Majoran und Oregano: Würzkräuter im Vergleich

Majoran und Oregano: Mediterrane Würzkräuter im Vergleich

Majoran und Oregano sind zwei Kräuter, die in der mediterranen Küche nicht wegzudenken sind. Obwohl sie zur gleichen Pflanzengattung gehören, haben sie doch recht unterschiedliche Eigenschaften, die sie in der Küche einzigartig machen.

Vielfalt im Kräutergarten

  • Majoran und Oregano stammen beide aus der Gattung Origanum
  • Majoran: eher mild im Geschmack, einjährige Pflanze
  • Oregano: kräftigeres Aroma, mehrjährige Staude
  • Beide Kräuter lassen sich vielseitig einsetzen

Bedeutung in der Küche

Es ist faszinierend, wie diese beiden Kräuter die mediterrane Küche prägen. Ihr charakteristisches Aroma gibt vielen Gerichten eine besondere Note. Während Majoran häufig in der deutschen und österreichischen Küche zum Einsatz kommt, spielt Oregano in der italienischen und griechischen Küche eine Hauptrolle.

Ich erinnere mich noch gut an meine erste Italienreise. Der Duft von frischem Oregano in der Tomatensauce hat mich damals regelrecht verzaubert. Seitdem gehört das Kraut zu meinen absoluten Favoriten im Kräutergarten.

Botanische Verwandtschaft

Es mag überraschen, aber trotz ihrer unterschiedlichen Geschmacksprofile sind Majoran und Oregano botanisch eng verwandt. Beide gehören zur Gattung Origanum aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Diese Verwandtschaft erklärt auch, warum sie sich in Aussehen und Wuchsform ähneln.

Botanische Merkmale

Majoran (Origanum majorana)

Wuchsform und Blätter

Majoran ist eine einjährige, krautige Pflanze, die zwischen 20 und 50 cm hoch werden kann. Die Stängel wachsen aufrecht und verzweigen sich. Die Blätter sind oval bis eiförmig, ganzrandig und stehen sich gegenüber am Stängel. Ihre graugrüne Färbung und leichte Behaarung geben ihnen ein fast samtiges Aussehen.

Blüten und Blütezeit

Von Juli bis September zeigt der Majoran seine kleinen, weißen bis hellrosa Blüten in dichten, ährenförmigen Ständen. Diese Blüten sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten im Garten.

Oregano (Origanum vulgare)

Wuchsform und Blätter

Im Gegensatz zum einjährigen Majoran ist Oregano eine mehrjährige Staude, die es auf eine Höhe von 30 bis 80 cm bringen kann. Die Stängel wachsen aufrecht und haben oft einen rötlichen Schimmer. Die Blätter sind eiförmig bis oval, ganzrandig oder leicht gezähnt und ebenfalls gegenständig angeordnet. Sie sind dunkelgrün und weniger behaart als die des Majorans.

Blüten und Blütezeit

Die Blüten des Oreganos überraschen mit ihrer kräftigen rosa bis purpurroten Farbe. Sie erscheinen von Juli bis September in lockeren, rispigen Blütenständen. Auch sie sind ein Magnet für Insekten und tragen zur Artenvielfalt im Garten bei.

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Produktbild von Nelson Garden Oregano mit Pflanzenbild und Symbolen für mehrjährige Kultur, Wuchshöhe und Verwendungsmöglichkeiten.
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Geschmackliche Unterschiede

Aroma von Majoran

Majoran besticht durch sein mildes, leicht süßliches Aroma. Der Geschmack ist warm und würzig, mit einer Spur Schärfe und einer dezenten Bitternote. Seine feine, komplexe Aromatik wird oft als zart und elegant beschrieben.

Aroma von Oregano

Oregano trumpft im Vergleich zu Majoran mit einem kräftigeren, intensiveren Aroma auf. Der Geschmack ist würzig-herb mit einer leichten Schärfe und einer deutlicheren Bitternote. Viele beschreiben das Aroma als robust und durchdringend.

Kulinarische Verwendung im Vergleich

Die unterschiedlichen Aromen von Majoran und Oregano machen sie zu vielseitigen Küchenhelfern:

  • Majoran harmoniert besonders gut mit milden Gerichten wie Kartoffelspeisen, Suppen und hellem Fleisch. Er verleiht auch Hülsenfrüchten eine besondere Note und ist oft in Wurstwaren zu finden.
  • Oregano ist der Star in Tomatengerichten, auf Pizza und in Pasta. Er passt hervorragend zu gegrilltem Fleisch, Gemüse und Salaten. In der griechischen Küche wäre der traditionelle Bauernsalat ohne Oregano undenkbar.

Ein kleiner Tipp aus meiner Küche: Probieren Sie doch mal, Majoran und Oregano zu mischen. In manchen Gerichten ergänzen sich die beiden Kräuter wunderbar und schaffen ein ausgewogenes Aromaprofil.

Ob Sie nun eher Team Majoran oder Team Oregano sind - beide Kräuter bereichern den Garten und die Küche auf ihre ganz eigene Art. Mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und Aromen bieten sie unzählige Möglichkeiten, Gerichte zu verfeinern und dem Garten eine mediterrane Note zu verleihen.

Anbau und Pflege von Majoran und Oregano

Die mediterranen Würzpflanzen Majoran und Oregano haben unterschiedliche Ansprüche an ihren Standort und ihre Pflege. Hier erfahren Sie, wie Sie beide Kräuter erfolgreich kultivieren können.

Standortansprüche

Majoran: Ein Sonnenanbeter

Majoran gedeiht am besten an einem sonnigen, geschützten Platz im Garten oder auf dem Balkon. Der Boden sollte nährstoffreich und gut durchlässig sein. Staunässe verträgt Majoran überhaupt nicht, deshalb ist eine gute Drainage unerlässlich.

Oregano: Der Anpassungsfähige

Oregano zeigt sich deutlich robuster und flexibler als sein Verwandter. Er kommt sowohl mit sonnigen als auch mit halbschattigen Standorten zurecht. Durchlässige, kalkhaltige Böden sind ideal, aber selbst auf kargen Standorten wächst Oregano noch gut. Als winterharte Pflanze übersteht er auch frostige Temperaturen im Freiland.

Bodenanforderungen

Beide Kräuter bevorzugen lockere, humusreiche Böden mit guter Drainage. Für Majoran liegt der optimale pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0, während Oregano sogar leicht alkalische Böden bis pH 8,0 toleriert. Eine Bodenverbesserung mit Kompost oder gut verrottetem Mist vor der Pflanzung kann sich durchaus lohnen.

Aussaat und Pflanzung

Majoran: Der Sommergenießer

In unseren Breitengraden wird Majoran meist einjährig kultiviert. Die Aussaat beginnt ab Mitte April im Haus oder Gewächshaus. Ins Freiland darf der Majoran erst nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai. Planen Sie einen Reihenabstand von etwa 25 cm ein und vereinzeln Sie die Pflanzen in der Reihe auf 15-20 cm.

Oregano: Flexibel das ganze Jahr

Oregano lässt sich sowohl im Frühjahr als auch im Herbst aussäen oder pflanzen. Die Freilandaussaat startet ab April, vorgezogene Pflanzen können ab Mai ins Beet. Geben Sie den Pflanzen mit einem Abstand von etwa 30 x 30 cm genügend Raum zur Entfaltung, denn Oregano breitet sich im Laufe der Zeit aus.

Pflege während der Wachstumsphase

Bewässerung

Majoran benötigt regelmäßige, aber moderate Bewässerung. Der Boden sollte feucht, aber nicht durchnässt sein. Oregano zeigt sich deutlich genügsamer und kommt mit längeren Trockenperioden zurecht. Bei beiden Kräutern gilt: Gießen Sie möglichst nicht von oben, um Pilzerkrankungen vorzubeugen.

Düngung

Sowohl Majoran als auch Oregano sind recht anspruchslos, was die Düngung angeht. Eine leichte Kompostgabe im Frühjahr reicht in der Regel aus. Bei Topfkultur empfiehlt sich alle 4-6 Wochen eine Düngung mit verdünntem Kräuterdünger. Vorsicht ist jedoch geboten: Zu viel Dünger kann das Aroma der Kräuter beeinträchtigen.

Unkrautbekämpfung

Regelmäßiges Jäten ist besonders bei Majoran wichtig, da er langsamer wächst und leicht von Unkraut überwuchert werden kann. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Grasschnitt kann nicht nur das Unkrautwachstum hemmen, sondern auch die Feuchtigkeit im Boden halten.

Ernte und Verarbeitung von Majoran und Oregano

Erntemethoden für Majoran

Der beste Zeitpunkt für die Ernte von Majoran ist kurz vor der Blüte, wenn das Aroma am intensivsten ist. Schneiden Sie die Triebe etwa 5 cm über dem Boden ab. Bei guten Wachstumsbedingungen sind zwei bis drei Ernten pro Saison durchaus möglich. Die letzte Ernte sollte spätestens Anfang September erfolgen, damit sich die Pflanzen noch einmal erholen können.

Erntemethoden für Oregano

Oregano lässt sich das ganze Jahr über ernten, solange die Pflanze aktiv wächst. Die intensivsten Aromen entwickeln sich kurz vor der Blüte. Schneiden Sie die Triebe etwa 10 cm über dem Boden ab. Nach dem Schnitt treibt Oregano wieder aus und kann mehrmals im Jahr geerntet werden.

Trocknung und Aufbewahrung

Sowohl Majoran als auch Oregano eignen sich hervorragend zum Trocknen. Binden Sie die Triebe zu kleinen Bündeln und hängen Sie diese kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort auf. Alternativ können Sie die Kräuter auf einem Trockensieb oder Backblech ausbreiten. Nach etwa einer Woche sind die Kräuter trocken und können in luftdichte Behälter gefüllt werden. Um den Aromaverlust zu minimieren, bewahren Sie die getrockneten Kräuter am besten vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt auf.

Für die Aufbewahrung von frischem Majoran und Oregano bietet sich auch das Einfrieren an. Hacken Sie die Kräuter fein und füllen Sie sie in Eiswürfelbehälter. Mit etwas Wasser oder Öl übergossen, können Sie so immer die benötigte Menge entnehmen.

Mit diesen Tipps für Anbau, Pflege und Ernte können Sie das ganze Jahr über aromatische Kräuter genießen. Ob frisch verwendet oder getrocknet aufbewahrt - Majoran und Oregano werden Ihre Küche und Ihren Garten bereichern.

Überwinterung von Majoran und Oregano

Bei der Überwinterung zeigen Majoran und Oregano deutliche Unterschiede. Während Oregano als mehrjährige Staude Kälte gut verträgt, ist Majoran frostempfindlicher und wird meist einjährig kultiviert.

Majoran als einjährige Pflanze

Majoran ist von Natur aus einjährig und stirbt nach der Blüte ab. In milden Regionen kann er jedoch als zweijährige Pflanze wachsen. Für die Überwinterung von Majoran gibt es einige Möglichkeiten:

  • Topfkultur: Pflanzen Sie Majoran in Töpfe und stellen Sie diese an einen hellen, kühlen Ort mit Temperaturen um 10°C.
  • Frostschutz: Decken Sie die Pflanzen im Beet mit Reisig oder Vlies ab.
  • Stecklinge: Schneiden Sie im Spätsommer Stecklinge und ziehen Sie diese im Haus an.

In meinem Garten habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, einige Majoranpflanzen in Töpfen auf der Fensterbank zu überwintern. So habe ich auch in der kalten Jahreszeit frische Kräuter zur Hand.

Oregano als mehrjährige Staude

Oregano ist deutlich winterhärter als Majoran und übersteht Frost meist problemlos. Dennoch empfehlen sich einige Schutzmaßnahmen:

  • Rückschnitt: Kürzen Sie die Pflanze im Herbst um etwa ein Drittel ein.
  • Mulchen: Bedecken Sie den Wurzelbereich mit einer Schicht Laub oder Reisig.
  • Drainage: Sorgen Sie für guten Wasserabzug, da Staunässe schädlich sein kann.

In sehr kalten Regionen ist es ratsam, Oregano zusätzlich mit Vlies oder einem Laubhaufen abzudecken.

Krankheiten und Schädlinge bei Majoran und Oregano

Beide Kräuter sind zwar relativ robust, können aber von einigen Problemen betroffen sein.

Häufige Probleme bei Majoran

Majoran scheint anfälliger für Krankheiten als Oregano zu sein. Typische Probleme sind:

  • Grauschimmel: Tritt bei hoher Luftfeuchtigkeit auf.
  • Wurzelfäule: Entsteht durch Staunässe.
  • Blattläuse: Befallen vor allem junge Triebe.

Typische Schädlinge und Krankheiten bei Oregano

Oregano ist widerstandsfähiger, kann aber ebenfalls befallen werden:

  • Zikaden: Saugen an den Blättern und hinterlassen helle Flecken.
  • Spinnmilben: Treten besonders bei Trockenheit auf.
  • Echter Mehltau: Zeigt sich als weißer Belag auf den Blättern.

Vorbeugende Maßnahmen und biologischer Pflanzenschutz

Um Krankheiten und Schädlinge zu vermeiden, sollten Sie einige Punkte beachten:

  • Standort: Wählen Sie einen sonnigen, luftigen Platz.
  • Gießen: Vermeiden Sie Staunässe und gießen Sie morgens.
  • Mischkultur: Pflanzen Sie Knoblauch oder Ringelblumen daneben.
  • Nützlinge: Fördern Sie natürliche Feinde wie Marienkäfer.

Bei Befall können Sie auf biologische Mittel wie Neemöl oder eine Brennnesseljauche zurückgreifen. In meinem Garten hat sich eine Mischkultur aus Majoran, Oregano und Knoblauch bewährt - das scheint viele Schädlinge fernzuhalten.

Vermehrungsmethoden für Majoran und Oregano

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Majoran und Oregano zu vermehren. Die Wahl der Methode hängt von der Pflanze und Ihren Zielen ab.

Aussaat von Majoran und Oregano

Die Aussaat ist für beide Kräuter eine gängige Vermehrungsmethode:

  • Zeitpunkt: Säen Sie im Frühjahr oder Frühsommer aus.
  • Substrat: Verwenden Sie nährstoffarme, durchlässige Erde.
  • Licht: Die Samen sind Lichtkeimer und werden nur leicht angedrückt.
  • Temperatur: Optimal sind 20-25°C für die Keimung.

Nach etwa 2-3 Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge. Pikieren Sie diese, sobald sie groß genug zum Anfassen sind.

Stecklingsvermehrung bei Oregano

Oregano lässt sich leicht über Stecklinge vermehren:

  • Schneiden Sie 10-15 cm lange, nicht blühende Triebe ab.
  • Entfernen Sie die unteren Blätter.
  • Stecken Sie die Triebe in feuchte Erde.
  • Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht.

Nach etwa 3-4 Wochen haben sich Wurzeln gebildet und die Stecklinge können umgepflanzt werden.

Teilung etablierter Oregano-Pflanzen

Ältere Oregano-Pflanzen können durch Teilung verjüngt und vermehrt werden:

  • Graben Sie die Pflanze im Frühjahr oder Herbst aus.
  • Teilen Sie den Wurzelballen mit einem scharfen Spaten.
  • Pflanzen Sie die Teilstücke sofort wieder ein.
  • Wässern Sie die neuen Pflanzen gut an.

Diese Methode ist besonders effektiv, um schnell neue, kräftige Pflanzen zu erhalten. In meinem Kräutergarten teile ich Oregano alle 3-4 Jahre - so bleiben die Pflanzen vital und ich kann Freunde mit Ablegern versorgen. Es ist erstaunlich, wie dankbar diese Pflanzen für etwas Aufmerksamkeit sind.

Verwendung in der Küche

Typische Gerichte mit Majoran

Majoran ist ein faszinierendes Gewürz, das in vielen europäischen Küchen seinen festen Platz hat. Besonders in der deutschen Küche spielt es eine bedeutende Rolle. Hier einige Gerichte, die von einer Prise Majoran profitieren:

  • Kartoffelsuppe: Ein Hauch Majoran verleiht ihr eine wunderbar würzige Note.
  • Fleischgerichte: Majoran harmoniert besonders gut mit Schweinefleisch und Wild.
  • Wurstspezialitäten: In zahlreichen Wurstsorten ist Majoran ein unverzichtbarer Bestandteil.
  • Kräuterbutter: Majoran gibt ihr einen einzigartigen Geschmack.
  • Gemüsegerichte: Vor allem zu Bohnen und Erbsen passt Majoran hervorragend.

Klassische Anwendungen von Oregano

Oregano ist das Aushängeschild der mediterranen Küche. Einige beliebte Verwendungen sind:

  • Pizza und Pasta: Oregano ist das Pizzagewürz schlechthin.
  • Tomatensaucen: Für einen authentischen italienischen Geschmack.
  • Griechischer Salat: Ohne Oregano wäre er einfach nicht komplett.
  • Gegrilltes Fleisch: Besonders Lamm gewinnt durch Oregano an Geschmack.
  • Kräuteröle: Oregano verleiht Ölen eine intensive würzige Note.

Kombination beider Kräuter in Rezepten

Obwohl Majoran und Oregano oft getrennt verwendet werden, können sie in manchen Gerichten auch harmonisch zusammenspielen:

  • Kräutermischungen für Grillmarinaden
  • Würzige Brotaufstriche
  • Mediterrane Eintöpfe
  • Kräuterquark oder -frischkäse

Bei der Kombination ist Vorsicht geboten, da Oregano den milderen Majoran leicht überdecken kann.

Heilkundliche Anwendungen

Traditionelle Verwendung von Majoran

In der Volksmedizin wird Majoran seit Jahrhunderten geschätzt. Einige traditionelle Anwendungen umfassen:

  • Verdauungsfördernd: Bei Blähungen und Magenbeschwerden.
  • Beruhigend: Zur Linderung von Nervosität und Schlafstörungen.
  • Schmerzlindernd: Bei Kopfschmerzen und Migräne.
  • Erkältungen: Zur Unterstützung bei Husten und verstopfter Nase.

Medizinische Eigenschaften von Oregano

Auch Oregano findet in der Naturheilkunde vielfältige Anwendung:

  • Antibakteriell: Besonders wirksam gegen bestimmte Bakterienstämme.
  • Entzündungshemmend: Kann bei Hautreizungen unterstützend wirken.
  • Antioxidativ: Unterstützt den Körper möglicherweise bei der Bekämpfung freier Radikale.
  • Immunstärkend: Könnte das Immunsystem unterstützen.

Moderne Forschung zu den gesundheitlichen Vorteilen

Wissenschaftliche Studien bestätigen viele der traditionellen Anwendungen und zeigen neue Potenziale auf:

  • Majoran: Untersuchungen deuten auf mögliche positive Effekte bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin.
  • Oregano: Forschungen zeigen vielversprechende Ergebnisse bezüglich antimikrobieller Wirkungen, besonders gegen multiresistente Keime.

Trotz dieser ermutigenden Ergebnisse sind weitere Studien erforderlich, um die volle Bandbreite der Wirkungen zu verstehen.

Anbau im Topf und auf Balkon

Geeignete Gefäße und Substrate

Sowohl Majoran als auch Oregano eignen sich hervorragend für den Anbau in Töpfen:

  • Gefäßgröße: Mindestens 20 cm Durchmesser und Tiefe sind ideal.
  • Material: Terrakotta-Töpfe sind besonders geeignet, da sie Staunässe verhindern.
  • Substrat: Eine durchlässige Kräutererde, gemischt mit etwas Sand, bietet optimale Wachstumsbedingungen.
  • Drainage: Gute Drainage-Löcher im Topfboden sind unverzichtbar.

Pflegetipps für Topfkultur

Für gesunde und aromatische Pflanzen sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Standort: Sonnig bis halbschattig, vor starkem Wind geschützt.
  • Gießen: Regelmäßig, aber sparsam. Staunässe unbedingt vermeiden.
  • Düngen: Alle 4-6 Wochen mit einem organischen Kräuterdünger versorgen.
  • Schnitt: Regelmäßiges Zurückschneiden fördert ein buschiges Wachstum.
  • Überwinterung: Majoran frostfrei überwintern, Oregano ist winterhart.

Kombinationen mit anderen Kräutern

In einem Kräutergarten oder auf dem Balkon harmonieren Majoran und Oregano wunderbar mit anderen mediterranen Kräutern:

  • Thymian: Ähnliche Ansprüche, passt optisch und kulinarisch.
  • Rosmarin: Etwas größer, gibt dem Arrangement eine schöne Struktur.
  • Salbei: Schöne Blattkontraste, ähnliche Pflegeansprüche.
  • Basilikum: Für eine vielseitige Kräuterauswahl im Sommer.

Achten Sie darauf, dass alle kombinierten Kräuter ähnliche Ansprüche an Boden und Feuchtigkeit haben.

Majoran und Oregano: Vielseitige Kräuter für Küche und Garten

Majoran und Oregano sind wahre Bereicherungen für unsere Küchen, Gärten und Balkone. Ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Kulinarik, ihre potenziellen gesundheitlichen Vorteile und ihre relativ einfache Pflege machen sie zu beliebten Kräutern für Hobbyköche und Hobbygärtner gleichermaßen. Ob als würzige Zugabe zu mediterranen Gerichten, als natürliches Heilmittel oder als dekorative Pflanzen im Topfgarten – diese aromatischen Kräuter haben in jedem Haushalt ihren Platz verdient. Mit etwas Pflege und den richtigen Anbaubedingungen können Sie das ganze Jahr über frische Kräuter genießen und Ihre Gerichte mit ihrem unverwechselbaren Aroma verfeinern.

Tags: Majoran
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Häufige Fragen und Antworten

  1. Was sind die botanischen Unterschiede zwischen Majoran und Oregano?
    Majoran (Origanum majorana) und Oregano (Origanum vulgare) gehören beide zur Gattung Origanum aus der Familie der Lippenblütler, unterscheiden sich jedoch in wesentlichen botanischen Merkmalen. Majoran ist eine einjährige, krautige Pflanze mit graugrünen, leicht behaarten Blättern und wird 20-50 cm hoch. Seine weißen bis hellrosa Blüten erscheinen in dichten, ährenförmigen Blütenständen. Oregano hingegen ist eine mehrjährige Staude, die 30-80 cm erreicht und dunkelgrüne, weniger behaarte Blätter besitzt. Die Stängel zeigen oft einen rötlichen Schimmer. Oregano-Blüten sind kräftig rosa bis purpurrot und stehen in lockeren, rispigen Blütenständen. Beide Arten haben gegenständige, ganzrandige bis leicht gezähnte Blätter, aber Majoran wirkt durch seine Behaarung samtiger. Die Blütezeit beider Arten erstreckt sich von Juli bis September, wobei die unterschiedlichen Blütenfarben und -formen ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal darstellen.
  2. Welche Standortansprüche haben mediterrane Kräuter wie Majoran und Oregano?
    Mediterrane Kräuter wie Majoran und Oregano bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte mit durchlässigen, gut drainierten Böden. Majoran ist anspruchsvoller und benötigt einen warmen, geschützten Platz mit nährstoffreichen, humosen Böden bei pH-Werten zwischen 6,0 und 7,0. Staunässe verträgt er überhaupt nicht. Oregano zeigt sich deutlich robuster und toleriert auch kargere Standorte sowie leicht alkalische Böden bis pH 8,0. Beide Kräuter gedeihen am besten in lockeren, kalkhaltigen Böden mit guter Drainage. Während Majoran frostempfindlich ist und geschützte Lagen benötigt, übersteht winterharter Oregano auch raue Standorte im Freiland. Ideal sind luftige Plätze ohne Staunässe, da beide Arten zu Pilzkrankheiten neigen. Eine Südausrichtung oder Westlage mit mindestens 6 Stunden direkter Sonneneinstrahlung fördert die Entwicklung der ätherischen Öle und damit das charakteristische Aroma beider Gewürzkräuter optimal.
  3. Wie unterscheiden sich die Geschmacksprofile von Majoran und Oregano in der Küche?
    Die Geschmacksprofile von Majoran und Oregano unterscheiden sich deutlich und machen sie zu vielseitigen, aber unterschiedlich einsetzbaren Küchenkräutern. Majoran besticht durch sein mildes, leicht süßliches Aroma mit warmen, würzigen Noten und einer dezenten Bitternote. Sein komplexes, elegantes Geschmacksprofil harmoniert besonders gut mit Kartoffelgerichten, hellen Fleischsorten, Suppen und Hülsenfrüchten. In der deutschen Küche ist er unverzichtbar für Wurstspezialitäten. Oregano trumpft hingegen mit einem kräftigeren, intensiveren Aroma auf, das würzig-herb mit deutlicherer Schärfe und Bitternote ist. Sein robustes, durchdringendes Aroma macht ihn zum Star der mediterranen Küche - ideal für Pizza, Pasta, Tomatensaucen und gegrilltes Fleisch. Während Majorans Feinheit subtile Gerichte verfeinert, ohne sie zu überdecken, setzt Oregano markante Akzente und verleiht Speisen eine authentisch mediterrane Note. Beide Kräuter können kombiniert werden, wobei Oregano dosiert werden sollte.
  4. Warum wird Majoran als einjährig und Oregano als mehrjährig kultiviert?
    Die unterschiedliche Kultivierungsweise von Majoran und Oregano liegt in ihrer natürlichen Lebensdauer und Frosttoleranz begründet. Majoran (Origanum majorana) ist von Natur aus eine einjährige Pflanze, die nach der Blüte und Samenbildung abstirbt. In unseren klimatischen Bedingungen ist er zudem sehr frostempfindlich und übersteht keine Minusgrade im Freiland. Daher wird er meist als Sommerkultur angebaut, die jährlich neu ausgesät werden muss. In milden Regionen kann Majoran gelegentlich auch zweijährig kultiviert werden. Oregano (Origanum vulgare) hingegen ist eine mehrjährige Staude mit ausgeprägter Winterhärte, die Temperaturen bis -20°C problemlos übersteht. Seine ausdauernden Wurzeln treiben jedes Frühjahr neu aus, wodurch sich über Jahre hinweg kräftige Horste entwickeln. Diese natürliche Mehrjährigkeit macht Oregano zu einer pflegeleichten Dauerbepflanzung im Kräutergarten, während Majoran als einjährige Kultur mehr Aufmerksamkeit bei Aussaat und Pflanzenschutz benötigt.
  5. Welche besonderen Pflegemaßnahmen benötigen Majoran und Oregano im Kräutergarten?
    Majoran und Oregano benötigen spezifische Pflegemaßnahmen für optimales Wachstum und Aromaentwicklung. Majoran als einjährige Pflanze braucht regelmäßige, moderate Bewässerung ohne Staunässe, eine leichte Kompostgabe im Frühjahr und Schutz vor Spätfrösten. Wichtig ist das regelmäßige Jäten, da er langsam wächst und leicht überwuchert wird. Eine Mulchschicht aus Stroh hilft gegen Unkraut und hält Feuchtigkeit. Oregano zeigt sich genügsamer und kommt mit längeren Trockenperioden zurecht. Er benötigt im Herbst einen Rückschnitt um ein Drittel und eine Mulchschicht zum Winterschutz. Beide Kräuter profitieren von luftigen Standorten und sollten nicht von oben gegossen werden, um Pilzkrankheiten zu vermeiden. Bei Topfkultur empfiehlt sich alle 4-6 Wochen eine verdünnte Kräuterdüngung. Überdüngung ist zu vermeiden, da sie das Aroma beeinträchtigt. Regelmäßige Ernte fördert bei beiden Arten ein buschiges Wachstum und die Aromaentwicklung.
  6. Worin unterscheiden sich Dost und Wurstkraut in ihren botanischen Merkmalen?
    Dost und Wurstkraut sind traditionelle deutsche Bezeichnungen für Oregano und Majoran, die deutliche botanische Unterschiede aufweisen. Dost (Origanum vulgare) ist die volkstümliche Bezeichnung für Oregano und charakterisiert sich durch seinen mehrjährigen Wuchs als ausdauernde Staude. Die Pflanze entwickelt aufrechte, oft rötlich schimmernde Stängel und dunkelgrüne, wenig behaarte Blätter mit leicht gezähntem Rand. Die rosa bis purpurroten Blüten stehen in lockeren Rispen. Wurstkraut (Origanum majorana) hingegen bezeichnet den einjährigen Majoran, der seinen Namen der traditionellen Verwendung in Wurstspezialitäten verdankt. Botanisch zeigt er graugrüne, stark behaarte, ganzrandige Blätter mit samtiger Oberfläche und weißen bis hellrosa Blüten in dichten Ähren. Während Dost winterhart ist und sich durch Ausläufer ausbreitet, stirbt Wurstkraut nach der ersten Frostperiode ab. Die Blattbehaarung, Blütenfarbe und Wuchsform sind die markantesten Unterscheidungsmerkmale dieser beiden Origanum-Arten.
  7. Wie verhalten sich Origanum majorana und Origanum vulgare bei der Überwinterung?
    Das Überwinterungsverhalten von Origanum majorana (Majoran) und Origanum vulgare (Oregano) unterscheidet sich fundamental aufgrund ihrer verschiedenen Lebensdauer und Frosttoleranz. Origanum majorana ist frostempfindlich und stirbt bereits bei leichten Minusgraden ab. Für eine erfolgreiche Überwinterung muss er in Töpfe umgepflanzt und an einen hellen, kühlen Ort mit Temperaturen um 10°C gebracht werden. Alternativ können Freilandpflanzen mit Reisig oder Vlies abgedeckt werden, was jedoch nur in sehr milden Regionen erfolgreich ist. Stecklinge im Spätsommer zu schneiden und im Haus zu überwintern, ist eine bewährte Methode. Origanum vulgare hingegen ist winterhart bis -20°C und übersteht problemlos im Freiland. Ein Rückschnitt um ein Drittel im Herbst und eine Mulchschicht aus Laub oder Reisig über dem Wurzelbereich reichen als Schutz aus. In sehr kalten Gebieten kann zusätzlicher Vliesschutz sinnvoll sein. Wichtig ist bei beiden Arten guter Wasserabzug, da Staunässe in der kalten Jahreszeit schädlicher ist als Trockenheit.
  8. Welche Rolle spielen Lippenblütler in der Familie der aromatischen Pflanzen?
    Lippenblütler (Lamiaceae) spielen eine zentrale Rolle unter den aromatischen Pflanzen und stellen eine der wichtigsten Familien für Gewürz- und Heilkräuter dar. Diese Pflanzenfamilie umfasst über 7.000 Arten, darunter Majoran, Oregano, Thymian, Rosmarin, Basilikum, Salbei und Lavendel. Charakteristisch sind die viereckigen Stängel, gegenständige Blätter und die namensgebenden zweilippigen Blüten. Besonders bedeutsam ist die Familie durch ihre reiche Ausstattung mit ätherischen Ölen, die in speziellen Drüsenzellen gebildet werden. Diese Öle verleihen den Pflanzen nicht nur ihre charakteristischen Aromen, sondern dienen auch als natürliche Abwehrmechanismen gegen Schädlinge und Krankheiten. Viele Lippenblütler haben daher antimikrobielle, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. In der Küche sind sie unverzichtbare Würzkräuter, in der traditionellen Medizin geschätzte Heilpflanzen und in der Parfümindustrie wichtige Duftstofflieferanten. Die Familie zeigt auch eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit an verschiedene Klimazonen, von mediterran bis gemäßigt.
  9. Wo kann man qualitativ hochwertige Majoran und Oregano Samen kaufen?
    Qualitativ hochwertige Majoran und Oregano Samen erhalten Sie bei spezialisierten Gartenfachhändlern, die Wert auf Sortenreinheit und Keimfähigkeit legen. Samen.de gehört zu den etablierten Anbietern, die ein breites Sortiment an Kräutersamen mit detaillierter Sortenberatung anbieten. Achten Sie beim Kauf auf Bio-Qualität, aktuelle Erntejahre und Angaben zur Keimfähigkeit. Besonders wichtig sind sortenreine Samen, da sich Oregano-Arten leicht kreuzen können. Professionelle Saatguthändler bieten meist verschiedene Sorten an - von mildem Majoran bis zu aromatisch intensivem griechischem Oregano. Online-Gartenshops haben oft ein größeres Sortiment als lokale Gartencenter und können detaillierte Informationen zu Anbau und Eigenschaften liefern. Vermeiden Sie Billigsamen unbekannter Herkunft, da diese oft schlechte Keimraten oder falsche Sorten enthalten können. Tauschen Sie sich auch mit anderen Hobbygärtnern aus - oft haben erfahrene Kräutergärtner bewährte Bezugsquellen und können spezielle Sorten empfehlen, die im Handel selten zu finden sind.
  10. Welche Bio-Kräuter eignen sich am besten für den Balkonanbau?
    Für den Balkonanbau eignen sich besonders mediterrane Bio-Kräuter, die mit begrenztem Wurzelraum und Topfkultur gut zurechtkommen. Majoran und Oregano sind ideale Kandidaten, da sie kompakt wachsen und intensiv aromatisch sind. Oregano entwickelt sich in Töpfen ab 20 cm Durchmesser prächtig und ist mehrjährig nutzbar. Majoran eignet sich für einjährige Kultur in kleineren Gefäßen. Weitere empfehlenswerte Bio-Kräuter sind Thymian, der sehr trockenheitstolerant ist, Rosmarin als strukturgebender Dauergast und Basilikum für die warme Jahreszeit. Salbei bildet attraktive Blattkontraste und Lavendel lockt nützliche Insekten an. Wichtig ist die Wahl geeigneter Gefäße mit guter Drainage und die Verwendung durchlässiger Bio-Kräutererde. Kombinieren Sie Kräuter mit ähnlichen Standortansprüchen in größeren Pflanzgefäßen - mediterrane Arten vertragen mehr Trockenheit, während Petersilie und Schnittlauch mehr Feuchtigkeit benötigen. Bio-Qualität ist besonders bei Kräutern wichtig, da diese meist roh verzehrt werden und intensive Aromen entwickeln sollen.
  11. Welche Bedeutung haben ätherische Öle in der botanischen Taxonomie der Origanum-Gattung?
    Ätherische Öle spielen eine entscheidende Rolle in der botanischen Taxonomie der Origanum-Gattung und dienen als wichtige chemotaxonomische Merkmale zur Artabgrenzung. Die Zusammensetzung und Konzentration spezifischer Ölkomponenten wie Carvacrol, Thymol, Linalool und Terpinen-4-ol variiert charakteristisch zwischen den Arten und ermöglicht eine präzise Identifikation. Origanum majorana enthält hauptsächlich Terpinen-4-ol und cis-Sabinen-Hydrat, was sein mildes Aroma erklärt. Origanum vulgare hingegen ist reich an Carvacrol und Thymol, die für das intensive, würzige Aroma verantwortlich sind. Diese biochemischen Unterschiede sind so konstant, dass sie zur Sortenbestimmung und Qualitätskontrolle eingesetzt werden. Auch geografische Herkünfte lassen sich anhand der Ölzusammensetzung unterscheiden - griechischer Oregano hat andere Ölprofile als türkischer. In der modernen Botanik werden diese chemischen Fingerabdrücke zusammen mit morphologischen und genetischen Merkmalen zur Systematik herangezogen. Die ätherischen Öle sind somit nicht nur aromagebend, sondern auch taxonomische Schlüsselmerkmale für die wissenschaftliche Klassifizierung der Origanum-Arten.
  12. Wie beeinflussen verschiedene Klimazonen die sensorischen Eigenschaften von Gewürzkräutern?
    Klimazonen haben einen entscheidenden Einfluss auf die sensorischen Eigenschaften von Gewürzkräutern durch ihre Wirkung auf die Bildung ätherischer Öle und sekundärer Pflanzenstoffe. In mediterranen Klimazonen mit viel Sonneneinstrahlung, moderater Trockenheit und kalkhaltigen Böden entwickeln Kräuter wie Oregano und Majoran besonders intensive Aromen. Die UV-Strahlung und Trockenstress regen die Produktion von ätherischen Ölen als Schutzreaktion an. Kontinentale Klimazonen mit stärkeren Temperaturschwankungen und höherer Luftfeuchtigkeit führen zu milderen, aber komplexeren Aromaprofilen. Kühle, feuchte Bedingungen fördern das vegetative Wachstum, reduzieren aber oft die Ölkonzentration. Höhenlagen verstärken durch intensive UV-Strahlung und Temperaturschwankungen die Aromaentwicklung erheblich. Auch die Tageslänge beeinflusst die Stoffwechselprozesse - lange Sommertage in nördlichen Breiten können zu anderen Ölzusammensetzungen führen als kurze Tage in südlichen Regionen. Diese klimabedingten Unterschiede erklären, warum derselbe Oregano aus Griechenland intensiver schmeckt als aus Deutschland gewonnener.
  13. Welche Rolle spielen Wachstumszyklen bei der Aromaintensität von Würzkräutern?
    Wachstumszyklen beeinflussen die Aromaintensität von Würzkräutern maßgeblich durch die unterschiedliche Verteilung von Energie zwischen vegetativem Wachstum und der Produktion ätherischer Öle. Zu Beginn der Vegetationsperiode investiert die Pflanze primär in Blatt- und Stängelwachstum, wodurch die Ölkonzentration noch gering ist. Mit zunehmendem Alter und besonders vor der Blüte erreicht die Aromaproduktion ihren Höhepunkt, da die Pflanze ätherische Öle als Lockstoff für Bestäuber und Schutz vor Fraßfeinden bildet. Während der Blütezeit wandelt sich oft die Ölzusammensetzung, wodurch sich das Aromaprofil verändert - meist wird es intensiver, aber auch bitterer. Nach der Samenbildung nimmt die Aromaqualität wieder ab, da die Pflanze ihre Energie in die Samenreife investiert. Bei mehrjährigen Arten wie Oregano zeigen sich auch jahreszeitliche Schwankungen - Frühjahrsaustrieb ist mild, Sommerernte aromatisch intensiv, Herbsternte wieder milder. Regelmäßiger Rückschnitt vor der Blüte hält einjährige Arten wie Majoran in der vegetativen Phase und erhält so die optimale Aromaintensität über eine längere Ernteperiode.
  14. Wie unterscheiden sich mediterrane und kontinentale Küchentradition in der Kräuterverwendung?
    Mediterrane und kontinentale Küchentradition unterscheiden sich grundlegend in ihrer Kräuterverwendung durch klimatische Bedingungen und kulturelle Entwicklung. Die mediterrane Küche nutzt intensive, sonnengereifte Kräuter wie Oregano, Thymian und Rosmarin meist frisch und großzügig dosiert. Diese Kräuter harmonieren mit der leichten, gemüsereichen Mittelmeerküche und werden oft roh über fertige Gerichte gestreut oder in Marinaden verwendet. Oregano dominiert in Pizza, Pasta und Salaten, während Majoran seltener eingesetzt wird. Die kontinentale Küche, geprägt von kühleren Klimazonen, bevorzugt traditionell mildere Kräuter wie Majoran, der sich ideal für schwere, fleischreiche Gerichte eignet. Hier werden Kräuter meist mitgekocht und sparsamer dosiert. Majoran findet sich in Würsten, Eintöpfen und Kartoffelgerichten. Während mediterrane Küchen auf die geschmacksintensive Frischverwendung setzen, schätzt die kontinentale Tradition auch getrocknete Kräuter und deren tiefe, erdige Aromen. Diese Unterschiede spiegeln sowohl die verfügbare Kräutervielfalt als auch die jeweiligen Geschmackspräferenzen und Zubereitungsmethoden wider.
  15. Welche Methoden eignen sich am besten für die Vermehrung von Stauden im Kräutergarten?
    Für die Vermehrung von Stauden im Kräutergarten eignen sich verschiedene bewährte Methoden, die je nach Art und Jahreszeit optimal angewendet werden können. Die Teilung etablierter Horste ist die schnellste Methode und eignet sich besonders für Oregano, der alle 3-4 Jahre im Frühjahr oder Herbst geteilt werden sollte. Dabei wird der Wurzelballen mit einem scharfen Spaten getrennt und sofort neu eingepflanzt. Stecklingsvermehrung funktioniert hervorragend bei Oregano - 10-15 cm lange, nicht blühende Triebe werden in feuchte Erde gesteckt und nach 3-4 Wochen haben sie Wurzeln gebildet. Die Aussaat ist für beide Kräuter möglich, erfordert aber Geduld. Samen werden im Frühjahr bei 20-25°C ausgesät und nur leicht angedrückt, da sie Lichtkeimer sind. Wurzelausläufer können bei ausbreitungsfreudigen Arten wie Oregano einfach abgestochen und verpflanzt werden. Die Vermehrung durch Absenker eignet sich für niederliegende Triebe, die an einer Stelle mit Erde bedeckt und nach der Bewurzelung getrennt werden. Jede Methode hat ihre Vorteile - Teilung ist schnell, Stecklinge sind sortenrein, Aussaat bietet genetische Vielfalt.
  16. Wie lassen sich mediterrane Pflanzen erfolgreich in Topfkultur anbauen?
    Mediterrane Pflanzen wie Majoran und Oregano lassen sich erfolgreich in Topfkultur anbauen, wenn ihre spezifischen Bedürfnisse beachtet werden. Entscheidend sind Gefäße mit mindestens 20 cm Durchmesser und hervorragender Drainage - Terrakotta-Töpfe sind ideal, da sie überschüssige Feuchtigkeit ableiten. Das Substrat sollte durchlässig sein: Eine Mischung aus Kräutererde mit Sand oder Perlite verhindert Staunässe. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig und windgeschützt sein. Bewässerung erfolgt mäßig - der Boden darf zwischen den Wassergaben antrocknen. Alle 4-6 Wochen ist eine schwache Düngung mit organischem Kräuterdünger ausreichend, da Überdüngung das Aroma beeinträchtigt. Regelmäßiger Rückschnitt fördert buschiges Wachstum und verhindert das Verholzen. Bei der Überwinterung sind mediterrane Kräuter unterschiedlich zu behandeln: Oregano ist winterhart und kann draußen bleiben, während Majoran frostfrei überwintert werden muss. Ein Umzug an einen hellen, kühlen Ort bei 5-10°C ist ideal. Topfpflanzen benötigen häufigeres Gießen als Freilandkulturen, aber Vorsicht vor Staunässe.
  17. Stimmt es, dass getrocknete Kräuter immer weniger Aroma haben als frische?
    Die Behauptung, getrocknete Kräuter hätten immer weniger Aroma als frische, ist nicht generell richtig und hängt stark von der Kräuterart, Trocknungsmethode und Verwendung ab. Bei Majoran und Oregano zeigen sich unterschiedliche Verhalten: Oregano behält beim Trocknen sein intensives Aroma sehr gut und kann sogar konzentrierter wirken, da das Wasser entzogen wird und die ätherischen Öle konzentriert bleiben. Getrockneter Oregano ist daher in der mediterranen Küche weit verbreitet und geschätzt. Majoran verliert beim Trocknen zwar an seiner delikaten Frische, entwickelt aber tiefere, wärmere Noten, die in Schmorgerichten und Würsten bevorzugt werden. Entscheidend ist die schonende Trocknung bei niedrigen Temperaturen und die richtige Lagerung in luftdichten Behältern vor Licht geschützt. Schlecht getrocknete oder zu alte Kräuter verlieren tatsächlich deutlich an Aroma. Frische Kräuter haben den Vorteil der unveränderten Ölzusammensetzung und eignen sich besonders für rohe Anwendungen wie Salate. Getrocknete Kräuter hingegen entfalten ihre Aromen beim Kochen und sind lange haltbar - beide haben ihre Berechtigung in der Küche.
  18. Welche regionalen Unterschiede gibt es beim Anbau von Heilkräutern in Deutschland?
    Der Anbau von Heilkräutern in Deutschland zeigt deutliche regionale Unterschiede aufgrund von Klima, Bodenbeschaffenheit und Tradition. In Süddeutschland, besonders in Bayern und Baden-Württemberg, gedeihen mediterrane Kräuter wie Oregano dank milder Winter und warmer Sommer besonders gut. Die Alpenregionen sind bekannt für hochwertige Bergkräuter mit intensiven Aromen. Norddeutschland mit seinem maritimen Klima eignet sich weniger für wärmeliebende Arten, dafür aber für feuchtigkeitsliebende Kräuter. Die traditionellen Kräuteranbaugebiete im Thüringer Becken und der Lüneburger Heide profitieren von günstigen Böden und langer Erfahrung. Ostdeutschland zeigt kontinentales Klima mit strengeren Wintern, was die Auswahl winterharter Sorten erforderlich macht. Majoran als frostempfindliche Art benötigt in allen Regionen Schutz oder wird einjährig kultiviert. Höhenlagen bis 800m sind noch für die meisten Kräuter geeignet, darüber wird es kritisch. Besonders die Bodenbeschaffenheit variiert regional stark - kalkhaltige Böden in Bayern begünstigen mediterrane Arten, während saure Böden in der Heide andere Arten fördern.
  19. Worin unterscheidet sich Bergminze von anderen Vertretern der Lippenblütler?
    Bergminze (Calamintha) unterscheidet sich in mehreren charakteristischen Merkmalen von anderen Lippenblütlern wie Majoran und Oregano. Botanisch gehört sie zwar zur gleichen Familie der Lamiaceae, bildet aber eine eigene Gattung mit kleineren, zarteren Blättern und deutlich süßerem, minzigem Aroma. Während Majoran und Oregano warme, würzige Noten haben, besticht Bergminze durch frische, mentholähnliche Düfte mit fruchtigen Untertönen. Die Blüten sind kleiner und meist weiß bis hellrosa, im Gegensatz zu den kräftigen Farben vieler Oregano-Arten. Bergminze bevorzugt kalkhaltige, steinige Böden und ist extrem trockenheitsresistent - noch mehr als Oregano. Sie wächst oft wild in Felsspalten und an Wegrändern. In der Küche wird sie seltener verwendet als Majoran oder Oregano, findet aber in der Tee-Zubereitung und als Heilkraut gegen Verdauungsbeschwerden Anwendung. Während Majoran einjährig und Oregano mehrjährig kultiviert wird, ist Bergminze eine ausdauernde, sehr langlebige Staude, die sich durch Selbstaussaat vermehrt und dabei oft verwildert. Ihre ätherischen Öle unterscheiden sich chemisch deutlich von denen der Origanum-Arten.
  20. Wie grenzt man echten Oregano von wildem Majoran botanisch ab?
    Die botanische Abgrenzung zwischen echtem Oregano (Origanum vulgare) und wildem Majoran ist verwirrend, da beide Namen für dieselbe Art verwendet werden - Oregano wird volkstümlich oft als "wilder Majoran" bezeichnet, obwohl er botanisch vom echten Majoran (Origanum majorana) verschieden ist. Echter Oregano zeigt charakteristische Merkmale: mehrjähriger Wuchs als Staude, dunkelgrüne, wenig behaarte Blätter mit leicht gezähntem Rand und rosa bis purpurrote Blüten in lockeren Rispen. Die Stängel sind oft rötlich überlaufen und vierkantig. Im Gegensatz dazu hat der echte Majoran graugrüne, stark behaarte, ganzrandige Blätter und weiße bis hellrosa Blüten in dichten Ähren. Oregano ist winterhart und bildet dauerhafte Horste, während Majoran frostempfindlich und meist einjährig kultiviert wird. Das Aroma ist bei Oregano kräftig-würzig mit deutlicher Schärfe, bei Majoran mild und süßlich. Verwechslungen entstehen auch durch regionale Bezeichnungen - in manchen Gebieten wird Oregano als "Dost" oder eben "wilder Majoran" bezeichnet. Botanisch eindeutig ist die Unterscheidung durch Blattbehaarung, Blütenform und Winterhärte möglich.
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