Ölkürbis im Fruchtwechsel: Optimale Anbauplanung für gesunde Pflanzen

Ölkürbis: Ein Nährstoffriese mit besonderen Ansprüchen

Ölkürbisse sind wahre Bereicherungen für unsere Küche und den Garten. Ihre Kultivierung erfordert jedoch ein gewisses Fingerspitzengefühl und eine durchdachte Anbauplanung.

Ölkürbis-Anbau: Kernpunkte im Überblick

  • Sonniger Standort und nährstoffreicher Boden sind unerlässlich
  • Fruchtwechsel alle 3-4 Jahre für vitale Pflanzen
  • Ideale Vorfrucht: Leguminosen oder Gründüngung
  • Hoher Nährstoffbedarf, insbesondere Kalium und Stickstoff
  • Mischkultur mit Mais oder Sonnenblumen möglich

Die Bedeutung des Ölkürbisanbaus

Ölkürbisse sind wahre Multitalente im Garten. Ihre Kerne liefern wertvolle Öle und Proteine, während das Fruchtfleisch in der Küche vielseitig einsetzbar ist. Bei meinen ersten Anbauversuchen wurde mir schnell klar, dass Ölkürbisse mehr als nur einen beliebigen Platz im Garten benötigen. Ihre Kultivierung erfordert sorgfältige Planung und Pflege.

Die Bedeutung der Fruchtfolge bei Ölkürbissen

Eine durchdachte Fruchtfolge ist für gesunde Ölkürbispflanzen unverzichtbar. Sie beugt Bodenmüdigkeit vor und hilft, Schädlinge und Krankheiten einzudämmen. Der Wechsel der Kulturen optimiert die Nährstoffnutzung im Boden und verbessert die Bodenstruktur.

Grundlagen des Fruchtwechsels

Der Fruchtwechsel, auch als Fruchtfolge bekannt, ist ein System, bei dem verschiedene Pflanzenarten in einer festgelegten Reihenfolge auf derselben Fläche angebaut werden. Ziel ist es, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu verbessern sowie Pflanzenkrankheiten und Schädlingsbefall vorzubeugen.

Vorteile für Bodengesundheit und Pflanzenentwicklung

Ein gut durchdachter Fruchtwechsel bietet zahlreiche Vorteile:

  • Verbesserung der Bodenstruktur durch unterschiedliche Wurzelsysteme
  • Optimale Nährstoffnutzung, da verschiedene Pflanzen unterschiedliche Nährstoffe benötigen
  • Verringerung von bodenbürtigen Krankheiten und Schädlingen
  • Förderung der Bodenmikroorganismen
  • Natürliche Unkrautregulierung

Typische Fruchtwechselzyklen im Gemüseanbau

Im Gemüseanbau hat sich eine Dreifelderwirtschaft bewährt. Dabei wird das Beet in drei Bereiche aufgeteilt, die jährlich rotieren:

  • Stark zehrende Kulturen (beispielsweise Tomaten, Kürbisse, Kohl)
  • Mittel zehrende Kulturen (etwa Wurzelgemüse, Salate)
  • Schwach zehrende Kulturen oder Gründüngung (zum Beispiel Bohnen, Erbsen, Phacelia)

Ölkürbisse gehören zu den Starkzehrern und sollten daher nur alle 3-4 Jahre an derselben Stelle angebaut werden.

Ölkürbis: Botanische Eigenschaften und Anbauanforderungen

Botanische Merkmale des Ölkürbis

Der Ölkürbis (Cucurbita pepo var. styriaca) gehört zur Familie der Kürbisgewächse. Er zeichnet sich durch seine großen, gelben Blüten und die charakteristischen, schalenlosen Kerne aus. Die Pflanzen bilden lange Ranken und können je nach Sorte buschig oder kriechend wachsen.

Klimatische und Standortansprüche

Ölkürbisse benötigen warme und sonnige Bedingungen. Sie brauchen:

  • Einen vollsonnigen Standort mit mindestens 6 Stunden direkter Sonneneinstrahlung täglich
  • Windgeschützte Lage
  • Temperaturen über 10°C, optimal sind 20-25°C
  • Ausreichend Platz: 1-2 m² pro Pflanze

Nährstoffbedarf und Bodenvorbereitung

Ölkürbisse sind echte Nährstoffriesen und benötigen einen reichhaltigen Boden. Besonders wichtig sind:

  • Hoher Humusgehalt
  • Gute Kaliumversorgung für die Fruchtbildung
  • Ausreichend Stickstoff für üppiges Blattwachstum
  • pH-Wert zwischen 6 und 7

Vor der Pflanzung empfiehlt es sich, den Boden tiefgründig zu lockern und mit reifem Kompost oder gut verrottetem Stallmist anzureichern. Eine Bodenuntersuchung kann helfen, eventuelle Nährstoffmängel zu erkennen und gezielt auszugleichen.

In meinem Garten habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, im Herbst vor der Ölkürbis-Aussaat eine Gründüngung mit Phacelia oder Winterroggen anzubauen. Diese lockert den Boden und bringt zusätzliche organische Substanz ein. Im Frühjahr wird die Gründüngung dann untergegraben, und nach einigen Wochen können die Ölkürbisse gepflanzt werden.

Zum Produkt
Produktbild von Sperli Kürbis Olga mit der Darstellung eines gestreiften Kürbisses vor grünem Blätterhintergrund und der Beschriftung über schalenlose Kerne zur vielseitigen Verwendung, samenfest.
Zum Produkt
Zum Produkt

Optimale Vorkulturen für Ölkürbis

Geeignete Vorfrüchte und ihre Vorteile

Die Wahl der richtigen Vorfrüchte kann den Erfolg beim Ölkürbisanbau maßgeblich beeinflussen. Stickstoffanreichernde Pflanzen wie Leguminosen haben sich als besonders vorteilhaft erwiesen. Erbsen, Bohnen oder Klee hinterlassen nicht nur einen nährstoffreichen Boden, sondern lockern ihn durch ihr Wurzelwerk auch auf. Getreide wie Weizen oder Gerste eignen sich ebenfalls gut, da sie den Boden schonen und eine günstige Struktur hinterlassen.

Kartoffeln können auch als Vorfrucht dienen, da sie den Boden auflockern und Unkraut unterdrücken. Allerdings ist nach Kartoffeln besondere Aufmerksamkeit auf die Kaliumversorgung zu richten, da sie dem Boden viel davon entziehen.

Zu vermeidende Vorfrüchte

Einige Pflanzen sollten als direkte Vorfrüchte für Ölkürbis gemieden werden:

  • Andere Kürbisgewächse wie Zucchini oder Gurken, da sie ähnliche Nährstoffe benötigen und Krankheiten übertragen können
  • Tomaten und Kartoffeln in unmittelbarer Folge, wegen der erhöhten Gefahr von Kraut- und Braunfäule
  • Mais, der den Boden stark beansprucht und Probleme mit dem Maiswurzelbohrer verursachen kann

 

Rolle von Gründüngung in der Fruchtfolge

Gründüngung spielt eine wichtige Rolle in der Fruchtfolge vor Ölkürbis. Pflanzen wie Phacelia, Senf oder Ölrettich können als Zwischenfrucht angebaut werden. Sie unterdrücken Unkraut, lockern den Boden und reichern ihn mit organischer Substanz an. Phacelia hat sich als besonders geeignete Vorfrucht erwiesen, da sie den Boden schont und eine gute Struktur hinterlässt.

In meinem Garten habe ich gute Erfahrungen mit einer Herbstaussaat von Winterroggen und Winterwicken gemacht. Der Roggen durchwurzelt den Boden tief und die Wicken binden zusätzlichen Stickstoff. Im Frühjahr wird diese Gründüngung dann eingearbeitet und schafft optimale Bedingungen für die Ölkürbisse.

Ölkürbis in der Mischkultur

Geeignete Mischkulturpartner

Ölkürbisse lassen sich gut in Mischkultur anbauen. Bewährte Partner sind:

  • Mais: Die Stängel dienen als natürliche Rankhilfe
  • Buschbohnen: Sie fixieren Stickstoff im Boden
  • Kapuzinerkresse: Wirkt als natürlicher Schädlingsschutz
  • Ringelblumen: Locken Bestäuber an und fördern die Bodengesundheit

 

Vorteile der Mischkultur für Ölkürbis

Die Mischkultur bietet mehrere Vorteile für den Ölkürbisanbau:

  • Effiziente Flächennutzung
  • Natürliche Schädlingsbekämpfung
  • Verbesserung der Bestäubung
  • Optimale Nährstoffversorgung durch unterschiedliche Wurzeltiefen
  • Erhöhung der Biodiversität im Garten

 

Praktische Umsetzung im Garten oder Feld

Für eine erfolgreiche Mischkultur mit Ölkürbis empfehle ich folgende Vorgehensweise: Pflanzen Sie die Kürbisse in Reihen mit einem Abstand von etwa 1,5 Metern. Dazwischen können Sie Buschbohnen oder niedrig wachsende Kräuter setzen. Am Rand der Kürbisbeete eignen sich Ringelblumen oder Kapuzinerkresse als Begleitpflanzen. Wenn Sie Mais als Rankhilfe nutzen möchten, säen Sie diesen etwa zwei Wochen vor den Kürbissen aus.

Wichtig ist, dass alle Pflanzen ausreichend Platz und Licht erhalten. Gießen Sie gezielt die Wurzelbereiche und vermeiden Sie eine Überkronung der Begleitpflanzen durch die Kürbisblätter.

Nachfrüchte und Regeneration des Bodens

Empfohlene Nachfrüchte nach Ölkürbis

Nach der Ernte von Ölkürbis eignen sich folgende Pflanzen besonders gut als Nachfrüchte:

  • Getreide wie Weizen oder Roggen: Nutzen die Nährstoffreste im Boden
  • Gründüngungspflanzen: Regenerieren den Boden für die nächste Saison
  • Wurzelgemüse wie Möhren oder Pastinaken: Lockern den Boden weiter auf
  • Kohlarten: Profitieren von der guten Bodenstruktur nach Kürbis

 

Bodenregeneration und Nährstoffausgleich

Nach der Kürbisernte ist es wichtig, den Boden zu regenerieren und den Nährstoffhaushalt auszugleichen. Hier einige bewährte Methoden:

  • Gründüngung: Senf oder Phacelia im Herbst aussäen
  • Kompostgabe: Verbessert die Bodenstruktur und liefert Nährstoffe
  • Kalkung: Bei Bedarf den pH-Wert regulieren
  • Mulchen: Schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion

 

In meinem Garten habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, nach der Kürbisernte eine Mischung aus Winterroggen und Winterwicken auszusäen. Diese Gründüngung schützt den Boden über den Winter und wird im Frühjahr eingearbeitet, was die Bodenstruktur deutlich verbessert.

Planung mehrjähriger Fruchtfolgen

Für eine nachhaltige Bodengesundheit ist eine mehrjährige Fruchtfolgeplanung unerlässlich. Ein Beispiel für eine vierjährige Fruchtfolge mit Ölkürbis könnte so aussehen:

  • Jahr 1: Ölkürbis
  • Jahr 2: Getreide (z.B. Weizen) mit Untersaat Klee
  • Jahr 3: Klee als Hauptfrucht (Gründüngung und Bodenregeneration)
  • Jahr 4: Kartoffeln oder Wurzelgemüse

 

Diese Rotation ermöglicht eine ausgewogene Nährstoffnutzung, fördert die Bodengesundheit und reduziert den Krankheits- und Schädlingsdruck. Passen Sie die Fruchtfolge an Ihre spezifischen Bedingungen und Bedürfnisse an, und beobachten Sie die Entwicklung Ihres Bodens über die Jahre.

Spezielle Anbautechniken für Ölkürbis im Fruchtwechsel

Bei der Kultivierung von Ölkürbis im Rahmen eines Fruchtwechsels gibt es einige besondere Methoden, die sich als äußerst effektiv erwiesen haben. Lassen Sie mich Ihnen ein paar bewährte Techniken vorstellen, die ich im Laufe der Jahre für mich entdeckt habe:

Mulchen und Kompostierung

Das Mulchen spielt eine entscheidende Rolle beim Ölkürbisanbau. Eine großzügige Mulchschicht aus Stroh oder Grasschnitt - etwa 5-10 cm dick - leistet wahre Wunder. Sie hält nicht nur die Feuchtigkeit im Boden, sondern unterdrückt auch lästiges Unkraut und schützt die Früchte vor dem Faulen. Obendrein fördert sie das Bodenleben. Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Lassen Sie beim Mulchen etwas Abstand zum Stängel, um Staunässe zu vermeiden.

Was die Kompostierung betrifft, so eignen sich die Pflanzenreste nach der Ernte hervorragend dafür. Sie stecken voller wertvoller Nährstoffe, die wir dem Boden nicht vorenthalten sollten. Wenn Sie den fertigen Kompost im Frühjahr vor der Neubepflanzung oberflächlich einarbeiten, verbessern Sie nicht nur die Bodenstruktur, sondern versorgen die Pflanzen auch mit einem natürlichen Nährstoffcocktail.

Bewässerungstechniken

Ölkürbisse sind regelrechte Schluckspechte, wenn es ums Wasser geht. Eine gleichmäßige Bewässerung ist der Schlüssel zu einer guten Fruchtbildung und beugt obendrein Krankheiten vor. In meinem Garten habe ich großen Erfolg mit Tröpfchenbewässerung. Sie spart nicht nur Wasser, sondern hält auch die Blätter trocken, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Eine interessante Alternative, die ich kürzlich entdeckt habe, sind im Boden eingegrabene Tonkrüge, die langsam Wasser abgeben.

In Trockenperioden empfiehlt es sich, morgens oder abends gründlich zu gießen. Dabei sollten Sie darauf achten, die Blätter möglichst nicht zu befeuchten. Ein kleiner Gießrand um die Pflanzen hilft, das Wasser gezielt zu den Wurzeln zu leiten.

Natürliche Schädlingsbekämpfung durch Fruchtwechsel

Der Fruchtwechsel selbst ist bereits eine wirksame Methode zur Schädlingsbekämpfung. Indem wir Ölkürbisse nur alle 3-4 Jahre auf derselben Fläche anbauen, durchbrechen wir den Lebenszyklus vieler Schädlinge. In den Jahren dazwischen haben sich bei mir Leguminosen oder Getreide als Zwischenfrüchte bewährt.

Zusätzlich setze ich auf Mischkulturen. Kapuzinerkresse zwischen den Kürbissen hält Blattläuse fern, während Ringelblumen Nützlinge anlocken. Knoblauch oder Zwiebeln in der Nähe haben sich als natürliche Schädlingsabwehr erwiesen. So entsteht ein faszinierendes Gleichgewicht im Garten, das man regelrecht beobachten kann.

Ernte und Nacherntebehandlung bei Ölkürbissen

Optimaler Erntezeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt für die Ernte ist entscheidend für die Qualität der Ölkürbiskerne. In der Regel sind die Früchte zwischen September und Oktober reif, wenn sie ihre charakteristische Farbe erreicht haben und der Stiel zu trocknen beginnt. Ein alter Gärtnertrick ist der Klopftest: Klingt die Frucht hohl, ist sie reif für die Ernte.

Wählen Sie für die Ernte möglichst einen trockenen Tag. Schneiden Sie die Früchte mit einem scharfen Messer ab und lassen Sie einen kurzen Stielansatz dran. Seien Sie vorsichtig, um die Schale nicht zu verletzen - das könnte zu unerwünschter Fäulnis führen.

Lagerung und Verarbeitung

Nach der Ernte gönnen Sie den Kürbissen am besten noch einige Tage Nachreifezeit an einem warmen, trockenen Ort. Das verbessert nicht nur den Geschmack, sondern auch die Haltbarkeit. Für die längerfristige Lagerung eignet sich ein kühler (10-15°C), trockener und dunkler Raum. Auf Stroh oder Holzregalen können sich die Früchte mehrere Monate halten.

Für die Ölgewinnung werden die Kerne getrocknet. Öffnen Sie die Kürbisse, entnehmen und waschen Sie die Kerne. Anschließend trocknen Sie sie bei etwa 40°C im Dörrgerät oder Backofen. Die getrockneten Kerne lassen sich in luftdichten Behältern aufbewahren oder zu köstlichem Öl verarbeiten.

Saatgutgewinnung für den nächsten Anbauzyklus

Wenn Sie eigenes Saatgut gewinnen möchten, wählen Sie die prächtigsten und gesündesten Früchte aus. Waschen und trocknen Sie die Kerne sorgfältig und lagern Sie sie kühl und trocken. Ein wichtiger Hinweis: Nur Samen von sortenreinen Pflanzen eignen sich zur Weiterzucht, da Kürbisse leicht kreuzen.

Vor der Aussaat im nächsten Jahr empfehle ich, die Keimfähigkeit zu testen. Legen Sie dazu einige Samen zwischen feuchtes Küchenpapier und beobachten Sie, ob sie nach wenigen Tagen keimen. So stellen Sie sicher, dass Sie im Frühjahr mit kräftigem Saatgut starten können.

Ökologische Aspekte des Fruchtwechsels mit Ölkürbis

Förderung der Biodiversität

Der Anbau von Ölkürbis im Fruchtwechsel kann die Biodiversität im Garten erstaunlich fördern. Die großen, leuchtenden Blüten sind ein wahres Festmahl für Bienen und andere Insekten. Durch den Wechsel mit anderen Kulturen entsteht ein vielfältiger Lebensraum, der mich immer wieder fasziniert.

Ich habe festgestellt, dass es sinnvoll ist, einige Wildkräuter zwischen den Kürbissen stehen zu lassen. Sie bieten zusätzlichen Lebensraum für Nützlinge. Auch Blühstreifen am Feldrand oder Hecken tragen zur Artenvielfalt bei. So etabliert sich nach und nach ein stabiles Ökosystem, das sich weitgehend selbst reguliert.

Reduzierung von Pestiziden und Düngern

Durch den Fruchtwechsel und die Förderung der natürlichen Schädlingsbekämpfung lässt sich der Einsatz von Pestiziden deutlich reduzieren. Die Bodengesundheit verbessert sich spürbar, was wiederum zu kräftigeren Pflanzen führt, die weniger anfällig für Krankheiten sind.

Auch der Düngerbedarf sinkt durch den Fruchtwechsel merklich. Leguminosen als Vorfrucht binden Stickstoff im Boden, und der Kompost aus Pflanzenresten liefert weitere wertvolle Nährstoffe. In vielen Fällen können wir so auf künstliche Dünger verzichten, was nicht nur die Umwelt schont, sondern auch den Geldbeutel.

Klimaanpassung und Resilienz im Anbausystem

Ein vielfältiges Anbausystem mit Fruchtwechsel erweist sich als erstaunlich widerstandsfähig gegen Wetterextreme und Klimaveränderungen. Verschiedene Kulturen reagieren unterschiedlich auf Trockenheit oder Starkregen, sodass in jedem Jahr zumindest eine Teilernte gesichert werden kann.

Ölkürbisse haben sich als recht robust und hitzetolerant erwiesen. In Kombination mit Mulch und effizienter Bewässerung können sie auch trockenere Sommer gut überstehen. Der humusreiche Boden, der durch den Fruchtwechsel entsteht, speichert zudem mehr Wasser und Nährstoffe. Das macht das gesamte System widerstandsfähiger gegen die zunehmenden Wetterextreme, die wir in den letzten Jahren beobachten können.

Herausforderungen und Lösungsansätze beim Ölkürbisanbau

Umgang mit Bodenmüdigkeit

Bodenmüdigkeit ist ein Thema, das uns Ölkürbisanbauer immer wieder beschäftigt. Sie tritt auf, wenn die gleiche Kultur jahrelang auf derselben Fläche angebaut wird. Eine konsequente Fruchtfolge kann hier Wunder wirken. In meinem Garten habe ich die Erfahrung gemacht, dass Ölkürbisse am besten nur alle vier bis fünf Jahre auf derselben Fläche angebaut werden sollten. In der Zwischenzeit setze ich gerne auf Gründüngungspflanzen wie Klee oder Lupinen. Diese kleinen Helfer verbessern nicht nur die Bodenstruktur, sondern reichern auch wertvolle Nährstoffe an.

Anpassung an klimatische Veränderungen

Der Klimawandel stellt uns Gärtner vor neue Herausforderungen. Längere Trockenperioden und extreme Wetterereignisse können unsere Erträge durchaus beeinträchtigen. Ein Ansatz, den ich verfolge, ist die Wahl robuster Sorten, die besser mit Trockenheit umgehen können. Auch der Einsatz von Mulch hat sich bei mir bewährt, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten. In besonders trockenen Regionen könnte eine Tröpfchenbewässerung sinnvoll sein - ich experimentiere gerade damit in einem Teil meines Gartens.

Optimierung des Wassermanagements

Ölkürbisse sind regelrechte Durstlöscher, besonders während der Fruchtbildung. Ein durchdachtes Bewässerungskonzept ist daher Gold wert. Ich habe gute Erfahrungen mit morgendlicher Bewässerung gemacht. Das reduziert nicht nur die Verdunstung, sondern beugt auch Pilzkrankheiten vor. Die Nutzung von Regenwasser und der Einsatz von Mulchmaterialien können den Wasserbedarf zusätzlich senken. In meinem Garten sammle ich Regenwasser in alten Weinfässern - eine charmante und effektive Lösung!

Wirtschaftliche Aspekte des Ölkürbisanbaus

Ertragssteigerung durch optimalen Fruchtwechsel

Ein gut geplanter Fruchtwechsel kann wahre Wunder für die Erträge im Ölkürbisanbau bewirken. Durch die Abwechslung mit anderen Kulturen werden Nährstoffe im Boden besser genutzt und Schädlinge auf natürliche Weise reduziert. Ich habe beobachtet, dass Ertragssteigerungen von bis zu 20% möglich sind, wenn Ölkürbisse in eine ausgewogene Fruchtfolge integriert werden. Das ist doch beachtlich, oder?

Kostenreduzierung bei Düngung und Pflanzenschutz

Ein durchdachter Fruchtwechsel kann auch den Geldbeutel schonen. Vorkulturen wie Leguminosen sind wahre Stickstofflieferanten für den Boden, was den Düngerbedarf für Ölkürbisse spürbar reduziert. Durch die natürliche Unterbrechung von Schädlingszyklen sinkt zudem der Bedarf an Pflanzenschutzmitteln. In meinem eigenen Garten konnte ich durch diese Maßnahmen die Kosten für Dünger und Pflanzenschutz um etwa ein Drittel senken. Das freut nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie!

Vermarktungsmöglichkeiten für Ölkürbis

Ölkürbisse sind wahre Allrounder, wenn es um Vermarktungsmöglichkeiten geht. Neben dem Verkauf der Kerne zur Ölgewinnung gibt es einen wachsenden Markt für Kürbiskernprodukte wie Snacks oder Mehl. Auch die Vermarktung als regionales Produkt oder über Direktvermarktung kann recht lukrativ sein. Besonders Bio-Ölkürbisse erzielen oft höhere Preise - ein Trend, den ich in den letzten Jahren deutlich beobachten konnte. Eine Kooperation mit lokalen Ölmühlen oder die Teilnahme an Bauernmärkten können zusätzliche spannende Absatzwege erschließen.

Nachhaltige Perspektiven für den Ölkürbisanbau

Kernpunkte für erfolgreichen Anbau

Der erfolgreiche Anbau von Ölkürbissen basiert auf mehreren Säulen: einer durchdachten Fruchtfolge, angepassten Bewässerungsstrategien und der Wahl geeigneter Sorten. Die Berücksichtigung von Bodenmüdigkeit und klimatischen Veränderungen ist dabei ebenso wichtig wie ein effizientes Wassermanagement. Wirtschaftlich betrachtet bietet der Ölkürbisanbau durch Ertragssteigerungen, Kostenreduzierungen und vielfältige Vermarktungsmöglichkeiten wirklich gute Chancen.

Zukunftsperspektiven für den nachhaltigen Ölkürbisanbau

Die Zukunft des Ölkürbisanbaus liegt meiner Meinung nach in der Nachhaltigkeit. Innovative Anbaumethoden wie Agroforst-Systeme, bei denen Ölkürbisse zwischen Baumreihen angebaut werden, könnten die Biodiversität fördern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaveränderungen erhöhen. Ich bin gespannt, wie sich die Züchtung neuer, klimaangepasster Sorten entwickeln wird - das könnte ein Game-Changer sein. Die steigende Nachfrage nach pflanzlichen Proteinquellen könnte zudem neue, spannende Märkte für Ölkürbisprodukte eröffnen.

Tipps für Hobbygärtner und professionelle Anbauer

Ob Hobbygärtner oder professioneller Anbauer - einige grundlegende Tipps gelten für alle:

  • Wählen Sie standortangepasste Sorten - das zahlt sich wirklich aus
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Fruchtfolge - Ihre Pflanzen werden es Ihnen danken
  • Setzen Sie auf natürliche Schädlingsbekämpfung, z.B. durch Nützlingsförderung - das schont die Umwelt und den Geldbeutel
  • Optimieren Sie die Wassernutzung durch Mulchen und effiziente Bewässerungssysteme - jeder Tropfen zählt
  • Experimentieren Sie mit Mischkulturen, um die Bodengesundheit zu fördern - das kann richtig spannend sein

Ölkürbis: Ein Gemüse mit Zukunft

Der Ölkürbis hat sich von einem Nischenprodukt zu einem vielseitigen und wirtschaftlich interessanten Anbauprodukt gemausert. Mit den richtigen Anbaustrategien und einem Blick für innovative Vermarktungswege kann der Ölkürbisanbau sowohl für Hobbygärtner als auch für professionelle Landwirte eine lohnende Kultur sein. Die Herausforderungen des Klimawandels erfordern zwar Anpassungen, bieten aber auch Chancen für nachhaltige und zukunftsorientierte Anbaumethoden. Letztendlich ist der Ölkürbis nicht nur ein schmackhaftes und gesundes Lebensmittel, sondern auch ein Paradebeispiel dafür, wie traditionelle Kulturen durch innovative Ansätze eine neue Bedeutung in der modernen Landwirtschaft gewinnen können. Ich bin jedenfalls gespannt, welche Entwicklungen die Zukunft für dieses faszinierende Gemüse bereithält!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Welche Standortanforderungen stellt der Ölkürbis im Garten?
    Ölkürbisse benötigen einen vollsonnigen Standort mit mindestens 6 Stunden direkter Sonneneinstrahlung täglich. Entscheidend ist auch eine windgeschützte Lage und ausreichend Platz von 1-2 m² pro Pflanze. Der Boden sollte nährstoffreich, tiefgründig und gut durchlässig sein, mit einem pH-Wert zwischen 6 und 7. Temperaturen über 10°C sind Mindestvoraussetzung, ideal sind 20-25°C. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da sie zu Wurzelfäule führen kann. Vor der Pflanzung empfiehlt es sich, den Boden tiefgründig zu lockern und mit reifem Kompost oder gut verrottetem Stallmist anzureichern. Eine Bodenuntersuchung kann helfen, eventuelle Nährstoffmängel zu erkennen und gezielt auszugleichen.
  2. Wie funktioniert die optimale Fruchtfolge beim Ölkürbisanbau?
    Die optimale Fruchtfolge für Ölkürbisse basiert auf einem 3-4-jährigen Zyklus. Ölkürbisse als Starkzehrer sollten nur alle 3-4 Jahre an derselben Stelle angebaut werden. Bewährt hat sich eine Dreifelderwirtschaft: Jahr 1 mit starkzehrenden Kulturen wie Ölkürbis, Jahr 2 mit mittelzehrenden Kulturen wie Wurzelgemüse, Jahr 3 mit schwachzehrenden Kulturen oder Gründüngung wie Leguminosen. Als ideale Vorfrüchte eignen sich Leguminosen wie Erbsen oder Bohnen, die Stickstoff im Boden anreichern, oder Getreide wie Weizen. Gründüngung mit Phacelia oder Senf zwischen den Kulturen verbessert die Bodenstruktur und beugt Bodenmüdigkeit vor. Diese Rotation optimiert die Nährstoffnutzung und reduziert Krankheits- und Schädlingsdruck.
  3. Welchen Nährstoffbedarf haben Ölkürbisse während der Wachstumsphase?
    Ölkürbisse sind echte Nährstoffriesen mit hohem Bedarf an verschiedenen Nährstoffen. Besonders wichtig ist eine gute Kaliumversorgung für die Fruchtbildung und ausreichend Stickstoff für üppiges Blattwachstum. Der Boden sollte einen hohen Humusgehalt aufweisen und optimal mit organischer Substanz versorgt sein. Phosphor unterstützt die Wurzelentwicklung und Blütenbildung. Während der Hauptwachstumsphase benötigen die Pflanzen kontinuierliche Nährstoffzufuhr, die durch regelmäßige Kompostgaben oder organische Dünger gedeckt werden kann. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist entscheidend für gesunde Pflanzen und hohe Erträge. Der Nährstoffbedarf ist besonders hoch während der Fruchtentwicklung, weshalb eine Nachdüngung im Sommer sinnvoll sein kann.
  4. Warum ist der Anbau in Mischkultur für Ölkürbisse besonders vorteilhaft?
    Mischkultur bietet für Ölkürbisse zahlreiche Vorteile und optimiert die Flächennutzung. Bewährte Partner wie Mais dienen als natürliche Rankhilfe, während Buschbohnen Stickstoff im Boden fixieren und somit die Nährstoffversorgung verbessern. Kapuzinerkresse wirkt als natürlicher Schädlingsschutz und hält Blattläuse fern. Ringelblumen locken Bestäuber an und fördern die Bodengesundheit. Die Mischkultur ermöglicht effiziente Flächennutzung durch unterschiedliche Wurzeltiefen und Wuchsformen. Natürliche Schädlingsbekämpfung entsteht durch die Vielfalt der Pflanzen, die verschiedene Nützlinge anziehen. Die Biodiversität im Garten wird erhöht, was zu einem stabileren Ökosystem führt. Unterschiedliche Pflanzen nutzen verschiedene Nährstoffe, wodurch der Boden ausgewogener beansprucht wird.
  5. Welche speziellen Bewässerungstechniken eignen sich für den Ölkürbisanbau?
    Ölkürbisse benötigen als 'Schluckspechte' eine durchdachte Bewässerungsstrategie. Tröpfchenbewässerung hat sich als besonders effektiv erwiesen, da sie Wasser spart und die Blätter trocken hält, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Eine interessante Alternative sind im Boden eingegrabene Tonkrüge, die langsam Wasser abgeben. In Trockenperioden sollte morgens oder abends gründlich gegossen werden, dabei die Blätter möglichst nicht befeuchten. Ein Gießrand um die Pflanzen hilft, Wasser gezielt zu den Wurzeln zu leiten. Mulchschichten aus Stroh oder Grasschnitt halten die Feuchtigkeit im Boden und reduzieren den Bewässerungsbedarf. Regenwassernutzung in Sammelbehältern ist sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll. Gleichmäßige Wasserversorgung ist entscheidend für gute Fruchtbildung.
  6. Worin unterscheiden sich Ölkürbisse von anderen Kürbisarten beim Anbau?
    Ölkürbisse (Cucurbita pepo var. styriaca) unterscheiden sich in mehreren Aspekten von anderen Kürbisarten. Das charakteristische Merkmal sind die schalenlosen Kerne, die eine spezielle Züchtung erfordern. Ölkürbisse benötigen mehr Platz als andere Kürbisarten und haben einen höheren Nährstoffbedarf, besonders an Kalium. Die Reifezeit ist oft länger als bei Speisekürbissen, und die Pflanzen sind empfindlicher gegenüber Kälte. Bei der Fruchtfolge müssen Ölkürbisse strenger behandelt werden, da sie den Boden stark beanspruchen. Die Bestäubung erfordert besondere Aufmerksamkeit, da die Qualität der Kerne entscheidend ist. Im Gegensatz zu Zierkürbissen stehen bei Ölkürbissen die Kerne im Fokus, nicht das Fruchtfleisch. Die Lagerung und Nachbehandlung unterscheidet sich ebenfalls, da die Kerne getrocknet werden müssen.
  7. Welche Unterschiede bestehen zwischen Starkzehrern und Schwachzehrern in der Fruchtfolge?
    Starkzehrer wie Ölkürbisse, Tomaten oder Kohl benötigen sehr nährstoffreiche Böden und entziehen diesem viele Nährstoffe, besonders Stickstoff und Kalium. Sie sollten nur alle 3-4 Jahre an derselben Stelle angebaut werden. Schwachzehrer wie Bohnen, Erbsen oder Kräuter kommen mit weniger Nährstoffen aus und können sogar den Boden verbessern - Leguminosen fixieren Stickstoff. Mittelzehrer wie Wurzelgemüse oder Salate stehen zwischen beiden Gruppen. In der Dreifelderwirtschaft folgen auf Starkzehrer idealerweise Mittelzehrer und dann Schwachzehrer oder Gründüngung. Diese Rotation optimiert die Nährstoffnutzung, verhindert Bodenmüdigkeit und reduziert Krankheitsdruck. Starkzehrer benötigen intensive Bodenvorbereitung mit Kompost oder organischen Düngern, während Schwachzehrer oft ohne zusätzliche Düngung auskommen.
  8. Wann ist der optimale Erntezeitpunkt für Ölkürbisse erreicht?
    Der optimale Erntezeitpunkt für Ölkürbisse liegt zwischen September und Oktober, wenn die Früchte ihre charakteristische Farbe erreicht haben und der Stiel zu trocknen beginnt. Ein bewährter Test ist der Klopftest: Klingt die Frucht hohl, ist sie reif. Die Schale sollte hart sein und sich nicht mehr mit dem Fingernagel eindrücken lassen. Wählen Sie für die Ernte einen trockenen Tag und schneiden Sie die Früchte mit einem scharfen Messer ab, wobei ein kurzer Stielansatz erhalten bleiben sollte. Vorsicht ist geboten, um die Schale nicht zu verletzen, da dies zu Fäulnis führen kann. Nach der Ernte sollten die Kürbisse noch einige Tage bei warmen, trockenen Bedingungen nachreifen. Dies verbessert nicht nur den Geschmack, sondern auch die Haltbarkeit der Kerne.
  9. Wo kann man hochwertiges Ölkürbis Saatgut für den Anbau kaufen?
    Hochwertiges Ölkürbis-Saatgut erhalten Sie bei spezialisierten Gartenfachhändlern wie samen.de, die sich auf qualitätsgeprüftes Saatgut spezialisiert haben. Achten Sie beim Kauf auf sortenreine Samen, da Ölkürbisse leicht kreuzen können. Wichtige Qualitätskriterien sind eine hohe Keimfähigkeit, Sortenreinheit und idealerweise Bio-Zertifizierung. Samen.de bietet als etablierter Gartenexperte eine große Auswahl an Ölkürbis-Sorten und berät kompetent bei der Sortenwahl. Für den erfolgreichen Anbau ist es entscheidend, auf die Herkunft und Lagerung des Saatguts zu achten. Frisches Saatgut mit guter Keimfähigkeit ist die Grundlage für gesunde Pflanzen. Regionale Gartencenter und Saatgut-Tauschbörsen können ebenfalls gute Quellen sein, besonders für alte und bewährte Sorten.
  10. Welche Gartenbedarf-Produkte werden für den erfolgreichen Ölkürbisanbau benötigt?
    Für den erfolgreichen Ölkürbisanbau benötigen Sie verschiedene Gartenbedarf-Produkte. Grundausstattung umfasst qualitätsvolle Gartenerde oder Kompost für die Bodenvorbereitung, Mulchmaterial wie Stroh, und ein effizientes Bewässerungssystem. Fachkundige Gartenhändler wie samen.de bieten komplette Anbaupakete mit aufeinander abgestimmten Produkten. Wichtig sind außerdem geeignete Düngemittel, vorzugsweise organische, und Pflanzenschutzmittel auf natürlicher Basis. Für die Aussaat benötigen Sie Anzuchtschalen oder -töpfe, später Rankhilfen oder Stützen. Ein pH-Messgerät hilft bei der Bodenanalyse, und Gartenwerkzeuge wie Spaten und Hacke sind für die Bodenvorbereitung unerlässlich. Zur Ernte und Verarbeitung sind scharfe Messer und Trockengestelle für die Kerne nötig. Ein komplettes Starter-Set erleichtert Einsteigern den erfolgreichen Anbaubeginn.
  11. Wie beeinflusst die Bodenstruktur das Wurzelsystem von Ölkürbissen?
    Die Bodenstruktur hat entscheidenden Einfluss auf das Wurzelsystem von Ölkürbissen. Ein lockerer, gut durchlüfteter Boden ermöglicht den Wurzeln optimale Ausbreitung und Nährstoffaufnahme. Verdichtete Böden hingegen behindern das Wurzelwachstum und können zu Staunässe führen. Ölkürbisse entwickeln sowohl tiefe Pfahlwurzeln als auch ein weitverzweigtes oberflächliches Wurzelsystem. Eine krümelige Bodenstruktur mit gutem Porenvolumen fördert die Wurzelbildung und Sauerstoffversorgung. Schwere, lehmige Böden sollten mit Kompost oder Sand verbessert werden. Die Wurzeln können bei optimaler Bodenstruktur bis zu einem Meter tief reichen und sich horizontal über zwei Meter ausbreiten. Dies erklärt den hohen Platzbedarf der Pflanzen. Eine gute Bodenstruktur verbessert auch die Wasserspeicherkapazität und Nährstoffverfügbarkeit.
  12. Welche Rolle spielen Bodenmikroorganismen beim Ölkürbisanbau?
    Bodenmikroorganismen spielen eine zentrale Rolle beim erfolgreichen Ölkürbisanbau. Sie wandeln organische Substanz in pflanzenverfügbare Nährstoffe um und verbessern die Bodenstruktur durch Bildung stabiler Krümelstrukturen. Mykorrhiza-Pilze gehen Symbiosen mit Kürbis-Wurzeln ein und erweitern das Wurzelsystem, was die Nährstoff- und Wasseraufnahme deutlich verbessert. Bakterien fixieren Stickstoff und machen Phosphor verfügbar. Ein vielfältiges Bodenleben fördert auch die Pflanzengesundheit und stärkt die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Kompostgaben und organische Düngung fördern die Mikroorganismen-Aktivität. Der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel schont das Bodenleben. Gründüngung und Mulchen schaffen optimale Lebensbedingungen für Mikroorganismen. Ein aktives Bodenleben ist erkennbar an der dunklen Farbe, dem erdigen Geruch und der lockeren Struktur des Bodens.
  13. Wie wirkt sich der pH-Wert des Bodens auf das Wachstum von Ölkürbissen aus?
    Der pH-Wert beeinflusst maßgeblich das Wachstum von Ölkürbissen, die einen optimalen pH-Bereich zwischen 6 und 7 benötigen. In diesem leicht sauren bis neutralen Milieu sind Nährstoffe am besten verfügbar. Bei zu niedrigen pH-Werten (unter 5,5) können Nährstoffe wie Kalium und Magnesium schwer aufnehmbar werden, während Spurenelemente wie Eisen in zu hohen Konzentrationen vorliegen können. Bei zu hohen pH-Werten (über 7,5) werden Phosphor, Eisen und Spurenelemente schlecht verfügbar. Ein falscher pH-Wert kann zu Mangelerscheinungen, schwachem Wachstum und geringen Erträgen führen. Die Kalkung saurer Böden oder die Zugabe organischer Substanz können den pH-Wert regulieren. Eine Bodenanalyse vor dem Anbau hilft, den pH-Wert zu bestimmen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
  14. Welche biochemischen Prozesse laufen bei der Bestäubung von Ölkürbissen ab?
    Bei der Bestäubung von Ölkürbissen laufen komplexe biochemische Prozesse ab. Ölkürbisse sind einhäusig mit getrennten männlichen und weiblichen Blüten. Nach der Pollenübertragung durch Insekten keimen die Pollenkörner auf der Narbe und bilden Pollenschläuche, die zum Fruchtknoten wachsen. Die Befruchtung erfolgt durch Verschmelzung der Spermzellen mit den Eizellen. Wichtig für die Kernqualität ist eine vollständige Befruchtung aller Samenanlagen. Dabei spielen Enzyme und Wachstumshormone eine entscheidende Rolle. Die Bestäubung muss in einem engen Zeitfenster erfolgen, da weibliche Blüten nur einen Tag lang empfänglich sind. Unvollständige Bestäubung führt zu missgebildeten Früchten oder geringer Kernzahl. Günstige Witterungsbedingungen und aktive Bestäuber sind daher entscheidend für den Erfolg.
  15. Wie lässt sich die Direktsaat von Ölkürbissen praktisch durchführen?
    Die Direktsaat von Ölkürbissen erfolgt am besten ab Mitte Mai, wenn keine Frostgefahr mehr besteht und der Boden sich auf mindestens 12°C erwärmt hat. Bereiten Sie den Boden durch tiefes Umgraben und Einarbeitung von Kompost vor. Säen Sie 2-3 Samen in 2-3 cm Tiefe mit einem Abstand von 1-2 Metern zwischen den Saatplätzen. Die Keimung erfolgt bei optimalen Bedingungen nach 7-14 Tagen. Wichtig ist gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Staunässe. Schützen Sie die Keimlinge vor Schnecken und anderen Schädlingen. Nach dem Aufgang können schwächere Pflanzen entfernt werden, sodass nur die kräftigste Pflanze pro Platz stehen bleibt. Ein Vlies oder Folientunnel kann bei kühler Witterung das Wachstum fördern. Die Direktsaat ist oft erfolgreicher als die Vorzucht, da Kürbisse empfindlich auf Wurzelverletzungen beim Umpflanzen reagieren.
  16. Welche Schritte sind bei der Saatgutgewinnung von Ölkürbissen zu beachten?
    Bei der Saatgutgewinnung von Ölkürbissen sind mehrere wichtige Schritte zu beachten. Wählen Sie die gesündesten und typischsten Früchte von sortenreinen Pflanzen aus, da Ölkürbisse leicht kreuzen können. Die Früchte sollten vollreif sein und mindestens 4 Wochen nach der physiologischen Reife geerntet werden. Entnehmen Sie die Kerne vorsichtig, waschen Sie sie gründlich und entfernen Sie alle Fruchtfleischreste. Trocknen Sie die Kerne bei etwa 40°C im Dörrgerät oder an einem warmen, luftigen Ort für 1-2 Wochen, bis sie vollständig trocken sind. Testen Sie vor der Lagerung die Keimfähigkeit mit einer Stichprobe. Lagern Sie das getrocknete Saatgut in luftdichten Behältern an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort. Beschriften Sie die Behälter mit Sorte und Erntejahr. Richtig gelagertes Saatgut bleibt 3-5 Jahre keimfähig.
  17. Stimmt es, dass Ölkürbisse nur in warmen Klimazonen erfolgreich wachsen können?
    Nein, diese Annahme ist nicht vollständig richtig. Obwohl Ölkürbisse ursprünglich aus wärmeren Regionen stammen und warme Temperaturen bevorzugen, können sie mit den richtigen Anbautechniken auch in gemäßigten Klimazonen erfolgreich angebaut werden. Entscheidend sind die Sortenwahl und entsprechende Anpassungen im Anbau. Moderne Züchtungen sind kältetoleranter und haben kürzere Vegetationsperioden. In Deutschland gelingt der Anbau in vielen Regionen, besonders bei Verwendung von Folientunneln oder Frühbeeten für die Anzucht. Wichtig sind ein sonniger, windgeschützter Standort und der Anbau nach den letzten Frösten. Mulchschichten und Wärmespeicher im Boden können das Mikroklima verbessern. In kühleren Regionen sollten frühreifende Sorten gewählt und die Vegetationszeit durch Vorzucht verlängert werden. Mit diesen Maßnahmen ist erfolgreicher Ölkürbisanbau auch in weniger warmen Gebieten möglich.
  18. In welchen Regionen Deutschlands gedeihen Ölkürbisse besonders gut?
    Ölkürbisse gedeihen in Deutschland besonders gut in wärmeren Regionen mit langen Vegetationsperioden. Dazu zählen das Rheintal, die Oberrheinische Tiefebene, Teile Baden-Württembergs und Bayerns sowie das Thüringer Becken. Diese Gebiete bieten optimale Bedingungen mit milden Temperaturen und ausreichend Sonnenstunden. Auch in Weinbaugebieten und geschützten Tallagen sind die Bedingungen meist günstig. Norddeutschland und höhere Lagen stellen größere Herausforderungen dar, aber auch hier ist Anbau mit entsprechenden Sorten und Techniken möglich. Wichtig sind lokale Mikroklimazonen: Südhänge, windgeschützte Lagen und Nähe zu Gewässern schaffen günstige Bedingungen. In kühleren Regionen haben sich Folientunnel und Frühbeetkästen bewährt. Die Auswahl frühreifender Sorten und eine verlängerte Anbausaison durch Vorzucht können den Anbau auch in weniger optimalen Regionen erfolgreich machen.
  19. Was unterscheidet Speisekürbis von Gartenkürbis in der Verwendung?
    Speisekürbis und Gartenkürbis unterscheiden sich grundlegend in ihrer Verwendung und ihren Eigenschaften. Speisekürbisse wie Hokkaido oder Butternut werden primär für ihr schmackhaftes Fruchtfleisch angebaut, das vielseitig in der Küche verwendet werden kann - von Suppen über Aufläufe bis hin zu süßen Gerichten. Das Fruchtfleisch ist meist weich, süßlich und gut verdaulich. Gartenkürbisse, zu denen auch Ölkürbisse gehören, werden hauptsächlich wegen ihrer wertvollen Kerne kultiviert. Bei Ölkürbissen steht die Ölgewinnung aus den schalenlosen Kernen im Vordergrund. Das Fruchtfleisch ist oft faserig und weniger schmackhaft. Zierkürbisse hingegen dienen rein dekorativen Zwecken und sind meist nicht essbar. Die Anbauanforderungen können sich je nach Verwendungszweck unterscheiden, wobei Speisekürbisse oft weniger spezielle Anforderungen haben als Ölkürbisse.
  20. Wie lassen sich Kürbiskerne und Kürbisöl voneinander abgrenzen?
    Kürbiskerne und Kürbisöl sind zwei verschiedene Produkte derselben Pflanze mit unterschiedlichen Eigenschaften und Verwendungen. Kürbiskerne sind die rohen oder gerösteten Samen des Ölkürbisses, die direkt als Snack verzehrt oder in der Küche verwendet werden können. Sie enthalten wertvolle Proteine, Mineralstoffe und Vitamine. Kürbisöl hingegen wird durch Pressung der gerösteten Kerne gewonnen und ist ein hochwertiges Speiseöl mit charakteristischem nussigem Geschmack. Das steirische Kürbiskernöl ist besonders bekannt für seine dunkelgrüne Farbe und den intensiven Geschmack. Aus etwa 2,5 kg Kernen lässt sich etwa 1 Liter Öl gewinnen. Während Kerne vielseitig verwendbar sind, wird das Öl hauptsächlich als Salatöl oder zum Verfeinern von Speisen genutzt. Beide Produkte haben unterschiedliche Haltbarkeiten und Lagerungsanforderungen.
Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Zur Kategorie Ölkürbis
Topseller
Bio nach EG-Öko-Verordnung
Produktbild von Culinaris BIO Gleisdorfer Ölkürbis mit mehreren Kürbissen und Aufschrift Saatgut für Lebensmittel sowie BIO-Zertifizierung und botanischem Namen Cucurbita pepo.
Culinaris BIO Gleisdorfer Ölkürbis
Inhalt 1 Stück
2,69 € *
Produktbild von Sperli Kürbis Olga mit der Darstellung eines gestreiften Kürbisses vor grünem Blätterhintergrund und der Beschriftung über schalenlose Kerne zur vielseitigen Verwendung, samenfest. Sperli Kürbis Olga
Inhalt 1 Portion
2,49 € *
Passende Artikel
Bio nach EG-Öko-Verordnung
Produktbild von Culinaris BIO Gleisdorfer Ölkürbis mit mehreren Kürbissen und Aufschrift Saatgut für Lebensmittel sowie BIO-Zertifizierung und botanischem Namen Cucurbita pepo.
Culinaris BIO Gleisdorfer Ölkürbis
Inhalt 1 Stück
2,69 € *
Produktbild von Sperli Kürbis Olga mit der Darstellung eines gestreiften Kürbisses vor grünem Blätterhintergrund und der Beschriftung über schalenlose Kerne zur vielseitigen Verwendung, samenfest. Sperli Kürbis Olga
Inhalt 1 Portion
2,49 € *
Kiepenkerl Kohlrübe Wilhelmsburger Kiepenkerl Kohlrübe Wilhelmsburger
Inhalt 1 Portion
0,79 € *
Kiepenkerl Wirsing Vertus 2 Kiepenkerl Wirsing Vertus 2
Inhalt 1 Portion
0,39 € *