Obstgehölze richtig pflanzen: Von der Grube bis zum Gießen - Eine umfassende Anleitung

Obstgehölze richtig pflanzen: Der Grundstein für einen erfolgreichen Obstgarten

Obstbäume zu pflanzen ist eine Investition in die Zukunft Ihres Gartens. Mit der richtigen Herangehensweise schaffen Sie die Basis für jahrelange reiche Ernten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wählen Sie den Standort sorgfältig aus: Sonnig, windgeschützt und mit gutem Boden
  • Pflanzen Sie im Herbst oder zeitigen Frühjahr
  • Bereiten Sie den Boden gründlich vor
  • Wählen Sie standortgerechte Sorten und beachten Sie Befruchtungsverhältnisse

Die Bedeutung des richtigen Pflanzens für den Erfolg im Obstanbau

Ein gut gepflanzter Baum wächst kräftig, bleibt gesund und trägt reichlich Früchte. Dagegen kann ein falsch gepflanzter Baum jahrelang vor sich hin kümmern oder sogar eingehen.

Der Pflanzvorgang selbst mag nur wenige Stunden dauern, aber er beeinflusst das gesamte Leben des Baumes. Ein optimal gepflanzter Obstbaum entwickelt ein starkes Wurzelsystem, das ihn mit Wasser und Nährstoffen versorgt und ihm Halt gibt. Er kann Stürmen und Trockenperioden besser trotzen und ist weniger anfällig für Krankheiten.

Überblick über den Pflanzprozess

Das Pflanzen eines Obstgehölzes ist mehr als nur ein Loch zu graben und den Baum hineinzusetzen. Es ist ein Prozess, der mit sorgfältiger Planung beginnt und mit der richtigen Nachpflege endet. Hier ein kurzer Überblick:

  • Standortwahl und Bodenvorbereitung
  • Auswahl der passenden Obstsorte
  • Bestimmung des optimalen Pflanzzeitpunkts
  • Vorbereitung der Pflanzgrube
  • Pflanzvorgang inklusive korrekter Platzierung und Ausrichtung
  • Wässern und Mulchen
  • Anbringen von Stützpfählen falls nötig
  • Pflanzschnitt

Jeder dieser Schritte ist wichtig und trägt zum Gesamterfolg bei. Vernachlässigen Sie einen Aspekt, kann dies den Unterschied zwischen einem prächtigen, fruchttragenden Baum und einer enttäuschenden Erfahrung ausmachen.

Vorbereitung und Planung

Standortwahl für Obstgehölze

Die Wahl des richtigen Standorts ist der erste und vielleicht wichtigste Schritt beim Pflanzen von Obstgehölzen. Ein gut gewählter Standort kann viele spätere Probleme vermeiden und den Pflegeaufwand erheblich reduzieren.

Bodenqualität und pH-Wert

Obstbäume gedeihen am besten in tiefgründigen, lockeren Böden mit guter Wasserspeicherfähigkeit. Der ideale pH-Wert liegt zwischen 6,0 und 6,8, also leicht sauer bis neutral. Bei der Bodenuntersuchung sollten Sie auch auf den Humusgehalt achten - er sollte mindestens 2% betragen.

Falls Ihr Boden nicht optimal ist, können Sie mit gezielten Maßnahmen wie dem Einarbeiten von Kompost oder der Zugabe von Kalk (bei zu saurem Boden) die Bedingungen verbessern.

Sonneneinstrahlung und Mikroklima

Die meisten Obstgehölze lieben die Sonne. Ein Standort mit mindestens 6 Stunden direkter Sonneneinstrahlung täglich ist ideal. Beobachten Sie Ihren Garten über den Tag hinweg, um die sonnigsten Stellen zu identifizieren.

Beachten Sie auch das Mikroklima. Südwände speichern Wärme und können für wärmeliebende Arten wie Pfirsiche oder Aprikosen vorteilhaft sein. Mulden oder Senken hingegen können Kaltluftseen bilden und sind daher weniger geeignet.

Windschutz und Frostgefahr

Ein gewisser Windschutz ist für Obstbäume vorteilhaft. Starke Winde können nicht nur Äste abbrechen, sondern auch die Bestäubung beeinträchtigen. Allerdings sollte die Luftzirkulation nicht völlig unterbunden werden, da dies Pilzkrankheiten begünstigen kann.

Vermeiden Sie Frostlöcher, in denen sich kalte Luft sammeln kann. Diese sind besonders gefährlich während der Blütezeit im Frühjahr. Hanglagen oder leicht erhöhte Positionen sind oft günstiger als Tallagen.

Zeitpunkt der Pflanzung

Herbstpflanzung vs. Frühjahrspflanzung

Die klassische Pflanzzeit für Obstgehölze ist der Herbst, genauer gesagt die Zeit zwischen Laubfall und dem ersten Frost. In dieser Phase sind die Bäume in der Vegetationsruhe, haben aber noch genug Zeit, um vor dem Winter ein erstes Wurzelwerk zu bilden.

Die Frühjahrspflanzung ist eine gute Alternative, besonders in Regionen mit strengen Wintern. Sie erfolgt, sobald der Boden frostfrei und bearbeitbar ist, idealerweise vor dem Austrieb der Knospen.

Vor- und Nachteile der jeweiligen Jahreszeit

Die Herbstpflanzung hat den Vorteil, dass die Bäume im Frühjahr bereits verwurzelt sind und gleich durchstarten können. Allerdings besteht bei frühen Frösten die Gefahr von Frostschäden an den noch nicht vollständig eingewurzelten Pflanzen.

Bei der Frühjahrspflanzung entfällt dieses Risiko, aber die Bäume haben weniger Zeit zum Einwurzeln, bevor die Wachstumsphase beginnt. Sie benötigen in der ersten Saison meist mehr Pflege, insbesondere was die Bewässerung angeht.

Auswahl der richtigen Obstgehölze

Standortgerechte Sorten

Nicht jede Obstsorte gedeiht an jedem Standort gleich gut. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl die klimatischen Bedingungen Ihrer Region. Robuste, winterharte Sorten sind in kälteren Gebieten oft die bessere Wahl. In wärmeren Regionen können Sie auch empfindlichere Sorten wie Pfirsiche oder Aprikosen wagen.

Wuchsform und Endhöhe

Bedenken Sie bei der Auswahl auch die Wuchsform und die zu erwartende Endhöhe des Baumes. Hochstämme können bis zu 10 Meter hoch werden und brauchen entsprechend Platz. Für kleinere Gärten eignen sich Halb- oder Niederstämme besser. Säulenobst ist eine platzsparende Alternative für sehr kleine Gärten oder Terrassen.

Befruchtungsverhältnisse (selbstfruchtbar vs. fremdbefruchtend)

Ein oft übersehener Aspekt sind die Befruchtungsverhältnisse. Manche Obstsorten sind selbstfruchtbar und tragen auch als Einzelbaum Früchte. Viele benötigen jedoch einen geeigneten Befruchter in der Nähe. Bei Apfelbäumen beispielsweise sollten Sie mindestens zwei kompatible Sorten pflanzen, um eine gute Befruchtung und damit einen hohen Ertrag zu gewährleisten.

Bodenvorbereitung

Bodenanalyse und Nährstoffversorgung

Bevor Sie pflanzen, ist eine Bodenanalyse ratsam. Sie gibt Aufschluss über den pH-Wert und den Nährstoffgehalt des Bodens. Viele Gartenbauvereine oder landwirtschaftliche Labore bieten solche Analysen an. Basierend auf den Ergebnissen können Sie gezielt Verbesserungen vornehmen.

Obstbäume benötigen eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Übermäßige Stickstoffdüngung fördert zwar das Wachstum, kann aber die Fruchtbildung beeinträchtigen und die Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen. Kalium und Phosphor sind wichtig für die Fruchtbildung und Winterhärte.

Bodenlockerung und -verbesserung

Eine gründliche Bodenlockerung ist wichtig für das Wurzelwachstum. Lockern Sie den Boden großflächig, nicht nur dort, wo der Baum stehen soll. Bei schweren Böden kann die Einarbeitung von Sand oder feinem Kies die Durchlüftung verbessern.

Die Zugabe von gut verrottetem Kompost verbessert die Bodenstruktur und erhöht den Humusgehalt. In manchen Fällen kann auch eine Gründüngung im Vorjahr sinnvoll sein, um die Bodenstruktur zu verbessern und Nährstoffe anzureichern.

Drainage bei schweren Böden

Staunässe ist der Todfeind vieler Obstbäume. Auf schweren, lehmigen Böden oder in Gegenden mit hohem Grundwasserspiegel ist eine gute Drainage unerlässlich. Eine Möglichkeit ist das Anlegen einer Drainage-Schicht aus Kies oder Blähton am Grund der Pflanzgrube.

In extremen Fällen kann auch das Anlegen von Drainagerohren oder das Pflanzen auf leicht erhöhten Hügeln (Hügelbeet-Prinzip) sinnvoll sein. Beobachten Sie nach starken Regenfällen, ob sich Wasser in der Pflanzgrube sammelt - wenn ja, müssen Sie die Drainage verbessern.

Mit diesen Vorbereitungen schaffen Sie gute Voraussetzungen für Ihre Obstgehölze. Im nächsten Schritt geht es an das eigentliche Pflanzen - aber das ist eine andere Geschichte.

Die Pflanzgrube: Das Fundament für gesunde Obstbäume

Eine ordentlich vorbereitete Pflanzgrube ist grundlegend für einen guten Start Ihres Obstgehölzes. Hier legen Sie buchstäblich den Grundstein für das zukünftige Wachstum und die Gesundheit Ihres Baumes.

Die richtigen Maße für die Pflanzgrube

Die Größe der Pflanzgrube hängt von der Art und Größe des Obstgehölzes ab. Als Faustregel gilt: Der Durchmesser sollte etwa anderthalb mal so breit sein wie der Wurzelballen. Die Tiefe sollte der Höhe des Wurzelballens entsprechen, plus etwa 20 cm für die Bodenverbesserung. Bei einem typischen Obstbaum bedeutet das oft eine Grube von etwa 80-100 cm Durchmesser und 60-80 cm Tiefe.

Ausheben und Vorbereiten der Grube

Beim Ausheben der Grube trennen Sie am besten die obere, humusreiche Bodenschicht von der unteren. Die obere Schicht wird später mit dem Wurzelballen vermischt. Stechen Sie die Wände der Grube leicht an, besonders bei schweren Böden. Das erleichtert den jungen Wurzeln das Eindringen ins umgebende Erdreich.

Bodenverbesserung in der Pflanzgrube

Jetzt kommt der wichtige Teil: die Bodenverbesserung. Mischen Sie die ausgehobene Erde mit gut verrottetem Kompost oder reifem Stallmist. Das Verhältnis sollte etwa 2:1 sein - also zwei Teile Erde auf einen Teil organisches Material. Bei sehr schweren Böden können Sie auch etwas Sand untermischen, um die Drainage zu verbessern.

Geben Sie eine Handvoll Hornspäne mit in die Mischung. Die langsam freigesetzten Nährstoffe unterstützen das Wurzelwachstum in den ersten Monaten. Verzichten Sie auf mineralische Dünger - die können die empfindlichen jungen Wurzeln schädigen.

Vorbereitung der Obstgehölze: Wurzelschnitt und Wässerung

Wurzelschnitt bei wurzelnackten Bäumen

Wurzelnackte Bäume brauchen vor dem Einpflanzen besondere Aufmerksamkeit. Schneiden Sie beschädigte oder abgestorbene Wurzeln bis ins gesunde Gewebe zurück. Kürzen Sie zu lange Wurzeln ein, damit sie in die Pflanzgrube passen. Ein sauberer Schnitt regt die Bildung neuer Feinwurzeln an.

Wässern vor der Pflanzung

Ob wurzelnackt oder Containerware - wässern Sie Ihre Obstgehölze vor dem Pflanzen gründlich. Tauchen Sie wurzelnackte Bäume für einige Stunden in einen Eimer mit Wasser. Bei Containerpflanzen gießen Sie so lange, bis Wasser unten aus dem Topf läuft. Das verhindert, dass der Wurzelballen beim Einpflanzen zu trocken ist.

Umgang mit Containerpflanzen

Containerpflanzen haben's einfacher - sie können das ganze Jahr über gepflanzt werden. Trotzdem brauchen sie Vorbereitung. Lockern Sie vorsichtig den Wurzelballen und entfernen Sie den Topf. Wenn die Wurzeln stark verfilzt sind, schneiden Sie sie vorsichtig ein. Das regt sie an, in den neuen Boden zu wachsen.

Der Pflanzvorgang: Anleitung zum optimalen Stand

Die richtige Pflanztiefe finden

Die Pflanztiefe ist entscheidend für das Gedeihen Ihres Obstbaums. Zu tief gepflanzt, kann der Stamm faulen. Zu hoch, und die Wurzeln trocknen aus. Orientieren Sie sich an der Veredlungsstelle - sie sollte nach dem Pflanzen etwa eine Handbreit über dem Boden liegen.

Beachtung der Veredlungsstelle

Die Veredlungsstelle erkennen Sie an einer leichten Verdickung oder Krümmung am Stamm. Sie markiert den Übergang zwischen Unterlage und Edelreis. Achten Sie darauf, dass sie nicht mit Erde bedeckt wird.

Anpassung an verschiedene Obstarten

Verschiedene Obstarten haben unterschiedliche Ansprüche. Äpfel und Birnen pflanzen Sie etwas tiefer als sie im Container standen. Steinobst wie Kirschen oder Pflaumen dagegen sollten auf gleicher Höhe wie im Topf stehen.

Ausrichten des Baumes

Stellen Sie den Baum aufrecht in die Grube. Die Veredlungsstelle sollte zur Hauptwindrichtung zeigen - das schützt sie vor Austrocknung. Bei schräg gewachsenen Bäumen richten Sie die Krümmung nach Süden aus. So wächst der Baum mit der Zeit gerade.

Einfüllen und Verdichten des Bodens

Füllen Sie die vorbereitete Erdmischung vorsichtig um die Wurzeln. Rütteln Sie den Baum leicht, damit sich die Erde setzt. Verdichten Sie den Boden behutsam mit den Händen - nicht mit den Füßen! Zu starkes Verdichten behindert das Wurzelwachstum.

Erstellen eines Gießrandes

Formen Sie zum Schluss einen Gießrand aus Erde um den Stamm. Er sollte etwa 1 m Durchmesser haben und 10 cm hoch sein. So bleibt das Gießwasser dort, wo es gebraucht wird - bei den Wurzeln.

Stützmaßnahmen: Halt geben für einen guten Start

Wann braucht ein Obstbaum Stützpfähle?

Nicht jeder Obstbaum braucht einen Stützpfahl. Kleinere Bäume und Buschformen kommen oft ohne aus. Hochstämme und halbstämmige Bäume profitieren aber von der zusätzlichen Stabilität. Der Pfahl schützt vor Windschäden und hilft dem Baum, gerade zu wachsen.

Richtige Platzierung und Befestigung

Setzen Sie den Pfahl vor dem Baum in die Grube. Er sollte auf der Seite der Hauptwindrichtung stehen. Die Höhe: bis knapp unter den Kronenansatz. Befestigen Sie den Baum mit einem speziellen Baumband in Achterform am Pfahl. Das verhindert Scheuerstellen am Stamm.

Alternativen zum Einzelpfahl

Für größere Bäume oder windige Standorte eignet sich ein Dreibock. Drei Pfähle werden schräg um den Baum herum in den Boden geschlagen und oben verbunden. Das gibt maximale Stabilität in alle Richtungen. Eine weitere Möglichkeit sind Drahtverankerungen, die den Stamm von drei Seiten halten.

Mit diesen Schritten haben Sie Ihrem Obstbaum einen guten Start gegeben. Jetzt heißt es: gießen, pflegen und sich auf die erste eigene Obsternte freuen!

Bewässerung nach der Pflanzung: Wichtig für das Anwachsen

Nach dem Einsetzen des Obstgehölzes beginnt die wichtige Phase der Anwachspflege. Das Anwachsgießen ist dabei der erste entscheidende Schritt. Gießen Sie Ihren frisch gepflanzten Baum gründlich ein, sodass sich die Erde gut um die Wurzeln legt. In den ersten Wochen sollten Sie regelmäßig kontrollieren, ob der Boden noch feucht genug ist. Besonders bei trockenem Wetter ist es wichtig, den Baum ausreichend zu wässern.

Langfristige Bewässerungsstrategie

Auch nach der Anwachsphase benötigt Ihr Obstbaum regelmäßig Wasser. Wie viel und wie oft hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Bodenbeschaffenheit
  • Wetterbedingungen
  • Alter und Größe des Baumes
  • Obstart

Als Faustregel gilt: Lieber seltener, dafür aber durchdringend gießen. Das fördert ein tiefes Wurzelwachstum und macht den Baum widerstandsfähiger gegen Trockenheit.

Mulchen zur Feuchtigkeitserhaltung

Eine Mulchschicht um den Stammbereich hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Verwenden Sie organisches Material wie Rindenmulch oder Stroh. Die Mulchschicht sollte etwa 5-10 cm dick sein, aber nicht direkt an den Stamm heranreichen, um Fäulnis zu vermeiden.

Pflanzschnitt und Kronenaufbau: Grundlage für gesundes Wachstum

Der Pflanzschnitt ist mehr als nur Kosmetik - er legt den Grundstein für eine gesunde Entwicklung Ihres Obstbaumes. Direkt nach der Pflanzung sollten Sie einen fachgerechten Schnitt durchführen. Dieser stimuliert das Wachstum und formt die zukünftige Krone.

Techniken für verschiedene Obstarten

Je nach Obstart variieren die Schnitttechniken:

  • Apfel und Birne: Kürzen Sie den Mitteltrieb um etwa ein Drittel ein. Seitentriebe werden auf drei bis fünf Augen zurückgeschnitten.
  • Kirsche und Pflaume: Hier ist weniger oft mehr. Entfernen Sie nur konkurrierende Triebe und kürzen Sie den Mitteltrieb leicht.
  • Pfirsich: Schneiden Sie den Mitteltrieb auf etwa 80 cm Höhe zurück und entfernen Sie alle Seitentriebe bis auf drei bis vier gut verteilte Leitäste.

Aufbau einer stabilen Krone

Ziel des Kronenaufbaus ist es, eine offene, lichtdurchlässige Struktur zu schaffen. Achten Sie darauf, dass die Leitäste in einem Winkel von etwa 45 Grad vom Stamm abgehen. Entfernen Sie nach innen wachsende oder sich kreuzende Äste. Eine gut aufgebaute Krone erleichtert nicht nur die Ernte, sondern beugt auch Krankheiten vor.

Spezielle Pflanzanleitungen für verschiedene Obstarten

Kernobst (Apfel, Birne)

Apfel- und Birnbäume sind relativ anspruchslos. Sie bevorzugen einen sonnigen Standort mit nährstoffreichem, leicht saurem Boden. Beim Pflanzen sollte die Veredelungsstelle etwa 10 cm über dem Boden liegen. Achten Sie auf ausreichend Platz - je nach Unterlage benötigen sie 3-8 Meter Abstand zu anderen Bäumen.

Steinobst (Kirsche, Pflaume, Pfirsich)

Steinobst mag es warm und sonnig. Besonders Pfirsiche sind frostempfindlich und sollten an geschützten Stellen gepflanzt werden. Kirschen und Pflaumen vertragen mehr Wind. Alle Steinobstarten benötigen einen gut drainierten Boden. Pflanzen Sie sie etwas höher als sie im Container standen, um Staunässe zu vermeiden.

Beerenobst (Johannisbeere, Stachelbeere, Himbeere)

Beerenobst ist perfekt für kleinere Gärten. Johannis- und Stachelbeeren können als Büsche oder Hochstämmchen gezogen werden. Himbeeren pflanzt man am besten in Reihen. Alle Beerenobstarten mögen einen humosen, leicht sauren Boden. Geben Sie beim Pflanzen etwas Kompost in die Pflanzgrube.

Exotischere Arten (Quitte, Mispel, Feige)

Diese Obstarten bereichern jeden Garten mit ihrem besonderen Charakter. Quitten sind recht anspruchslos, benötigen aber viel Platz. Mispeln vertragen Halbschatten und eignen sich gut als Untergehölz. Feigen brauchen einen geschützten, sonnigen Standort und winterlichen Frostschutz in kälteren Regionen.

Pflanzabstände und Mischkulturen: Optimale Nutzung des Gartens

Empfohlene Abstände für verschiedene Obstarten

Die richtigen Abstände sind entscheidend für gesundes Wachstum:

  • Apfel und Birne (Hochstamm): 8-10 m
  • Apfel und Birne (Halbstamm): 6-8 m
  • Kirsche (Hochstamm): 10-12 m
  • Pflaume: 5-7 m
  • Pfirsich: 4-5 m
  • Beerenobst: 1-2 m

Vorteile von Mischkulturen im Obstgarten

Mischkulturen im Obstgarten haben viele Vorteile. Sie fördern die Bestäubung, verbessern die Bodenqualität und helfen bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung. Außerdem nutzen Sie den verfügbaren Platz optimal aus.

Geeignete Begleitpflanzen für Obstgehölze

Einige bewährte Kombinationen sind:

  • Unter Apfelbäumen: Ringelblumen, Kapuzinerkresse
  • Bei Beerenobst: Knoblauch, Zwiebeln
  • Zwischen Obstbäumen: Kräuter wie Thymian oder Salbei

Diese Begleitpflanzen locken nützliche Insekten an und verbessern das Mikroklima im Obstgarten. Experimentieren Sie ruhig ein bisschen - jeder Garten ist einzigartig und Sie werden schnell herausfinden, welche Kombinationen bei Ihnen am besten funktionieren.

Pflege im ersten Jahr nach der Pflanzung

Das erste Jahr nach der Pflanzung ist entscheidend für die Entwicklung Ihres Obstgehölzes. Eine gute Pflege in dieser Zeit legt den Grundstein für einen gesunden und ertragreichen Baum.

Bewässerung und Düngung

Regelmäßiges Gießen ist in der Anwachsphase unerlässlich. Der Boden sollte stets feucht, aber nicht zu nass sein. Ein Gießrand hilft, das Wasser gezielt an die Wurzeln zu leiten. In trockenen Perioden sollten Sie ein- bis zweimal wöchentlich durchdringend wässern.

Mit der Düngung sollten Sie im ersten Jahr zurückhaltend sein. Eine leichte Kompostgabe im Frühjahr reicht meist aus. Übermäßige Stickstoffgaben fördern zwar das Wachstum, können aber die Frosthärte beeinträchtigen.

Unkrautkontrolle

Unkraut konkurriert mit dem jungen Baum um Wasser und Nährstoffe. Halten Sie daher den Bereich um den Stamm in einem Radius von etwa einem Meter frei. Mulchen Sie diesen Bereich mit Rindenmulch oder Stroh, um das Unkrautwachstum zu hemmen und die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

Frostschutz für Jungbäume

Junge Obstbäume sind besonders frostempfindlich. Im Winter können Sie den Stamm mit Jutesäcken oder speziellen Stammschutzmanschetten umwickeln. Bei Spätfrösten im Frühjahr schützen Sie die Blüten durch Vlies oder alte Bettlaken.

Kontrolle auf Krankheiten und Schädlinge

Beobachten Sie Ihren Baum regelmäßig auf Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingsbefall. Achten Sie besonders auf verfärbte Blätter, Fraßspuren oder ungewöhnliche Wuchsformen. Bei Problemen greifen Sie am besten auf biologische Pflanzenschutzmittel zurück.

Besondere Pflanzformen

Spalierobst

Spalierobst ist eine platzsparende und dekorative Form des Obstanbaus, bei der die Bäume flach an einer Wand oder einem Gestell gezogen werden.

Vorbereitung und Pflanzung

Wählen Sie einen sonnigen Standort an einer Süd- oder Westwand. Das Spalier sollte etwa 10-15 cm von der Wand entfernt sein, um eine gute Belüftung zu gewährleisten. Pflanzen Sie den Baum in einem Abstand von 20-30 cm zur Wand.

Spezielle Pflege und Formierung

Die Formierung beginnt bereits im ersten Jahr. Binden Sie die Haupttriebe waagerecht oder in einem flachen Winkel an das Spalier. Entfernen Sie Triebe, die nach vorne oder hinten wachsen. Regelmäßiger Schnitt ist wichtig, um die Form zu erhalten und den Fruchtansatz zu fördern.

Säulenobst

Säulenobst wächst schmal und aufrecht, ideal für kleine Gärten oder Kübel auf der Terrasse.

Standortansprüche

Säulenobst benötigt einen vollsonnigen Standort mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden. In Kübeln achten Sie auf ausreichend große Gefäße (mindestens 30 Liter) mit guter Drainage.

Pflanztechniken für optimales Wachstum

Pflanzen Sie Säulenobst etwas tiefer als es im Container stand, um die Stabilität zu erhöhen. Ein Stützpfahl ist in den ersten Jahren ratsam. Schneiden Sie die Spitze nicht zurück, da sonst die typische Säulenform verloren geht. Entfernen Sie lediglich Seitentriebe, die länger als 20 cm werden.

Häufige Fehler beim Pflanzen von Obstgehölzen

Zu tiefes Pflanzen

Ein häufiger Fehler ist das zu tiefe Einpflanzen. Die Veredelungsstelle sollte immer über der Erde bleiben. Zu tief gepflanzte Bäume kümmern oft und sind anfälliger für Krankheiten.

Unzureichende Bodenvorbereitung

Viele Hobbygärtner unterschätzen die Bedeutung der Bodenvorbereitung. Ein gut gelockerter, mit Kompost angereicherter Boden ist die Basis für gesundes Wachstum. Nehmen Sie sich die Zeit, den Boden gründlich zu verbessern, bevor Sie pflanzen.

Vernachlässigung der Nachpflege

Nach der Pflanzung denken viele, die Arbeit sei getan. Doch gerade in den ersten Jahren braucht der Baum intensive Pflege. Regelmäßiges Wässern, Mulchen und der richtige Schnitt sind entscheidend für die Entwicklung.

Ein Blick in die Zukunft: Ihr eigener Obstgarten

Das Pflanzen und Pflegen von Obstgehölzen mag zunächst wie eine Herausforderung erscheinen, aber mit der richtigen Vorbereitung und Pflege werden Sie reich belohnt. In ein paar Jahren können Sie Ihre eigenen Äpfel ernten, Kirschen direkt vom Baum naschen oder Ihre Nachbarn mit selbstgemachter Pflaumenmarmelade verwöhnen.

Bedenken Sie: Jeder Baum, den Sie pflanzen, ist nicht nur eine Investition in Ihren Garten, sondern auch in die Zukunft. Obstbäume bieten Nahrung für Mensch und Tier, spenden Schatten und tragen zur Biodiversität bei. Mit jedem Schritt, von der sorgfältigen Auswahl bis zur liebevollen Pflege, schaffen Sie ein Stück Natur, das Ihnen und kommenden Generationen Freude bereiten wird.

Greifen Sie zur Schaufel und beginnen Sie! Ihr eigener Obstgarten wartet darauf, Wirklichkeit zu werden. Vielleicht inspirieren Sie damit auch Ihre Nachbarn, und bald blüht und gedeiht es in der ganzen Nachbarschaft. In diesem Sinne: Viel Erfolg und eine reiche Ernte!

Tags: Obst
Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Wann ist die beste Zeit, um Obstgehölze zu pflanzen?
    Die beste Pflanzzeit für Obstgehölze ist der Herbst, genauer zwischen Laubfall und dem ersten Frost. In dieser Vegetationsruhe haben die Bäume noch genug Zeit, um vor dem Winter erste Wurzeln zu bilden. Die Frühjahrspflanzung ist eine gute Alternative, besonders in Regionen mit strengen Wintern - sie erfolgt sobald der Boden frostfrei ist, idealerweise vor dem Knospenaustrieb. Die Herbstpflanzung bietet den Vorteil, dass die Bäume im Frühjahr bereits verwurzelt sind und sofort durchstarten können. Bei der Frühjahrspflanzung entfällt das Frostrisiko, jedoch haben die Bäume weniger Zeit zum Einwurzeln und benötigen in der ersten Saison mehr Bewässerung.
  2. Wie bereitet man den Boden richtig für die Obstbaumpflanzung vor?
    Die Bodenvorbereitung beginnt mit einer Bodenanalyse zur Bestimmung von pH-Wert und Nährstoffgehalt. Obstbäume gedeihen am besten in tiefgründigen, lockeren Böden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 6,8. Der Boden sollte großflächig gelockert und nicht nur an der Pflanzstelle bearbeitet werden. Bei schweren Böden verbessert die Einarbeitung von Sand oder feinem Kies die Durchlüftung. Die Zugabe von gut verrottetem Kompost erhöht den Humusgehalt und verbessert die Bodenstruktur. Bei Staunässe-Problemen ist eine Drainage-Schicht aus Kies oder Blähton am Grund der Pflanzgrube unerlässlich. Eine Gründüngung im Vorjahr kann ebenfalls sinnvoll sein, um die Bodenstruktur zu optimieren und Nährstoffe anzureichern.
  3. Welche Rolle spielt die Standortwahl beim Pflanzen von Obstgehölzen?
    Die Standortwahl ist der wichtigste Faktor für den Erfolg im Obstanbau. Ein optimal gewählter Standort reduziert den Pflegeaufwand und verhindert viele spätere Probleme. Obstbäume benötigen mindestens 6 Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich und einen windgeschützten Platz ohne völlige Luftstagnation. Wichtig ist ein tiefgründiger, gut durchlässiger Boden ohne Staunässe. Frostlöcher und Mulden sollten vermieden werden, da sich dort kalte Luft sammelt, die besonders während der Blütezeit schädlich ist. Das Mikroklima spielt ebenfalls eine Rolle - Südwände speichern Wärme und eignen sich für wärmeliebende Arten wie Pfirsiche. Hanglagen oder leicht erhöhte Positionen sind oft günstiger als Tallagen, da hier die Luftzirkulation besser ist.
  4. Wie groß sollte die Pflanzgrube für Obstbäume sein?
    Die Pflanzgrube sollte etwa anderthalb mal so breit sein wie der Wurzelballen des Obstgehölzes. Bei einem typischen Obstbaum bedeutet das oft eine Grube von 80-100 cm Durchmesser. Die Tiefe entspricht der Höhe des Wurzelballens plus etwa 20 cm für die Bodenverbesserung, meist also 60-80 cm tief. Beim Ausheben sollten Sie die obere, humusreiche Bodenschicht von der unteren trennen. Die Grubenwände sollten leicht angestochen werden, besonders bei schweren Böden, um den jungen Wurzeln das Eindringen ins umgebende Erdreich zu erleichtern. Eine ausreichend große Pflanzgrube ermöglicht es, die Erde mit Kompost zu verbessern und schafft optimale Startbedingungen für das Wurzelwachstum.
  5. Was ist beim Pflanzschnitt von Obstgehölzen zu beachten?
    Der Pflanzschnitt legt den Grundstein für eine gesunde Kronenentwicklung und sollte direkt nach der Pflanzung erfolgen. Bei Apfel und Birne wird der Mitteltrieb um etwa ein Drittel eingekürzt, Seitentriebe auf drei bis fünf Augen zurückgeschnitten. Kirsche und Pflaume benötigen weniger Eingriff - hier werden nur konkurrierende Triebe entfernt und der Mitteltrieb leicht gekürzt. Bei Pfirsichen schneidet man den Mitteltrieb auf etwa 80 cm Höhe zurück und lässt drei bis vier gut verteilte Leitäste stehen. Ziel ist eine offene, lichtdurchlässige Kronenstruktur mit Leitästen im 45-Grad-Winkel. Nach innen wachsende oder sich kreuzende Äste werden entfernt. Eine gut aufgebaute Krone erleichtert später die Ernte und beugt Krankheiten vor.
  6. Worin unterscheiden sich Kernobst und Steinobst bei der Pflanzung?
    Kernobst (Apfel, Birne) und Steinobst (Kirsche, Pflaume, Pfirsich) haben unterschiedliche Pflanzansprüche. Äpfel und Birnen sind relativ anspruchslos und bevorzugen nährstoffreiche, leicht saure Böden. Die Veredlungsstelle sollte etwa 10 cm über dem Boden liegen, sie vertragen etwas tieferes Pflanzen als im Container. Steinobst mag warme, sonnige Standorte und gut drainierte Böden. Besonders Pfirsiche sind frostempfindlich und benötigen geschützte Stellen. Steinobst sollte auf gleicher Höhe wie im Topf oder etwas höher gepflanzt werden, um Staunässe zu vermeiden. Während Kernobst oft Befruchterpartner benötigt, sind viele Steinobst-Sorten selbstfruchtbar. Die Pflanzabstände variieren ebenfalls: Kernobst benötigt meist mehr Platz als Steinobst.
  7. Was ist der Unterschied zwischen Hochstamm und Halbstamm bei Obstbäumen?
    Hochstämme haben einen stammfreien Bereich von 180-200 cm Höhe und können bis zu 10 Meter hoch werden. Sie eignen sich für große Gärten und traditionelle Streuobstwiesen, benötigen aber entsprechend viel Platz mit 8-12 Metern Abstand zu anderen Bäumen. Halbstämme sind kompakter mit einer Stammhöhe von 120-160 cm und erreichen eine Endhöhe von 4-6 Metern. Sie benötigen weniger Platz (6-8 Meter Abstand) und eignen sich besser für kleinere Gärten. Beide Wuchsformen kommen meist erst nach einigen Jahren in den Vollertrag, dafür tragen sie dann jahrzehntelang reichlich Früchte. Halbstämme sind einfacher zu ernten und zu pflegen, während Hochstämme aufgrund ihrer Größe oft eine Leiter erfordern. Die Wahl hängt von der verfügbaren Gartengröße und den persönlichen Vorlieben ab.
  8. Warum ist die richtige Pflanztiefe bei Obstgehölzen so wichtig?
    Die Pflanztiefe ist entscheidend für das Gedeihen des Obstbaums. Zu tief gepflanzt kann der Stamm faulen, zu hoch gepflanzt trocknen die Wurzeln aus. Die Veredlungsstelle - erkennbar an einer leichten Verdickung am Stamm - sollte etwa eine Handbreit über dem Boden liegen und niemals mit Erde bedeckt werden. Diese Stelle markiert den Übergang zwischen der robusten Unterlage und dem Edelreis der gewünschten Sorte. Wird sie eingegraben, verliert die Unterlage ihre schwachwüchsigen Eigenschaften und der Baum kann unkontrolliert wachsen. Verschiedene Obstarten haben unterschiedliche Ansprüche: Äpfel und Birnen vertragen etwas tieferes Pflanzen, während Steinobst eher auf gleicher Höhe wie im Container stehen sollte. Die richtige Pflanztiefe beeinflusst das Wurzelwachstum, die Standfestigkeit und die langfristige Gesundheit des Baumes.
  9. Wo kann man hochwertige Obstbäume und Pflanzmaterial kaufen?
    Hochwertige Obstbäume erhalten Sie bei spezialisierten Baumschulen, Gartencentern und etablierten Online-Gartenshops. Fachkundige Gartenhändler wie samen.de bieten nicht nur qualitätsgeprüfte Obstgehölze, sondern auch kompetente Beratung zur Sortenwahl und Standorteignung. Lokale Baumschulen haben oft regionale Sorten im Angebot, die an die örtlichen Klimabedingungen angepasst sind. Beim Online-Kauf sollten Sie auf Zertifizierungen, Kundenrezensionen und fachkundige Produktbeschreibungen achten. Viele Anbieter garantieren gesunde, virusfreie Pflanzen mit Anwuchsgarantie. Meiden Sie Billiganbieter ohne Fachkompetenz - qualitativ hochwertige Obstgehölze sind eine langfristige Investition, bei der sich Qualität auszahlt. Seriöse Händler beraten Sie auch zu Befruchtungspartnern und geeigneten Unterlagen für Ihren Standort.
  10. Welche Kriterien sind beim Kauf von Obstgehölzen zu beachten?
    Beim Kauf von Obstgehölzen sollten Sie auf mehrere Qualitätskriterien achten. Die Veredelungsstelle muss sauber und gut verwachsen sein, das Wurzelsystem gesund und gut verzweigt. Spezialisierte Gartenfachhändler wie samen.de führen nur zertifizierte, virusfreie Pflanzen und bieten oft Anwuchsgarantien. Wählen Sie standortgerechte Sorten entsprechend Ihrem Klima und verfügbaren Platz. Bei selbstunfruchtbaren Sorten benötigen Sie geeignete Befruchterpartner. Achten Sie auf die richtige Unterlage - sie bestimmt die Endhöhe des Baumes. Containerware kann ganzjährig gepflanzt werden, wurzelnackte Bäume sind günstiger, aber nur in der Pflanzzeit verfügbar. Lassen Sie sich über Krankheitsresistenzen beraten und wählen Sie bewährte, robuste Sorten. Qualitätsmerkmal ist auch eine gute Beratung zu Pflege und Standortansprüchen.
  11. Welche Bedeutung hat die Biodiversität im Obstgarten?
    Biodiversität im Obstgarten fördert ein natürliches Gleichgewicht und reduziert den Pflegeaufwand erheblich. Verschiedene Obstarten locken unterschiedliche Bestäuber an und sichern so eine bessere Befruchtung. Nützlinge wie Marienkäfer, Schlupfwespen und Vögel halten Schädlinge natürlich in Schach. Unterschiedliche Blühzeiten von früh- bis spätblühenden Sorten bieten Insekten über die ganze Saison Nahrung. Mischkulturen mit Kräutern, Blumen und verschiedenen Obstsorten schaffen Mikrohabitate für verschiedene Tierarten. Diese Vielfalt macht den Obstgarten widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge. Alte Obstsorten tragen besonders zur genetischen Vielfalt bei und sind oft robuster gegen Umwelteinflüsse. Ein biodiverser Obstgarten ist nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch für den Hobbygärtner pflegeleichter und ertragreicher.
  12. Wie entwickelt sich das Wurzelsystem nach der Obstbaumpflanzung?
    Nach der Pflanzung durchläuft das Wurzelsystem verschiedene Entwicklungsphasen. In den ersten Wochen bilden sich neue Feinwurzeln, die für die Wasser- und Nährstoffaufnahme entscheidend sind. Wurzelnackte Bäume benötigen 4-6 Wochen für erste Neubildungen, Containerware wächst schneller an. Im ersten Jahr entwickelt sich das Wurzelsystem hauptsächlich horizontal in den oberen 30-40 cm Bodenschicht. Ab dem zweiten Jahr wachsen die Wurzeln auch in die Tiefe und können bei günstigen Bedingungen bis zu 1,5 Meter tief reichen. Die horizontale Ausbreitung kann das 1,5-fache der Kronengröße erreichen. Eine gute Bodenvorbereitung und regelmäßige Bewässerung in der Anwachsphase fördern ein gesundes, weit verzweigtes Wurzelsystem. Dieses ist die Basis für einen stabilen, ertragreichen Baum, der auch Trockenperioden gut übersteht.
  13. Welche Rolle spielen Mischkulturen im Obstanbau?
    Mischkulturen im Obstgarten bieten vielfältige Vorteile für Boden, Pflanzen und Ökosystem. Sie verbessern die Bodenqualität durch unterschiedliche Wurzeltiefen und -systeme, die verschiedene Nährstoffschichten erschließen. Bestimmte Begleitpflanzen wie Ringelblumen unter Apfelbäumen oder Knoblauch bei Beerenobst wirken als natürlicher Pflanzenschutz gegen Schädlinge. Kräuter wie Thymian oder Salbei zwischen Obstbäumen locken Bestäuber und Nützlinge an. Leguminosen reichern den Boden mit Stickstoff an und reduzieren den Düngerbedarf. Mischkulturen fördern die Biodiversität und schaffen ein stabiles Mikroklima. Sie nutzen den verfügbaren Garten optimal aus und können Ernteerträge steigern. Verschiedene Blühzeiten sorgen für kontinuierliche Bestäuberversorgung. Diese natürliche Vielfalt macht den Obstgarten widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Umweltstress.
  14. Wie beeinflusst das Mikroklima das Wachstum von Obstgehölzen?
    Das Mikroklima hat enormen Einfluss auf die Entwicklung von Obstgehölzen und kann den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Südwände speichern Wärme und schaffen günstige Bedingungen für wärmeliebende Arten wie Pfirsiche oder Feigen. Hanglagen mit guter Luftzirkulation verhindern Frostschäden und Pilzkrankheiten. Mulden und Senken bilden hingegen Kaltluftseen, die besonders zur Blütezeit gefährlich sind. Windschutz ist wichtig, aber völlige Windstille begünstigt Krankheiten. Bäume und Sträucker in der Nähe können Schatten spenden oder Windschutz bieten, aber auch Konkurrenz um Licht und Nährstoffe bedeuten. Wasserflächen mildern Temperaturschwankungen und erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Bereits kleine Unterschiede in Höhenlage oder Exposition können die Blütezeit um Wochen verschieben und damit die Frostgefahr beeinflussen.
  15. Wie richtet man einen Obstbaum beim Pflanzen korrekt aus?
    Die richtige Ausrichtung beim Pflanzen beeinflusst die langfristige Entwicklung des Obstbaumes. Stellen Sie den Baum senkrecht in die Pflanzgrube und achten Sie auf eine gerade Stammhaltung. Die Veredlungsstelle sollte zur Hauptwindrichtung zeigen, um sie vor Austrocknung zu schützen. Bei schräg gewachsenen Jungbäumen richten Sie die natürliche Krümmung nach Süden aus - so wächst der Baum mit der Zeit durch die Lichtsuchbewegung gerade. Der stärkste Ast sollte in Hauptwindrichtung zeigen, da er als natürlicher Windbrecher fungiert. Bei Wandnähe pflanzen Sie den Baum so, dass die Hauptäste zur Wand hin wachsen können. Kontrollieren Sie die Ausrichtung aus mehreren Blickwinkeln, bevor Sie die Grube verfüllen. Eine korrekte Ausrichtung beim Pflanzen erspart spätere aufwendige Korrekturen und Stützmaßnahmen.
  16. Welche Bewässerungsstrategien eignen sich für neu gepflanzte Obstbäume?
    Neu gepflanzte Obstbäume benötigen eine durchdachte Bewässerungsstrategie für optimales Anwachsen. Nach der Pflanzung erfolgt ein gründliches Anwachsgießen, damit sich die Erde gut um die Wurzeln legt. In den ersten Wochen sollte der Boden konstant feucht, aber nicht nass sein. Ein Gießrand aus Erde um den Stamm leitet das Wasser gezielt zu den Wurzeln. Besser seltener, dafür durchdringend gießen - das fördert tiefes Wurzelwachstum und macht den Baum widerstandsfähiger. Bei trockenem Wetter genügen ein bis zwei Wassergaben pro Woche mit jeweils 20-30 Litern. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Stroh hält die Feuchtigkeit im Boden und reduziert den Gießaufwand. Im ersten Jahr ist regelmäßige Kontrolle wichtig, da die Bäume noch nicht selbstständig Wasser aus tieferen Schichten ziehen können.
  17. Stimmt es, dass Obstbäume sofort nach der Pflanzung Früchte tragen?
    Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Obstbäume benötigen mehrere Jahre, bis sie in den Vollertrag kommen. Die Zeit bis zur ersten Ernte hängt von verschiedenen Faktoren ab: Obstart, Wuchsform, Unterlage und Pflanzenalter. Niederstämme und Buschbäume tragen oft schon im 2-3. Jahr erste Früchte, während Hochstämme 5-8 Jahre benötigen können. Beerensträucher wie Johannisbeeren liefern meist schon im Pflanzjahr kleine Erträge. In den ersten Jahren sollten Sie ohnehin nur wenige Früchte am Baum belassen, damit er seine Kraft ins Wachstum steckt. Zu früher Fruchtbehang schwächt junge Bäume und verzögert ihre Entwicklung. Haben Sie Geduld - ein gut etablierter Baum belohnt Sie dann jahrzehntelang mit reichen Ernten. Die Wartezeit lohnt sich für gesunde, langlebige und ertragreiche Obstbäume.
  18. Gibt es regionale Unterschiede bei der optimalen Pflanzzeit für Obstgehölze?
    Ja, regionale Klimaunterschiede beeinflussen die optimale Pflanzzeit erheblich. In milden Weinbaugebieten und Küstenregionen ist die Herbstpflanzung oft bis Dezember möglich, während in kontinentalen Gebieten und Gebirgslagen bereits ab Oktober Frost drohen kann. In schneereichen Gebieten ist die Frühjahrspflanzung oft sicherer, da Frostschäden an nicht vollständig eingewurzelten Bäumen vermieden werden. Höhenlagen haben kürzere Wachstumsperioden, weshalb hier eine frühe Frühjahrspflanzung vorteilhaft ist. In maritimen Gebieten sind die Temperaturen ausgeglichener, dort können Obstbäume fast ganzjährig gepflanzt werden. Beobachten Sie die lokalen Wetterbedingungen und orientieren Sie sich an den Empfehlungen regionaler Gartenbaubetriebe. Fragen Sie auch erfahrene Obstbauern in Ihrer Gegend - sie kennen die örtlichen Besonderheiten am besten.
  19. Wo liegt der Unterschied zwischen Spalierobst und Säulenobst?
    Spalierobst und Säulenobst sind beide platzsparende Anbauformen, unterscheiden sich aber grundlegend. Spalierobst wird flach an Wänden oder Gestellen gezogen, wobei die Äste waagerecht oder fächerförmig geführt werden. Es benötigt ein Stützgerüst und regelmäßigen Formschnitt, bietet aber hohe Erträge auf kleinstem Raum. Spalierobst eignet sich besonders für warme Südwände und kann mehrere Meter breit werden. Säulenobst wächst dagegen natürlich schmal und aufrecht mit minimalen Seitentrieben. Es benötigt kein Spalier, nur einen Stützpfahl, und ist ideal für Kübelhaltung geeignet. Der Schnitt beschränkt sich auf das Entfernen zu langer Seitentriebe. Säulenobst bleibt kompakt (1-2 m breit), trägt aber entsprechend weniger als Spalierobst. Beide Formen ermöglichen Obstanbau auch in kleinsten Gärten oder auf Terrassen.
  20. Was unterscheidet wurzelnackte Obstbäume von Containerware?
    Wurzelnackte Obstbäume werden ohne Erdballen geliefert und sind nur während der Vegetationsruhe (Oktober bis März) verfügbar. Sie sind deutlich günstiger, benötigen aber sorgfältige Behandlung und sofortige Pflanzung. Vor dem Setzen müssen die Wurzeln gewässert und beschädigte Teile entfernt werden. Containerware wächst im Topf und kann ganzjährig gepflanzt werden. Sie ist teurer, aber pflegeleichter und wächst meist schneller an. Der Wurzelballen bleibt intakt, was den Pflanzschock reduziert. Wurzelnackte Bäume entwickeln oft ein natürlicheres Wurzelsystem, da sie nicht durch den Container eingeschränkt waren. Containerware eignet sich besser für Gartenanfänger und spontane Pflanzungen. Beide Varianten können bei korrekter Behandlung gleich gute Ergebnisse erzielen. Die Wahl hängt von Budget, Planbarkeit und persönlicher Erfahrung ab.
Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Zur Kategorie Obst
Topseller
Kiepenkerl Pepino Melonenbirne Kiepenkerl Pepino Melonenbirne
Inhalt 1 Portion
3,89 € *
Produktbild von Sperli Ananaskirsche Goldmurmel zeigt reife gelbe Früchte in Hüllblättern mit Firmenlogo und Hinweisen wie Gourmet-Küche kübelgeeignet und Größenangaben auf rustikalem Holzuntergrund. Sperli Ananaskirsche Goldmurmel
Inhalt 1 Portion
3,39 € *
Bio nach EG-Öko-Verordnung
Produktbild von Culinaris BIO Physalis Dulceria Saatgutverpackung mit demeter-Logo offenen Physalisfrüchten in einer Hand und Bio-Siegel
Culinaris BIO Physalis Dulceria
Inhalt 1 Stück
2,89 € *
Kiepenkerl Andenbeere Kapstachelbeere Kiepenkerl Andenbeere Kapstachelbeere
Inhalt 1 Portion
2,39 € *
Kiepenkerl Erdbeere Tresca Kiepenkerl Erdbeere Tresca
Inhalt 1 Portion
4,39 € *
Produktbild von Sperli Zuckermelone Anasta F1 mit Abbildung von Melonen, Blättern und Blüten sowie Produktinformationen wie sicher reifend, süß-aromatisch, für Freiland und Gewächshaus. Sperli Zuckermelone Anasta, F1
Inhalt 1 Portion
4,89 € *
Kiepenkerl Andenbeere Goldmurmel Kiepenkerl Andenbeere Goldmurmel
Inhalt 1 Portion
3,39 € *
Produktbild von Sperli Andenbeere Inkapflaume Saatgutverpackung mit Abbildungen von reifen Früchten und Pflanzen sowie Informationen zur Sorte und Anbauempfehlungen auf deutsch Sperli Andenbeere Inkapflaume
Inhalt 1 Portion
2,89 € *
Passende Artikel
Produktbild von Neudorff Neudo-Vital Obst-Spritzmittel in einer 250 ml Flasche mit grünem Etikett, Angaben zum Anteil von Recyclat, Abbildungen von Obst und Hinweis auf wissenschaftlich bestätigten Effekt. Neudorff Neudo-Vital Obst-Spritzmittel 250ml
Inhalt 0.25 Liter (41,96 € * / 1 Liter)
10,49 € *
Produktbild von Cuxin DCM Spezialduenger fuer Beeren & Obstbaeume Minigran 3kg Streuschachtel mit Darstellung der Verpackung und Abbildung verschiedener Beeren und Fruechte. Cuxin DCM Spezialdünger für Beeren & Obstbäume...
Inhalt 3 Kilogramm (6,20 € * / 1 Kilogramm)
18,59 € *
Produktbild von Cuxin DCM Spezialdünger für Beeren und Obstbäume Minigran in einer 1, 5, kg Streuschachtel mit Anwendungshinweisen und Abbildungen verschiedener Beeren. Cuxin DCM Spezialdünger für Beeren & Obstbäume...
Inhalt 1.5 Kilogramm (8,66 € * / 1 Kilogramm)
12,99 € *
Produktbild von WUXAL Mediterrane Pflanzen 1l Flasche mit Informationen zur Anwendung und Dosierung für mediterrane Pflanzen in deutscher Sprache. WUXAL Mediterrane Pflanzen 1l
Inhalt 1 Liter
16,99 € *
Produktbild von Substral Pflanzen-Nahrung in einer 1 Liter Flasche für Zimmer- Balkon- und Terrassenpflanzen mit Abbildung von blühenden Pflanzen und Produktvorteilen auf Deutsch. Substral Pflanzen-Nahrung 1l
Inhalt 1 Liter
13,49 € *
Produktbild von Substral Pflanzen-Nahrung in einer 500ml Flasche für Zimmer-, Balkon- und Terrassenpflanzen mit Produktmerkmalen und Anweisungen auf deutsch. Substral Pflanzen-Nahrung 500ml
Inhalt 0.5 Liter (13,98 € * / 1 Liter)
6,99 € *
Produktbild von WUXAL Mediterrane Pflanzen Düngemittel in einer 250ml Flasche mit Hinweisen zur Dosierung und Anwendungsgebieten für mediterrane Pflanzen in deutscher Sprache WUXAL Mediterrane Pflanzen 250ml
Inhalt 0.25 Liter (29,96 € * / 1 Liter)
7,49 € *