Grünkohl

Grünkohl, Markstammkohl und Palmkohl sind drei verschiedene Varietäten des Gemüsekohls. Alle drei bilden aufrechte Triebe mit großen Blättern. Sie unterscheiden sich aber im Geschmack, der Verwendbarkeit und ihrer Frosthärte. Während sie früher als Arme-Leute-Essen oder Viehfutter verpönt waren, feiern sie heute ein Comeback als Power-Food. Sie sind kalorienarm, aber dafür reich an Mineralien und gesunden sekundären Inhaltsstoffen. Durch den Anbau im eigenen Garten können Sie das Potenzial des vielfältigen Super-Foods voll ausschöpfen.

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Grünkohl, Palmkohl und Markstammkohl anbauen

Die Kohlpflanzen werden in kleinen Töpfen oder Anzuchtplatten vorgezogen. Decken Sie die Saat mit 1 bis 2 cm Erde ab und halten Sie sie feucht. Die Sämlinge laufen bei einer Keimtemperatur von 20 bis 25 °C nach etwa ein bis zwei Wochen auf. Nach etwa 4 Wochen sind die Jungpflanzen kräftig genug, um ins Freie gepflanzt zu werden. Grünkohl ist eine gute Folgekultur nach Erbsen, Puffbohnen, Möhren und Spinat.

Wählen Sie einen sonnigen, warmen Standort auf nährstoffreichem, feuchtem Boden. Auf leichten Böden müssen Sie die Pflanzen im Sommer regelmäßig wässern. Trockenheit mindert den Ertrag und führt dazu, dass die unteren Blätter gelb werden und abfallen. Weil die Pflanzen sehr groß und ausladend werden, brauchen sie zum Heranwachsen einen Abstand von 50 mal 50 cm.

Ein Gemüseschutznetz schützt den Kohl vor den Raupen von Kohleulen und Kohlweißlingen.

Die Kulturdauer von der Pflanzung bis zur Ernte liegt zwischen 70 und 100 Tagen. Vom Palmkohl können Sie bereits im Sommer immer wieder die größeren Blätter ernten und nutzen. Beim Grünkohl ist es besser abzuwarten, bis es im Herbst deutlich kälter wird, damit die Pflanzen Bitterstoffe abbauen und Zucker einlagern. Bei Markstammkohl lohnt sich die Ernte der Stämme erst, wenn sie 4 bis 5 cm dick sind. Die Blätter können bereits im Spätsommer gepflückt werden. Von winterharten Sorten aller drei Blattkohle kann bis in den März hinein weiter geerntet werden.

Sortenwahl bei Grünkohl, Palmkohl und Markstammkohl

Bei der Sortenwahl spielen grundsätzlich die Wuchshöhe und die Frosthärte eine große Rolle. In Regionen mit milden Wintern können Sie sämtliche Sorten gut anbauen. Auch Palmkohl kann bis in den März hinein geerntet werden, wenn es nicht kälter als -5 °C wird. Niedrigere Temperaturen bis -15 °C werden aber nur von speziellen Grünkohl-Sorten vertragen.

Hochwachsende Sorten von Markstammkohl oder Grünkohl brauchen im Beet viel Platz. Kompaktere Sorten eignen sich auch für den Anbau im Hochbeet und können im Balkongarten oder auf der Terrasse im Kübel gezogen werden. Wegen ihrer großen Blätter sind sie außerdem dekorativ als Strukturpflanzen in Blumenbeeten.
Palmkohl kann bereits ab Juni geerntet werden und roh für Salate und Smoothies genutzt werden. Grünkohl und Markstammkohl sind erst ab Oktober erntereif.

Grünkohl

Grünkohl wird auch als Federkohl, Krauskohl, Burenkohl, Winterkohl oder Strunkkohl bezeichnet. Botanisch heißt er Brassica oleracea var. sabellica. Besonders beliebt ist er in den norddeutschen Küstenregionen. Dort ist er seit dem 15. Jahrhundert ein traditionelles Herbst- und Wintergemüse.

Das Besondere am Grünkohl ist, dass seine herben Blätter süßer und bekömmlicher werden, wenn die Pflanzen im Herbst Temperaturen von 5°C oder darunter ausgesetzt sind. Dann beginnen sie zum Schutz vor Frost im kommenden Winter Zucker einzulagern. Gleichzeitig bauen sie Bitterstoffe ab, die sie im Sommer vor Fressfeinden geschützt haben.
Ursprünglich war der Anbau auf Küstengebiete beschränkt, weil die Pflanzen milde Winter und viel Wasser brauchten. Mit der Zeit wurden immer mehr Sorten mit geringerem Wasserbedarf und besserer Frosthärte selektiert.

Grünkohlblätter sind bis zu 40 cm lang und mehr oder weniger gewölbt und kraus. Sie können hellgrün, dunkelgrün oder auch braun-violett gefärbt sein. Der kräftige Stängel verholzt und ist nicht essbar. Früher wurden die Strünke alter Sorten, die über 2 Meter hoch werden können, getrocknet, lackiert und zu Spazierstöcken verarbeitet. Neue Sorten wachsen kompakter und werden zwischen 60 und 80 cm hoch.

Markstammkohl

Der Markstammkohl, Markkohl, Blaukohl, Furchenkohl oder Futterkohl (Brassica oleracea var. medullosa) sieht dem Grünkohl ähnlich. Tatsächlich ist er aber näher mit dem Kohlrabi verwandt. Er bildet einen kräftigen Stamm, der sich nach oben hin keulenförmig verdickt und etwa die Hälfte seiner Pflanzenmasse ausmacht. Dieser nicht verholzte Stamm ist der Teil des Markstammkohls, der als Gemüse dient.

Unter guten Bedingungen kann der Stamm einiger Sorten bis zu 2 Meter hoch werden und einen Durchmesser von 10 cm erreichen. Er wird wie Kohlrabi geschält und zubereitet. Der Geschmack des feinen Marks ist würzig und leicht süßlich. Die Blätter des Futterkohls sind traditioneller Bestandteil des Prignitzer Knieperkohls. Für dieses Wintergemüse werden Blätter von Grünkohl, Futterkohl und Weißkohl wie Sauerkraut gesalzen und milchsauer vergoren.

Hauptsächlich wird der Markstammkohl heute als Futterkohl verwendet. Die Blätter werden ab August nach und nach von unten nach oben abgebrochen und an Kaninchen und andere Haustiere verfüttert. Der Stamm kann im Winter auf dem Beet bleiben und ist frosthart bis -5 °C. Die Strünke können aber auch geerntet und in Sand eingeschlagen oder in einer Erdmiete über Winter gelagert werden. Futterkohl wird als Bestandteil von Wildäsungsmischungen in Forstrevieren ausgesät.

Palmkohl

Der Palmkohl (Brassica oleracea var. palmifolia) ist im Geschmack dem Grünkohl ähnlich. Er bildet aber weniger Bitterstoffe und ist ohne Kälteeinwirkung lecker und bekömmlich. Dadurch kann Palmkohl bereits im Sommer geerntet werden und eignet sich gut für Rohkostsalate und Smoothies.

Seine 40 bis 80 cm langen Blätter sind schmal, dunkelgrün bis blauschwarz gefärbt und blasig. Ursprünglich stammt der Palmkohl aus dem Mittelmeerraum und ist auch als Toskanischer Kohl, Italienischer Kohl, Schwarzkohl oder Cavolo nero bekannt.

Er ist Bestandteil der portugiesischen Kohlsuppe „caldo verde“ und kann für deftige Eintöpfe, Suppen, als Gemüsebeilage oder als Belag für Quiche verwendet werden. Je jünger die Blätter sind, desto zarter und schmackhafter sind sie. Entfernen sie die kräftige Blattrippe vor der Zubereitung - sie ist hart und faserig.

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