der Tür aufmachen. Erde unter der Oberfläche prüfen, dann an die Wurzel gießen. Vlies in kalten Nächten auflegen und bei Wärme abnehmen. Blätter auf beginnenden Befall ansehen.
Boden, Aussaat und Düngen: kurz fürs Gewächshausbeet
Pak Choi mag kühlen, feuchten und mäßig nährstoffreichen Boden. Sandige, lehmige und tonige Böden kommen infrage, solange das Wasser gut abzieht. Im Ratgeber zu den Standortansprüchen liest du, welche Licht-, Boden- und Feuchtebedingungen Pak Choi braucht.
Du kannst Pak Choi direkt ins Gewächshausbeet säen oder vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. und auspflanzen. Wie Aussaat, Anzucht und PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. bei Kohl ablaufen, erklärt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Aussaat, Anzucht und Pflanzung. Termine und Technik für Pak Choi findest du im Ratgeber, wann und wie du Pak Choi aussäst.
Weil Pak Choi nur mäßig nährstoffreichen Boden will, richtest du die Düngung am Bodenzustand aus. Ich arbeite vor der Saat reifen Kompost ein. Wie organisches Düngen mit Kompost und Gründüngung aussieht, zeigt der Ratgeber, wie du Pak Choi nach Bio-Grundsätzen anbaust.
Schädlinge, Fruchtfolge und Ernte unter Glas
Im Kleingewächshaus schaust du ein- bis zweimal pro Woche nach beginnendem Schädlingsbefall, damit du Nützlinge rechtzeitig einsetzen kannst. Weil viele Nützlinge mindestens 15 bis 18 °C brauchen, kommen sie im ungeheizten Haus oft erst ab Anfang bis Mitte Mai infrage. Wie du Kohlschädlingen vorbeugst, steht im Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz.
Pak Choi ist ein KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen., deshalb zählen Radieschen, Rettich und Rucola aus demselben Beet bei der Anbaupause mit. Wo zuletzt Kreuzblütler standen, hältst du im Beetplaner fest. Passende Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Werkzeug, eine Garantie gegen Schädlinge ist Mischkultur aber nicht.
Geerntet wird fünf bis sieben Wochen nach der Pflanzung, die übrigen Erntewerte stehen in der Tabelle oben. Wie du erntest und was beim Anbau im Garten zählt, beschreibt der Ratgeber mit Anbautipps für Pak Choi im Garten. Damit laufend etwas nachkommt, säe ich in Sätzen nach und trage die Termine in den Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken ein. Nährwerte und Küchentipps stehen im Kohl-Ratgeber unter Küche und Nährwerte.



