Inkarnatklee - der Bodenfruchtbarkeitsheld

Inkarnatklee: Der rote Riese unter den Bodenverbesserern

Inkarnatklee ist ein wahres Multitalent im Garten und auf dem Feld. Doch was macht diese Pflanze so besonders?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Inkarnatklee bindet Stickstoff aus der Luft
  • Verbessert Bodenstruktur und -fruchtbarkeit
  • Ideal als Zwischenfrucht und Gründüngung
  • Attraktive Bienenweide mit roten Blüten

Was ist Inkarnatklee?

Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Mit seinen leuchtend roten Blüten ist er nicht nur ein Hingucker, sondern auch äußerst nützlich für die Bodenverbesserung. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Südeuropa, hat sich aber auch in unseren Breiten etabliert.

Bedeutung für Landwirtschaft und Gartenbau

In der Landwirtschaft und im Gartenbau spielt Inkarnatklee eine wichtige Rolle. Als Gründüngung verbessert er die Bodenstruktur und reichert den Boden mit Stickstoff an. Er eignet sich besonders als Zwischenfrucht, da er schnell wächst und den Boden über den Winter bedeckt. Dadurch schützt er vor Erosion und Nährstoffauswaschung. Seine Blüten locken zahlreiche Insekten an und tragen zur Biodiversität bei.

Überblick über die Stickstoffbindung

Die Fähigkeit zur Stickstoffbindung macht Inkarnatklee besonders wertvoll. Wie andere Leguminosen geht er eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein. Diese siedeln sich an den Wurzeln an und können den Luftstickstoff fixieren. So wird der Stickstoff für die Pflanze und später für den Boden verfügbar. Ein großer Vorteil für die Bodenfruchtbarkeit!

Botanik und Eigenschaften des Inkarnatklees

Botanische Einordnung

Inkarnatklee gehört zur Gattung Trifolium in der Familie der Fabaceae. Er ist eng verwandt mit anderen Kleearten wie Rotklee oder Weißklee. Sein wissenschaftlicher Name "incarnatum" bezieht sich auf die fleischrote Farbe seiner Blüten.

Morphologie und Wachstum

Die Pflanze wird 30 bis 50 cm hoch und hat einen aufrechten Wuchs. Die typischen dreiteiligen Kleeblätter sind behaart und von länglicher Form. Die Blütenköpfe sind länglich-zylindrisch und leuchten in einem intensiven Rot. Inkarnatklee wächst schnell und bildet eine Pfahlwurzel aus, die tief in den Boden eindringt.

Ansprüche an Boden und Klima

Inkarnatklee ist recht anspruchslos, was den Boden angeht. Er gedeiht auf leichten bis mittelschweren Böden und verträgt auch leicht saure Bedingungen. Allerdings mag er es nicht zu nass. In Sachen Klima ist er flexibel: Er übersteht milde Winter, ist aber nicht extrem frosthart. Am besten wächst er bei Temperaturen zwischen 15 und 25°C.

Anbau und Kultivierung

Die Aussaat erfolgt meist im Spätsommer oder frühen Herbst. Man rechnet mit etwa 20-25 kg Saatgut pro Hektar. Die Samen werden flach in den Boden eingearbeitet. Nach der Keimung entwickelt sich die Pflanze rasch. Je nach Verwendungszweck wird Inkarnatklee im Frühjahr vor der Blüte gemulcht oder zur Blüte als Bienenweide stehen gelassen.

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Der Prozess der Stickstoffbindung

Grundlagen der biologischen Stickstofffixierung

Die biologische Stickstofffixierung ist ein bemerkenswerter Prozess. Dabei wird Luftstickstoff (N₂) in eine für Pflanzen nutzbare Form umgewandelt. Das Besondere: Nur bestimmte Bakterien können diesen Prozess durchführen. Inkarnatklee hat sich diese Fähigkeit zunutze gemacht.

Rolle der Knöllchenbakterien (Rhizobien)

Die Hauptakteure in diesem Prozess sind die Knöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt. Diese Mikroorganismen leben im Boden und gehen eine Symbiose mit den Wurzeln des Inkarnatklees ein. Es ist eine gegenseitig vorteilhafte Beziehung: Die Bakterien erhalten Energie von der Pflanze, im Gegenzug liefern sie gebundenen Stickstoff.

Bildung und Funktion der Wurzelknöllchen

Wenn Rhizobien auf die Wurzeln des Inkarnatklees treffen, beginnt ein interessanter Prozess. Die Wurzelhaare krümmen sich und umschließen die Bakterien. Diese dringen in die Wurzel ein und regen die Bildung von Knöllchen an. In diesen kleinen Strukturen findet dann die eigentliche Stickstofffixierung statt.

Biochemie der Stickstoffbindung

Im Inneren der Knöllchen läuft ein komplexer biochemischer Prozess ab. Die Rhizobien nutzen das Enzym Nitrogenase, um den Luftstickstoff in Ammonium umzuwandeln. Dieses wird dann in organische Verbindungen eingebaut, die die Pflanze nutzen kann. Es ist ein energieaufwändiger Prozess, der nur unter Sauerstoffausschluss funktioniert. Daher enthalten die Knöllchen ein spezielles Protein namens Leghämoglobin, das den Sauerstoff bindet und reguliert.

Durch diese besondere Fähigkeit kann Inkarnatklee nicht nur sich selbst, sondern auch den Boden mit wertvollem Stickstoff versorgen. Das macht ihn zu einem wichtigen Helfer in Sachen Bodenverbesserung und nachhaltiger Landwirtschaft.

Symbiose zwischen Inkarnatklee und Rhizobien: Ein bemerkenswertes Zusammenspiel

Die Beziehung zwischen Inkarnatklee und Rhizobien zeigt eine perfekt abgestimmte Symbiose in der Natur. Betrachten wir diesen Prozess genauer.

Etablierung der Symbiose

Die Symbiose beginnt, wenn Wurzelhaare des Inkarnatklees spezifische Signalstoffe, sogenannte Flavonoide, absondern. Diese locken passende Rhizobien-Bakterien an. Die Bakterien heften sich an die Wurzelhaare und dringen durch feine Infektionsschläuche in die Wurzeln ein.

Signalaustausch zwischen Pflanze und Bakterien

Der Signalaustausch ist komplex und fein abgestimmt. Die Pflanze sendet nicht nur Lockstoffe aus, sondern prüft auch, ob die richtigen Bakterien ankommen. Die Rhizobien ihrerseits produzieren Nodulationsfaktoren, die die Wurzelzellen zur Teilung anregen.

Entwicklung der Wurzelknöllchen

Durch die Zellteilungen entstehen die charakteristischen Wurzelknöllchen. In diesen vermehren sich die Bakterien und wandeln sich zu Bakteroiden um. Diese spezialisierten Formen sind in der Lage, den Luftstickstoff zu binden.

Energieaufwand und Nutzen für beide Partner

Die Symbiose ist für beide Partner von Vorteil, aber nicht ohne Kosten. Der Inkarnatklee stellt den Bakterien Kohlenhydrate zur Verfügung, was etwa 10-20% seiner Photosyntheseprodukte ausmacht. Im Gegenzug erhält er den gebundenen Stickstoff, der für sein Wachstum unerlässlich ist.

Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit

Die Symbiose zwischen Inkarnatklee und Rhizobien hat weitreichende positive Folgen für den Boden.

Stickstoffanreicherung im Boden

Durch die Stickstofffixierung reichert der Inkarnatklee den Boden mit diesem wichtigen Nährstoff an. Pro Hektar können so bis zu 150 kg Stickstoff im Jahr gebunden werden. Dies reduziert den Bedarf an künstlichen Düngemitteln erheblich.

Verbesserung der Bodenstruktur

Das tiefreichende Wurzelsystem des Inkarnatklees lockert den Boden auf und verbessert seine Struktur. Dies fördert die Wasserspeicherkapazität und verringert die Erosionsgefahr.

Förderung des Bodenlebens

Die Wurzelausscheidungen und abgestorbenen Pflanzenteile des Inkarnatklees bieten Nahrung für Bodenorganismen. Dies führt zu einer Zunahme der mikrobiellen Aktivität und fördert ein gesundes Bodenökosystem.

Humusaufbau und Kohlenstoffspeicherung

Durch den Anbau von Inkarnatklee wird organisches Material in den Boden eingebracht. Dies trägt zum Humusaufbau bei und erhöht die Fähigkeit des Bodens, Kohlenstoff zu speichern - ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Inkarnatklee in der Fruchtfolge: Vielseitig einsetzbar

Die Einbindung von Inkarnatklee in die Fruchtfolge bietet zahlreiche Vorteile für Landwirte und Gärtner.

Vorteile als Zwischenfrucht

Als Zwischenfrucht angebaut, nutzt Inkarnatklee die Zeit zwischen zwei Hauptkulturen optimal aus. Er schützt den Boden vor Auswaschung und Erosion, unterdrückt Unkraut und bringt gleichzeitig Stickstoff in den Boden ein.

Einsatz als Untersaat

Als Untersaat in Getreide oder Mais gesät, kann Inkarnatklee nach der Ernte der Hauptfrucht weiterwachsen. Dies verlängert die Bodenbedeckung und maximiert die Stickstoffbindung.

Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Kulturen

Inkarnatklee lässt sich gut mit anderen Zwischenfrüchten kombinieren. Mischungen mit Gräsern oder Kreuzblütlern wie Senf oder Ölrettich sind besonders effektiv für eine vielseitige Bodenverbesserung.

Auswirkungen auf Folgefrüchte

Folgefrüchte profitieren von der verbesserten Bodenstruktur und dem angereicherten Stickstoff. Besonders stickstoffbedürftige Kulturen wie Mais oder Kartoffeln zeigen nach Inkarnatklee oft deutliche Ertragssteigerungen.

Der Anbau von Inkarnatklee ist somit nicht nur ein Gewinn für den Boden, sondern auch für den gesamten landwirtschaftlichen Betrieb. Seine vielseitige Einsetzbarkeit macht ihn zu einem wertvollen Baustein in nachhaltigen Anbausystemen.

Ökologische Aspekte des Inkarnatkleeanbaus: Ein Segen für die Umwelt

Der Anbau von Inkarnatklee bringt nicht nur Vorteile für den Boden, sondern hat auch weitreichende positive Auswirkungen auf die Umwelt. Schauen wir uns die ökologischen Aspekte genauer an.

Förderung der Biodiversität

Inkarnatklee zieht die heimische Tierwelt an. Seine leuchtend roten Blüten locken zahlreiche Insekten an und bieten ihnen Nahrung. Besonders Wildbienen und Hummeln profitieren von diesem Nahrungsangebot. Aber auch Schmetterlinge und andere Nützlinge finden hier einen gedeckten Tisch. Diese Vielfalt an Insekten zieht wiederum Vögel an, die sich von ihnen ernähren. So entsteht ein kleines Ökosystem, das die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft erheblich steigert.

Bedeutung als Bienenweide

Für Honigbienen ist der Inkarnatklee eine beliebte Nahrungsquelle. Die Blüten produzieren reichlich Nektar und Pollen, was die Pflanzen zu einer wichtigen Bienenweide macht. In Zeiten, in denen Bienen zunehmend unter Druck geraten, bietet der Anbau von Inkarnatklee eine Möglichkeit, diese wichtigen Bestäuber zu unterstützen. Ein Hektar blühender Inkarnatklee kann Nahrung für bis zu 200.000 Bienen liefern - das ist beachtlich!

Erosionsschutz und Wassermanagement

Die dichte Wurzelmasse des Inkarnatklees leistet einen wertvollen Beitrag zum Erosionsschutz. Sie hält den Boden fest und verhindert, dass er bei starken Regenfällen oder Wind abgetragen wird. Gleichzeitig verbessert der Klee die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens. Das Regenwasser kann besser eindringen und wird im Boden gespeichert, anstatt oberflächlich abzufließen. Das ist besonders in Zeiten zunehmender Wetterextreme von Bedeutung.

Reduzierung von Nährstoffauswaschung

Inkarnatklee nimmt überschüssige Nährstoffe aus dem Boden auf und speichert sie in seiner Biomasse. Dadurch wird verhindert, dass diese Nährstoffe ins Grundwasser ausgewaschen werden. Das ist besonders wichtig für den Gewässerschutz, da übermäßiger Nährstoffeintrag zu Algenblüten und anderen Problemen in Seen und Flüssen führen kann. Der Inkarnatklee fungiert hier als natürlicher Filter.

Praktische Anwendung im Garten und in der Landwirtschaft

Nun, da wir die ökologischen Vorteile kennen, schauen wir uns an, wie man Inkarnatklee praktisch anbaut und nutzt.

Aussaat und Pflege von Inkarnatklee

Die Aussaat des Inkarnatklees erfolgt idealerweise im Spätsommer oder frühen Herbst. Der Boden sollte gut vorbereitet und feinkrümelig sein. Pro Quadratmeter rechnet man mit etwa 2-3 Gramm Saatgut. Die Samen werden nur leicht eingeharkt oder angedrückt, da es sich um Lichtkeimer handelt.

Nach der Aussaat braucht der Inkarnatklee nicht viel Pflege. Bei Trockenheit sollte man gießen, bis die Pflanzen gut etabliert sind. Unkraut kann in der Anfangsphase problematisch sein, aber sobald der Klee dicht steht, unterdrückt er unerwünschte Beikräuter von selbst.

Optimaler Zeitpunkt für die Einarbeitung

Der beste Zeitpunkt zur Einarbeitung des Inkarnatklees ist kurz vor oder während der Blüte. Zu diesem Zeitpunkt hat die Pflanze die maximale Biomasse gebildet und den höchsten Nährstoffgehalt. Man sollte den Klee nicht zu spät einarbeiten, da sonst die Gefahr besteht, dass er aussamt und im nächsten Jahr als Unkraut auftritt.

Die Einarbeitung erfolgt am besten mit einem Grubber oder einer Fräse. Wichtig ist, dass die Pflanzen gut zerkleinert werden, um eine schnelle Zersetzung zu ermöglichen. Nach dem Einarbeiten sollte man den Boden etwa zwei Wochen ruhen lassen, bevor die Hauptkultur gesät oder gepflanzt wird.

Methoden zur Bestimmung der Stickstoffbindung

Die genaue Menge des gebundenen Stickstoffs zu bestimmen, ist nicht ganz einfach. Es gibt jedoch einige Methoden, die Landwirte und Gärtner anwenden können:

  • Visuelle Beurteilung: Die Farbe und Üppigkeit des Pflanzenbestands geben einen ersten Hinweis auf die Stickstoffbindung.
  • Knöllchenzählung: Man kann die Wurzeln vorsichtig ausgraben und die Anzahl und Größe der Knöllchen beurteilen.
  • Biomasse-Messung: Durch Wiegen einer definierten Fläche lässt sich die gebildete Biomasse abschätzen.
  • Laboranalysen: Für genauere Werte kann man Pflanzenproben im Labor untersuchen lassen.

Integration in verschiedene Anbausysteme

Inkarnatklee lässt sich vielseitig in verschiedene Anbausysteme integrieren:

  • Als Zwischenfrucht: Nach der Ernte der Hauptkultur wird Inkarnatklee ausgesät und im Frühjahr vor der nächsten Hauptkultur eingearbeitet.
  • In Mischkulturen: Zusammen mit anderen Gründüngungspflanzen wie Phacelia oder Senf kann Inkarnatklee eine vielseitige Gründüngungsmischung bilden.
  • Im Obstbau: Als Unterbewuchs in Obstanlagen verbessert Inkarnatklee den Boden und lockt Bestäuber an.
  • Im Gemüsebau: Als Vorfrucht für stickstoffbedürftige Gemüsearten wie Kohl oder Kürbisse.

Herausforderungen und Lösungsansätze beim Anbau von Inkarnatklee

Trotz seiner vielen Vorteile ist der Anbau von Inkarnatklee nicht ohne Herausforderungen. Hier sind einige potenzielle Probleme und wie man ihnen begegnen kann:

Potenzielle Probleme beim Anbau

  • Frostempfindlichkeit: In strengen Wintern kann Inkarnatklee Schaden nehmen. Eine Lösung ist die Wahl frostharter Sorten oder die Kombination mit winterharten Pflanzen wie Winterwicken.
  • Krankheiten: Kleekrebs und Mehltau können auftreten. Ein regelmäßiger Fruchtwechsel und die Wahl resistenter Sorten helfen vorzubeugen.
  • Schneckenbefall: Besonders Jungpflanzen sind gefährdet. Hier können Schneckenzäune oder biologische Bekämpfungsmethoden Abhilfe schaffen.

Konkurrenz mit Hauptkulturen

Wird Inkarnatklee als Untersaat oder zu spät eingearbeitet, kann er mit der Hauptkultur um Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Um dies zu vermeiden, sollte man den richtigen Zeitpunkt für die Einarbeitung wählen und bei Untersaaten auf angepasste Aussaatstärken achten.

Anpassung an Klimaveränderungen

Der Klimawandel stellt neue Herausforderungen an den Anbau. Längere Trockenperioden können die Etablierung erschweren. Hier kann eine Beregnung in der Anfangsphase helfen. Auch die Züchtung trockenheitstoleranter Sorten wird zunehmend wichtig.

Optimierung der Stickstoffbindung

Um die Stickstoffbindung zu maximieren, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • pH-Wert: Ein optimaler pH-Wert von 6,0-7,0 fördert die Knöllchenbildung.
  • Impfung: Bei Erstanbau kann eine Impfung mit Rhizobien-Bakterien sinnvoll sein.
  • Nährstoffversorgung: Ausreichend Phosphor und Kalium unterstützen die Stickstoffbindung.
  • Bodenstruktur: Eine gute Durchlüftung des Bodens fördert die Aktivität der Knöllchenbakterien.

Mit diesen Maßnahmen lässt sich die Stickstoffbindung des Inkarnatklees optimieren und sein volles Potenzial als Gründüngungspflanze ausschöpfen. So trägt er nicht nur zur Bodenfruchtbarkeit bei, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Landwirtschaft.

Inkarnatklee im Vergleich: Ein Multitalent unter den Leguminosen

Der Inkarnatklee hat sich als bemerkenswerte Pflanze in der Landwirtschaft etabliert. Wie steht er im Vergleich zu anderen Leguminosen? Betrachten wir seine Eigenschaften genauer.

Vor- und Nachteile gegenüber anderen Leguminosen

Der Inkarnatklee zeichnet sich durch schnelles Wachstum, üppige Biomasse und Winterhärte aus. Er ist vielseitig in der Fruchtfolge einsetzbar, zeigt jedoch eine geringere Kältetoleranz als beispielsweise die Winterwicke. Seine Bienenfreundlichkeit macht ihn bei Imkern und Naturfreunden beliebt.

Perfekte Partnerschaften: Kombinationsmöglichkeiten

In der Landwirtschaft bewähren sich oft Kombinationen. Der Inkarnatklee bildet mit Gräsern wie Welschem Weidelgras ein effektives Duo für die Gründüngung. Die Kleewurzeln lockern den Boden, während das Gras zusätzliche organische Masse liefert - eine wirksame Kombination für die Bodenverbesserung.

Flexibel einsetzbar: Anpassung an verschiedene Anbausysteme

Der Inkarnatklee passt sich sowohl konventionellen als auch ökologischen Anbausystemen an. Im Ökolandbau ist er besonders geschätzt, da er ohne chemische Dünger auskommt und dennoch reichlich Stickstoff liefert. In Mulchsaatsystemen trägt er zum Bodenschutz und zur Erosionsverhinderung bei.

Zukunftsperspektiven: Inkarnatklee im Wandel der Zeit

Angesichts von Klimawandel, Ressourcenknappheit und dem Streben nach Nachhaltigkeit könnte der Inkarnatklee eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft spielen.

Forschung zur Verbesserung der Stickstoffbindung

Wissenschaftler arbeiten an der Züchtung von Sorten mit noch effizienterer Stickstoffbindung. Auch die Symbiose mit Knöllchenbakterien wird untersucht, um die Leistungsfähigkeit des Klees zu steigern.

Potenzial in der nachhaltigen Landwirtschaft

In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnt, könnte der Inkarnatklee eine zentrale Rolle einnehmen. Er hilft, synthetische Dünger einzusparen, verbessert die Bodenqualität und unterstützt die Artenvielfalt - Eigenschaften, die für die Zukunft der Landwirtschaft wertvoll sind.

Klimawandel und Ressourcenschonung: Inkarnatklee als Unterstützung

Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Der Inkarnatklee zeigt hier seine Stärken: Er bewältigt Trockenperioden besser als manche andere Pflanzen und unterstützt die CO2-Speicherung im Boden. Zudem reduziert er den Bedarf an energieintensiv hergestellten Düngemitteln.

Inkarnatklee: Kleine Pflanze, große Wirkung

Der Inkarnatklee erweist sich als vielseitig einsetzbar für Bodenfruchtbarkeit und nachhaltige Landwirtschaft. Seine Fähigkeit zur Stickstoffbindung macht ihn wertvoll für Landwirte und Hobbygärtner.

Seine Bedeutung für eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung ist beachtlich. Er verbessert die Bodenstruktur, fördert das Bodenleben und unterstützt die Nährstofferhaltung im Boden. Dabei zeigt er sich anpassungsfähig an verschiedene Anbausysteme.

Die Zukunftsaussichten für den Inkarnatklee sind vielversprechend. Forschung und Züchtung arbeiten an der Verbesserung seiner positiven Eigenschaften. In Zeiten des Klimawandels und der Ressourcenknappheit könnte er zu einem wichtigen Element einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Landwirtschaft werden.

Als Gründüngung, Zwischenfrucht oder Bienenweide trägt der Inkarnatklee zur Ökologisierung der Landwirtschaft bei. Seine Rolle in der zukünftigen Landwirtschaft bleibt ein spannendes Thema.

Nachhaltige Landwirtschaft: Inkarnatklee als Zukunftsmodell

Der Inkarnatklee zeigt das Potenzial, die Landwirtschaft nachhaltig zu beeinflussen. Mit seiner Fähigkeit zur Stickstoffbindung, Bodenverbesserung und Förderung der Biodiversität könnte er ein Vorbild für umweltfreundliche und ressourcenschonende Landwirtschaft werden. Vom kleinen Garten bis zur großen Ackerfläche demonstriert der Inkarnatklee, dass einfache Lösungen oft am wirkungsvollsten sind. Es liegt an uns, dieses Potenzial zu nutzen und weiterzuentwickeln. Die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft beginnt möglicherweise mit dem unscheinbaren Wachstum einer kleinen, aber bedeutsamen Pflanze: dem Inkarnatklee.

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Was ist Inkarnatklee und woher stammt diese Pflanze ursprünglich?
    Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Mit seinen charakteristischen leuchtend roten, länglich-zylindrischen Blütenköpfen ist er ein echter Hingucker im Garten. Die Pflanze wird 30 bis 50 cm hoch und zeichnet sich durch aufrechten Wuchs sowie die typischen dreiteiligen, behaarten Kleeblätter aus. Ursprünglich stammt Inkarnatklee aus Südeuropa, wo er in mediterranen Gebieten natürlich vorkommt. Von dort hat er sich auch in unseren Breiten etabliert und wird heute erfolgreich als Gründüngung und Zwischenfrucht angebaut. Der wissenschaftliche Name "incarnatum" bezieht sich auf die fleischrote Farbe seiner auffälligen Blüten, die ihm auch die volkstümlichen Namen wie Karmesinroter Klee oder Blutklee eingebracht haben.
  2. Wie funktioniert die Stickstoffbindung bei Inkarnatklee genau?
    Die Stickstoffbindung bei Inkarnatklee erfolgt durch eine faszinierende Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobien). Diese Mikroorganismen leben im Boden und werden durch spezielle Signalstoffe (Flavonoide) angezogen, die die Kleewurzeln absondern. Die Bakterien heften sich an die Wurzelhaare und dringen durch feine Infektionsschläuche in die Wurzeln ein. Dort regen sie die Bildung kleiner Knöllchen an, in denen sie sich zu Bakteroiden umwandeln. In diesen Strukturen läuft der eigentliche Prozess ab: Das Enzym Nitrogenase wandelt Luftstickstoff (N₂) in pflanzenverfügbares Ammonium um. Dieser energieaufwändige Prozess findet unter Sauerstoffausschluss statt, weshalb die Knöllchen Leghämoglobin enthalten, das den Sauerstoff reguliert. So kann Inkarnatklee bis zu 150 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr binden.
  3. Welche Vorteile bietet Inkarnatklee als Gründüngung und Zwischenfrucht?
    Inkarnatklee bietet als Gründüngung und Zwischenfrucht vielfältige Vorteile für Boden und Umwelt. Durch die Stickstoffbindung reichert er den Boden mit diesem wichtigen Nährstoff an und reduziert den Bedarf an synthetischen Düngemitteln erheblich. Seine Pfahlwurzel lockert den Boden bis in tiefe Schichten auf und verbessert die Bodenstruktur nachhaltig. Als Zwischenfrucht schützt er vor Erosion und Nährstoffauswaschung, während er gleichzeitig Unkraut unterdrückt. Die dichte Bodenbedeckung verhindert das Auswaschen wertvoller Nährstoffe ins Grundwasser. Nach der Einarbeitung trägt die Biomasse zum Humusaufbau bei und fördert das Bodenleben. Zudem dienen die leuchtend roten Blüten als wertvolle Bienenweide und unterstützen die Biodiversität. Folgefrüchte profitieren von der verbesserten Bodenfruchtbarkeit und zeigen oft deutliche Ertragssteigerungen.
  4. Welche Rolle spielen Knöllchenbakterien bei der Symbiose mit Inkarnatklee?
    Knöllchenbakterien (Rhizobien) sind die unverzichtbaren Partner des Inkarnatklees bei der Stickstofffixierung. Diese spezialisierten Bodenbakterien erkennen die chemischen Signale der Kleewurzeln und etablieren eine hochkomplexe symbiotische Beziehung. Nach dem Andocken an die Wurzelhaare dringen sie über Infektionsschläuche in die Wurzelzellen ein und stimulieren die Bildung der charakteristischen Wurzelknöllchen. In diesen geschützten Strukturen wandeln sich die Bakterien zu Bakteroiden um - spezialisierte Formen, die ausschließlich der Stickstofffixierung dienen. Sie produzieren das Enzym Nitrogenase, das Luftstickstoff in pflanzenverfügbare Verbindungen umwandelt. Im Gegenzug erhalten die Bakterien von der Pflanze Kohlenhydrate als Energiequelle. Diese perfekt abgestimmte Partnerschaft ermöglicht es dem Inkarnatklee, völlig unabhängig von Stickstoffdüngern zu wachsen und dabei noch den Boden zu bereichern.
  5. Warum gilt Inkarnatklee als besonders wertvoll für die Biodiversität?
    Inkarnatklee gilt als Biodiversitäts-Champion, da er ein komplettes Ökosystem in der Agrarlandschaft schafft. Seine leuchtend roten Blüten sind wahre Insektenmagnete und locken eine Vielzahl von Bestäubern an - von Honigbienen über Wildbienen bis hin zu Hummeln und Schmetterlingen. Ein Hektar blühender Inkarnatklee kann Nahrung für bis zu 200.000 Bienen liefern. Diese Insektenvielfalt zieht wiederum Vögel an, die sich von den Insekten ernähren, wodurch eine komplette Nahrungskette entsteht. Der dichte Bewuchs bietet zudem Lebensraum für Kleintiere und Bodenorganismen. Durch seine Rolle als Nektarquelle trägt er zur Stabilisierung bedrohter Bestäuberpopulationen bei - ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Seine Fähigkeit, brachliegende Flächen schnell zu begrünen, macht ihn zu einem wertvollen Baustein für ökologische Korridore in der Landschaft.
  6. Worin unterscheidet sich Inkarnatklee von anderen Kleearten wie Rotklee oder Weißklee?
    Inkarnatklee unterscheidet sich deutlich von anderen Kleearten durch mehrere charakteristische Merkmale. Während Rotklee (Trifolium pratense) mehrjährig ist und rosa-violette Blüten trägt, ist Inkarnatklee einjährig mit leuchtend roten Blütenköpfen. Diese sind zudem länglich-zylindrisch geformt, während Rotklee kugelförmige Blütenstände aufweist. Weißklee (Trifolium repens) ist niedrigwüchsig und kriechend, Inkarnatklee hingegen wächst aufrecht bis 50 cm hoch. In der Nutzung zeigen sich weitere Unterschiede: Inkarnatklee eignet sich hervorragend als Zwischenfrucht und Gründüngung, da er schnell wächst und früh eingearbeitet werden kann. Rotklee wird oft als Futterpflanze über mehrere Jahre genutzt, während Weißklee hauptsächlich in Dauergrünland vorkommt. Die Stickstoffbindung ist bei allen dreien vorhanden, aber Inkarnatklee punktet durch seine schnelle Biomasseentwicklung und effiziente Nährstoffmobilisierung in kurzer Zeit.
  7. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen zwischen Inkarnatklee und Luzerne?
    Inkarnatklee und Luzerne (Medicago sativa) sind beide wertvolle Leguminosen mit der Fähigkeit zur Stickstoffbindung, unterscheiden sich aber in wesentlichen Punkten. Beide gehen Symbiosen mit Rhizobien ein und verbessern die Bodenfruchtbarkeit erheblich. Ihre tiefreichenden Pfahlwurzeln lockern den Boden und erschließen Nährstoffe aus unteren Bodenschichten. Der größte Unterschied liegt in der Lebensdauer: Inkarnatklee ist einjährig, während Luzerne eine mehrjährige Staude ist, die 3-5 Jahre genutzt werden kann. Optisch unterscheiden sie sich stark - Inkarnatklee trägt rote, zylindrische Blütenstände, Luzerne blaue bis violette Trauben. Luzerne ist deutlich trockenheitsresistenter und tiefwurzeliger als Inkarnatklee. In der Nutzung eignet sich Inkarnatklee besser als Zwischenfrucht und Gründüngung, während Luzerne traditionell als hochwertiges Futtermittel über mehrere Jahre genutzt wird. Beide sind ausgezeichnete Bienenweiden und fördern die Biodiversität.
  8. Wie viel Stickstoff kann Trifolium incarnatum pro Hektar binden?
    Trifolium incarnatum kann beeindruckende Mengen Stickstoff aus der Atmosphäre binden. Unter optimalen Bedingungen erreicht er eine Stickstofffixierung von bis zu 150 kg pro Hektar und Jahr. Diese Leistung hängt von verschiedenen Faktoren ab: der Qualität der Symbiose mit Rhizobien, den Bodenbedingungen, der Witterung und der Bestandsdichte. Bei durchschnittlichen Verhältnissen liegt die Bindungsleistung meist zwischen 80-120 kg Stickstoff pro Hektar. Die Effizienz der Stickstofffixierung ist besonders hoch bei pH-Werten zwischen 6,0 und 7,0, ausreichender Phosphor- und Kaliumversorgung sowie guter Bodenbelüftung. Im Vergleich zu anderen Leguminosen zeigt Inkarnatklee eine sehr effiziente Stickstoffbindung pro Zeiteinheit, da er als einjährige Pflanze seine gesamte Energie in die schnelle Biomasseproduktion investiert. Diese Menge entspricht etwa dem Stickstoffbedarf einer nachfolgenden Getreideernte, wodurch synthetische Dünger erheblich reduziert werden können.
  9. Wo kann man hochwertigen Inkarnatklee kaufen und worauf sollte man bei der Auswahl achten?
    Hochwertigen Inkarnatklee erhalten Sie bei spezialisierten Gartenfachhändlern wie samen.de, die sich auf Qualitätssaatgut und Gründüngung spezialisiert haben. Bei der Auswahl sollten Sie auf mehrere Qualitätskriterien achten: Die Keimfähigkeit sollte mindestens 85% betragen und das Saatgut TKG-geprüft (Tausendkorngewicht) sein. Achten Sie auf das Erntejahr - frisches Saatgut keimt zuverlässiger. Zertifiziertes Saatgut garantiert Sortenreinheit und ist frei von Unkrautsamen. Für Gründüngung eignen sich besonders schnellwüchsige Sorten mit hoher Biomasseproduktion. Etablierte Anbieter wie samen.de bieten oft auch Beratung zur optimalen Aussaatmenge (20-25 kg/ha) und zum richtigen Aussaatzeitpunkt. Beim Online-Kauf sollten Sie auf eine fachgerechte Lagerung und Verpackung achten. Große Mengen für landwirtschaftliche Nutzung erhalten Sie oft günstiger, während für Hobbygärtner kleinere Packungsgrößen praktischer sind. Impfsaatgut mit Rhizobien kann bei Erstanbau sinnvoll sein.
  10. Welche Saatgutqualität ist beim Bestellen von Kleesamen für Gründüngung empfehlenswert?
    Für erfolgreiche Gründüngung mit Kleesamen ist erstklassige Saatgutqualität entscheidend. Fachkundige Gartenhändler wie samen.de empfehlen Saatgut mit mindestens 90% Keimfähigkeit und höchster Reinheit (über 98%). Das Saatgut sollte aktuell sein - idealerweise nicht älter als zwei Jahre. Zertifizierte Qualität nach EU-Standards garantiert Sortenreinheit und Freisein von Unkrautsamen. Besonders wichtig ist die Wahl geeigneter Sorten: Für schnelle Bodenbedeckung eignen sich raschkeimende Typen, für maximale Stickstoffbindung solche mit hoher Biomasseproduktion. Bei Erstanbau auf neuen Flächen kann vorimpfiertes Saatgut mit Rhizobien-Bakterien die Etablierung deutlich verbessern. Die Lagerung sollte kühl und trocken erfolgen sein - professionelle Anbieter garantieren entsprechende Lagerbedingungen. Für größere Flächen lohnt sich der Kauf größerer Gebinde, da diese oft preiswerter sind. Achten Sie auch auf die richtige Korngrößeneinteilung für gleichmäßige Aussaat mit Ihrer Sämaschine.
  11. Welche biochemischen Prozesse laufen in den Wurzelknöllchen während der Stickstofffixierung ab?
    In den Wurzelknöllchen des Inkarnatklees laufen hochkomplexe biochemische Prozesse ab. Das zentrale Enzym ist die Nitrogenase, die ausschließlich unter sauerstofffreien Bedingungen arbeiten kann. Daher enthält das Knöllchen Leghämoglobin, ein rotes Protein, das Sauerstoff bindet und reguliert - es verleiht den Knöllchen ihre charakteristische rötliche Farbe. Der eigentliche Fixierungsprozess erfolgt in drei Schritten: Zunächst spaltet die Nitrogenase die sehr stabile Dreifachbindung des Luftstickstoffs (N₂) unter enormem Energieaufwand - etwa 16 ATP-Moleküle pro fixiertem Stickstoffmolekül. Dabei entsteht Ammoniak (NH₃), der sofort zu Ammonium (NH₄⁺) protoniert wird. In einem dritten Schritt wird das Ammonium über die Glutamin-Synthetase in Glutamin und andere Aminosäuren umgewandelt, die dann in die Pflanze transportiert werden. Parallel dazu liefert die Pflanze den Bakteroiden kontinuierlich Kohlenhydrate als Energiequelle für diesen energieintensiven Prozess.
  12. Wie beeinflusst das Bodenökosystem die Effizienz der symbiotischen Bakterien?
    Das Bodenökosystem hat entscheidenden Einfluss auf die Effizienz der Rhizobien-Symbiose mit Inkarnatklee. Der pH-Wert spielt eine Schlüsselrolle - optimal sind Werte zwischen 6,0 und 7,0, da saure Böden die Bakterienaktivität hemmen und die Knöllchenbildung verschlechtern. Die Bodenstruktur muss ausreichend belüftet sein, damit die Wurzelatmung funktioniert, obwohl die Stickstofffixierung selbst unter Sauerstoffausschluss stattfindet. Mikronährstoffe wie Molybdän und Eisen sind für die Nitrogenase-Funktion unerlässlich. Ein aktives Bodenleben mit vielfältigen Mikroorganismen fördert die Etablierung der Symbiose, während fungizidbelastete oder verdichtete Böden die Bakterienaktivität beeinträchtigen. Die Phosphor- und Kaliumversorgung beeinflusst direkt die Energiebereitstellung für die Stickstofffixierung. Konkurrierende Bodenbakterien können die spezifische Rhizobien-Population verdrängen, weshalb ein ausgewogenes mikrobielles Gleichgewicht wichtig ist. Temperatur und Bodenfeuchtigkeit regulieren die Bakterienaktivität - optimal sind 15-25°C und gleichmäßige, aber nicht zu hohe Feuchtigkeit.
  13. Welche Bedeutung hat Inkarnatklee für den natürlichen Nährstoffkreislauf?
    Inkarnatklee spielt eine zentrale Rolle im natürlichen Nährstoffkreislauf und fungiert als lebendiger Nährstoffpumpe. Durch seine Pfahlwurzel erschließt er Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten, die anderen Pflanzen nicht zugänglich sind, und transportiert sie in die oberen Bereiche. Der fixierte Stickstoff wird bei der Zersetzung der Pflanzenreste allmählich freigesetzt und steht Folgekulturen zur Verfügung - ein perfektes Slow-Release-System. Seine Wurzelausscheidungen und abgestorbenen Wurzelteile nähren unzählige Bodenorganismen, die wiederum organische Substanz abbauen und Nährstoffe mineralisieren. Der hohe Kohlenstoffgehalt seiner Biomasse trägt zum Humusaufbau bei, wodurch die Nährstoffspeicherkapazität des Bodens langfristig verbessert wird. Gleichzeitig verhindert die dichte Bodenbedeckung die Auswaschung bereits vorhandener Nährstoffe. Als Leguminose durchbricht er den Nährstoffkreislauf traditioneller Kulturen und reichert das System mit "neuem" Stickstoff an, ohne externe Inputs zu benötigen.
  14. Wie trägt die Pfahlwurzel des Inkarnatklees zur Bodenstruktur bei?
    Die Pfahlwurzel des Inkarnatklees ist ein mächtiges Werkzeug zur Bodenverbesserung und kann bis zu 1,5 Meter tief in den Boden eindringen. Durch ihr Wachstum durchbricht sie Verdichtungshorizonte und schafft natürliche Drainagekanäle, die die Wasserdurchlässigkeit und Belüftung des Bodens nachhaltig verbessern. Diese vertikalen Röhren bleiben nach dem Absterben der Wurzel als Makroporen erhalten und dienen als Wasserwege sowie als Lebensraum für Bodentiere wie Regenwürmer. Die Wurzelausscheidungen (Exsudate) fördern die Bildung stabiler Bodenkrümel durch die Aktivierung bodenverbindender Mikroorganismen. Beim Absterben und Zersetzen der Wurzel entsteht ein verzweigtes Porensystem, das die Durchwurzelbarkeit für nachfolgende Kulturen erleichtert. Die hohe Wurzelmasse trägt erheblich zur Humusbildung bei - etwa 30-40% der gesamten Pflanzenmasse befindet sich unterirdisch. Diese organische Substanz verbessert die Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität des Bodens langfristig und stabilisiert die Bodenstruktur gegen Erosion.
  15. Wann ist der beste Zeitpunkt für die Aussaat von Inkarnatklee im Garten?
    Der optimale Aussaatzeitpunkt für Inkarnatklee liegt zwischen Ende August und Mitte September, wenn die Bodentemperaturen noch warm genug für die Keimung sind, aber die große Sommerhitze bereits nachlässt. In milderen Regionen kann die Aussaat bis Anfang Oktober erfolgen. Die Bodentemperatur sollte mindestens 12-15°C betragen, damit die Samen zügig keimen. Bei Frühjahrsaussaat ist März bis April ideal, sobald der Boden bearbeitbar ist und keine strengen Fröste mehr drohen. Wichtig ist ausreichende Bodenfeuchtigkeit zur Keimung - bei Trockenheit sollte gewässert werden. Die Herbstaussaat hat den Vorteil, dass der Klee über Winter eine dichte Bodenbedeckung bildet und im Frühjahr bereits etabliert ist. Bei Frühjahrsaussaat entwickelt sich der Bestand schneller, erreicht aber möglicherweise nicht die gleiche Biomasse. Für optimale Knöllchenbildung sollte die Aussaat bei feuchter, aber nicht nasser Witterung erfolgen. Regional können sich die Termine je nach Klima um einige Wochen verschieben.
  16. Wie lässt sich Inkarnatklee optimal in bestehende Fruchtfolgesysteme integrieren?
    Die Integration von Inkarnatklee in Fruchtfolgesysteme erfolgt am besten als Zwischenfrucht nach früh räumenden Kulturen wie Wintergerste, Frühkartoffeln oder Gemüse. Ideal ist der Anbau vor stickstoffbedürftigen Kulturen wie Mais, Kartoffeln oder Kohlarten, die von der Stickstoffnachlieferung profitieren. In einem dreijährigen Rotationssystem kann Inkarnatklee jedes dritte Jahr als Zwischenfrucht integriert werden, um die Bodenfruchtbarkeit kontinuierlich zu verbessern. Bei der Planung sollte beachtet werden, dass er etwa 6-8 Monate Standzeit benötigt - von Herbstaussaat bis zur Einarbeitung im späten Frühjahr. Eine bewährte Kombination ist Wintergetreide-Inkarnatklee-Hackfrucht-Rotation. In Mischkulturen lässt er sich gut mit Gräsern wie Welschen Weidelgras kombinieren. Wichtig ist ein Anbaupause von mindestens drei Jahren zwischen Kleekulturen zur Vermeidung von Fruchtfolgekrankheiten. In ökologischen Systemen kann er als N-Lieferant synthetische Dünger ersetzen. Die Einarbeitung sollte 2-3 Wochen vor der Folgekultur erfolgen, damit die Nährstoffe pflanzenverfügbar werden.
  17. Ist es ein Mythos, dass alle Leguminosen gleich viel Stickstoff binden können?
    Es ist definitiv ein Mythos, dass alle Leguminosen gleich viel Stickstoff binden können. Die Stickstoffbindungsleistung variiert erheblich zwischen den verschiedenen Arten und hängt von zahlreichen Faktoren ab. Inkarnatklee beispielsweise bindet 80-150 kg N/ha/Jahr, während Luzerne bis zu 300 kg erreichen kann, aber über mehrere Jahre. Buschbohnen schaffen nur etwa 50-80 kg, Rotklee hingegen 150-250 kg pro Hektar und Jahr. Diese Unterschiede resultieren aus verschiedenen Faktoren: der spezifischen Rhizobien-Sorte, der Pflanzenmorphologie, der Lebensdauer und den Umweltansprüchen. Einjährige Arten wie Inkarnatklee konzentrieren ihre Stickstoffbindung auf eine Saison, mehrjährige verteilen sie über längere Zeiträume. Auch die Effizienz der Symbiose variiert - manche Arten bilden mehr und aktivere Knöllchen als andere. Die Standortbedingungen beeinflussen zusätzlich die Bindungsleistung: pH-Wert, Nährstoffversorgung, Klima und Bodenbeschaffenheit wirken artspezifisch unterschiedlich. Daher ist die Auswahl der richtigen Leguminose für den jeweiligen Zweck und Standort entscheidend.
  18. In welchen Klimazonen und Bodentypen gedeiht Inkarnatklee am besten?
    Inkarnatklee gedeiht am besten in gemäßigten bis warm-gemäßigten Klimazonen mit milden Wintern und ausreichenden Niederschlägen. Optimal sind Gebiete mit Jahresniederschlägen von 500-800 mm und Durchschnittstemperaturen zwischen 15-25°C während der Wachstumsperiode. Er verträgt Wintertemperaturen bis etwa -10°C, ist aber nicht extrem frosthart. Daher eignen sich weinbauliche Klimazonen und milde Lagen besonders gut. Bei den Böden ist Inkarnatklee relativ anspruchslos und wächst auf leichten bis mittelschweren Böden am besten. Sandige Lehme und lehmige Sande mit guter Drainage sind ideal. Er verträgt auch leicht saure Bedingungen (pH 5,5-7,0), bevorzugt aber neutrale bis schwach alkalische Böden. Schwere, staunasse Tone und extrem sandige Böden sind weniger geeignet. Die Bodenstruktur sollte krümelig und gut belüftet sein, da die Rhizobien-Symbiose Sauerstoff für die Wurzelatmung benötigt. In Deutschland finden sich optimale Bedingungen vor allem in Süddeutschland, dem Rheingraben und anderen klimatisch begünstigten Regionen.
  19. Was unterscheidet Inkarnatklee von anderen Bienenweide-Pflanzen wie Phacelia?
    Inkarnatklee und Phacelia unterscheiden sich fundamental in ihrer Bienenweide-Funktion und ökologischen Wirkung. Während beide exzellente Nektarquellen sind, bietet Inkarnatklee den entscheidenden Zusatznutzen der Stickstoffbindung - Phacelia als Kreuzblütler kann dies nicht. Die Blütezeiten variieren: Inkarnatklee blüht je nach Aussaattermin von April bis Juni, Phacelia von Juni bis Oktober, was eine zeitliche Staffelung ermöglicht. Optisch sind sie völlig verschieden - Inkarnatklees rote, zylindrische Blütenstände ziehen andere Insektenarten an als Phacelias blaue Spiralblüten. Phacelia ist einjährig und muss jährlich neu gesät werden, während Inkarnatklee sich in warmen Regionen gelegentlich selbst aussät. In der Fruchtfolge ergänzen sie sich perfekt: Phacelia eignet sich als Kreuzblütler nicht vor Raps oder Kohlarten, Inkarnatklee als Leguminose nicht vor anderen Hülsenfrüchten. Beide unterdrücken Unkraut effektiv, aber nur Inkarnatklee verbessert langfristig die Bodenfruchtbarkeit durch Stickstofffixierung. Für maximale Bienenweide-Wirkung ist eine Kombination beider Arten in der Fruchtfolge optimal.
  20. Worin liegt der Unterschied zwischen einjährigen und mehrjährigen Kleearten?
    Der grundlegende Unterschied zwischen einjährigen und mehrjährigen Kleearten liegt in ihrer Lebensstrategie und Nutzung. Einjährige Arten wie Inkarnatklee investieren ihre gesamte Energie in schnelles Wachstum, Blüte und Samenproduktion binnen einer Vegetationsperiode. Sie eignen sich hervorragend als Zwischenfrucht und Gründüngung, da sie rasch Biomasse bilden und flexibel in Fruchtfolgen integrierbar sind. Mehrjährige Kleearten wie Rotklee oder Weißklee entwickeln dagegen ausdauernde Wurzelsysteme und können 3-5 Jahre genutzt werden. Sie bilden im ersten Jahr meist nur vegetative Masse und blühen erst ab dem zweiten Jahr intensiv. Mehrjährige Arten bieten kontinuierliche Stickstoffbindung und eignen sich für Dauergrünland oder mehrjährige Kleegras-Mischungen. Ihre Wurzeln sind oft tiefer und das Wurzelsystem stabiler, was zu nachhaltiger Bodenverbesserung führt. Einjährige Kleearten wie Inkarnatklee sind hingegen ideal für dynamische Anbausysteme, wo jährlich neue Kulturen etabliert werden. Beide Strategien haben ihre Berechtigung je nach Bewirtschaftungszielen.
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