Saatgut / Samen

Saatgut ist ein zusammenfassender Begriff, der ruhende Samen von Pflanzen umfasst, die aus generativer Fortpflanzung, also aus der Vermischung von zwei Elternpflanzen, entstanden sind. Bei trockener und kühler Lagerung können die Samen viele Jahre ruhen, um erst bei den richtigen Bedingungen auszukeimen und neue Pflänzchen hervorzubringen. Für diese Keimung haben die verschiedenen Arten teils sehr unterschiedliche Bedingungen und Ansprüche. Werden sie jedoch beachtet, können Sie beobachten, wie aus kleinen Keimlingen prachtvolle Zierpflanzen, ertragreiche Nutzpflanzen oder dichter Rasen heranwächst. Die eigene Aufzucht von Garten- und Balkonpflanzen bringt einen Einblick in die schöpferische Kraft der Natur und wird von vielen Hobbygärtnern als meditativer Ausgleich zum stressigen Alltag gesehen.

An dieser Stelle wird Saatgut völlig unterschiedlicher Arten und Sorten angeboten, die zum Teil spezielle Anforderungen haben. Diese sind dann auf der Samentüte oder in der jeweiligen Artenbeschreibung zu finden. Dennoch lassen sich einige allgemeingültige Informationen zusammenstellen, die für die Verwendung von Saatgut im Allgemeinen von Bedeutung sind.

Direktsaat

Eine Aussaat an Ort und Stelle wird als Direktsaat bezeichnet. Das bedeutet, dass das Saatgut direkt dort ausgebracht wird, wo die voll entwickelte Pflanze ihren dekorativen oder kulinarischen Nutzen erfüllen soll. Diese Methode scheint oberflächlich unkompliziert zu sein, doch müssen einige Punkte beachtet werden, damit die Keimung und das Wachstum optimal ablaufen:

1. Der richtige Standort

Jede Pflanze hat einen speziellen Anspruch an den Standort und die Bodenverhältnisse, der vor der Aussaat überprüft und sichergestellt werden sollte. Dennoch lässt sich allgemeingültig feststellen, dass der Boden vor der Direktsaat aufgelockert und glatt geharkt werden sollte. Eine ebene Fläche sichert die optimale Wasserversorgung der Samen und vermeidet, dass sie sich in Senken sammeln und dort durch Staunässe zu Schaden kommen. Auch größere Steine sollten zumindest grob aus dem Beet entfernt werden.

2. Flächig oder in Reihen?

Je nach Saatgut werden die Samen flächig gestreut oder in ordentlich strukturierten Reihen ausgebracht. Achten Sie auf den korrekten Abstand der Reihen, um ein unnötiges späteres Umpflanzen zu vermeiden. Als Faustregel gilt: Je größer die Samen, desto größer ist auch der notwendige Abstand zwischen den Reihen und den einzelnen Pflanzen innerhalb einer Reihe.

Tipp: Für ein sauberes und gerade Gemüse- oder Kräuterbeet stecken Sie die Saatreihen vor der Aussaat mit einer Schnur ab.

3. Die richtige Pflege

Für eine optimale Keimung ist es von wesentlicher Bedeutung, die Aussaat leicht feucht zu halten. Trocknet sie aus oder wird sie zu feucht, kann sie einen irreparablen Schaden nehmen, der dazu führt, dass die Saat gar nicht erst aufgeht. Die Pflanzen gehen ein, bevor sie überhaupt erst richtig angefangen haben zu wachsen. Zusätzlich sollte die Fläche von sich schnell ausbreitenden Unkräutern wie Löwenzahn oder Giersch freigehalten werden. Im Extremfall können sie sie gesäten Pflanzen durch ihren schnellen Wuchs verdrängen.

4. Schutz der Aussaat

Saatgut, das auf der Oberfläche verbleibt und nicht von Erde bedeckt wird, kann gegebenenfalls durch ein spezielles Abdeckvlies oder Gartenvlies geschützt werden. Dabei handelt es sich um ein leichtes und dünnes Gewebe aus Polypropylen, das sowohl Wasser als auch Licht durchlässt und locker über die gesamte Fläche ausgebreitet wird. Dabei sollte es an den Seiten gut befestigt werden, damit es nicht beim ersten stärkeren Wind davon weht. Ein Abdeckvlies hilft nicht nur bei der Bindung von Feuchtigkeit, sondern vermeidet auch, dass die aufgebrachten Samen von Vögeln weg gepickt werden. Ebenso schützt es die Fläche vor späten Frostschüben und direkter Sonneneinstrahlung und bietet dadurch einen bedeutenden Schutz gegen Witterungseinflüsse. Wenn die Pflänzchen ordentlich ausgekeimt sind und kein Frost mehr droht, sollte das Vlies entfernt werden.

Vorkultur

Sehr viele, aber nicht alle Arten können bereits vor der eigentlich empfohlenen Aussaat im Freien an einem geeigneten Standort vorgezogen werden. Dadurch verlängert sich die Vegetationsphase der jeweiligen Pflanze, sodass Zierpflanzen länger blühen und Nutzpflanzen einen höheren Ertrag bringen. Für eine Vorkultur ist nicht unbedingt ein eigenes Gewächshaus nötig. Auch in einem Frühbeet oder in Töpfen auf der Fensterbank lassen sich viele Arten vorziehen. Sobald die Witterungsverhältnisse draußen für die jungen Pflanzen in Ordnung sind, können sie nach draußen versetzt werden und sind zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich weiter entwickelt als Artgenossen, die erst jetzt im Außenbereich gesät werden. Wichtig für eine Vorkultur ist eine relativ konstante Temperatur und möglichst keine stundenlange direkte Sonneneinstrahlung. Auch hier gilt natürlich, dass unbedingt auf die Ansprüche und Besonderheiten der jeweiligen Art geachtet werden muss, sich aber dennoch allgemeingültige Informationen zusammenfassen lassen:

1. Aussaatgefäß und die richtige Erde

Für eine Vorkultur eignen sich kleine Blumentöpfe oder spezielle Aufzuchtgefäße und Saatschalen, die je nach Art mit einzelnen oder einer Prise Samen bestückt werden können. Dabei sollte auf ein geeignetes Aufzuchtsubstrat geachtet werden. Es ist sehr feinkörnig und stellt auch für filigrane Keimlinge kein mechanisches Hindernis dar. Achten Sie bei einer Vorkultur im Wohnraum darauf, dass das Substrat auf Raumtemperatur erwärmt ist, bevor Sie die Samen aufbringen.

2. Die Aussaat

Die Ansprüche des Saatgutes für eine erfolgreiche Keimung sind unterschiedlich. Bei manchen Arten müssen die Samen vollständig mit Erde bedeckt sein, manchen genügt eine lockere Streuschicht und wiederum andere liegen bevorzugt frei auf der Oberfläche, da sie für die Keimung Licht benötigen. Die jeweiligen Anforderungen entnehmen Sie bitte den Angaben auf der Samentüte oder der einzelnen Artenbeschreibung. Verallgemeinernd lässt sich feststellen, dass größere Samen direkt einzeln in ein passendes Gefäß gesät werden. Kleinere Samen können flächig eingestreut werden, wobei ein kleiner Rand des Aufzuchtgefäßes freigehalten werden sollte. Nach Abschluss der Aussaat sollten Samen und Erde feucht gehalten werden.

Tipp: Verwenden Sie zur Befeuchtung der Aussaat zunächst einen feinen Wassersprüher. So wird vermieden, dass kleine Samen aufgeschwemmt werden und ihre Anordnung verloren geht.

3. Unterstützung der Keimung durch Abdeckung

Nach der ersten Bewässerung kann das Aussaatgefäß mit einem lichtdurchlässigen Deckel oder einer Folie abgedeckt werden. Auf diese Weise wird ein Effekt erzielt, der einem kleinen Gewächshaus ähnelt, Wärme und Feuchtigkeit hält und so die Keimung beschleunigt. Achten Sie dringend darauf, das Gefäß nicht luftdicht zu verschließen, da eine ausreichende Luftzirkulation wichtig für ein optimales Mikroklima ist. Insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung vermeidet eine Luftzirkulation eine zu hohe Temperatur im Gefäß. Nach erfolgter Keimung sollte der Deckel wieder entfernt werden, damit die kleinen Pflänzchen genügend Licht bekommen.

4. Pikieren

Für eine optimale Entwicklung der jungen Pflänzchen ist es wichtig, sie zum richtigen Zeitpunkt zu pikieren. Sobald sich nach den Keimblättern (bzw. dem einen Keimblatt bei Gräsern) die ersten richtigen Laubblättchen zeigen, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Pflänzchen in ein größeres Gefäß umzusetzten und gegebenenfalls in diesem Zuge zu vereinzeln. Dabei ist es wichtig, die gesamte Wurzel in die Erde zu bringen, sodass die Keimblätter so eben Kontakt zum Substrat haben.

Tipp: Manche Pflanzen (z. B. Sonnenblumen) weisen bedingt durch die längeren Dunkelphasen bei der Vorzucht ein übermäßiges Längenwachstum auf, wodurch die spätere Standfestigkeit gefährdet ist. Dies kann vermieden werden, wenn die Pflänzchen nach dem Pikieren etwas kühler gestellt werden.

Mischungen oder Reinsaaten?

In der Regel wird Saatgut sortenrein angeboten, sodass sich jeder Hobbygärtner seine beliebtesten Kombinationen selbst zusammenstellen und an die Gegebenheiten des Gartens und seine eigenen Ansprüche anpassen kann. Es gibt aber auch vorgefertigte Mischungen, bei denen unterschiedliche Arten und Sorten sowohl von ihren Ansprüchen als auch in ihrer Optik perfekt aufeinander abgestimmt sind. Sie sind vor allen Dingen für eine abwechslungsreiche Flächenbepflanzung geeignet und werden in der Regel direkt am Ort und Stelle ausgebracht. Auf diese Weise entstehen mit geringem Aufwand blühfreudige Wildblumenwiesen, vielseitige Kräuterbeete oder robuster Rasen.

Die richtige Lagerung von Saatgut

Wenn eine trockene und dunkle Lagerung ermöglicht ist, kann Saatgut problemlos über einige Zeit gelagert werden. Das bedeutet, dass eine angebrochene Samentüte, die nicht aufgebraucht wurde, bei richtiger Lagerung auch im nächsten oder sogar übernächsten Jahr noch verwendet werden kann. Um festzustellen, ob Saatgut noch keimfähig ist, hilft ein einfacher Test. Legen sie einige Samen zwischen 2 Blätter Küchenpapier und halten Sie alles feucht (nicht nass!). Wenn nach etwa 14 Tagen der Großteil der Saat ausgekeimt ist, können Sie das Saatgut bedenkenlos noch verwenden. Gerade bei größeren Gebinden wie Rasensamen kann durch dieses Vorgehen sowohl unnötige Arbeit als auch eine Verschwendung vermieden werden. Selbst gesammelte Samen sollten zunächst getrocknet und anschließend in Filterpapier in einer dunklen Schachtel bewahrt werden, bevor sie im nächsten Jahr ausgesät werden.

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Saatgut ist ein zusammenfassender Begriff, der ruhende Samen von Pflanzen umfasst, die aus generativer Fortpflanzung, also aus der Vermischung von zwei Elternpflanzen, entstanden sind. Bei... mehr erfahren »
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Saatgut / Samen

Saatgut ist ein zusammenfassender Begriff, der ruhende Samen von Pflanzen umfasst, die aus generativer Fortpflanzung, also aus der Vermischung von zwei Elternpflanzen, entstanden sind. Bei trockener und kühler Lagerung können die Samen viele Jahre ruhen, um erst bei den richtigen Bedingungen auszukeimen und neue Pflänzchen hervorzubringen. Für diese Keimung haben die verschiedenen Arten teils sehr unterschiedliche Bedingungen und Ansprüche. Werden sie jedoch beachtet, können Sie beobachten, wie aus kleinen Keimlingen prachtvolle Zierpflanzen, ertragreiche Nutzpflanzen oder dichter Rasen heranwächst. Die eigene Aufzucht von Garten- und Balkonpflanzen bringt einen Einblick in die schöpferische Kraft der Natur und wird von vielen Hobbygärtnern als meditativer Ausgleich zum stressigen Alltag gesehen.

An dieser Stelle wird Saatgut völlig unterschiedlicher Arten und Sorten angeboten, die zum Teil spezielle Anforderungen haben. Diese sind dann auf der Samentüte oder in der jeweiligen Artenbeschreibung zu finden. Dennoch lassen sich einige allgemeingültige Informationen zusammenstellen, die für die Verwendung von Saatgut im Allgemeinen von Bedeutung sind.

Direktsaat

Eine Aussaat an Ort und Stelle wird als Direktsaat bezeichnet. Das bedeutet, dass das Saatgut direkt dort ausgebracht wird, wo die voll entwickelte Pflanze ihren dekorativen oder kulinarischen Nutzen erfüllen soll. Diese Methode scheint oberflächlich unkompliziert zu sein, doch müssen einige Punkte beachtet werden, damit die Keimung und das Wachstum optimal ablaufen:

1. Der richtige Standort

Jede Pflanze hat einen speziellen Anspruch an den Standort und die Bodenverhältnisse, der vor der Aussaat überprüft und sichergestellt werden sollte. Dennoch lässt sich allgemeingültig feststellen, dass der Boden vor der Direktsaat aufgelockert und glatt geharkt werden sollte. Eine ebene Fläche sichert die optimale Wasserversorgung der Samen und vermeidet, dass sie sich in Senken sammeln und dort durch Staunässe zu Schaden kommen. Auch größere Steine sollten zumindest grob aus dem Beet entfernt werden.

2. Flächig oder in Reihen?

Je nach Saatgut werden die Samen flächig gestreut oder in ordentlich strukturierten Reihen ausgebracht. Achten Sie auf den korrekten Abstand der Reihen, um ein unnötiges späteres Umpflanzen zu vermeiden. Als Faustregel gilt: Je größer die Samen, desto größer ist auch der notwendige Abstand zwischen den Reihen und den einzelnen Pflanzen innerhalb einer Reihe.

Tipp: Für ein sauberes und gerade Gemüse- oder Kräuterbeet stecken Sie die Saatreihen vor der Aussaat mit einer Schnur ab.

3. Die richtige Pflege

Für eine optimale Keimung ist es von wesentlicher Bedeutung, die Aussaat leicht feucht zu halten. Trocknet sie aus oder wird sie zu feucht, kann sie einen irreparablen Schaden nehmen, der dazu führt, dass die Saat gar nicht erst aufgeht. Die Pflanzen gehen ein, bevor sie überhaupt erst richtig angefangen haben zu wachsen. Zusätzlich sollte die Fläche von sich schnell ausbreitenden Unkräutern wie Löwenzahn oder Giersch freigehalten werden. Im Extremfall können sie sie gesäten Pflanzen durch ihren schnellen Wuchs verdrängen.

4. Schutz der Aussaat

Saatgut, das auf der Oberfläche verbleibt und nicht von Erde bedeckt wird, kann gegebenenfalls durch ein spezielles Abdeckvlies oder Gartenvlies geschützt werden. Dabei handelt es sich um ein leichtes und dünnes Gewebe aus Polypropylen, das sowohl Wasser als auch Licht durchlässt und locker über die gesamte Fläche ausgebreitet wird. Dabei sollte es an den Seiten gut befestigt werden, damit es nicht beim ersten stärkeren Wind davon weht. Ein Abdeckvlies hilft nicht nur bei der Bindung von Feuchtigkeit, sondern vermeidet auch, dass die aufgebrachten Samen von Vögeln weg gepickt werden. Ebenso schützt es die Fläche vor späten Frostschüben und direkter Sonneneinstrahlung und bietet dadurch einen bedeutenden Schutz gegen Witterungseinflüsse. Wenn die Pflänzchen ordentlich ausgekeimt sind und kein Frost mehr droht, sollte das Vlies entfernt werden.

Vorkultur

Sehr viele, aber nicht alle Arten können bereits vor der eigentlich empfohlenen Aussaat im Freien an einem geeigneten Standort vorgezogen werden. Dadurch verlängert sich die Vegetationsphase der jeweiligen Pflanze, sodass Zierpflanzen länger blühen und Nutzpflanzen einen höheren Ertrag bringen. Für eine Vorkultur ist nicht unbedingt ein eigenes Gewächshaus nötig. Auch in einem Frühbeet oder in Töpfen auf der Fensterbank lassen sich viele Arten vorziehen. Sobald die Witterungsverhältnisse draußen für die jungen Pflanzen in Ordnung sind, können sie nach draußen versetzt werden und sind zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich weiter entwickelt als Artgenossen, die erst jetzt im Außenbereich gesät werden. Wichtig für eine Vorkultur ist eine relativ konstante Temperatur und möglichst keine stundenlange direkte Sonneneinstrahlung. Auch hier gilt natürlich, dass unbedingt auf die Ansprüche und Besonderheiten der jeweiligen Art geachtet werden muss, sich aber dennoch allgemeingültige Informationen zusammenfassen lassen:

1. Aussaatgefäß und die richtige Erde

Für eine Vorkultur eignen sich kleine Blumentöpfe oder spezielle Aufzuchtgefäße und Saatschalen, die je nach Art mit einzelnen oder einer Prise Samen bestückt werden können. Dabei sollte auf ein geeignetes Aufzuchtsubstrat geachtet werden. Es ist sehr feinkörnig und stellt auch für filigrane Keimlinge kein mechanisches Hindernis dar. Achten Sie bei einer Vorkultur im Wohnraum darauf, dass das Substrat auf Raumtemperatur erwärmt ist, bevor Sie die Samen aufbringen.

2. Die Aussaat

Die Ansprüche des Saatgutes für eine erfolgreiche Keimung sind unterschiedlich. Bei manchen Arten müssen die Samen vollständig mit Erde bedeckt sein, manchen genügt eine lockere Streuschicht und wiederum andere liegen bevorzugt frei auf der Oberfläche, da sie für die Keimung Licht benötigen. Die jeweiligen Anforderungen entnehmen Sie bitte den Angaben auf der Samentüte oder der einzelnen Artenbeschreibung. Verallgemeinernd lässt sich feststellen, dass größere Samen direkt einzeln in ein passendes Gefäß gesät werden. Kleinere Samen können flächig eingestreut werden, wobei ein kleiner Rand des Aufzuchtgefäßes freigehalten werden sollte. Nach Abschluss der Aussaat sollten Samen und Erde feucht gehalten werden.

Tipp: Verwenden Sie zur Befeuchtung der Aussaat zunächst einen feinen Wassersprüher. So wird vermieden, dass kleine Samen aufgeschwemmt werden und ihre Anordnung verloren geht.

3. Unterstützung der Keimung durch Abdeckung

Nach der ersten Bewässerung kann das Aussaatgefäß mit einem lichtdurchlässigen Deckel oder einer Folie abgedeckt werden. Auf diese Weise wird ein Effekt erzielt, der einem kleinen Gewächshaus ähnelt, Wärme und Feuchtigkeit hält und so die Keimung beschleunigt. Achten Sie dringend darauf, das Gefäß nicht luftdicht zu verschließen, da eine ausreichende Luftzirkulation wichtig für ein optimales Mikroklima ist. Insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung vermeidet eine Luftzirkulation eine zu hohe Temperatur im Gefäß. Nach erfolgter Keimung sollte der Deckel wieder entfernt werden, damit die kleinen Pflänzchen genügend Licht bekommen.

4. Pikieren

Für eine optimale Entwicklung der jungen Pflänzchen ist es wichtig, sie zum richtigen Zeitpunkt zu pikieren. Sobald sich nach den Keimblättern (bzw. dem einen Keimblatt bei Gräsern) die ersten richtigen Laubblättchen zeigen, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Pflänzchen in ein größeres Gefäß umzusetzten und gegebenenfalls in diesem Zuge zu vereinzeln. Dabei ist es wichtig, die gesamte Wurzel in die Erde zu bringen, sodass die Keimblätter so eben Kontakt zum Substrat haben.

Tipp: Manche Pflanzen (z. B. Sonnenblumen) weisen bedingt durch die längeren Dunkelphasen bei der Vorzucht ein übermäßiges Längenwachstum auf, wodurch die spätere Standfestigkeit gefährdet ist. Dies kann vermieden werden, wenn die Pflänzchen nach dem Pikieren etwas kühler gestellt werden.

Mischungen oder Reinsaaten?

In der Regel wird Saatgut sortenrein angeboten, sodass sich jeder Hobbygärtner seine beliebtesten Kombinationen selbst zusammenstellen und an die Gegebenheiten des Gartens und seine eigenen Ansprüche anpassen kann. Es gibt aber auch vorgefertigte Mischungen, bei denen unterschiedliche Arten und Sorten sowohl von ihren Ansprüchen als auch in ihrer Optik perfekt aufeinander abgestimmt sind. Sie sind vor allen Dingen für eine abwechslungsreiche Flächenbepflanzung geeignet und werden in der Regel direkt am Ort und Stelle ausgebracht. Auf diese Weise entstehen mit geringem Aufwand blühfreudige Wildblumenwiesen, vielseitige Kräuterbeete oder robuster Rasen.

Die richtige Lagerung von Saatgut

Wenn eine trockene und dunkle Lagerung ermöglicht ist, kann Saatgut problemlos über einige Zeit gelagert werden. Das bedeutet, dass eine angebrochene Samentüte, die nicht aufgebraucht wurde, bei richtiger Lagerung auch im nächsten oder sogar übernächsten Jahr noch verwendet werden kann. Um festzustellen, ob Saatgut noch keimfähig ist, hilft ein einfacher Test. Legen sie einige Samen zwischen 2 Blätter Küchenpapier und halten Sie alles feucht (nicht nass!). Wenn nach etwa 14 Tagen der Großteil der Saat ausgekeimt ist, können Sie das Saatgut bedenkenlos noch verwenden. Gerade bei größeren Gebinden wie Rasensamen kann durch dieses Vorgehen sowohl unnötige Arbeit als auch eine Verschwendung vermieden werden. Selbst gesammelte Samen sollten zunächst getrocknet und anschließend in Filterpapier in einer dunklen Schachtel bewahrt werden, bevor sie im nächsten Jahr ausgesät werden.

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