Knollensellerie: Anbau in Freiland und Gewächshaus

Knollensellerie: Vielseitiges Wurzelgemüse für Ihren Garten

Knollensellerie ist ein anspruchsvolles, aber äußerst lohnendes Gemüse für engagierte Gärtner. Mit der richtigen Pflege gedeiht es sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus prächtig und belohnt uns mit seiner vielseitigen Verwendbarkeit in der Küche.

Knollensellerie-Anbau: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Lange Kulturdauer von 6-7 Monaten
  • Nährstoffreicher, humoser Boden erforderlich
  • Vorzucht ab Februar, Auspflanzung ab Mai
  • Regelmäßige Bewässerung und Düngung wichtig
  • Ernte ab September bis November

Botanische Einordnung des Knollenselleries

Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er ist eine Varietät des Selleries und zeichnet sich durch seine verdickte, knollenartige Wurzel aus. Die Pflanze bildet oberirdisch eine Blattrosette und unterirdisch die namensgebende Knolle - ein faszinierendes Beispiel für die Vielfalt in unserem Gemüsegarten.

Nährwert und Verwendung in der Küche

Knollensellerie ist nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Er enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und ätherische Öle. Mit nur 25 kcal pro 100 g ist er kalorienarm und eignet sich hervorragend für eine ausgewogene Ernährung.

In der Küche lässt sich Knollensellerie vielseitig einsetzen:

  • Roh als knackiger Salat oder Rohkost
  • Gekocht in Suppen und Eintöpfen
  • Gebraten als Gemüsebeilage
  • Püriert als cremige Beilage oder Suppe

Mein persönlicher Favorit sind Knollensellerie-Schnitzel - paniert und knusprig gebraten sind sie ein wahrer Gaumenschmaus und eine tolle Alternative zu fleischbasierten Gerichten!

Überblick: Freiland vs. Gewächshausanbau

Beim Anbau von Knollensellerie stehen uns zwei Hauptmethoden zur Verfügung: Freiland und Gewächshaus. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt:

Freilandanbau

  • Natürliche Wachstumsbedingungen
  • Geringere Kosten
  • Größere Anbaufläche möglich
  • Höheres Risiko durch Witterungseinflüsse

Gewächshausanbau

  • Kontrollierte Wachstumsbedingungen
  • Längere Anbausaison
  • Schutz vor Schädlingen und Krankheiten
  • Höhere Anfangsinvestitionen

Die Wahl der Anbaumethode hängt von den individuellen Möglichkeiten und Zielen ab. In meinem Garten habe ich mich für eine Kombination entschieden: Frühsorten im Gewächshaus für eine zeitige Ernte und Hauptsorten im Freiland für die Lagerung. Diese Strategie hat sich für mich bewährt und ermöglicht eine verlängerte Erntezeit.

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Standortansprüche

Bodenbeschaffenheit und pH-Wert

Knollensellerie stellt hohe Ansprüche an den Boden. Er bevorzugt:

  • Tiefgründigen, humosen Boden
  • Gute Wasserspeicherfähigkeit
  • pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5

Eine gründliche Bodenverbesserung vor der Pflanzung lohnt sich definitiv. In meinem Garten arbeite ich dafür gut verrotteten Kompost und etwas Hornspäne in die obere Bodenschicht ein. Diese Vorbereitung zahlt sich in Form von kräftigen, gesunden Pflanzen aus.

Licht- und Temperaturbedarf

Knollensellerie ist ein Lichtkeimer und benötigt viel Sonne. Er gedeiht am besten bei:

  • Vollsonnigem Standort
  • Temperaturen zwischen 15°C und 20°C
  • Gleichmäßiger Wasserversorgung

Beachten Sie, dass Knollensellerie frostempfindlich ist. Bei Spätfrösten im Frühjahr sollten Sie die Jungpflanzen unbedingt schützen, um Schäden zu vermeiden und einen guten Start in die Saison zu gewährleisten.

Fruchtwechsel und geeignete Vorkulturen

Ein durchdachter Fruchtwechsel beugt Krankheiten vor und optimiert die Nährstoffversorgung. Gute Vorkulturen für Knollensellerie sind:

  • Hülsenfrüchte (z.B. Erbsen, Bohnen)
  • Kartoffeln
  • Kürbisgewächse

Vermeiden Sie den Anbau nach anderen Doldenblütlern wie Möhren oder Petersilie. In meinem Garten hat sich eine vierjährige Fruchtfolge bewährt, bei der Knollensellerie nach Kartoffeln angebaut wird. Diese Rotation hat sich als sehr effektiv erwiesen und trägt zu gesunden, ertragreichen Pflanzen bei.

Aussaat und Jungpflanzenanzucht

Optimaler Zeitpunkt für die Aussaat

Die Aussaat von Knollensellerie erfolgt früh im Jahr:

  • Mitte Februar bis Anfang März für Gewächshauskultur
  • Anfang bis Mitte März für Freilandkultur

Bedenken Sie, dass Knollensellerie eine lange Entwicklungszeit von 6-7 Monaten hat. Eine rechtzeitige Aussaat ist daher entscheidend für eine gute Ernte. Planen Sie also frühzeitig und lassen Sie sich von der langen Kulturdauer nicht entmutigen - die Geduld wird sich auszahlen!

Methoden der Jungpflanzenanzucht

Für die Anzucht von Knollensellerie gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Aussaat in Anzuchtschalen oder Multitopfplatten
  • Verwendung von Quelltabletten
  • Direktsaat ins Freiland (nur in warmen Regionen empfehlenswert)

Ich bevorzuge die Aussaat in Multitopfplatten, da dies das spätere Pikieren erleichtert und jede Pflanze genug Platz zur Entwicklung hat. Diese Methode hat sich in meiner langjährigen Praxis als besonders effektiv erwiesen.

Pikieren und Abhärten der Jungpflanzen

Sobald die Sämlinge 2-3 Blätter entwickelt haben, werden sie pikiert:

  • Vorsichtig aus der Anzuchterde lösen
  • In größere Töpfe mit nährstoffreicher Erde umsetzen
  • Tief einpflanzen, bis zu den Keimblättern

Etwa zwei Wochen vor dem Auspflanzen ins Freiland beginnt das Abhärten. Stellen Sie die Jungpflanzen tagsüber für einige Stunden nach draußen und gewöhnen Sie sie so schrittweise an die Außenbedingungen. Dieser Prozess ist entscheidend für die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen und sollte nicht übersprungen werden.

Mit diesen Grundlagen sind Sie bestens für den Start in die Knollenselleriesaison gerüstet. Denken Sie daran: Geduld und Sorgfalt zahlen sich bei diesem anspruchsvollen, aber lohnenden Gemüse aus. Der Anbau von Knollensellerie ist eine spannende Herausforderung, die mit köstlichen und gesunden Ergebnissen belohnt wird. Viel Freude und Erfolg bei der Anzucht!

Pflanzung ins Freiland oder Gewächshaus

Vorbereitung des Pflanzbeetes

Bei der Pflanzung von Knollensellerie ist eine gründliche Beetvorbereitung entscheidend. Der Boden sollte tiefgründig gelockert und mit reifem Kompost oder gut verrottetem Stallmist angereichert werden. Ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 erweist sich als optimal. Bei zu saurem Boden kann etwas Kalk Wunder wirken. In meiner langjährigen Erfahrung hat sich gezeigt, dass eine vernachlässigte Bodenvorbereitung oft zu Wachstumsproblemen führt.

Richtige Pflanzdichte und -tiefe

Knollensellerie benötigt ausreichend Platz zum Wachsen. Im Freiland empfiehlt sich ein Abstand von 40 x 40 cm, während wir im Gewächshaus etwas enger mit 35 x 35 cm pflanzen können. Die Pflanztiefe spielt eine entscheidende Rolle: Der Vegetationspunkt sollte knapp über der Erde liegen. Zu tiefes Pflanzen könnte Fäulnis begünstigen, während zu flaches Pflanzen dazu führt, dass die Knollen aus dem Boden wachsen.

Unterschiede zwischen Freiland- und Gewächshauspflanzung

Im Freiland beginnen wir mit der Pflanzung von Knollensellerie ab Mitte Mai, wenn Spätfröste unwahrscheinlich geworden sind. Im Gewächshaus können wir schon Anfang Mai starten. Das Gewächshaus bietet den Vorteil kontrollierbarer Bedingungen für Temperatur und Feuchtigkeit. Im Freiland müssen wir zwar mit Wetterschwankungen rechnen, profitieren aber von einer besseren natürlichen Belüftung, was der Vorbeugung von Pilzerkrankungen zugutekommt.

Pflege während der Wachstumsphase

Bewässerung: Bedarf und Methoden

Als Flachwurzler verlangt Knollensellerie nach regelmäßiger Bewässerung, insbesondere von Juli bis September. Allerdings fördert übermäßige Nässe die Fäulnisbildung. Der Boden sollte feucht, aber nicht durchnässt sein. In meinem Garten hat sich die Tröpfchenbewässerung bewährt - sie spart nicht nur Wasser, sondern hält auch die Blätter trocken, was Pilzerkrankungen vorbeugt.

Düngung: Nährstoffbedarf und Düngeplan

Knollensellerie ist ein Nährstoff-Gourmand. Zusätzlich zur Grunddüngung empfiehlt sich eine regelmäßige Nachdüngung. In meiner Praxis hat sich bewährt, alle 3-4 Wochen einen stickstoffbetonten organischen Dünger zu geben. Ab August reduzieren wir den Stickstoffanteil zugunsten von mehr Kalium, um die Knollenbildung zu fördern. Es gilt jedoch zu beachten: Zu viel Stickstoff mag zwar üppiges Blattwachstum fördern, geht aber auf Kosten der Knollenbildung.

Unkrautbekämpfung und Bodenlockerung

Regelmäßiges Hacken und Jäten erweist sich als unerlässlich. Dabei lockern wir nicht nur den Boden, sondern verbessern auch die Durchlüftung und beugen Staunässe vor. Besonders in den ersten Wochen nach der Pflanzung ist die Unkrautbekämpfung von größter Bedeutung. Eine Mulchschicht kann sich als nützlich erweisen, um Unkraut zu unterdrücken und die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren.

Spezielle Pflegemaßnahmen im Gewächshaus

Im Gewächshaus gilt es, besonders auf gute Belüftung zu achten, um Pilzerkrankungen vorzubeugen. Regelmäßiges Lüften ist hier das A und O. An besonders heißen Tagen kann eine leichte Schattierung Verbrennungen vorbeugen. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu hoch sein - kurzes Lüften morgens und abends hilft dabei. Im Gewächshaus trocknet der Boden erfahrungsgemäß schneller aus, daher ist eine regelmäßige Bewässerung unerlässlich. Ein kleiner Tipp aus meiner Praxis: Zwischen die Selleriepflanzen setze ich gerne Basilikum. Das hält nicht nur Schädlinge fern, sondern nutzt den verfügbaren Platz optimal aus.

Krankheiten und Schädlinge bei Knollensellerie

Knollensellerie ist zwar grundsätzlich eine robuste Pflanze, kann aber dennoch von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen heimgesucht werden. Um eine reiche Ernte zu sichern, ist es entscheidend, diese frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.

Häufige Krankheiten bei Knollensellerie

Zu den häufigsten Krankheiten beim Knollensellerie zählen:

  • Septoria-Blattfleckenkrankheit: Diese Pilzerkrankung macht sich durch braune Flecken auf den Blättern bemerkbar. Bei starkem Befall können die Blätter leider absterben.
  • Sellerieschorf: Erkennbar an rauen, korkartigen Stellen auf der Knollenoberfläche. Der Schorf beeinträchtigt zwar nicht den Geschmack, mindert aber den Verkaufswert - was für Hobbygärtner zum Glück weniger relevant ist.
  • Bakterielle Blattfleckenkrankheit: Äußert sich durch wässrige, später braune Flecken auf den Blättern. Bei feuchter Witterung kann sich die Krankheit rasant ausbreiten.

Um diesen Krankheiten vorzubeugen, ist eine durchdachte Fruchtfolge unerlässlich. Knollensellerie sollte nicht direkt nach anderen Doldenblütlern angebaut werden. Eine ausgewogene Düngung und regelmäßige Kontrolle der Pflanzen helfen ebenfalls, Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

Typische Schädlinge und deren Bekämpfung

Neben Krankheiten können auch verschiedene Schädlinge dem Knollensellerie zusetzen:

  • Möhrenfliege: Die Larven fressen Gänge in die Knollen. Eine späte Aussaat ab Mitte Mai könnte helfen, da die erste Generation der Fliegen dann meist schon vorbei ist.
  • Blattläuse: Sie saugen an den Blättern und können Viruskrankheiten übertragen. Eine Bekämpfung mit Nützlingen wie Marienkäfern oder Florfliegen erweist sich oft als erfolgreich.
  • Schnecken: Besonders junge Pflanzen sind gefährdet. Schneckenkorn oder Bierfallen können Abhilfe schaffen.

In meinem Garten setze ich bei der Schädlingsbekämpfung gerne auf biologische Methoden. Zum Beispiel habe ich ausgezeichnete Erfahrungen mit Knoblauch-Jauche gegen Blattläuse gemacht. Auch das Ausbringen von Nützlingen hat sich als äußerst effektiv erwiesen.

Vorbeugende Maßnahmen im Freiland und Gewächshaus

Vorbeugung ist zweifellos der beste Schutz gegen Krankheiten und Schädlinge. Hier einige bewährte Maßnahmen:

  • Standortwahl: Knollensellerie gedeiht am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit nährstoffreichem, lockerem Boden.
  • Fruchtfolge: Ein Anbauwechsel von mindestens vier Jahren verhindert die Anreicherung von Krankheitserregern im Boden.
  • Hygiene: Entfernen Sie kranke Pflanzenteile umgehend und entsorgen Sie diese keinesfalls auf dem Kompost.
  • Bewässerung: Gießen Sie vorzugsweise morgens und vermeiden Sie eine Überkopfbewässerung, um die Blätter trocken zu halten.
  • Mischkultur: Der Anbau von Knollensellerie neben Porree oder Tagetes kann Schädlinge auf natürliche Weise abwehren.

Im Gewächshaus gelten im Grunde die gleichen Regeln wie im Freiland. Zusätzlich ist hier auf eine gute Belüftung zu achten, um Pilzerkrankungen vorzubeugen. Regelmäßiges Lüften, besonders am Morgen, hilft dabei, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren.

Ernte und Lagerung von Knollensellerie

Nach all der Mühe des Anbaus und der Pflege kommt nun der spannendste Teil: die Ernte. Mit der richtigen Technik und Lagerung können Sie sich lange an Ihrem selbst angebauten Knollensellerie erfreuen.

Bestimmung des optimalen Erntezeitpunkts

Der richtige Zeitpunkt für die Ernte ist entscheidend für Geschmack und Haltbarkeit des Knollenselleries. Folgende Anzeichen deuten auf die Erntezeit hin:

  • Die äußeren Blätter beginnen zu vergilben.
  • Die Knollen haben einen Durchmesser von mindestens 10-12 cm erreicht.
  • Bei leichtem Druck auf die Knolle fühlt sie sich fest an.

In der Regel ist Knollensellerie ab September bis Ende Oktober erntereif. Ich persönlich warte gerne den ersten leichten Frost ab, da dies den Geschmack intensiviert. Allerdings sollte man nicht zu lange zögern, da starker Frost die Knollen beschädigen kann.

Erntemethoden für Freiland und Gewächshaus

Die Ernte von Knollensellerie erfordert etwas Fingerspitzengefühl, um die Knollen nicht zu beschädigen:

  • Lockern Sie zunächst die Erde um die Pflanze herum mit einer Grabegabel.
  • Fassen Sie die Pflanze am Blattansatz und ziehen Sie sie behutsam aus dem Boden.
  • Entfernen Sie überschüssige Erde von der Knolle, aber waschen Sie sie nicht.
  • Schneiden Sie die Blätter bis auf etwa 2-3 cm über der Knolle ab.
  • Kürzen Sie die Wurzeln, lassen Sie aber einen kurzen Wurzelansatz stehen.

Im Gewächshaus gestaltet sich die Ernte ähnlich, ist aber oft einfacher, da der Boden meist lockerer ist. Hier lassen sich die Knollen häufig ohne Werkzeug aus der Erde ziehen.

Richtige Lagerung für lange Haltbarkeit

Mit der richtigen Lagerung können Sie Ihren Knollensellerie mehrere Monate lang frisch halten:

  • Kühle Lagerung: Ideal ist eine Temperatur von 0-5°C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Ein kühler Keller oder eine Erdmiete eignen sich hervorragend.
  • Einschlagen in Sand: Betten Sie die Knollen in eine Kiste mit feuchtem Sand. So bleiben sie bis zu 6 Monate frisch.
  • Einfrieren: Geschnittener Knollensellerie lässt sich gut einfrieren. Blanchieren Sie ihn vorher kurz.

Ein Tipp aus meiner langjährigen Erfahrung: Wickeln Sie einzelne Knollen in Zeitungspapier und lagern Sie sie in einer Holzkiste im Keller. So konnte ich schon bis ins Frühjahr hinein frischen Knollensellerie genießen.

Mit diesen Methoden zur Ernte und Lagerung können Sie lange von Ihrem selbst angebauten Knollensellerie profitieren. Ob als knackige Beilage, in Suppen oder als Rohkost - der intensive Geschmack wird Sie für Ihre Mühe reichlich belohnen.

Freiland vs. Gewächshaus: Eine Gegenüberstellung

Ertragsvergleich

Beim Anbau von Knollensellerie gibt es spannende Unterschiede zwischen Freiland und Gewächshaus. Draußen entwickeln sich die Pflanzen oft zu wahren Kraftpaketen, die Krankheiten und Schädlingen besser trotzen können. Allerdings tanzen sie auch nach der Pfeife des Wetters, was den Ertrag manchmal unberechenbar macht. In guten Jahren kann man im Freiland jedoch regelrecht mit Knollen überschüttet werden! Im Gewächshaus haben wir dagegen die Zügel in der Hand: Konstantere Bedingungen führen meist zu verlässlicheren und oft sogar höheren Erträgen. Ein weiterer Pluspunkt: Die Anbausaison lässt sich hier prima strecken.

Was die Knollen so drauf haben

Interessanterweise zeigen sich auch bei der Knollenqualität deutliche Unterschiede. Freiland-Knollensellerie entwickelt häufig ein kräftigeres Aroma - vermutlich weil er Wind und Wetter trotzen muss. Die Form kann dabei schon mal etwas eigenwillig ausfallen, und in der Größe sind sie meist etwas bescheidener. Im Gewächshaus wachsen die Knollen dagegen wie am Schnürchen: schön gleichmäßig und oft beachtlich groß. Der Geschmack ist zwar tendenziell milder, dafür sehen die Knollen oft aus wie geleckt. Das kontrollierte Umfeld im Gewächshaus schützt sie eben vor so mancher Unbill der Natur.

Schweißtreibend oder entspannt?

Was den Arbeitsaufwand angeht, scheiden sich die Geister. Im Freiland heißt es: Ärmel hochkrempeln für die Bodenbearbeitung und den ewigen Kampf gegen das Unkraut. Dafür spart man sich den ganzen Zinnober mit dem Bau und der Pflege eines Gewächshauses. Dort ist die Pflege der Pflanzen oft weniger schweißtreibend - man kommt besser ran und hat alles unter Kontrolle. Allerdings will so ein Gewächshaus auch gehegt und gepflegt werden: Lüften und Feuchtigkeitskontrolle stehen auf der Tagesordnung. Kostentechnisch hat das Freiland zunächst die Nase vorn, schließlich muss man nicht in teure Gewächshausstrukturen investieren. Auf lange Sicht könnte sich das Gewächshaus aber durchaus rechnen - vor allem, wenn man die höheren und konstanteren Erträge in die Waagschale wirft.

Knollensellerie erfolgreich anbauen - so geht's!

Die richtige Sorte macht's

Bei der Sortenwahl sollte man die Ohren spitzen. Für's Freiland sind Kraftpakete wie 'Prinz' oder 'Monarch' genau richtig - die stecken auch mal eine Wetterkapriole locker weg. Im Gewächshaus darf's auch etwas sensibler zugehen: Hier machen ertragreiche Sorten wie 'Diamant' oder 'Brilliant' eine gute Figur. Wer nur wenig Platz hat oder in Kübeln anbaut, greift am besten zu kompakten Sorten wie 'Ballcelery'. Ich kann nur empfehlen, ruhig mal verschiedene Sorten auszuprobieren. So findet man die Perle, die zum eigenen Garten und Gaumen am besten passt.

Gute Nachbarschaft im Beet

Knollensellerie ist ein echter Teamplayer, wenn's um Mischkultur geht. Er versteht sich prächtig mit Kohlrabi, Porree oder Buschbohnen. Die machen ihm weder die Nährstoffe streitig, noch locken sie die gleichen Plagegeister an - im Gegenteil, oft schützen sie sich sogar gegenseitig. Ein Tipp aus meinem Garten: Tagetes oder Ringelblumen als Begleiter halten nicht nur Nematoden fern, sondern locken auch fleißige Bestäuber an. Finger weg dagegen von anderen Doldenblütlern wie Karotten oder Petersilie in der Nähe. Die haben ähnliche Ansprüche und teilen oft die gleichen Schädlinge - das kann schnell nach hinten losgehen.

Überwintern - eine Herausforderung für Mutige

Normalerweise behandeln wir Knollensellerie als Einjährige, aber für Abenteuerlustige gibt's da noch was zu entdecken. In milden Gegenden kann man die Knollen mit einer dicken Mulchschicht aus Laub oder Stroh im Boden überwintern lassen - das funktioniert tatsächlich manchmal! Wer auf Nummer sicher gehen will, gräbt die Knollen vor dem ersten Frost aus. Ein kleiner Trick, den ich gerne anwende: Erde vorsichtig entfernen, Laub bis auf wenige Zentimeter zurückschneiden und dann die Knollen in Kisten mit feuchtem Sand einschlagen. Bei etwa 5°C im Keller halten sie sich prima bis zum Frühjahr. Dann treiben sie wieder aus und man kann sogar eigenes Saatgut gewinnen - ein spannendes Projekt für Gärtner mit Forscherdrang!

Knollensellerie: Ein Multitalent für Ihren Garten

Egal ob Sie Freiland-Fan oder Gewächshaus-Guru sind - Knollensellerie ist definitiv einen Versuch wert. Klar, er fordert einen heraus, aber glauben Sie mir: Wenn Sie Ihre erste selbstgezogene Knolle ernten, ist das ein unschlagbares Gefühl! Experimentieren Sie ruhig mit verschiedenen Anbaumethoden. Jeder Garten ist anders, und mit der Zeit finden Sie heraus, was bei Ihnen am besten funktioniert. Mit ein bisschen Übung und den richtigen Kniffen werden Sie schon bald Ihren eigenen, aromatischen Knollensellerie genießen können. Und wer weiß - vielleicht werden Sie ja zum Knollensellerie-Experten in Ihrer Nachbarschaft!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Wie lange dauert die Kulturdauer von Knollensellerie vom Samen bis zur Ernte?
    Die Kulturdauer von Knollensellerie beträgt 6-7 Monate vom Samen bis zur Ernte. Diese lange Entwicklungszeit macht eine frühe Aussaat ab Mitte Februar bis Anfang März unerlässlich. Die Aussaat erfolgt zunächst geschützt im Gewächshaus oder auf der Fensterbank, gefolgt von einer Jungpflanzenanzucht mit Pikieren und Abhärten. Ab Mitte Mai können die Pflanzen ins Freiland ausgepflanzt werden. Die eigentliche Ernte beginnt dann ab September und kann bis November andauern. Diese ausgedehnte Kulturdauer erklärt, warum Knollensellerie als anspruchsvolles Gemüse gilt - die Geduld wird jedoch mit aromatischen, vielseitig verwendbaren Knollen belohnt. Eine rechtzeitige Planung ist daher entscheidend für den Anbauerfolg.
  2. Welche Bodenbeschaffenheit benötigt Knollensellerie für optimales Wachstum?
    Knollensellerie benötigt einen tiefgründigen, humosen Boden mit guter Wasserspeicherfähigkeit für optimales Wachstum. Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 7,5 liegen - bei zu saurem Boden kann eine Kalkgabe helfen. Eine gründliche Bodenverbesserung mit reifem Kompost oder gut verrottetem Stallmist ist vor der Pflanzung essentiell. Der Boden muss nährstoffreich sein, da Knollensellerie einen hohen Nährstoffbedarf hat. Gleichzeitig sollte Staunässe vermieden werden, da dies Fäulnis begünstigt. Eine lockere, krümelige Struktur ist ideal, damit sich die Knollen ungehindert entwickeln können. Die Bodentemperatur sollte konstant über 15°C liegen. Diese anspruchsvollen Bodenbedingungen erfordern eine sorgfältige Vorbereitung, zahlen sich aber durch kräftige, gesunde Pflanzen und eine reiche Ernte aus.
  3. Was sind die wichtigsten Pflegemaßnahmen beim Anbau von Knollensellerie?
    Die wichtigsten Pflegemaßnahmen beim Knollensellerie-Anbau umfassen regelmäßige Bewässerung, Düngung und Bodenlockerung. Als Flachwurzler benötigt Knollensellerie konstante Bodenfeuchtigkeit, besonders von Juli bis September. Eine Tröpfchenbewässerung hat sich bewährt, da sie Wasser spart und die Blätter trocken hält. Bei der Düngung empfiehlt sich alle 3-4 Wochen ein stickstoffbetonter organischer Dünger, ab August dann kaliumreich für bessere Knollenbildung. Regelmäßiges Hacken und Jäten ist unerlässlich für die Unkrautbekämpfung und Bodenlockerung. Eine Mulchschicht kann Unkraut unterdrücken und Bodenfeuchtigkeit bewahren. Im Gewächshaus ist zusätzlich auf gute Belüftung zu achten, um Pilzerkrankungen vorzubeugen. Diese kontinuierliche Pflege während der langen Kulturdauer ist entscheidend für den Anbauerfolg.
  4. Warum ist Knollensellerie besonders frostempfindlich und wie schützt man die Pflanzen?
    Knollensellerie ist besonders frostempfindlich, da er ursprünglich aus mediterranen Gebieten stammt und keine genetische Anpassung an Kälte besitzt. Die Pflanzenzellen enthalten viel Wasser, das bei Frost gefriert und die Zellstrukturen zerstört. Bereits Temperaturen unter 0°C können zu irreversiblen Schäden führen, während Jungpflanzen schon bei leichten Spätfrösten im Frühjahr gefährdet sind. Zum Schutz sollten Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freiland gepflanzt werden. Bei unerwarteten Spätfrösten helfen Vlies, Folientunnel oder umgestülpte Eimer als Notschutz. Im Herbst kann ein leichter Frost den Geschmack sogar intensivieren, aber starker Frost beschädigt die Knollen. Für die Ernte sollte man daher rechtzeitig vor anhaltenden Minusgraden ernten oder die Pflanzen mit Mulch und Vlies schützen.
  5. Was macht Knollensellerie zu einem Lichtkeimer und was bedeutet das für die Aussaat?
    Knollensellerie ist ein Lichtkeimer, was bedeutet, dass die Samen Licht benötigen, um erfolgreich zu keimen. Die sehr kleinen Samen enthalten nur begrenzte Energiereserven und sind auf Photosynthese angewiesen, um den Keimvorgang zu aktivieren. Für die Aussaat bedeutet dies, dass die Samen nur ganz dünn mit Erde bedeckt oder sogar nur leicht angedrückt werden dürfen. Eine Aussaattiefe von maximal 0,5 cm ist optimal - oft reicht es, die Samen nur auf die Erde zu streuen und leicht anzuklopfen. Die Aussaat sollte an einem hellen Standort bei 18-22°C erfolgen. Wichtig ist eine konstante Feuchtigkeit ohne Staunässe. Diese Lichtkeimer-Eigenschaft erklärt auch, warum Knollensellerie bevorzugt an vollsonnigen Standorten gedeiht. Die richtige Aussaattechnik ist entscheidend für eine gute Keimrate, die bei optimalen Bedingungen 7-14 Tage dauert.
  6. Worin unterscheiden sich Freilandanbau und Gewächshauskultur bei Knollensellerie?
    Freilandanbau und Gewächshauskultur unterscheiden sich bei Knollensellerie in mehreren wesentlichen Punkten. Im Freiland entwickeln sich robustere Pflanzen mit intensiverem Aroma, aber unregelmäßigeren Knollenformen und geringeren Größen. Das Witterungsrisiko ist höher und die Anbausaison kürzer. Der Arbeitsaufwand ist hauptsächlich bei Bodenbearbeitung und Unkrautbekämpfung hoch. Im Gewächshaus entstehen durch kontrollierte Bedingungen gleichmäßigere, größere Knollen mit milderem Geschmack. Die Anbausaison ist länger und Erträge konstanter. Allerdings erfordert dies höhere Anfangsinvestitionen und regelmäßige Belüftung zur Pilzprävention. Pflanzdichten sind unterschiedlich: Freiland 40x40 cm, Gewächshaus 35x35 cm. Bewässerung ist im Gewächshaus kontrollierbarer aber häufiger nötig. Eine Kombination beider Methoden - Frühsorten im Gewächshaus, Hauptsorten im Freiland - maximiert die Erntezeit und nutzt die Vorteile beider Systeme.
  7. Wie unterscheidet sich Knollensellerie von anderen Wurzelgemüsen im Anbau?
    Knollensellerie unterscheidet sich deutlich von anderen Wurzelgemüsen in seinen Anbauansprüchen. Anders als Möhren oder Radieschen, die direkt gesät werden, erfordert Knollensellerie eine aufwendige Jungpflanzenanzucht ab Februar. Mit 6-7 Monaten hat er die längste Kulturdauer aller Wurzelgemüse. Während die meisten Wurzelgemüse Dunkelkeimer sind, ist Knollensellerie ein Lichtkeimer mit sehr kleinen Samen. Der Nährstoffbedarf ist deutlich höher als bei Möhren oder Radieschen - er benötigt konstante Düngung während der gesamten Wachstumsperiode. Die Frostempfindlichkeit ist ausgeprägter als bei robusten Wurzelgemüsen wie Schwarzwurzeln oder Winterrettich. Knollensellerie bildet als Doldenblütler eine oberirdische Blattrosette und eine unterirdische Knolle, während echte Wurzelgemüse nur die Wurzel verdicken. Der Wasserbedarf ist höher und konstanter als bei trockenheitstoleranten Wurzelgemüsen. Diese Besonderheiten machen Knollensellerie zu einem anspruchsvolleren, aber auch lohnenderen Anbauobjekt.
  8. Welche botanische Familie gehört Knollensellerie an und was sind seine Eigenschaften?
    Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae), ehemals Umbelliferae genannt. Diese Familie umfasst auch Möhren, Petersilie, Dill und Fenchel. Charakteristisch für Doldenblütler sind die schirmförmigen Blütenstände und ätherische Öle, die den typischen intensiven Geschmack verleihen. Knollensellerie ist eine Varietät des Wild-Selleries und zeichnet sich durch seine verdickte, knollenartige Pfahlwurzel aus. Die Pflanze bildet oberirdisch eine dichte Blattrosette mit gefiederten, aromatischen Blättern und unterirdisch die namensgebende Knolle. Die zweijährige Pflanze erreicht im ersten Jahr die Knollenreife und würde im zweiten Jahr blühen und Samen bilden. Mit nur 25 kcal pro 100g ist Knollensellerie kalorienarm, aber reich an Vitaminen, Mineralstoffen und ätherischen Ölen. Die Knolle kann 10-15 cm Durchmesser erreichen und wiegt meist 300-800g.
  9. Wo kann man qualitatives Knollensellerie-Saatgut kaufen?
    Qualitatives Knollensellerie-Saatgut erhalten Sie bei spezialisierten Gartenfachhändlern, die auf hochwertiges Saatgut setzen. Samen.de, ein etablierter Spezialist für Gemüsesaatgut, bietet verschiedene bewährte Knollensellerie-Sorten mit geprüfter Keimfähigkeit an. Fachkundige Gartencenter vor Ort ermöglichen persönliche Beratung und regionsspezifische Sortenempfehlungen. Bio-Läden führen oft samenfestes, ökologisch erzeugtes Saatgut für Selbstversorger. Samenbanken und Erhaltungsinitiativen bieten alte, robuste Sorten für experimentierfreudige Gärtner. Wichtig ist der Kauf bei seriösen Anbietern, die Herkunft, Keimfähigkeit und Sortenreinheit garantieren können. Online-Shops bieten oft größere Sortenvielfalt, während lokale Anbieter regionsspezifische Expertise mitbringen. Professionelle Samenhändler wie samen.de investieren in optimale Lagerung und regelmäßige Keimtests, was die Erfolgsaussichten im Garten deutlich erhöht. Vermeiden Sie dubiose Billiganbieter ohne Qualitätsgarantien.
  10. Welche Kriterien sollte man beim Kauf von Sellerie-Samen beachten?
    Beim Kauf von Sellerie-Samen sollten mehrere wichtige Qualitätskriterien beachtet werden. Die Keimfähigkeit ist entscheidend - seriöse Anbieter wie samen.de geben diese in Prozent und mit Testdatum an. Frisches Saatgut (max. 2-3 Jahre alt) keimt deutlich besser als älteres. Die Sortenauswahl sollte an Klimazone und Verwendungszweck angepasst sein: robuste Sorten für Freilandanbau, ertragreiche für Gewächshaus, kompakte für begrenzte Räume. Samenfeste Sorten ermöglichen eigene Saatgutgewinnung, während F1-Hybride oft einheitlichere Erträge liefern. Achten Sie auf Resistenzen gegen typische Krankheiten wie Septoria oder Sellerieschorf. Bio-Saatgut stammt aus ökologischer Erzeugung ohne chemische Behandlung. Die Herkunft sollte vertrauenswürdig und nachvollziehbar sein. Professionelle Samenhändler bieten detaillierte Sortenbeschreibungen, Anbauhinweise und Kundenservice. Vermeiden Sie verdächtig billige Angebote ohne Qualitätsangaben oder Herkunftsnachweise, da diese oft zu Enttäuschungen führen.
  11. Welche Rolle spielt die Fruchtfolge beim Anbau von Selleriepflanzen?
    Die Fruchtfolge spielt eine entscheidende Rolle beim erfolgreichen Knollensellerie-Anbau, da sie Krankheitsaufbau verhindert und Nährstoffversorgung optimiert. Knollensellerie sollte nicht direkt nach anderen Doldenblütlern wie Möhren, Petersilie oder Dill angebaut werden, da diese ähnliche Schädlinge und Krankheiten teilen. Besonders gefährlich ist der Anbau auf Flächen mit Selleriewelke oder Septoria-Befall aus Vorjahren. Gute Vorkulturen sind Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen), die den Boden mit Stickstoff anreichern, sowie Kartoffeln oder Kürbisgewächse, die den Boden lockern. Eine vierjährige Anbaupause zu anderen Doldenblütlern hat sich bewährt. Nach Knollensellerie eignen sich anspruchslose Pflanzen wie Salate oder Radieschen, da der Boden stark beansprucht wurde. Gründüngung zwischen den Kulturen verbessert Bodenstruktur und Nährstoffgehalt. Diese durchdachte Fruchtfolge reduziert Pflanzenschutzmaßnahmen und erhöht langfristig den Ertrag und die Pflanzengesundheit erheblich.
  12. Wie wirkt sich die Mischkultur auf den Erfolg beim Knollensellerie-Anbau aus?
    Mischkultur wirkt sich sehr positiv auf den Knollensellerie-Anbau aus, da sie natürliche Synergien zwischen Pflanzen nutzt. Knollensellerie harmoniert hervorragend mit Kohlrabi, Porree und Buschbohnen, da diese unterschiedliche Nährstoffansprüche haben und sich nicht konkurrenzieren. Besonders bewährt hat sich die Kombination mit Porree, der Schädlinge wie die Möhrenfliege fernhält. Tagetes und Ringelblumen als Begleitpflanzen reduzieren Nematoden und locken Nützlinge an. Basilikum zwischen den Selleriepflanzen hält Schädlinge fern und nutzt den Platz optimal. Ungünstig ist dagegen die Nachbarschaft zu anderen Doldenblütlern wie Möhren oder Petersilie, da sie ähnliche Krankheiten und Schädlinge anziehen. Die Mischkultur verbessert die Bodenausnutzung, fördert die Biodiversität und kann Erträge um bis zu 20% steigern. Zusätzlich wird die Ausbreitung von Krankheiten verlangsamt und das Mikroklima im Beet ausgeglichener. Diese natürliche Anbaumethode reduziert den Pflegeaufwand und erhöht die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen.
  13. Welche Schädlinge und Krankheiten bedrohen Wurzelsellerie besonders?
    Wurzelsellerie wird von verschiedenen spezifischen Schädlingen und Krankheiten bedroht. Die Möhrenfliege ist der Hauptschädling - ihre Larven fressen Gänge in die Knollen und können die gesamte Ernte vernichten. Blattläuse übertragen Viruskrankheiten und schwächen die Pflanzen durch Saugtätigkeit. Schnecken gefährden besonders Jungpflanzen in feuchten Perioden. Bei den Krankheiten ist die Septoria-Blattfleckenkrankheit am häufigsten, erkennbar an braunen Blattflecken, die zum Absterben der Blätter führen können. Sellerieschorf verursacht raue, korkartige Stellen auf der Knollenoberfläche und mindert die Qualität. Die bakterielle Blattfleckenkrankheit breitet sich bei feuchter Witterung rasant aus. Vorbeugung ist der beste Schutz: durchdachte Fruchtfolge, ausgewogene Düngung, Vermeidung von Überkopfbewässerung und gute Belüftung im Gewächshaus. Befallene Pflanzenteile sollten sofort entfernt und nicht kompostiert werden. Natürliche Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen und biologischen Mitteln ist besonders nachhaltig und schont die Umwelt.
  14. Wie beeinflusst der Nährstoffbedarf die Entwicklung der Sellerieknolle?
    Der hohe Nährstoffbedarf beeinflusst die Knollenentwicklung bei Sellerie maßgeblich. Knollensellerie ist ein Starkzehrer und benötigt kontinuierliche Nährstoffversorgung über die gesamte 6-7 monatige Kulturdauer. Stickstoff fördert zunächst das Blattwachstum und die Photosynthese, die für die Energieproduktion essentiell ist. Zu viel Stickstoff führt jedoch zu übermäßigem Blattwachstum auf Kosten der Knollenbildung. Ab August sollte daher kaliumreich gedüngt werden, da Kalium die Knollenentwicklung, Festigkeit und Lagerfähigkeit fördert. Phosphor unterstützt Wurzelbildung und Energietransfer. Magnesium ist für die Chlorophyllbildung wichtig. Calcium stärkt die Zellwände und verhindert Fäulnis. Eine ausgewogene Grunddüngung mit reifem Kompost, kombiniert mit regelmäßiger Nachdüngung alle 3-4 Wochen, gewährleistet optimale Knollenentwicklung. Nährstoffmangel führt zu kleinen, holzigen Knollen, während Überdüngung Krankheitsanfälligkeit erhöht. Die richtige Balance ist entscheidend für große, saftige und aromatische Knollen.
  15. Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Jungpflanzenanzucht von Sellerie?
    Der optimale Zeitpunkt für die Jungpflanzenanzucht von Sellerie liegt zwischen Mitte Februar und Anfang März. Für Gewächshauskultur kann bereits Mitte Februar ausgesät werden, für Freilandkultur empfiehlt sich Anfang bis Mitte März. Diese frühe Aussaat ist entscheidend, da Knollensellerie eine lange Entwicklungszeit von 6-7 Monaten benötigt und erst ab September erntereif wird. Die Anzucht erfolgt bei 18-22°C in geschützter Umgebung - Gewächshaus, Wintergarten oder helle Fensterbank. Nach der Keimung (7-14 Tage) werden die Temperaturen auf 16-18°C reduziert, um kompakte, kräftige Jungpflanzen zu erzielen. Das Pikieren erfolgt bei 2-3 Blättern, etwa 4-6 Wochen nach der Aussaat. Ab Anfang Mai beginnt das Abhärten - die Pflanzen werden schrittweise an Außenbedingungen gewöhnt. Die Pflanzung ins Freiland erfolgt dann nach den Eisheiligen ab Mitte Mai. Diese zeitliche Planung gewährleistet optimale Entwicklungsbedingungen und maximiert die Erfolgschancen für eine reiche Ernte.
  16. Wie pikiert und härtet man Knollensellerie-Jungpflanzen richtig ab?
    Das Pikieren von Knollensellerie-Jungpflanzen erfolgt bei 2-3 echten Blättern, etwa 4-6 Wochen nach der Aussaat. Die Sämlinge werden vorsichtig aus der Anzuchterde gelöst - am besten mit einem Pikierstab oder Teelöffel. Dabei ist Behutsamkeit wichtig, um die empfindlichen Wurzeln nicht zu beschädigen. Die Pflänzchen werden in größere Töpfe (8-10 cm) mit nährstoffreicher Anzuchterde umgesetzt und bis zu den Keimblättern tief eingepflanzt. Dies fördert die Bildung zusätzlicher Wurzeln am Stängel. Nach dem Pikieren an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Platz bei 16-18°C weiterkultivieren. Das Abhärten beginnt zwei Wochen vor der Auspflanzung: Die Jungpflanzen werden tagsüber stundenweise nach draußen gestellt und schrittweise an Außentemperaturen, Wind und Sonne gewöhnt. Nachts kommen sie zunächst noch ins Warme. Diese Abhärtung macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Stress und verbessert die Anwachsrate nach der Pflanzung erheblich.
  17. Ist es ein Mythos, dass Knollensellerie schwer anzubauen ist?
    Es ist kein Mythos - Knollensellerie gehört tatsächlich zu den anspruchsvolleren Gemüsesorten, aber mit dem richtigen Wissen ist er durchaus erfolgreich anbaubar. Die Herausforderungen liegen in der langen Kulturdauer von 6-7 Monaten, dem frühen Aussaatbeginn im Februar/März und den hohen Ansprüchen an Boden und Pflege. Viele Hobbygärtner scheitern an der aufwendigen Jungpflanzenanzucht oder unzureichender Nährstoffversorgung. Die Frostempfindlichkeit und der konstante Wasserbedarf erfordern kontinuierliche Aufmerksamkeit. Dennoch ist Knollensellerie bei richtiger Herangehensweise auch für Hobbygärtner machbar: mit guter Bodenvorbereitung, regelmäßiger Pflege und Geduld. Wichtig sind realistische Erwartungen und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Moderne Sorten sind robuster als frühere Varietäten. Mit zunehmender Erfahrung wird der Anbau routinierter. Die Belohnung - aromatische, vielseitig verwendbare Knollen - rechtfertigt den Aufwand. Knollensellerie ist herausfordernd, aber definitiv nicht unmöglich.
  18. In welchen Klimazonen und Regionen gedeiht Knollensellerie am besten?
    Knollensellerie gedeiht am besten in gemäßigten Klimazonen mit kühlen, feuchten Sommern und frostfreien Perioden von mindestens 6-7 Monaten. Optimal sind Temperaturen zwischen 15-20°C während der Hauptwachstumszeit. Zu heiße Sommer über 25°C stressen die Pflanzen und können zu vorzeitigem Schossen führen. In Deutschland eignen sich besonders die nördlichen und westlichen Regionen mit atlantischem Klimaeinfluss - Norddeutschland, Niederrhein und Küstengebiete. Hier sorgen milde, feuchte Bedingungen für ideales Wachstum. In Süddeutschland und alpinen Regionen sind Höhenlagen zwischen 400-800m günstig, da sie kühlere Sommer bieten. Mediterrane Gebiete sind nur für Herbst-/Winterkulturen geeignet. In kontinentalen Klimazonen mit heißen, trockenen Sommern ist Gewächshausanbau vorzuziehen. Wichtig sind gleichmäßige Niederschläge oder Bewässerung von 600-800mm während der Vegetationszeit. Spätfrostgefahr bis Mai und frühe Herbstfröste begrenzen die Anbaueignung in ungünstigen Lagen.
  19. Was unterscheidet Knollensellerie von Staudensellerie und Schnittsellerie?
    Knollensellerie, Staudensellerie und Schnittsellerie sind verschiedene Varietäten derselben Art (Apium graveolens), die für unterschiedliche Pflanzenteile gezüchtet wurden. Knollensellerie (var. rapaceum) bildet eine große, fleischige Knolle als Haupternteprodukt und wird wegen dieser verdickten Wurzel angebaut. Die Blätter sind eher klein und derb. Staudensellerie (var. dulce) wurde auf dicke, fleischige Blattstiele gezüchtet, die gebleicht werden können. Die Knolle bleibt klein und unbrauchbar. Schnittsellerie (var. secalinum) ähnelt optisch der Petersilie und wird für die aromatischen Blätter kultiviert, die als Würzkraut verwendet werden. Er bildet weder Knolle noch verdickte Stiele aus. Die Anbauansprüche sind grundsätzlich ähnlich - alle bevorzugen nährstoffreiche, feuchte Böden. Knollensellerie hat jedoch die längste Kulturdauer und höchsten Nährstoffanspruch. Staudensellerie wird oft gebleicht, Schnittsellerie kann mehrfach geschnitten werden. Geschmacklich sind alle würzig-aromatisch, aber in unterschiedlicher Intensität und Textur.
  20. Wie unterscheiden sich die verschiedenen Varietäten von Apium graveolens?
    Die verschiedenen Varietäten von Apium graveolens haben sich durch jahrhundertelange Züchtung auf spezifische Pflanzenteile spezialisiert. Apium graveolens var. rapaceum (Knollensellerie) entwickelt eine große, runde Knolle von 10-15 cm Durchmesser als verdickte Hauptwurzel. Die Blätter bleiben klein und werden meist nicht genutzt. Var. dulce (Staudensellerie/Bleichsellerie) bildet bis zu 30 cm lange, fleischige Blattstiele aus, während die Wurzel dünn bleibt. Die Stiele werden oft durch Anhäufeln gebleicht. Var. secalinum (Schnittsellerie) ähnelt Petersilie mit fein gefiederten, aromatischen Blättern für Würzzwecke. Weder Knolle noch Stiele verdicken sich. Var. graveolens ist die Wildform mit dünner Wurzel und bitter-scharfem Geschmack. Botanisch sind alle interfertil und können sich kreuzen. Kulturansprüche sind ähnlich, aber Knollensellerie braucht die längste Kulturdauer und tiefsten Boden. Diese Sortenvielfalt zeigt die erstaunliche Plastizität der Art und ermöglicht vielfältige Nutzung in Küche und Garten.
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