Glockenpaprika richtig schneiden und pflegen: Umfassende Anleitung für optimale Erträge

Glockenpaprika: Der Schlüssel zu einem aromatischen Gemüsegarten

Glockenpaprika sind nicht nur lecker, sondern auch vielseitig und einfach anzubauen. Mit den richtigen Tipps gelingt die Kultivierung im Handumdrehen.

Paprika-Wissen kompakt: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Glockenpaprika benötigen viel Sonne und nährstoffreichen Boden
  • Aussaat ab März, Auspflanzen ab Mitte Mai
  • Regelmäßige Bewässerung und Düngung sind essenziell
  • Indoor-Anbau ermöglicht ganzjährige Ernte

Was sind Glockenpaprika?

Glockenpaprika, botanisch als Capsicum annuum bekannt, gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Ihre charakteristische glockenförmige Gestalt und der süßliche Geschmack machen sie zu einem beliebten Gemüse in Küchen weltweit. Im Gegensatz zu ihren scharfen Verwandten, den Chilis, zeichnen sich Glockenpaprika durch ihre Milde aus.

Diese Paprikasorte kommt in verschiedenen Farben vor - von Grün über Gelb und Orange bis hin zu Rot. Die Farbveränderung spiegelt den Reifeprozess wider: Grüne Paprika sind noch unreif, während rote Exemplare vollreif sind und den höchsten Vitamin-C-Gehalt aufweisen.

Vorteile des Anbaus von Glockenpaprika

Der Eigenanbau von Glockenpaprika bietet zahlreiche Vorteile:

  • Geschmack: Frisch geerntete Paprika schmecken intensiver als gekaufte.
  • Nährwert: Selbst angebaute Paprika haben einen höheren Vitamin-C-Gehalt.
  • Vielseitigkeit: Von roh bis gekocht - Paprika lassen sich vielfältig zubereiten.
  • Kostenersparnis: Langfristig spart man Geld beim Eigenanbau.
  • Nachhaltigkeit: Kein Verpackungsmüll und kurze Transportwege schonen die Umwelt.

Zudem ist der Anbau relativ unkompliziert und eignet sich auch für Gartenneulinge oder Balkonbesitzer.

Überblick über den Pflegeprozess

Die Pflege von Glockenpaprika umfasst mehrere Schritte:

  1. Aussaat: Idealerweise ab März in Anzuchtschalen
  2. Keimung: Bei 20-25°C, dauert etwa 8-14 Tage
  3. Pikieren: Wenn die ersten echten Blätter erscheinen
  4. Auspflanzen: Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen
  5. Regelmäßige Pflege: Gießen, Düngen, Aufbinden
  6. Ernte: Je nach Sorte ab Juli bis Oktober

Wichtig ist, dass Sie den Pflanzen genügend Licht, Wärme und Feuchtigkeit bieten. Ein regelmäßiger Blick auf Ihre Paprikapflanzen hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

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Standort und Bodenbedingungen

Idealer Standort für Glockenpaprika

Glockenpaprika sind echte Sonnenanbeter. Sie benötigen mindestens 6-8 Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich, um optimal zu gedeihen. Ein windgeschützter Platz ist von Vorteil, da starke Winde die Pflanzen austrocknen können.

Im Freiland eignet sich ein Beet an einer nach Süden ausgerichteten Hauswand besonders gut. Hier profitieren die Pflanzen von der gespeicherten Wärme. Für Balkon- oder Terrassengärtner bieten sich große Töpfe oder Kübel an, die leicht dem Sonnenlauf nachgestellt werden können.

Bodenbeschaffenheit und Vorbereitung

Glockenpaprika bevorzugen einen lockeren, humusreichen und gut durchlässigen Boden. Vor der Pflanzung sollten Sie den Boden gründlich vorbereiten:

  • Lockern Sie den Boden 30-40 cm tief auf
  • Entfernen Sie Steine und Wurzelreste
  • Mischen Sie gut verrotteten Kompost unter
  • Stellen Sie einen pH-Wert zwischen 6,0 und 6,8 sicher

Ist Ihr Gartenboden zu schwer, können Sie ihn mit Sand oder Kokossubstrat auflockern. Bei Topfkultur verwenden Sie am besten eine spezielle Gemüseerde, die Sie mit etwas Sand oder Perlite mischen.

Indoor vs. Outdoor Anbau

Der Anbau von Glockenpaprika ist sowohl drinnen als auch draußen möglich, wobei jede Methode ihre Vor- und Nachteile hat:

Outdoor-Anbau:

  • Vorteile: Natürliche Bestäubung, kräftigeres Aroma
  • Nachteile: Wetterabhängigkeit, kürzere Anbausaison

Indoor-Anbau:

  • Vorteile: Ganzjähriger Anbau möglich, kontrollierbare Bedingungen
  • Nachteile: Künstliche Bestäubung nötig, höhere Energiekosten

Für den Indoor-Anbau benötigen Sie ausreichend Platz und eine gute Beleuchtung, idealerweise mit Pflanzenlampen. Outdoor-Kulturen profitieren von der natürlichen Umgebung, sind aber anfälliger für Schädlinge und Wetterextreme.

Aussaat und Jungpflanzenaufzucht

Saatgutauswahl und Vorbereitung

Die Wahl des richtigen Saatguts ist entscheidend für den Erfolg Ihrer Paprikakultur. Achten Sie auf hochwertige Samen von renommierten Anbietern. Für Anfänger eignen sich robuste Sorten wie 'California Wonder' oder 'Yolo Wonder'.

Vor der Aussaat können Sie die Keimfähigkeit der Samen erhöhen:

  • Legen Sie die Samen für 24 Stunden in lauwarmes Wasser
  • Alternativ wickeln Sie sie in ein feuchtes Küchenpapier und lagern sie an einem warmen Ort

Diese Methoden beschleunigen die Keimung und erhöhen die Keimrate.

Aussaatmethoden und Zeitpunkt

Die optimale Aussaatzeit für Glockenpaprika liegt zwischen Februar und April. Für eine frühe Ernte können Sie bereits Ende Februar in Anzuchtschalen säen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  1. Füllen Sie Anzuchtschalen mit Aussaaterde
  2. Drücken Sie kleine Mulden (ca. 1 cm tief) in die Erde
  3. Legen Sie 2-3 Samen pro Mulde und bedecken Sie sie leicht mit Erde
  4. Befeuchten Sie die Erde vorsichtig mit einer Sprühflasche
  5. Decken Sie die Schalen mit Klarsichtfolie ab, um die Feuchtigkeit zu halten

Stellen Sie die Anzuchtschalen an einen warmen Ort (20-25°C). Nach 8-14 Tagen sollten die ersten Keimlinge erscheinen.

Pflege der Jungpflanzen

Sobald die Keimlinge sichtbar sind, entfernen Sie die Folie und stellen Sie die Schalen an einen hellen, aber nicht zu sonnigen Ort. Beachten Sie folgende Pflegetipps:

  • Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe
  • Drehen Sie die Anzuchtschalen regelmäßig, damit die Pflanzen gerade wachsen
  • Sobald die ersten echten Blätter erscheinen, können Sie mit einer verdünnten Flüssigdüngung beginnen

Nach etwa 4-6 Wochen sind die Jungpflanzen bereit zum Pikieren.

Umtopfen und Auspflanzen

Wenn die Jungpflanzen etwa 10 cm hoch sind und 4-6 echte Blätter haben, ist es Zeit zum Umtopfen. Wählen Sie Töpfe mit einem Durchmesser von mindestens 10 cm. Verwenden Sie nährstoffreiche Pflanzerde und gießen Sie die Pflanzen nach dem Umtopfen gut an.

Das Auspflanzen ins Freiland erfolgt nach den Eisheiligen, üblicherweise Mitte Mai. Bereiten Sie die Jungpflanzen schrittweise auf die Außenbedingungen vor:

  1. Stellen Sie die Töpfe zunächst für einige Stunden täglich nach draußen
  2. Verlängern Sie die Außenzeit über 7-10 Tage
  3. Pflanzen Sie die Paprika an einem bewölkten Tag oder am Abend aus
  4. Halten Sie einen Pflanzabstand von 40-50 cm ein
  5. Gießen Sie die Pflanzen nach dem Einsetzen gründlich

Mit der richtigen Vorbereitung und Pflege legen Sie den Grundstein für eine reiche Paprikaernte. Beobachten Sie Ihre Pflanzen regelmäßig und reagieren Sie prompt auf etwaige Probleme. So steht Ihrem Paprika-Genuss nichts mehr im Wege!

Grundlegende Pflege von Glockenpaprika für optimale Erträge

Glockenpaprika sind anspruchsvolle Pflanzen, die eine sorgfältige Pflege benötigen, um gesund zu wachsen und reichlich Früchte zu tragen. Lassen Sie uns die wichtigsten Aspekte der Pflege genauer betrachten.

Bewässerung: Der Schlüssel zum Erfolg

Glockenpaprika haben einen hohen Wasserbedarf, insbesondere während der Blüte- und Fruchtbildungsphase. Ein gleichmäßig feuchter Boden ist entscheidend für eine gute Entwicklung.

Wasserbedarf

Paprikapflanzen benötigen etwa 2-3 Liter Wasser pro Woche, abhängig von Wetter und Bodenbeschaffenheit. Bei Topfkultur kann der Bedarf sogar höher sein.

Bewässerungsmethoden

Am besten bewässern Sie Ihre Glockenpaprika bodennah, um Blatterkrankungen zu vermeiden. Tröpfchenbewässerung oder Gießkannen mit Brause sind ideal. Vermeiden Sie Overhead-Bewässerung, da nasse Blätter anfälliger für Pilzkrankheiten sind.

Häufigkeit und Menge

Gießen Sie lieber seltener, dafür aber gründlich. Ein- bis zweimal pro Woche ist in der Regel ausreichend, es sei denn, es herrscht extreme Hitze. Der Boden sollte zwischen den Bewässerungen leicht abtrocknen, um Staunässe zu vermeiden.

Düngung: Nährstoffe für kräftige Pflanzen

Glockenpaprika sind Starkzehrer und benötigen regelmäßige Düngung für ein gesundes Wachstum und reiche Ernte.

Nährstoffbedarf

Paprikapflanzen brauchen vor allem Stickstoff für das Blattwachstum, Phosphor für die Wurzelentwicklung und Kalium für die Fruchtbildung. Auch Magnesium und Calcium sind wichtig für gesunde Pflanzen.

Organische vs. mineralische Dünger

Beide Düngerarten haben ihre Vor- und Nachteile. Organische Dünger wie Kompost oder Hornspäne geben Nährstoffe langsam ab und verbessern die Bodenstruktur. Mineralische Dünger wirken schneller, müssen aber vorsichtiger dosiert werden.

Düngeplan und -intervalle

Beginnen Sie mit der Düngung etwa 4 Wochen nach dem Auspflanzen. Düngen Sie alle 2-3 Wochen mit einem ausgewogenen Gemüsedünger. Reduzieren Sie die Stickstoffgabe, sobald die Früchte ansetzen, um die Fruchtbildung zu fördern.

Mulchen: Schutz und Feuchtigkeit für den Boden

Eine Mulchschicht aus organischem Material wie Stroh oder Rasenschnitt hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und reguliert die Bodentemperatur. Tragen Sie eine 5-10 cm dicke Schicht auf, aber lassen Sie einen kleinen Abstand zum Pflanzenstamm, um Fäulnis zu vermeiden.

Stützen und Anbinden: Halt für schwere Früchte

Glockenpaprika können bei guter Pflege recht groß werden und schwere Früchte tragen. Stützen Sie die Pflanzen frühzeitig mit Bambusstäben oder Tomatenspiralstäben. Binden Sie die Haupttriebe locker an, um Verletzungen zu vermeiden. Dies verbessert auch die Luftzirkulation und erleichtert die Ernte.

Richtiges Schneiden von Glockenpaprika für maximalen Ertrag

Das Schneiden von Glockenpaprika ist eine wichtige Pflegemaßnahme, die oft unterschätzt wird. Mit der richtigen Technik können Sie nicht nur die Pflanzengesundheit verbessern, sondern auch den Ertrag steigern.

Warum ist Schneiden wichtig?

Regelmäßiges Schneiden fördert die Verzweigung der Pflanze, verbessert die Luftzirkulation und lenkt die Energie in die Fruchtbildung. Es hilft auch, die Pflanze in einer handhabbaren Größe zu halten, besonders bei Topfkultur.

Werkzeuge und Hygiene

Verwenden Sie scharfe, saubere Gartenscheren oder ein scharfes Messer. Desinfizieren Sie die Werkzeuge vor und nach dem Gebrauch mit Alkohol oder einer milden Bleichlösung, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.

Zeitpunkt des Schneidens

Der beste Zeitpunkt zum Schneiden ist an einem trockenen Tag am Morgen. Beginnen Sie mit dem Ausgeizen, wenn die Pflanze etwa 20-25 cm hoch ist. Hauptschnitte sollten vor der Blüte oder nach der Ernte durchgeführt werden.

Schnitttechniken

Ausgeizen

Entfernen Sie regelmäßig die Seitentriebe, die sich in den Blattachseln bilden. Dies lenkt die Energie in die Haupttriebe und fördert ein kräftigeres Wachstum. Lassen Sie bei Buschsorten 3-4 Haupttriebe stehen.

Triebe einkürzen

Wenn die Pflanze die gewünschte Höhe erreicht hat, können Sie die Spitzen der Haupttriebe abschneiden. Dies fördert die Verzweigung und kann zu einer kompakteren Pflanze führen. Schneiden Sie etwa 2-3 cm oberhalb eines Blattknotens.

Entfernen von Blättern

Entfernen Sie gelbe oder kranke Blätter, sobald Sie sie bemerken. In späteren Wachstumsphasen können Sie auch einige untere Blätter entfernen, um die Luftzirkulation zu verbessern und Pilzkrankheiten vorzubeugen. Achten Sie darauf, nicht mehr als ein Drittel der Blätter zu entfernen.

Denken Sie daran, dass zu starkes Schneiden die Pflanze stressen und die Ernte reduzieren kann. Beobachten Sie Ihre Pflanzen genau und passen Sie Ihre Schnitttechnik entsprechend an. Mit etwas Übung und Geduld werden Sie bald die perfekte Balance finden und sich über gesunde, ertragreiche Glockenpaprika freuen können.

Schädlinge und Krankheiten bei Glockenpaprika

Beim Anbau von Glockenpaprika können verschiedene Schädlinge und Krankheiten auftreten, die die Ernte gefährden. Es ist wichtig, diese frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Häufige Schädlinge bei Glockenpaprika

Blattläuse

Blattläuse sind kleine, grüne oder schwarze Insekten, die sich von Pflanzensäften ernähren. Sie vermehren sich schnell und können die Blätter und Triebe der Paprikapflanze schwächen. Befallene Pflanzen zeigen oft gekräuselte oder verformte Blätter.

Spinnmilben

Diese winzigen Spinnentiere sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Sie saugen an den Blättern und hinterlassen charakteristische helle Sprenkel. Bei starkem Befall können sich die Blätter gelb verfärben und abfallen.

Thripse

Thripse sind schlanke, geflügelte Insekten, die ebenfalls Pflanzensäfte saugen. Sie verursachen silbrige Flecken auf den Blättern und können die Früchte beschädigen, was zu Qualitätseinbußen führt.

Typische Krankheiten

Grauschimmel

Grauschimmel, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea, tritt besonders bei feuchten Bedingungen auf. Er zeigt sich als grauer, pelziger Belag auf Blättern, Stängeln und Früchten. Befallene Pflanzenteile faulen und sterben ab.

Welke

Verschiedene Pilze können Welkeerkrankungen verursachen. Die Pflanzen zeigen trotz ausreichender Bewässerung Welkeerscheinungen, die Blätter verfärben sich gelb und die Pflanze stirbt schließlich ab. Oft ist eine Braunfärbung der Leitgefäße im Stängelinneren zu beobachten.

Echter Mehltau

Echter Mehltau äußert sich durch weiße, mehlige Beläge auf den Blättern. Die befallenen Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab. Die Krankheit tritt besonders bei warmem, trockenem Wetter auf.

Präventive Maßnahmen

Um Schädlinge und Krankheiten zu vermeiden, sind folgende vorbeugende Maßnahmen sinnvoll:

  • Wählen Sie resistente Sorten aus
  • Achten Sie auf einen luftigen Standort und ausreichende Pflanzabstände
  • Gießen Sie morgens, damit die Blätter tagsüber abtrocknen können
  • Entfernen Sie regelmäßig Unkraut und abgestorbene Pflanzenteile
  • Fördern Sie Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen im Garten
  • Praktizieren Sie eine sinnvolle Fruchtfolge

Biologische und chemische Bekämpfung

Wenn trotz vorbeugender Maßnahmen Probleme auftreten, stehen verschiedene Bekämpfungsmöglichkeiten zur Verfügung:

Biologische Methoden

  • Gegen Blattläuse helfen Nützlinge wie Schlupfwespen oder Marienkäferlarven
  • Spinnmilben lassen sich mit Raubmilben bekämpfen
  • Neem-Öl wirkt gegen verschiedene Schädlinge
  • Knoblauch- oder Brennnesseljauche kann vorbeugend eingesetzt werden

Chemische Bekämpfung

Chemische Pflanzenschutzmittel sollten nur als letztes Mittel eingesetzt werden. Beachten Sie dabei:

  • Wählen Sie möglichst umweltschonende Mittel
  • Beachten Sie die Anwendungsvorschriften genau
  • Berücksichtigen Sie die Wartezeit bis zur Ernte
  • Schonen Sie Nützlinge durch gezielte Anwendung

Ernte und Lagerung von Glockenpaprika

Die richtige Ernte und Lagerung sind entscheidend für den Genuss Ihrer selbst gezogenen Glockenpaprika. Hier erfahren Sie, worauf es dabei ankommt.

Anzeichen der Reife

Glockenpaprika können in verschiedenen Reifestadien geerntet werden:

  • Grüne Paprika sind bereits essbar, wenn sie ihre volle Größe erreicht haben
  • Für rote, gelbe oder orange Paprika warten Sie, bis die Früchte ihre endgültige Farbe angenommen haben
  • Reife Paprika fühlen sich fest an und haben eine glänzende Oberfläche
  • Der Stiel sollte leicht verholzt sein

Erntetechniken

Bei der Ernte von Glockenpaprika beachten Sie folgende Punkte:

  • Verwenden Sie eine scharfe Schere oder ein Messer
  • Schneiden Sie die Früchte mit einem kurzen Stielstück ab
  • Vermeiden Sie das Abreißen, da dies die Pflanze beschädigen kann
  • Ernten Sie vorsichtig, um andere Früchte und Blüten nicht zu beschädigen

Nachreifung

Nicht vollständig ausgefärbte Paprika können nachreifen:

  • Legen Sie sie bei Zimmertemperatur an einen hellen, aber nicht sonnigen Ort
  • Die Nachreifung dauert je nach Ausgangszustand 1-2 Wochen
  • Entfernen Sie faule oder beschädigte Früchte sofort

Lagerungsmethoden

Frisch geerntete Glockenpaprika lassen sich auf verschiedene Weise lagern:

Kurzfristige Lagerung

  • Im Gemüsefach des Kühlschranks bei 7-10°C
  • In einem Papierbeutel oder luftdurchlässigen Plastikbeutel
  • Nicht waschen vor der Lagerung, um Fäulnis zu vermeiden

Langfristige Lagerung

  • Einfrieren: In Streifen schneiden und portionsweise einfrieren
  • Trocknen: In Ringe schneiden und an der Luft oder im Dörrgerät trocknen
  • Einlegen: In Essig oder Öl konservieren

Haltbarkeit und Konservierung

Die Haltbarkeit von Glockenpaprika variiert je nach Lagerungsmethode:

  • Im Kühlschrank: 1-2 Wochen
  • Eingefroren: bis zu 12 Monate
  • Getrocknet: mehrere Monate bis zu einem Jahr
  • Eingelegt: je nach Methode 3-6 Monate

Für eine längere Haltbarkeit eignen sich verschiedene Konservierungsmethoden:

  • Einkochen: In Gläsern mit Essigsud haltbar machen
  • Fermentieren: Durch Milchsäuregärung konservieren
  • Einlegen in Öl: Mit Kräutern und Knoblauch aromatisieren

Mit diesen Tipps zur Ernte und Lagerung können Sie Ihre selbst gezogenen Glockenpaprika optimal nutzen und lange genießen. Experimentieren Sie mit verschiedenen Methoden, um herauszufinden, welche Ihnen am besten schmeckt und zu Ihrem Lebensstil passt.

Besonderheiten verschiedener Glockenpaprika-Sorten

Glockenpaprika gibt's in allen möglichen Farben und Formen. Jede Sorte hat ihre eigenen Vorzüge, die wir uns mal genauer anschauen.

Grüne Glockenpaprika

Die grünen sind sozusagen die Frühaufsteher unter den Paprika. Sie werden geerntet, bevor sie ihre endgültige Farbe erreichen. Ihr Geschmack ist etwas herber und grasiger als bei den ausgereiften Varianten. Perfekt für Salate oder zum Grillen!

Rote Glockenpaprika

Rot ist die Königsfarbe der Paprika. Diese Paprika haben am längsten Zeit zum Reifen und sind dadurch besonders süß und aromatisch. Sie stecken voller Vitamine, besonders Vitamin C. Ideal für Rohkost oder zum Füllen.

Gelbe und orange Glockenpaprika

Die Sonnenscheine unter den Paprika! Gelbe und orange Sorten liegen geschmacklich zwischen grün und rot. Sie sind milder als grüne, aber nicht ganz so süß wie rote Paprika. Ihr fröhliches Aussehen macht sich super in bunten Gerichten.

Spezielle Sorten

Da gibt's zum Beispiel die niedlichen Miniglockenpaprika. Die sind perfekt für den Anbau auf dem Balkon oder als Snack zwischendurch. Oder wie wär's mit lila Paprika? Die sehen nicht nur cool aus, sondern haben auch einen leicht nussigen Geschmack.

Tipps für erfolgreichen Anbau

Mischkultur und Fruchtfolge

Paprika sind echte Teamplayer im Garten. Sie vertragen sich prima mit Zwiebeln, Karotten oder Basilikum. Diese Nachbarn helfen sogar, Schädlinge fernzuhalten. Aber Vorsicht: Nach Tomaten, Kartoffeln oder anderen Nachtschattengewächsen sollten keine Paprika gepflanzt werden. Die mögen den gleichen Boden und können sich gegenseitig Krankheiten übertragen.

Überwinterung von Paprikapflanzen

Wer seine Paprikapflanzen überwintern will, braucht etwas Geduld und einen hellen, frostfreien Platz. Vor dem ersten Frost die Pflanze kräftig zurückschneiden und in einen Topf umsetzen. Über den Winter nur sparsam gießen und auf keinen Fall düngen. Im Frühjahr dann langsam wieder an die Sonne gewöhnen und - tadaa - die Paprika legt wieder los!

Anbau in Töpfen und auf dem Balkon

Kein Garten? Kein Problem! Paprika fühlen sich auch in Töpfen pudelwohl. Ein Topf mit mindestens 10 Litern Fassungsvermögen, gute Drainage und nährstoffreiche Erde - schon kann's losgehen. Auf dem Balkon einen sonnigen, windgeschützten Platz suchen. Regelmäßiges Gießen nicht vergessen, Topfpflanzen trocknen schneller aus als ihre Kollegen im Beet.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

  • Zu viel des Guten: Übereifrige Gärtner neigen dazu, ihre Paprika zu überdüngen. Das führt zu viel Blattwerk, aber wenig Früchten. Lieber sparsam düngen!
  • Wasserscheu? Paprika brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit. Zu wenig Wasser führt zu Fruchtende, zu viel zu fauligen Wurzeln. Der goldene Mittelweg ist gefragt.
  • Platzmangel: Paprika mögen's nicht eng. Zu dicht gepflanzt, gibt's Stress und weniger Ertrag. Lieber großzügig planen!
  • Ernten will gelernt sein: Paprika immer mit einer Schere oder einem scharfen Messer abschneiden, nicht abreißen. Das schont die Pflanze und fördert weiteren Fruchtansatz.

Glockenpaprika: Ein Feuerwerk für Garten und Gaumen

Na, Lust bekommen, selbst Glockenpaprika anzubauen? Mit ein bisschen Geduld und den richtigen Tricks klappt's garantiert! Ob knackig grün, süß rot oder sonnengelb - Glockenpaprika bringen Farbe in den Garten und auf den Teller. Sie sind nicht nur lecker, sondern auch echte Vitaminbomben. Und mal ehrlich: Was gibt's Schöneres, als die erste selbstgezogene Paprika zu ernten? Also, ran an die Schaufel und los geht's! Mit jedem Jahr wirst du mehr Erfahrung sammeln und deine Paprika-Ernte optimieren. Gärtnern ist eben wie das Leben - man lernt nie aus. In diesem Sinne: Viel Spaß und guten Appetit!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Was sind Glockenpaprika und wie unterscheiden sie sich von anderen Paprikasorten?
    Glockenpaprika (Capsicum annuum) gehören zur Familie der Nachtschattengewächse und zeichnen sich durch ihre charakteristische glockenförmige Gestalt aus. Im Gegensatz zu scharfen Chili-Varianten sind Glockenpaprika mild und süßlich im Geschmack. Sie unterscheiden sich von anderen Paprikasorten durch ihre dickwandige Fruchtstruktur, die größere Größe und die typische vier-kammerige Innenaufteilung. Während Spitzpaprika länglich und dünnwandiger sind, haben Glockenpaprika eine kompakte, breite Form. Sie kommen in verschiedenen Farben vor - von grün über gelb und orange bis rot - wobei die Farbveränderung den Reifeprozess widerspiegelt. Grüne Paprika sind unreif, rote hingegen vollreif mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt. Blockpaprika sind eine Unterform der Glockenpaprika mit besonders gleichmäßiger, würfeliger Form.
  2. Wann ist der beste Zeitpunkt für die Aussaat von Glockenpaprika?
    Die optimale Aussaatzeit für Glockenpaprika liegt zwischen Februar und April, wobei eine frühe Aussaat ab Ende Februar für eine längere Erntezeit sorgt. Da Paprika Wärmekeimer sind, benötigen sie Temperaturen zwischen 20-25°C für eine erfolgreiche Keimung. Indoor-Aussaat in Anzuchtschalen ermöglicht die Kontrolle der idealen Bedingungen. Die Keimung dauert etwa 8-14 Tage. Nach den Eisheiligen, üblicherweise ab Mitte Mai, können die vorgezogenen Jungpflanzen ins Freiland gesetzt werden. Bei Gewächshaus-Kultivierung ist eine frühere Aussaat bereits im Januar möglich. Wichtig ist, dass die Bodentemperatur konstant über 15°C liegt. Spätaussaaten bis Ende April sind noch möglich, verkürzen jedoch die Erntezeit. Die rechtzeitige Aussaat ist entscheidend für kräftige Pflanzen und reiche Erträge.
  3. Welche Standortbedingungen benötigen Paprikapflanzen für optimales Wachstum?
    Glockenpaprika sind echte Sonnenanbeter und benötigen mindestens 6-8 Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich. Der ideale Standort ist windgeschützt, warm und nach Süden ausgerichtet. Eine nach Süden gerichtete Hauswand eignet sich perfekt, da sie zusätzliche Wärme speichert und abgibt. Der Boden sollte locker, humusreich und gut durchlässig sein, mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 6,8. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Für die Bodenvorbereitung sollte der Boden 30-40 cm tief gelockert und mit gut verrottetem Kompost angereichert werden. Bei Balkon- oder Terrassenkultur eignen sich große Töpfe mit mindestens 10 Liter Fassungsvermögen. Wichtig ist eine gute Drainage und nährstoffreiche Pflanzerde. Die Pflanzen bevorzugen gleichmäßige Temperaturen zwischen 20-25°C am Tag und nicht unter 15°C in der Nacht.
  4. Warum ist Indoor-Anbau bei Glockenpaprika eine interessante Alternative?
    Indoor-Anbau ermöglicht ganzjährige Kultivierung von Glockenpaprika unabhängig von Witterungsbedingungen. Besonders in klimatisch ungünstigen Regionen oder bei begrenztem Außenplatz bietet dies entscheidende Vorteile. Die kontrollierbaren Bedingungen - Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beleuchtung - führen oft zu gleichmäßigeren Erträgen. Mit entsprechenden LED-Pflanzenlampen lässt sich das optimale Lichtspektrum bereitstellen. Schädlingsbefall und wetterbedingte Erkrankungen sind seltener. Allerdings erfordert Indoor-Anbau künstliche Bestäubung, da natürliche Bestäuber fehlen. Die Energiekosten für Beleuchtung können höher sein als beim Freilandanbau. Für Balkonbesitzer oder Stadtgärtner ohne Garten ist dies jedoch die einzige Möglichkeit für frische, selbst angebaute Paprika. Kompakte Sorten eignen sich besonders gut für die Zimmerkultur.
  5. Welche Bedeutung hat die Überwinterung von Paprikapflanzen?
    Die Überwinterung von Paprikapflanzen verlängert ihre Lebensdauer erheblich und ermöglicht frühere Ernten im folgenden Jahr. Paprika sind mehrjährige Pflanzen, die in milden Klimazonen dauerhaft kultiviert werden können. Vor dem ersten Frost werden die Pflanzen stark zurückgeschnitten und in frostfreie Räume bei 10-15°C gebracht. Während der Winterruhe benötigen sie nur minimale Wassergaben und keinen Dünger. Ein heller Standort ist wichtig, um das Überleben zu sichern. Im Frühjahr treiben überwinterte Pflanzen früher aus als Neusaaten und können bereits ab Mai erste Früchte tragen. Dies verlängert die Erntezeit um mehrere Wochen. Besonders bei wertvollen Sorten oder in Regionen mit kurzen Sommern ist die Überwinterung vorteilhaft. Allerdings müssen die Pflanzen langsam wieder an Außentemperaturen gewöhnt werden, um Schäden zu vermeiden.
  6. Worin unterscheidet sich der Anbau von Glockenpaprika von anderen Nachtschattengewächsen?
    Obwohl Glockenpaprika zur gleichen Familie gehören wie Tomaten, Auberginen und Kartoffeln, gibt es wichtige Anbauunterschiede. Paprika benötigen konstant höhere Temperaturen (20-25°C) als Tomaten und sind empfindlicher gegen Temperaturschwankungen. Sie vertragen weniger Feuchtigkeit und sind anfälliger für Staunässe. Während Tomaten stark ausgegeizt werden, ist bei Paprika ein moderateres Schneiden angebracht. Die Nährstoffansprüche sind ähnlich hoch, jedoch bevorzugen Paprika einen etwas höheren Kaliumanteil während der Fruchtbildung. Im Gegensatz zu Kartoffeln, die unterirdisch wachsen, benötigen Paprika durchgehend Licht. Die Erntezeit ist bei Paprika länger gestreckt als bei Kartoffeln. Fruchtfolge-technisch sollten Paprika nicht nach anderen Nachtschattengewächsen angebaut werden, da sie ähnliche Krankheiten und Schädlinge teilen. Ihre Kulturdauer ist länger als bei den meisten anderen Vertretern dieser Pflanzenfamilie.
  7. Was ist der Unterschied zwischen Freilandanbau und Gewächshaus-Kultivierung bei Paprika?
    Freilandanbau und Gewächshaus-Kultivierung unterscheiden sich grundlegend in Bedingungen und Ergebnissen. Im Freiland profitieren Paprika von natürlicher Bestäubung durch Insekten und entwickeln oft intensivere Aromen. Jedoch sind sie Wetterextremen, Schädlingen und Krankheiten stärker ausgesetzt. Die Anbausaison ist auf frost-freie Monate begrenzt. Gewächshaus-Kultivierung bietet konstante Temperaturen, Schutz vor Witterung und ermöglicht verlängerte oder ganzjährige Anbauperioden. Die Erträge sind meist höher und gleichmäßiger. Allerdings erfordert dies künstliche Bestäubung durch Handbefruchtung oder Rütteln der Blüten. Die Luftfeuchtigkeit muss kontrolliert werden, um Pilzkrankheiten zu vermeiden. Investitionskosten für Gewächshaus und eventuell Heizung sind höher. Energiekosten können bei beheizten Häusern erheblich sein. Die Wahl hängt von Klima, verfügbarem Platz und gewünschter Erntemenge ab.
  8. Welche Nährstoffe und Vitamine enthalten Glockenpaprika?
    Glockenpaprika sind wahre Nährstoffbomben, besonders reich an Vitamin C. Rote Paprika enthalten bis zu 190 mg Vitamin C pro 100g - mehr als dreimal so viel wie Zitronen. Sie liefern auch Vitamin A (Beta-Carotin), Vitamin E und verschiedene B-Vitamine, besonders Folsäure. An Mineralstoffen sind Kalium, Magnesium, Eisen und Phosphor enthalten. Der Anteil an sekundären Pflanzenstoffen wie Carotinoiden und Flavonoiden ist beachtlich - diese wirken antioxidativ und entzündungshemmend. Capsaicin ist in milden Mengen vorhanden und kann stoffwechselanregend wirken. Der Wassergehalt liegt bei etwa 90%, wodurch Paprika kalorienarm sind (etwa 20 kcal pro 100g). Grüne Paprika haben niedrigere Vitaminwerte als vollreife rote Exemplare. Ballaststoffe unterstützen die Verdauung. Der hohe Nährstoffgehalt macht selbst angebaute Paprika zu wertvollen Lebensmitteln für eine gesunde Ernährung.
  9. Wo kann man hochwertiges Paprikasaatgut für den Eigenanbau kaufen?
    Hochwertiges Paprikasaatgut erhalten Sie bei spezialisierten Gartenfachhändlern, die auf Qualität und Sortenvielfalt setzen. Erfahrene Saatgut-Anbieter wie samen.de bieten eine breite Auswahl an bewährten und neuen Paprikasorten mit detaillierten Anbauinformationen. Achten Sie auf Keimfähigkeitsangaben, Sortenbeschreibungen und das Erntejahr des Saatguts. Zertifizierte Bio-Qualität ist besonders empfehlenswert für den nachhaltigen Garten. Lokale Gartencenter haben oft regionale Sorten im Angebot, die an das örtliche Klima angepasst sind. Online-Shops ermöglichen Zugang zu seltenen oder internationalen Sorten. Beim Kauf sollten Sie auf luftdichte Verpackung, richtige Lagerung und seriöse Anbieter achten. Bewertungen anderer Gärtner helfen bei der Sortenauswahl. Samenfeste Sorten ermöglichen eigene Saatgutgewinnung. Investieren Sie in Qualitätssaatgut - es ist die Grundlage für gesunde, ertragreiche Paprikapflanzen.
  10. Welche Gartengeräte und Hilfsmittel benötigt man für die Paprikanzucht?
    Für erfolgreiche Paprikanzucht benötigen Sie verschiedene Gartengeräte und Hilfsmittel. Anzuchtschalen mit transparenten Deckeln ermöglichen kontrollierte Keimung. Qualitätsvolle Gartenshops wie samen.de führen das komplette Sortiment von Aussaaterde über Pikierholz bis zu Pflanzstäben. Eine scharfe, desinfizierbare Gartenschere ist für das Schneiden und Ernten unerlässlich. Pflanzstäbe oder Spiralstäbe stützen die schwer fruchtenden Pflanzen. Gießkannen mit feiner Brause ermöglichen schonende Bewässerung junger Pflanzen. Anzuchterde und später nährstoffreiche Pflanzerde bilden die Grundlage. Flüssigdünger für die regelmäßige Nährstoffversorgung ist wichtig. Bei Indoor-Anbau sind Pflanzenlampen erforderlich. Thermometer überwachen die optimalen Temperaturen. Sprühflaschen helfen bei der Luftfeuchtigkeitsregulierung. Für Topfkultur werden ausreichend große Pflanzgefäße mit Drainagelöchern benötigt. Mulchmaterial schützt den Boden im Freiland.
  11. Wie wirkt sich die Capsicum annuum Genetik auf verschiedene Paprikaeigenschaften aus?
    Die Genetik von Capsicum annuum bestimmt fundamentale Eigenschaften der Glockenpaprika. Gene kontrollieren Fruchtform, -größe und -farbe sowie den Capsaicin-Gehalt, der für die Schärfe verantwortlich ist. Bei Glockenpaprika sind die schärfebildenden Gene weitgehend inaktiv. Die Farbentwicklung wird durch verschiedene Carotinoide gesteuert - Chlorophyll für grüne, Carotinoide für gelbe und rote Färbung. Anthocyane können violette Färbungen verursachen. Die dickwandige Fruchtstruktur ist genetisch fixiert und unterscheidet Blockpaprika von dünnwandigen Sorten. Reifezeit, Pflanzenhöhe und Verzweigungsgrad sind ebenfalls genetisch determiniert. Resistenzgene bestimmen die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge. Heterosis-Effekte bei F1-Hybriden führen oft zu kräftigerem Wachstum und höheren Erträgen. Die Genetik beeinflusst auch Temperaturtoleranz und Anpassungsfähigkeit an verschiedene Klimabedingungen. Moderne Züchtung nutzt diese genetischen Grundlagen zur Entwicklung verbesserter Sorten.
  12. Welche biochemischen Prozesse laufen während der Paprikareifung ab?
    Die Paprikareifung ist ein komplexer biochemischer Prozess, der durch Phytohormone wie Ethylen gesteuert wird. Zunächst wandelt sich Chlorophyll ab, wodurch die grüne Farbe schwindet. Parallel dazu werden Carotinoide wie Beta-Carotin und Capsanthin gebildet, die für gelbe und rote Färbungen sorgen. Der Zuckergehalt steigt durch Umwandlung von Stärke in Fruchtzucker, was den süßeren Geschmack reifer Paprika erklärt. Vitamin-C-Konzentration nimmt während der Reifung kontinuierlich zu und erreicht in roten Paprika Höchstwerte. Zellwände werden durch Pektinase-Enzyme aufgeweicht, was die Textur verändert. Ätherische Öle und Aromastoffe entwickeln sich, die den charakteristischen Paprikageschmack prägen. Capsaicin-Gehalt bleibt bei Glockenpaprika niedrig. Enzyme bauen Bitter- und Gerbstoffe ab. Die Atmungsrate der Frucht verändert sich während des Reifeprozesses. Diese Vorgänge können auch nach der Ernte bei entsprechender Lagerung fortgesetzt werden.
  13. Wie beeinflusst die Bodenmikrobiologie das Wachstum von Paprikapflanzen?
    Die Bodenmikrobiologie spielt eine entscheidende Rolle für gesundes Paprikawachstum. Nützliche Bakterien wie Rhizobien und Bacillus-Arten fördern die Nährstoffaufnahme durch Stickstoffbindung und Phosphatmobilisierung. Mykorrhiza-Pilze gehen symbiotische Verbindungen mit Paprikawurzeln ein, erweitern das Wurzelsystem und verbessern die Wasser- und Nährstoffversorgung. Diese Pilze können auch die Krankheitsresistenz stärken. Bodenorganismen wandeln organische Substanzen in pflanzenverfügbare Nährstoffe um und verbessern die Bodenstruktur. Antagonistische Mikroorganismen bekämpfen schädliche Bodenpilze wie Verticillium und Fusarium. Ein ausgewogenes Mikrobiom reguliert den pH-Wert und schafft optimale Wachstumsbedingungen. Kompostgaben und organische Düngung fördern die mikrobielle Vielfalt. Übermäßiger Einsatz von Fungiziden kann das Bodenleben schädigen. Bodenbearbeitung sollte schonend erfolgen, um Mikrohabitate zu erhalten. Eine gesunde Bodenmikrobiologie ist Grundlage für kräftige, widerstandsfähige Paprikapflanzen.
  14. Welche physiologischen Mechanismen stehen hinter der Schädlingsresistenz bei Paprika?
    Schädlingsresistenz bei Paprika basiert auf verschiedenen physiologischen Abwehrmechanismen. Strukturelle Resistenz umfasst dickere Kutikula, härtere Blattoberflächen und Trichome (Pflanzenhärchen), die das Eindringen von Schädlingen erschweren. Biochemische Abwehr erfolgt durch Produktion von Sekundärmetaboliten wie Alkaloiden, Flavonoiden und ätherischen Ölen, die repellent oder toxisch auf Schädlinge wirken. Capsaicin hat auch in geringen Mengen abschreckende Wirkung auf verschiedene Insekten. Induzierte Resistenz aktiviert sich bei Schädlingsbefall durch Freisetzung von Duftstoffen, die Nützlinge anlocken. Systemische erworbene Resistenz (SAR) stärkt das Immunsystem der gesamten Pflanze nach lokalem Befall. Toleranzmechanismen ermöglichen es der Pflanze, Schäden zu kompensieren ohne abzusterben. Antixenose macht die Pflanze für Schädlinge unattraktiv. Diese Mechanismen sind teilweise genetisch fixiert, können aber auch durch optimale Kulturbedingungen und ausgewogene Ernährung gestärkt werden.
  15. Wie führt man das Pikieren von Paprikajungpflanzen richtig durch?
    Pikieren erfolgt, wenn Paprika-Keimlinge 4-6 echte Blätter entwickelt haben, meist 4-6 Wochen nach der Aussaat. Verwenden Sie scharfe, saubere Werkzeuge und einzelne Töpfe mit mindestens 10 cm Durchmesser. Füllen Sie die Töpfe mit nährstoffreicher Anzuchterde. Wässern Sie die Keimlinge vor dem Pikieren, damit die Erde nicht zu trocken ist. Heben Sie die Jungpflanzen vorsichtig mit einem Pikierstab oder Löffel aus der Erde, fassen Sie sie nur an den Blättern, nie am empfindlichen Stängel. Kürzen Sie die Hauptwurzel um etwa ein Drittel, um Verzweigung zu fördern. Setzen Sie die Pflanze bis zu den Keimblättern in die neue Erde und drücken Sie diese sanft an. Gießen Sie vorsichtig an und stellen Sie die pikierten Pflanzen für einige Tage an einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz. Nach einer Woche Eingewöhnungszeit können sie wieder an ihren normalen Standort.
  16. Welche Technik verwendet man beim Ausgeizen von Glockenpaprika?
    Ausgeizen bei Glockenpaprika erfolgt durch Entfernen der Seitentriebe in den Blattachseln, um die Energie in die Haupttriebe zu lenken. Beginnen Sie, wenn die Pflanze etwa 20-25 cm hoch ist. Entfernen Sie regelmäßig mit den Fingern oder einer sauberen Schere die jungen Triebe, die sich zwischen Hauptstamm und Blättern bilden. Bei Buschsorten lassen Sie 3-4 kräftige Haupttriebe stehen und entfernen nur schwächere Nebentriebe. Im Gegensatz zu Tomaten sollten Paprika nicht zu stark ausgegeizt werden, da sie weniger stark wachsen. Der beste Zeitpunkt ist morgens an trockenen Tagen, damit die Wunden schnell abheilen. Entfernen Sie auch die ersten Blüten bis zur ersten Verzweigung, um kräftigeres Pflanzenwachstum zu fördern. Kranke oder beschädigte Triebe werden konsequent entfernt. Übertreiben Sie nicht - maximal ein Drittel der Triebe sollten entfernt werden. Diese Technik verbessert Luftzirkulation und Fruchtqualität.
  17. Stimmt es, dass grüne Paprika unreif und weniger nahrhaft sind?
    Ja, grüne Glockenpaprika sind tatsächlich unreife Früchte, die noch nicht ihre endgültige Farbe entwickelt haben. Sie werden geerntet, bevor der vollständige Reifeprozess abgeschlossen ist. Ernährungsphysiologisch sind sie weniger nahrhaft als ihre ausgereiften, farbigen Verwandten. Grüne Paprika enthalten deutlich weniger Vitamin C - etwa 80-120 mg pro 100g gegenüber bis zu 190 mg bei roten Paprika. Auch der Gehalt an Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A) und anderen Carotinoiden ist in grünen Paprika geringer. Der Zuckergehalt ist niedriger, was den herberen, weniger süßen Geschmack erklärt. Allerdings sind grüne Paprika durchaus genießbar und gesund, sie haben nur ein anderes Nährstoffprofil. Ihr festeres Fruchtfleisch eignet sich gut zum Kochen und Braten. Die Entscheidung für grüne oder ausgereifte Paprika hängt vom gewünschten Geschmack und Verwendungszweck ab. Für maximalen Nährstoffgehalt sind vollreife, farbige Paprika die beste Wahl.
  18. Welche regionalen Unterschiede gibt es beim Anbau von Glockenpaprika in Deutschland?
    Deutschland zeigt deutliche regionale Unterschiede beim Paprikaanbau aufgrund variierender Klimabedingungen. In südlichen Regionen wie Baden-Württemberg und Bayern ermöglichen längere, wärmere Sommer erfolgreicheren Freilandanbau mit höheren Erträgen. Die Aussaat kann früher erfolgen und die Erntezeit verlängert sich bis in den Oktober. Nördliche Gebiete wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern haben kürzere Vegetationsperioden und niedrigere Durchschnittstemperaturen, weshalb Gewächshaus-Kultivierung oder besonders frühe Sorten empfehlenswert sind. Rheinland-Pfalz und Hessen profitieren von geschützten Lagen in Flusstälern. Ostdeutschland hat kontinentaleres Klima mit größeren Temperaturschwankungen. Küstenregionen bieten mildere Temperaturen, aber mehr Niederschlag und Wind. Alpine Regionen erfordern Gewächshäuser oder Topfkultur. Lokale Sorten haben sich teilweise an regionale Bedingungen angepasst. Die Wahl von Standort, Sorte und Anbaumethode sollte regionalen Gegebenheiten angepasst werden.
  19. Was unterscheidet Süßpaprika von Gemüsepaprika in der Kultivierung?
    Die Begriffe Süßpaprika und Gemüsepaprika werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber teilweise unterschiedliche Verwendungszwecke derselben Pflanzenart Capsicum annuum. Süßpaprika bezieht sich primär auf den milden Geschmack ohne Schärfe, während Gemüsepaprika die Verwendung als Gemüse betont. Kultivierungstechnisch gibt es kaum Unterschiede - beide benötigen warme Standorte, gleichmäßige Bewässerung und nährstoffreiche Böden. Gewisse Sorten werden speziell für Rohverzehr (Gemüsepaprika) oder zur Gewürz-Herstellung (Süßpaprika) angebaut. Süßpaprika für die Gewürz-Produktion werden oft vollreif rot geerntet und getrocknet, während Gemüsepaprika in verschiedenen Reifestadien geerntet werden können. Die Anbautechnik, Pflege und Erntezeit sind identisch. Moderne Züchtungen sind meist auf beiden Verwendungsgebiete optimiert. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Vermarktung und dem Verwendungszweck, nicht in der Kultivierung. Beide Begriffe beschreiben nicht-scharfe Paprikavarianten im Gegensatz zu Chili.
  20. Welche Unterschiede bestehen zwischen Blockpaprika und herkömmlichen Paprikaschoten?
    Blockpaprika sind eine spezielle Züchtung der Glockenpaprika mit charakteristischen Merkmalen. Sie haben eine besonders gleichmäßige, würfel- oder blockförmige Gestalt mit ausgeprägten Kanten und Furchen. Die Früchte sind meist größer und dickwandiger als herkömmliche Glockenpaprika. Ihre Form eignet sich optimal zum Füllen oder Würfeln für Salate. Blockpaprika haben oft vier deutlich abgegrenzte Kammern im Inneren. Kultivierungstechnisch unterscheiden sie sich nicht von anderen Glockenpaprika - sie benötigen dieselben Standort-, Boden- und Pflegebedingungen. Die Reifezeit kann geringfügig länger sein aufgrund der größeren Fruchtmasse. Ertrag pro Pflanze ist oft höher, da einzelne Früchte schwerer sind. Geschmacklich sind sie meist etwas milder und süßer als spitze Paprikasorten. Die Lagerungsfähigkeit ist durch die dickeren Wände oft besser. Herkömmliche Paprikasorten umfassen verschiedene Formen wie Spitz-, Kegel- oder runde Paprika mit unterschiedlichen Eigenschaften, aber ähnlichen Anbauansprüchen.
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