Kohlröschen erfolgreich anbauen: Vermeidung häufiger Anfängerfehler

Kohlröschen: Das unbekannte Superfood im Gemüsegarten

Kohlröschen, auch als Kaletten bekannt, sind eine faszinierende Kreuzung aus Grün- und Rosenkohl. Diese Neuheit im Gemüsegarten verspricht nicht nur kulinarischen Genuss, sondern auch eine beeindruckende Fülle von Nährstoffen.

Kohlröschen kompakt: Was Sie wissen sollten

  • Kreuzung aus Grün- und Rosenkohl
  • Nährstoffreich und vielseitig verwendbar
  • Benötigt sonnigen Standort und nährstoffreichen Boden
  • Anfällig für typische Kohlschädlinge
  • Ernte ab Spätherbst bis in den Winter

Was sind Kohlröschen?

Kohlröschen, botanisch Brassica oleracea var. gemmifera × Brassica oleracea convar. acephala var. sabellica, sind eine relativ neue Züchtung, die den Gemüsegarten bereichert. Sie vereinen geschickt die Eigenschaften ihrer Elternpflanzen: die kompakten Röschen des Rosenkohls und die gekräuselten Blätter des Grünkohls.

Die kleinen, rosettenhaften Köpfchen, die entlang des Stängels wachsen, entwickeln einen angenehm milden, nussigen Geschmack. Im Vergleich zum oft als bitter empfundenen Rosenkohl sind Kohlröschen deutlich milder und süßer - ein Vorteil, der sie für viele Gaumen attraktiver macht.

Vorteile und Besonderheiten von Kohlröschen

Kohlröschen sind nicht nur eine optische Bereicherung für den Gemüsegarten, sie bringen auch einige bemerkenswerte Vorteile mit sich:

  • Nährstoffreichtum: Wie alle Kohlsorten sind auch Kohlröschen reich an Vitaminen (besonders Vitamin C und K) und Mineralstoffen.
  • Winterhärte: Kohlröschen vertragen Frost erstaunlich gut und können bis in den Winter hinein geerntet werden.
  • Platzsparend: Im Vergleich zu anderen Kohlsorten benötigen sie weniger Platz im Garten.
  • Vielseitige Verwendung: Sie lassen sich roh, gekocht, gedünstet oder gegrillt zubereiten.

Letzten Winter hatte ich zum ersten Mal Kohlröschen in meinem Garten und war wirklich überrascht, wie gut sie mit den frostigen Temperaturen zurechtkamen. Selbst nach mehreren Nachtfrösten konnte ich noch frische Röschen ernten - ein echter Vorteil für Gemüsegärtner in kälteren Regionen.

Herausforderungen für Einsteiger

Trotz ihrer vielen Vorteile stellen Kohlröschen Einsteiger vor einige Herausforderungen, die man beachten sollte:

  • Lange Kulturdauer: Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen etwa 5-6 Monate.
  • Schädlingsanfälligkeit: Wie alle Kohlarten sind auch Kohlröschen anfällig für typische Kohlschädlinge wie die Kohlfliege oder Kohlweißlinge.
  • Nährstoffbedarf: Sie benötigen einen nährstoffreichen Boden und regelmäßige Düngung.
  • Standortwahl: Der richtige Standort ist entscheidend für ein gutes Wachstum.

Diese Herausforderungen sind jedoch mit dem richtigen Wissen und etwas Übung gut zu meistern. Im Folgenden gehen wir näher auf die wichtigsten Aspekte des Anbaus ein.

Standortwahl und Bodenvorbereitung

Ideale Standortbedingungen

Kohlröschen gedeihen am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Sie benötigen mindestens 6 Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag für ein optimales Wachstum. Der Boden sollte tiefgründig, humos und nährstoffreich sein.

Ein guter Wasserabzug ist ebenfalls wichtig, da staunasse Böden zu Wurzelfäule führen können. Idealerweise liegt der pH-Wert des Bodens zwischen 6,0 und 7,0.

Fehler bei der Standortwahl

Häufige Fehler bei der Standortwahl, die es zu vermeiden gilt, sind:

  • Zu schattige Plätze: Dies führt zu schwachem Wachstum und geringem Ertrag.
  • Windige Standorte: Starker Wind kann die Pflanzen beschädigen und austrocknen.
  • Staunasse Böden: Führen zu Wurzelfäule und anderen Pilzerkrankungen.
  • Anbau nach anderen Kohlarten: Erhöht das Risiko von Krankheiten und Schädlingsbefall.

In meinem ersten Anbaujahr machte ich den Fehler, die Kohlröschen zu nah an eine Hecke zu pflanzen. Die Pflanzen bekamen zu wenig Licht und wurden von Schnecken heimgesucht. Seitdem achte ich besonders auf einen sonnigen, offenen Standort - eine wichtige Lehre für zukünftige Anbauversuche.

Richtige Bodenvorbereitung

Eine gründliche Bodenvorbereitung ist entscheidend für den Erfolg:

  • Lockern Sie den Boden 30-40 cm tief.
  • Entfernen Sie Steine und Wurzelunkräuter sorgfältig.
  • Arbeiten Sie gut verrotteten Kompost oder Stallmist ein.
  • Bei schweren Böden kann die Zugabe von Sand die Drainage verbessern.
  • Bei zu sauren Böden (pH unter 6,0) hilft eine Kalkung.

Die Bodenvorbereitung sollte idealerweise schon im Herbst vor der Pflanzung erfolgen, damit sich der Boden bis zum Frühjahr setzen kann.

Nährstoffbedarf und Düngung

Kohlröschen sind Starkzehrer und benötigen eine gute Nährstoffversorgung:

  • Stickstoff: Fördert das Blattwachstum. Eine Gabe von Hornspänen vor der Pflanzung ist empfehlenswert.
  • Phosphor: Wichtig für die Wurzelbildung. Kann durch Zugabe von Knochenmehl oder Gesteinsmehl zugeführt werden.
  • Kalium: Unterstützt die Frostresistenz und Geschmacksbildung. Holzasche oder spezielle Kalidünger sind hier hilfreich.

Eine Grunddüngung erfolgt bei der Bodenvorbereitung. Während der Wachstumsphase empfiehlt es sich, alle 4-6 Wochen mit einem organischen Flüssigdünger nachzudüngen.

Vorsicht ist jedoch geboten: Zu viel Stickstoff kann zu übermäßigem Blattwachstum auf Kosten der Röschenbildung führen. Ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis ist daher von großer Bedeutung.

Mit der richtigen Standortwahl und Bodenvorbereitung legen Sie den Grundstein für eine erfolgreiche Kohlröschen-Ernte. Im nächsten Abschnitt werden wir uns mit der Aussaat und Pflanzung beschäftigen - zwei weitere wichtige Schritte auf dem Weg zu Ihrem eigenen Kohlröschen-Anbau.

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Aussaat und Pflanzung von Kohlröschen: So gelingt der Start

Wann ist der beste Zeitpunkt für Aussaat und Pflanzung?

Kohlröschen sind ein faszinierendes neues Gemüse in unseren Gärten. Als Kreuzung aus Grün- und Rosenkohl bringen sie einige Besonderheiten mit sich. Die Aussaat erfolgt idealerweise zwischen Mitte März und Anfang Mai, wobei Ende März oft gute Ergebnisse liefert.

Für die Vorkultur eignen sich kleine Töpfe oder Aussaatschalen mit nährstoffarmer Anzuchterde. Die Samen werden etwa 1 cm tief in die Erde gedrückt und feucht gehalten. Bei 18-20°C keimen sie meist innerhalb von 7-14 Tagen.

Ab Mitte Mai, wenn Spätfröste unwahrscheinlich sind, können die Jungpflanzen ins Freiland. Eine Direktsaat ins Beet ist ab Anfang Mai möglich, sobald sich der Boden ausreichend erwärmt hat.

Typische Fehler bei der Aussaat

Bei der Aussaat von Kohlröschen passieren leider oft einige Fehler:

  • Zu tiefes Säen: Die Samen sollten nur leicht mit Erde bedeckt sein.
  • Ungleichmäßige Feuchtigkeit: Für die Keimung braucht es konstante Feuchtigkeit.
  • Zu hohe Temperaturen: Kohlröschen mögen es eher kühl, zu warm hemmt die Keimung.
  • Verfrühte Freilandaussaat: Der Boden muss mindestens 10°C warm sein.

Ein Tipp aus meiner Erfahrung: Bedecken Sie die Aussaatgefäße mit Folie oder Vlies, um die Feuchtigkeit zu halten. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, entfernen Sie die Abdeckung.

Wie viel Platz brauchen Kohlröschen?

Kohlröschen sind echte Platznutzer. Beim Auspflanzen ins Freiland sollten Sie folgende Abstände einhalten:

  • Zwischen den Pflanzen: 50-60 cm
  • Zwischen den Reihen: 60-70 cm

Diese großzügigen Abstände sind entscheidend für ausreichend Licht und Luft. Zu eng gepflanzte Kohlröschen neigen zu Pilzerkrankungen und bilden weniger Röschen aus.

Bei der Direktsaat empfiehlt es sich, mehrere Samen zu setzen und später auf den gewünschten Abstand auszudünnen. So können Sie die kräftigsten Pflanzen auswählen.

Jungpflanzen richtig eingewöhnen und pflanzen

Vorgezogene Jungpflanzen brauchen eine sorgfältige Eingewöhnung. Etwa eine Woche vor dem Pflanztermin sollten Sie sie tagsüber nach draußen stellen und abends wieder reinholen. Das härtet sie ab und reduziert den Pflanzschock.

Beim Pflanzen selbst hat sich folgendes Vorgehen bewährt:

  • Boden gründlich lockern und etwas reifen Kompost untermischen.
  • Pflanzlöcher etwas tiefer ausheben als der Wurzelballen hoch ist.
  • Jungpflanzen bis zu den ersten Blättern in die Erde setzen.
  • Kräftig angießen und den Boden um die Pflanzen herum mulchen.

In den ersten Tagen nach der Pflanzung sollten Sie die Kohlröschen bei starker Sonne etwas schützen. Regelmäßiges, aber nicht zu häufiges Gießen hilft beim Anwachsen.

Pflege von Kohlröschen: So bleiben sie gesund und vital

Wasser: Nicht zu viel, nicht zu wenig

Kohlröschen sind beim Gießen etwas anspruchsvoll. Zu viel Nässe kann zu Fäulnis führen, während Trockenheit das Wachstum bremst und die Röschen bitter macht. Ich habe gute Erfahrungen mit folgendem Gießrhythmus gemacht:

  • Anwachsphase: Regelmäßig, aber sparsam gießen, um Staunässe zu vermeiden.
  • Hauptwachstum: Je nach Wetter 1-2 Mal pro Woche gründlich wässern.
  • Bei Trockenheit: Häufiger gießen, aber nur morgens oder abends.

Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt hilft, die Feuchtigkeit zu halten und Unkraut zu unterdrücken.

Nährstoffe: Der Schlüssel zu üppigen Röschen

Kohlröschen sind echte Nährstoff-Gourmets. Folgende Düngestrategie hat sich bei mir bewährt:

  • Vor der Pflanzung: Reifen Kompost oder organischen Dünger einarbeiten.
  • 4-6 Wochen nach der Pflanzung: Erste Kopfdüngung mit stickstoffbetontem organischem Dünger.
  • Weitere 4 Wochen später: Zweite Kopfdüngung, diesmal kalibetont für die Röschenbildung.

Vorsicht bei zu viel Stickstoff - das fördert zwar üppiges Blattwachstum, geht aber auf Kosten der Röschen.

Unkraut: Der lästige Konkurrent

Regelmäßiges Jäten und Hacken sind unerlässlich, um Unkräuter in Schach zu halten und den Boden luftig zu halten. Ich hacke etwa alle zwei Wochen leicht, wobei ich darauf achte, nicht zu tief zu gehen, um die Wurzeln zu schonen.

Eine Mulchschicht reduziert den Jätaufwand erheblich und hält zusätzlich den Boden feucht - ein echter Gewinn für das Bodenleben.

Stützen: Halt geben, wenn nötig

Manche Kohlröschensorten können erstaunliche Höhen von bis zu einem Meter erreichen. An windigen Standorten oder bei besonders hohen Sorten kann eine Stütze sinnvoll sein. Einfache Holzstäbe oder Bambusstangen, an denen die Pflanzen locker angebunden werden, tun gute Dienste.

Beim Aufbinden ist Vorsicht geboten, um die Stängel nicht zu verletzen. Breite Bänder oder spezielle Pflanzenbinder aus dem Gartenfachhandel eignen sich gut.

Mit der richtigen Pflege legen Sie den Grundstein für eine reiche Ernte knackiger, aromatischer Kohlröschen. Beobachten Sie Ihre Pflanzen regelmäßig - so können Sie schnell reagieren, falls sich Probleme anbahnen.

Schädlinge und Krankheiten bei Kohlröschen effektiv bekämpfen

Kohlröschen sind zwar recht robust, doch auch sie können von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten heimgesucht werden. Als langjährige Gärtnerin habe ich gelernt, dass Prävention und ein geschultes Auge der Schlüssel zum Erfolg sind.

Die üblichen Verdächtigen: Häufige Schädlinge bei Kohlröschen

Die größten Übeltäter für Kohlröschen sind:

  • Kohlweißling: Seine gefräßigen Raupen hinterlassen ein Loch-Muster in den Blättern.
  • Kohlfliege: Ihre Maden greifen die Wurzeln an und können im schlimmsten Fall die ganze Pflanze dahinraffen.
  • Kohlerdflöhe: Diese winzigen Springer verursachen feine Löcher in den Blättern.
  • Blattläuse: Sie saugen nicht nur an den Blättern, sondern können auch Viren übertragen.

Vorbeugen ist besser als heilen: Maßnahmen gegen Schädlingsbefall

Um Schädlinge gar nicht erst zum Zug kommen zu lassen, setze ich auf folgende Strategien:

  • Fruchtfolge einhalten: Kohlröschen sollten nicht direkt nach anderen Kohlarten angebaut werden.
  • Mischkultur nutzen: Kräuter wie Thymian oder Salbei zwischen den Kohlröschen können Schädlinge verwirren.
  • Kulturschutznetze verwenden: Diese bilden eine physische Barriere gegen viele fliegende Plagegeister.
  • Gesunde Pflanzen durch optimale Pflege: Ein gut vorbereiteter Boden und ausgewogene Düngung stärken die natürliche Abwehr der Pflanzen.

Wenn's doch mal kracht: Natürliche Schädlingsbekämpfung

Sollten sich trotz aller Vorsicht Schädlinge einnisten, greife ich zu sanften, natürlichen Methoden:

  • Raupen und Schnecken von Hand absammeln - eine meditative Tätigkeit am frühen Morgen.
  • Nützlinge fördern: Marienkäfer und Schwebfliegen sind wahre Blattlaus-Vertilger.
  • Pflanzenjauchen aus Brennnesseln oder Knoblauch als natürliches Spritzmittel einsetzen.
  • Bei hartnäckigem Blattlausbefall hat sich eine Schmierseifenlösung bewährt.

Diese Methoden haben sich in meinem Garten als effektiv erwiesen, ohne die Umwelt zu belasten.

Wenn Pflanzen kränkeln: Erkennen und Behandeln von Krankheiten

Neben Schädlingen können auch Krankheiten den Kohlröschen zusetzen. Die häufigsten Verdächtigen sind:

  • Kohlhernie: Verursacht knollenartige Wucherungen an den Wurzeln. Befallene Pflanzen müssen leider entfernt und der Boden gekalkt werden.
  • Falscher Mehltau: Zeigt sich als weißlicher Belag auf den Blättern. Befallene Blätter entfernen und für bessere Luftzirkulation sorgen.
  • Alternaria: Hinterlässt braune Flecken auf den Blättern. Hier hilft vor allem Vorbeugung durch Fruchtfolge und resistente Sorten.

Bei ersten Anzeichen einer Krankheit ist schnelles Handeln gefragt. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile umgehend und entsorgen Sie diese im Hausmüll, nicht auf dem Kompost.

Von der Pflanze auf den Teller: Ernte und Lagerung von Kohlröschen

Nach all der Fürsorge beim Anbau und der Pflege kommt nun der spannendste Teil: die Ernte. Mit der richtigen Technik und Lagerung können Sie sich lange an Ihren Kohlröschen erfreuen.

Timing ist alles: Den richtigen Erntezeitpunkt bestimmen

Die Kohlröschen sind erntereif, wenn sie etwa walnussgroß und fest sind. Dies ist in der Regel 3-4 Monate nach der Pflanzung der Fall, oft ab Oktober bis in den Winter hinein. Interessanterweise verbessert ein leichter Frost sogar den Geschmack, da die Pflanzen dann mehr Zucker einlagern.

Sanft aber bestimmt: Die richtige Erntetechnik

Bei der Ernte gehe ich folgendermaßen vor:

  • Von unten nach oben ernten, da die unteren Röschen zuerst reif werden.
  • Die Röschen vorsichtig vom Stängel abdrehen oder mit einem scharfen Messer abschneiden.
  • Einige Blätter an der Pflanze belassen, damit sie weiter Röschen bilden kann.

Ein Tipp aus meiner Erfahrung: Ernten Sie lieber öfter kleinere Mengen als alles auf einmal. So haben Sie länger frische Kohlröschen und die Pflanzen produzieren kontinuierlich nach.

Aus Fehlern lernt man: Was es bei der Ernte zu vermeiden gilt

Häufige Fehler, die ich bei Garteneinsteigern beobachte, sind:

  • Zu spätes Ernten: Überreife Kohlröschen werden holzig und bitter.
  • Zu frühes Ernten: Unreife Röschen entfalten ihr volles Aroma noch nicht.
  • Zu rabiates Vorgehen: Vorsichtiges Ernten ermöglicht Nachernten.

Damit die Ernte lange hält: Optimale Lagerung von Kohlröschen

Frisch geerntete Kohlröschen halten sich im Kühlschrank etwa eine Woche. Für eine längere Lagerung habe ich gute Erfahrungen mit folgenden Methoden gemacht:

  • Einfrieren: Die Röschen kurz blanchieren, in Eiswasser abschrecken und portionsweise einfrieren. So halten sie bis zu 12 Monate.
  • Einlegen: In Essig eingelegt sind Kohlröschen eine knackige Beilage und halten sich mehrere Monate.
  • Fermentieren: Ähnlich wie Sauerkraut lassen sich Kohlröschen auch fermentieren, was ihnen eine besondere Note verleiht.

Mit diesen Tipps zur Schädlingsbekämpfung, Ernte und Lagerung sollten Sie für eine erfolgreiche Kohlröschensaison gewappnet sein. Ich wünsche Ihnen viel Freude mit Ihrer Ernte!

Fruchtfolge und Mischkultur bei Kohlröschen: Der Schlüssel zum Erfolg

Kohlröschen mögen zwar robust sein, aber sie danken es uns, wenn wir ihnen mit einer gut durchdachten Fruchtfolge und Mischkultur unter die Arme greifen. Diese cleveren Anbaumethoden halten nicht nur den Boden gesund, sondern schicken auch so manchen Schädling in die Wüste.

Warum Fruchtfolge bei Kohlröschen Gold wert ist

Eine kluge Fruchtfolge ist für Kohlröschen das A und O. Sie beugt einer einseitigen Nährstoffzehrung vor und hält bodenbürtige Krankheiten in Schach. Mein Tipp: Gönnen Sie Ihren Kohlröschen eine dreijährige Auszeit, bevor sie wieder auf derselben Fläche Einzug halten. So hat der Boden Zeit, sich zu erholen und seinen Nährstoffvorrat wieder aufzufüllen.

Die perfekten Nachbarn: Vor- und Nachkulturen

Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen sind wahre Stickstoffbomben und somit ideale Vorkulturen für unsere nährstoffhungrigen Kohlröschen. Auch Kartoffeln oder Zwiebeln machen als Vorfrüchte eine gute Figur. Nach der Kohlröschen-Saison freuen sich Salate oder Möhren über den Platz – sie sind mit weniger Nährstoffen zufrieden.

Mischkultur: Wenn aus Nachbarn Freunde werden

Mischkulturen sind wie eine gute Nachbarschaft – jeder profitiert vom anderen. Sie nutzen den Platz effizient, fördern ein gesundes Bodenleben und halten Schädlinge auf Abstand. In meinem Garten habe ich beobachtet, wie sich ein regelrechtes Miniökosystem entwickelt hat.

Die besten Pflanzenkombinationen

Kohlröschen sind echte Teamplayer und vertragen sich mit vielen Gemüsesorten. Hier meine Top-Empfehlungen:

  • Sellerie: Ein wahrer Kohlweißling-Schreck dank seines intensiven Dufts.
  • Tomaten: Halten die lästige Kohlfliege in Schach.
  • Kapuzinerkresse: Ein Blattlaus-Magnet, der diese Plagegeister von den Kohlröschen fernhält.
  • Zwiebeln und Knoblauch: Ihr Aroma bringt so manchen Schädling aus dem Konzept.

Vorsicht ist dagegen bei anderen Kohlarten geboten. Sie konkurrieren um die gleichen Nährstoffe und locken die gleichen Schädlinge an – keine idealen Bedingungen für eine harmonische Nachbarschaft.

Praxistipps für Kohlröschen-Profis und solche, die es werden wollen

Nach all der Theorie möchte ich Ihnen noch ein paar handfeste Tipps mit auf den Weg geben, die sich in meinen Jahren als Gärtnerin bewährt haben.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Sonniger bis halbschattiger Standort mit nährstoffreichem Boden ist der Schlüssel zum Erfolg.
  • Gießen Sie regelmäßig, aber nicht übermäßig – Kohlröschen mögen's feucht, aber nicht nass.
  • Organische Düngung mit gut verrottetem Kompost lässt Gärtnerherzen höher schlagen.
  • Schützen Sie Ihre Jungpflanzen vor gefräßigen Schnecken und anderen Plagegeistern.
  • Ernten Sie die Kohlröschen, wenn sie fest und kompakt sind, aber bevor sie in die Blüte schießen.

Einsteiger aufgepasst: So gelingt der Start

Für alle Neulinge im Kohlröschenanbau habe ich noch ein paar besondere Ratschläge in petto:

  • Fangen Sie klein an: Sammeln Sie erst einmal Erfahrungen mit wenigen Pflanzen.
  • Vlies oder Netze sind echte Alleskönner: Sie schützen vor Schädlingen und extremem Wetter.
  • Beobachten Sie Ihre grünen Schützlinge regelmäßig: So entdecken Sie Probleme, bevor sie überhandnehmen.
  • Experimentieren Sie mit verschiedenen Sorten: Jede hat ihren eigenen Charakter und ihre Herausforderungen.

Kohlröschen: Ein Gemüse zum Experimentieren und Wachsen

Der Anbau von Kohlröschen ist wie eine spannende Entdeckungsreise. Jede Saison bringt neue Erkenntnisse und manchmal auch Überraschungen. Scheuen Sie sich nicht, Neues auszuprobieren und aus Ihren Erfahrungen zu lernen. Wer weiß, vielleicht entwickeln Sie ja eine Methode, die perfekt zu Ihrem Garten und Ihren Bedürfnissen passt.

Gärtnern ist und bleibt ein lebenslanges Abenteuer. Mit jeder Herausforderung wächst nicht nur Ihr Wissen, sondern auch Ihre Freude an der Gartenarbeit. Also, krempeln Sie die Ärmel hoch und stürzen Sie sich ins Kohlröschen-Abenteuer. Viel Spaß beim Anbauen, Pflegen und natürlich beim Genießen Ihrer Ernte!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Was sind Kohlröschen und wie unterscheiden sie sich von Rosenkohl?
    Kohlröschen, auch Kaletten genannt, sind eine faszinierende Kreuzung aus Grün- und Rosenkohl (botanisch: Brassica oleracea var. gemmifera × Brassica oleracea convar. acephala var. sabellica). Sie vereinen die kompakten Röschen des Rosenkohls mit den gekräuselten Blättern des Grünkohls. Der entscheidende Unterschied liegt im Geschmack: Während Rosenkohl oft als bitter empfunden wird, sind Kohlröschen deutlich milder und süßer mit einem angenehm nussigen Aroma. Die kleinen, rosettenhaften Köpfchen wachsen entlang des Stängels und entwickeln durch diese Kreuzung eine einzigartige Textur. Zusätzlich sind Kohlröschen winterhärter als herkömmlicher Rosenkohl und vertragen Frost sogar besser, was den Geschmack durch Zuckereinlagerung noch verbessert. Diese relativ neue Züchtung bereichert den Gemüsegarten mit ihren besonderen Eigenschaften.
  2. Wann ist die beste Zeit für Aussaat und Pflanzung von Kaletten?
    Die optimale Aussaatzeit für Kohlröschen liegt zwischen Mitte März und Anfang Mai, wobei Ende März oft die besten Ergebnisse liefert. Für die Vorkultur verwenden Sie kleine Töpfe mit nährstoffarmer Anzuchterde bei 18-20°C. Die Samen werden etwa 1 cm tief gesät und keimen bei konstanter Feuchtigkeit innerhalb von 7-14 Tagen. Ab Mitte Mai, wenn Spätfröste unwahrscheinlich sind, können die Jungpflanzen ins Freiland gepflanzt werden. Eine Direktsaat ins Beet ist ab Anfang Mai möglich, sobald sich der Boden auf mindestens 10°C erwärmt hat. Wichtig ist eine einwöchige Abhärtungsphase vor dem Auspflanzen. Die Kulturdauer beträgt insgesamt etwa 5-6 Monate von der Aussaat bis zur Ernte, weshalb eine frühe Aussaat für die Herbst-/Winterernte entscheidend ist.
  3. Welche Standortbedingungen benötigen Kohlröschen für optimales Wachstum?
    Kohlröschen gedeihen am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit mindestens 6 Stunden direkter Sonneneinstrahlung täglich. Der Boden sollte tiefgründig, humos und nährstoffreich sein, da es sich um Starkzehrer handelt. Ein guter Wasserabzug ist essentiell, um Staunässe und Wurzelfäule zu vermeiden. Der optimale pH-Wert liegt zwischen 6,0 und 7,0. Wichtig ist auch ein windgeschützter Standort, da starker Wind die Pflanzen beschädigen kann. Bei der Standortwahl sollten Sie vermeiden: zu schattige Plätze (führen zu schwachem Wachstum), windige Lagen, staunasse Böden und Flächen, auf denen zuvor andere Kohlarten angebaut wurden. Eine gründliche Bodenvorbereitung mit gut verrottetem Kompost oder Stallmist 30-40 cm tief ist für den Erfolg entscheidend. Diese Vorbereitungen sollten idealerweise bereits im Herbst vor der Pflanzung erfolgen.
  4. Warum sind Kohlröschen milder im Geschmack als herkömmlicher Rosenkohl?
    Die mildere Geschmacksnote der Kohlröschen resultiert aus ihrer einzigartigen genetischen Kombination als Kreuzung zwischen Grün- und Rosenkohl. Durch diese Hybridisierung wurden die oft als unangenehm empfundenen Bitterstoffe des traditionellen Rosenkohls deutlich reduziert. Stattdessen entwickeln Kohlröschen einen angenehm nussigen, süßlichen Geschmack, der sie für viele Gaumen zugänglicher macht. Die Züchtung kombiniert geschickt die positiven Eigenschaften beider Elternpflanzen: die Kompaktheit des Rosenkohls mit der milderen Geschmacksnote des Grünkohls. Zusätzlich verstärkt sich die Süße durch Frosteinwirkung, da die Pflanzen dann vermehrt Zucker einlagern. Diese natürliche Geschmacksverbesserung macht Kohlröschen zu einer attraktiven Alternative für Menschen, die den klassischen Rosenkohl als zu bitter empfinden, aber dennoch von den wertvollen Nährstoffen der Kohlgewächse profitieren möchten.
  5. Wie wirkt sich Frost auf den Geschmack von Kohlröschen aus?
    Frost hat eine bemerkenswert positive Auswirkung auf den Geschmack von Kohlröschen. Bei frostigen Temperaturen lagern die Pflanzen verstärkt Zucker ein, um sich vor Kälteschäden zu schützen. Dieser natürliche Mechanismus führt zu einer deutlichen Geschmacksverbesserung: Die Röschen werden süßer und verlieren eventuell vorhandene Bitternoten. Interessanterweise sind Kohlröschen sogar frostresistenter als ihre Elternpflanzen und können Temperaturen bis -10°C problemlos überstehen. Diese Winterhärte ermöglicht eine Ernte bis tief in den Winter hinein, oft bis Januar oder Februar. Nach mehreren Frostnächten entwickeln die Kohlröschen ihr volles Aroma mit einer angenehmen Süße und nussigen Note. Viele Gärtner warten deshalb gezielt den ersten Frost ab, bevor sie ihre Kohlröschen ernten. Diese natürliche Geschmacksveredelung macht sie zu einem wertvollen Wintergemüse, das auch in der kalten Jahreszeit frische Vitamine liefert.
  6. Worin unterscheiden sich Kohlröschen von Grünkohl beim Anbau?
    Obwohl Kohlröschen zur Hälfte aus Grünkohl-Genetik bestehen, gibt es wichtige Anbauunterschiede. Kohlröschen bilden kompakte Röschen entlang des Stängels, während Grünkohl große, gekräuselte Blätter entwickelt. Der Platzbedarf unterscheidet sich erheblich: Kohlröschen benötigen 50-60 cm Abstand zwischen den Pflanzen, Grünkohl oft nur 30-40 cm. Die Kulturdauer ist bei Kohlröschen länger (5-6 Monate) im Vergleich zu Grünkohl (3-4 Monate). Beim Nährstoffbedarf sind beide Starkzehrer, aber Kohlröschen benötigen eine ausgewogenere Kalium-Stickstoff-Balance für die Röschenbildung. Die Ernte erfolgt bei Kohlröschen schrittweise von unten nach oben, während beim Grünkohl die äußeren Blätter kontinuierlich geerntet werden. Kohlröschen sind zudem etwas empfindlicher gegen Staunässe und benötigen einen besseren Wasserabzug. Beide Kulturen profitieren von Frost, aber Kohlröschen entwickeln dadurch eine stärkere Süße in den kompakten Röschen.
  7. Welche Unterschiede bestehen zwischen Winterkohl und anderen Kohlgewächsen?
    Winterkohl, zu dem auch die Kohlröschen gehören, unterscheidet sich fundamental von anderen Kohlgewächsen durch seine ausgeprägte Frostresistenz und späte Reifezeit. Während Sommerkohl wie Weißkohl oder Brokkoli bei ersten Frösten Schaden nimmt, verbessert Winterkohl sogar seinen Geschmack durch Kälteeinwirkung. Die Zellstruktur ist robuster und kann Eiskristallbildung besser widerstehen. Winterkohl hat zudem eine längere Kulturdauer von 5-7 Monaten gegenüber 3-4 Monaten bei Sommerkohl. Der Nährstoffgehalt ist oft höher, besonders an Vitamin C und K, da die Pflanzen Zeit haben, mehr Nährstoffe zu konzentrieren. Die Erntesaison erstreckt sich von Oktober bis März, während andere Kohlarten hauptsächlich im Sommer und frühen Herbst geerntet werden. Winterkohl wie Kohlröschen, Grünkohl oder Rosenkohl benötigt spezielle Anbauplanung mit früher Aussaat und kann als frisches Wintergemüse eine wichtige Vitaminquelle in der kalten Jahreszeit darstellen.
  8. Wie lange dauert die Kulturdauer von Kohlröschen von der Aussaat bis zur Ernte?
    Die Kulturdauer von Kohlröschen beträgt etwa 5-6 Monate von der Aussaat bis zur ersten Ernte. Bei einer Aussaat Ende März können die ersten Röschen ab Ende August/Anfang September geerntet werden, wobei die Haupterntezeit von Oktober bis in den Winter hinein reicht. Diese relativ lange Kulturdauer macht Kohlröschen zu einer Kultur, die vorausschauende Gartenplanung erfordert. Die verschiedenen Phasen gliedern sich wie folgt: Keimung dauert 7-14 Tage, die Jungpflanzenphase etwa 6-8 Wochen, gefolgt von einer etwa 12-16 Wochen langen Wachstumsphase bis zur Röschenbildung. Die eigentliche Ernteperiode kann sich dann über 2-3 Monate erstrecken, da kontinuierlich neue Röschen nachreifen. Diese lange Kulturdauer erklärt auch, warum Kohlröschen einen nährstoffreichen Standort benötigen – sie müssen über einen langen Zeitraum mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Dafür belohnen sie mit einer ausgedehnten Erntezeit frischer Wintergemüse.
  9. Wo kann man hochwertige Kohlröschen-Samen und Jungpflanzen erwerben?
    Hochwertige Kohlröschen-Samen und Jungpflanzen erhalten Sie bei spezialisierten Gartenfachhändlern, die sich auf Saatgut und seltene Gemüsesorten konzentrieren. Samen.de gehört zu den etablierten Anbietern, die sowohl Bio-Saatgut als auch konventionelle Samen verschiedener Kohlröschen-Sorten führen. Achten Sie beim Kauf auf Keimfähigkeitsgarantie, Sortenreinheit und möglichst frisches Saatgut vom aktuellen Jahr. Gute Gartencenter bieten oft auch vorgezogene Jungpflanzen an, was besonders für Einsteiger praktisch ist. Online-Shops haben meist eine größere Sortenauswahl, während lokale Gärtnereien oft regionale Sorten und persönliche Beratung bieten. Bei der Auswahl sollten Sie auf resistente Sorten gegen typische Kohlkrankheiten achten. Saatgut-Tauschbörsen und Gartenvereine sind weitere Quellen für seltene oder bewährte Haussorten. Wichtig ist auch der Zeitpunkt: Bestellen Sie rechtzeitig vor der Aussaatsaison, da beliebte Sorten schnell ausverkauft sind.
  10. Welche Kriterien sind beim Kauf von Bio-Kohlröschen-Saatgut wichtig?
    Beim Kauf von Bio-Kohlröschen-Saatgut sollten Sie zunächst auf eine gültige Bio-Zertifizierung achten, erkennbar am EU-Bio-Logo oder Verbandssiegeln wie Demeter oder Bioland. Qualitätsorientierte Anbieter wie samen.de kennzeichnen ihre Bio-Produkte deutlich und können entsprechende Zertifikate vorweisen. Die Keimfähigkeit sollte mindestens 75% betragen und nicht älter als 2 Jahre sein. Samenfeste Sorten sind vorteilhaft, da Sie eigenes Saatgut gewinnen können - im Gegensatz zu F1-Hybriden. Achten Sie auf die Sortenherkunft und bevorzugen Sie regional angepasste Züchtungen. Das Saatgut sollte trocken, kühl und dunkel gelagert worden sein. Seriöse Anbieter geben Aussaattermine, Kulturanweisungen und Resistenzeigenschaften an. Bei Bio-Saatgut ist auch die Behandlung wichtig: Es darf nur mit zugelassenen biologischen Mitteln gebeizt sein. Prüfen Sie die Haltbarkeit und lagern Sie ungeöffnetes Saatgut kühl und trocken. Ein fairer Preis liegt meist etwas über konventionellem Saatgut, extrem günstige Angebote sollten Sie kritisch prüfen.
  11. Welche Nährstoffe machen Kohlröschen zu einem Superfood?
    Kohlröschen verdienen die Bezeichnung Superfood durch ihre außergewöhnliche Nährstoffdichte. Sie sind besonders reich an Vitamin C – bereits 100g decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Vitamin K ist in hohen Mengen enthalten und unterstützt Knochengesundheit und Blutgerinnung. Die B-Vitamine, insbesondere Folsäure, machen sie wertvoll für Schwangere und das Nervensystem. An Mineralstoffen punkten Kohlröschen mit Kalium für Herzfunktion, Kalzium für Knochen und Eisen für die Blutbildung. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Glucosinolate wirken antioxidativ und entzündungshemmend. Diese schwefelhaltige Verbindungen können das Krebsrisiko senken und das Immunsystem stärken. Der hohe Ballaststoffgehalt fördert die Verdauung und das Sättigungsgefühl. Besonders wertvoll: Kohlröschen enthalten alle essentiellen Aminosäuren und sind dabei kalorienarm (etwa 35 kcal/100g). Die Kombination aus hoher Nährstoffdichte, niedrigem Kaloriengehalt und bioaktiven Substanzen macht sie zu einem echten Superfood für die Winterküche.
  12. Wie entwickelt sich das Bodenleben durch den Anbau von Starkzehrern wie Kohlröschen?
    Der Anbau von Starkzehrern wie Kohlröschen beeinflusst das Bodenleben erheblich. Positiv wirkt sich die lange Kulturdauer aus: Die Pflanzen beschatten den Boden monatelang und schützen ihn vor Erosion und Austrocknung. Ihre tiefreichenden Wurzeln lockern verdichtete Bodenschichten und schaffen Kanäle für Wasser und Luft. Die Wurzelausscheidungen fördern spezifische Mikroorganismen, die symbiotisch mit den Kohlröschen leben. Jedoch entziehen Starkzehrer dem Boden intensiv Nährstoffe, besonders Stickstoff, Phosphor und Kalium. Dies kann das Bodenleben belasten, wenn nicht ausreichend organisches Material nachgeliefert wird. Deshalb ist eine gute Kompostgabe vor dem Anbau essentiell. Nach der Ernte sollten die Wurzelreste im Boden verbleiben – sie werden von Bodenorganismen zersetzt und bilden Humus. Eine Gründüngung als Nachkultur mit Leguminosen kann den Stickstoffhaushalt wieder ausgleichen. Mulchen während der Kulturdauer unterstützt das Bodenleben durch kontinuierliche Nahrungsversorgung für Regenwürmer und Mikroorganismen.
  13. Welche Rolle spielen Kreuzblütler in der nachhaltigen Gartenplanung?
    Kreuzblütler wie Kohlröschen spielen eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Gartenplanung durch ihre vielfältigen ökologischen Funktionen. Als Starkzehrer nutzen sie intensive Düngung optimal aus und wandeln sie in wertvolle Biomasse um. Ihre langen Kulturdauern sorgen für ganzjährige Bodenbedeckung, was Erosion verhindert und Unkrautwachstum unterdrückt. In der Fruchtfolge folgen sie ideal auf Leguminosen, die Stickstoff fixiert haben. Nach Kreuzblütlern profitieren schwächere Zehrer wie Salate von den Nährstoffresten. Ihre schwefelreichen Wurzelausscheidungen können bodenbürtige Schädlinge reduzieren und wirken als natürliche Biofumigation. Kreuzblütler fördern Biodiversität: Ihre Blüten locken Nützlinge an, die Schädlinge regulieren. Durch gestaffelte Aussaaten verschiedener Kohlarten lässt sich fast ganzjährig frisches Gemüse ernten. Die Pflanzenreste sind kompostierbar und liefern wertvollen Humus. Allerdings erfordern sie sorgfältige Anbauplanung wegen ihrer Anfälligkeit für spezifische Krankheiten. Eine 3-4 jährige Anbaupause auf derselben Fläche ist für nachhaltige Bewirtschaftung wichtig.
  14. Wie beeinflusst der pH-Wert des Bodens das Wachstum von Brassica oleracea Kreuzungen?
    Der pH-Wert hat entscheidenden Einfluss auf das Wachstum von Brassica oleracea Kreuzungen wie Kohlröschen. Der optimale pH-Bereich liegt zwischen 6,0 und 7,0, also im neutralen bis leicht alkalischen Bereich. Bei diesem pH-Wert sind alle wichtigen Nährstoffe optimal verfügbar. Zu saure Böden (pH unter 5,5) begünstigen die gefürchtete Kohlhernie, eine Pilzkrankheit, die knollige Wurzelwucherungen verursacht und die Pflanzen zum Absterben bringt. Gleichzeitig ist in sauren Böden die Kalzium- und Magnesiumverfügbarkeit reduziert, was zu Wachstumsstörungen führt. Bei zu alkalischen Böden (pH über 7,5) werden wichtige Mikronährstoffe wie Eisen, Mangan und Bor schlecht verfügbar, was Chlorosen und Kümmerwuchs zur Folge hat. Eine Bodenanalyse vor dem Anbau ist daher empfehlenswert. Saure Böden können mit Kalk angehoben werden, alkalische Böden durch organische Substanzen wie Kompost oder Torf gesenkt werden. Die pH-Anpassung sollte bereits im Herbst vor der Pflanzung erfolgen, da sie Zeit braucht, um zu wirken.
  15. Welche Konservierungsmethoden eignen sich für Herbstgemüse wie Kohlröschen?
    Für Kohlröschen stehen verschiedene bewährte Konservierungsmethoden zur Verfügung, um die Erntezeit zu verlängern. Das Einfrieren ist besonders praktisch: Die Röschen werden kurz blanchiert (2-3 Minuten), in Eiswasser abgeschreckt und portionsweise eingefroren. So halten sie bis zu 12 Monate und behalten weitgehend ihre Nährstoffe. Das Fermentieren ähnlich wie bei Sauerkraut verleiht eine besondere Geschmacksnote und macht die Röschen noch bekömmlicher. Dabei entstehen probiotische Kulturen, die die Darmgesundheit fördern. Das Einlegen in Essig mit Gewürzen eignet sich für kleinere Mengen und ergibt eine knackige Beilage, die sich monatelang hält. Für kurzzeitige Lagerung (1-2 Wochen) können Kohlröschen im Kühlschrank im Gemüsefach aufbewahrt werden. Das Trocknen ist weniger üblich, aber möglich für Gewürzmischungen. Wichtig bei allen Methoden ist die Verwendung frischer, unbeschädigter Röschen direkt nach der Ernte. Eine Kombination verschiedener Konservierungsmethoden sorgt für Abwechslung auf dem Winterspeiseplan.
  16. Wie lassen sich Kohlröschen optimal in der Küche zubereiten und verarbeiten?
    Kohlröschen sind kulinarisch vielseitig und lassen sich auf verschiedene Weise zubereiten. Vor der Verarbeitung sollten sie gründlich gewaschen und welke äußere Blätter entfernt werden. Das Dämpfen für 8-10 Minuten erhält die meisten Nährstoffe und den knackigen Biss. Beim Braten in der Pfanne mit etwas Olivenöl entstehen köstliche Röstaromen, besonders wenn sie halbiert werden. Das Rösten im Ofen bei 200°C für 15-20 Minuten mit Gewürzen macht sie zur perfekten Beilage. Roh als Salat geschnitten sind sie eine knackige, nährstoffreiche Zutat - besonders jung geerntete Röschen eignen sich dafür. In Eintöpfen und Suppen geben sie herzhaften Geschmack ab. Wichtig: Nicht zu lange kochen, da sie sonst matschig werden und Bitterstoffe entwickeln können. Eine Prise Zucker oder etwas Sahne mildert eventuelle Bitternoten. Gewürze wie Muskat, Thymian oder Rosmarin harmonieren besonders gut. Kohlröschen passen hervorragend zu Kartoffeln, Fleisch oder als vegetarische Hauptspeise mit Nüssen und Käse.
  17. Stimmt es, dass alle Kohlarten bitter schmecken und schwer verdaulich sind?
    Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum, der nicht auf alle Kohlarten zutrifft. Kohlröschen sind ein perfektes Beispiel dafür: Sie schmecken deutlich milder und süßer als traditioneller Rosenkohl. Die Bitterkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab: der Sorte, den Anbaubedingungen, dem Erntezeitpunkt und der Zubereitung. Moderne Züchtungen wie Kohlröschen wurden gezielt auf milderen Geschmack selektiert. Die Verdaulichkeit lässt sich durch richtige Zubereitung deutlich verbessern: Kurzes Blanchieren, Zugabe von Kümmel oder Fenchelsamen, und nicht zu langes Kochen macht Kohlarten bekömmlicher. Die schwefelhaltigen Verbindungen (Glucosinolate), die manchmal Blähungen verursachen, werden durch schonende Zubereitung reduziert. Junger Kohl ist generell milder und verdaulicher als alter. Frost verbessert sogar den Geschmack vieler Kohlarten durch Zuckereinlagerung. Menschen mit empfindlichem Magen können Kohlarten schrittweise in ihren Speiseplan integrieren. Die gesundheitlichen Vorteile – hohe Vitamin-C-Gehalte und antioxidative Eigenschaften – überwiegen bei weitem eventuelle Verdauungsprobleme.
  18. Welche regionalen Besonderheiten gibt es beim Wintergemüse-Anbau in Deutschland?
    Deutschland bietet durch seine verschiedenen Klimazonen unterschiedliche Bedingungen für Wintergemüse-Anbau. In Norddeutschland ermöglichen milde Winter oft eine längere Erntezeit von Kohlröschen bis in den März. Die maritime Prägung reduziert extreme Fröste, allerdings ist mit mehr Niederschlag und höherer Luftfeuchtigkeit zu rechnen, was Pilzkrankheiten begünstigt. Süddeutschland mit kontinentalem Klima bietet strengere Winter, aber auch mehr Sonnenstunden, was zu intensiveren Aromen führt. Hier sind Frostschutzmaßnahmen wichtiger. Gebirgsregionen erfordern frühere Aussaaten und frostresistente Sorten. Die verschiedenen Bodentypen spielen ebenfalls eine Rolle: Lehmböden Norddeutschlands speichern mehr Nährstoffe, sandige Böden erwärmen sich früher. Regional typische Sorten haben sich entwickelt: Norddeutsche Grünkohlsorten sind oft frostresistenter, süddeutsche Kohlarten reifen früher. Weinbaugebiete profitieren von milden Mikroklimata für verlängerte Erntezeiten. Lokale Gärtnereien bieten oft regional angepasste Sorten und spezifische Anbauberatung für die jeweiligen klimatischen Bedingungen.
  19. Was unterscheidet Kohlröschen-Hybriden von anderen Gemüseanbau-Methoden?
    Kohlröschen-Hybriden unterscheiden sich grundlegend von anderen Gemüseanbau-Methoden durch ihre einzigartige Entstehungsgeschichte als Kreuzung zweier verschiedener Kohlarten. Diese Hybridisierung kombiniert gewünschte Eigenschaften beider Elternpflanzen: die Kompaktheit des Rosenkohls mit der Robustheit des Grünkohls. Im Gegensatz zu gentechnischen Verfahren entsteht diese Kreuzung durch traditionelle Zuchtmethoden. Die Hybrid-Eigenschaften zeigen sich in erhöhter Krankheitsresistenz, verbesserter Winterhärte und milderem Geschmack. Allerdings sind F1-Hybriden nicht samenfest – eigene Saatgutgewinnung führt zu unvorhersagbaren Eigenschaften in der nächsten Generation. Dies unterscheidet sie von samenfesten Sorten, bei denen sich die Eigenschaften stabil vererben. Der Anbau selbst folgt ähnlichen Prinzipien wie andere Kohlarten: Starkzehrer-Eigenschaften, ähnliche Schädlingsanfälligkeit und Ansprüche an Standort und Pflege. Die Besonderheit liegt in der Kombination verschiedener Erntezeiten und -methoden: teilweise kontinuierliche Blatternte wie beim Grünkohl, teilweise Röschenernte wie beim Rosenkohl.
  20. Worin liegt der Unterschied zwischen Brussels Sprouts Kale Mix und herkömmlichen Kohlsorten?
    Brussels Sprouts Kale Mix, die englische Bezeichnung für Kohlröschen, unterscheidet sich von herkömmlichen Kohlsorten durch seine hybride Natur als gezielte Kreuzung. Während traditionelle Kohlsorten wie Weißkohl, Grünkohl oder Rosenkohl jeweils eigenständige Varietäten von Brassica oleracea sind, vereint dieser Mix bewusst Eigenschaften verschiedener Kohlarten. Herkömmliche Kohlsorten haben meist eine spezifische Erntezeit und -methode: Weißkohl wird einmalig komplett geerntet, Rosenkohl etappenweise von unten nach oben. Der Brussels Sprouts Kale Mix ermöglicht sowohl die Ernte einzelner Röschen als auch von Blättern. Geschmacklich ist er milder als purer Rosenkohl und weniger ausgeprägt als Grünkohl. Die Kulturdauer liegt zwischen beiden Elternarten. Optisch zeigt er die charakteristischen Merkmale beider: kompakte Röschen am Stiel mit gekräuselten Blättern. Nährstofftechnisch kombiniert er die Vorteile beider Kohlarten. Für Gärtner bedeutet dies vielseitigere Verwendungsmöglichkeiten bei gleichzeitig reduziertem Platzbedarf im Vergleich zum separaten Anbau beider Kohlarten.
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