Rasen
Rasen anlegen und pflegen: Rasentypen, Boden, Aussaat, Mähen, Vertikutieren, Gießen, Düngen, Nachsaat, Moos und Unkraut – die Grundlagen im Überblick.


Rasen wirkt wie die einfachste Fläche im Garten: säen, mähen, fertig. Die Fragen kommen trotzdem jedes Jahr wieder. Wie viel Saatgut gehört auf den Quadratmeter? Wie tief darf der Mäher schneiden? Warum breitet sich Moos aus, und ist ein brauner Rasen nach einem trockenen Sommer wirklich verloren? Auf dieser Seite habe ich das Grundlagenwissen aus meinen Rasen-Ratgebern gebündelt: von den Rasentypen über Boden, Aussaat, Mähen, Vertikutieren, Gießen und Düngen bis zu Nachsaat, Moos, Unkraut und den Alternativen zum klassischen Rasen. Die einzelnen Ratgeber vertiefen jedes Thema; hier steht das Gerüst, auf das sie sich beziehen.
Rasen im Kurzporträt: Gebrauchsrasen, Schattenrasen und zweimal Trockenrasen
Rasen wird nicht als einzelne Art gesät, sondern als Mischung mehrerer Gräser. Welche Mischung passt, hängt von Nutzung und Standort ab. Gebrauchsrasen ist die Fläche zum Betreten und Spielen; auf ihn beziehen sich die meisten Richtwerte dieser Seite, etwa zu Schnitthöhe und Stickstoffbedarf. Schattenrasen ist für lichtarme Lagen gedacht, und für den Schatten gilt eine eigene Mindestschnitthöhe.
Beim Wort Trockenrasen lohnt es sich, genau hinzusehen, denn es bezeichnet zwei verschiedene Flächen. Die erste ist ein Rasen aus trockenheitsverträglichen Gräsermischungen. Die zweite ist der artenreiche Trockenrasen aus Gräsern und Kräutern. In der freien Landschaft führt der Naturschutz Kalk-Trockenrasen als eigene Lebensräume: Diese Flächen werden nicht gedüngt, und ihre Halbtrockenrasen brauchen meist extensive Beweidung oder Mahd, damit sie offen bleiben. Der Düngeverzicht und die extensive Beweidung oder Mahd beziehen sich auf diese naturschutzfachlichen Kalk-Trockenrasen; eine Pflegeregel für Trockenrasen im Garten sind sie nicht. Ein Garten-Gebrauchsrasen sind diese Lebensräume ebenfalls nicht.
Für die Praxis folgt daraus eine einfache Regel: Schnitt-, Dünge- und Saatangaben gelten nur für die Fläche, für die sie genannt sind. Was hier für Gebrauchsrasen steht, überträgst du nicht auf einen artenreichen Trockenrasen, und umgekehrt auch nicht. Bevor du Saatgut kaufst, klärst du deshalb, welche der beiden Flächen du anlegen willst; wann Trockenrasen für sonnige und trockene Gärten infrage kommt, vertieft ein eigener Ratgeber.
Standort und Boden: Licht, Tragschicht und pH-Wert
Zwei Standortfragen klärst du vor der Anlage: wie viel Licht die Fläche bekommt und was unter der Grasnarbe liegt. Im Schatten gelten eigene Regeln. Die Schnitthöhe sollte dort mindestens 4,5 cm betragen, und Schatten gehört zu den Bedingungen, die Moos fördern können. Das andere Extrem sind besonders heiße Standorte: Dort kann eine Beschattung während der heißen Nachmittagsstunden die Aufheizung und die Verdunstung verringern.
Für die Rasenanlage dient eine Vegetationstragschicht von etwa 15 cm als Richtwert. Ist die Tragschicht sandig, sollte sie zur Wasserspeicherung 1 bis 3 Gewichts-% organische Substanz enthalten. Bei einer Neuanlage gelten außerdem 12 bis 18 l gütegesicherter Fertigkompost je m² als Richtwert für die Einarbeitung in die Tragschicht.
Beim pH-Wert gibt es keinen Einheitswert für jeden Garten. Der Zielbereich für Rasen hängt von der Bodenart ab:
- Rasen auf Sandboden: pH-Zielbereich 4,8 bis 5,2
- Rasen auf lehmigem Sand oder sandigem Schluff: pH-Zielbereich 5,2 bis 5,6
- Rasen auf stark sandigem Lehm oder lehmigem Schluff: pH-Zielbereich 5,5 bis 5,9
- Rasen auf sandigem Lehm, schluffigem Lehm oder Lehm: pH-Zielbereich 5,7 bis 6,2
- Rasen auf schluffig tonigem Lehm, tonigem Lehm oder Ton: pH-Zielbereich 5,9 bis 6,3
Bodenart und pH-Wert liest du nicht am Rasen ab, sondern aus einer Bodenuntersuchung. Was eine Bodenanalyse für die Rasenpflege zeigt, erklärt der Fachratgeber; warum Moos allein kein Grund zum Kalken ist, steht weiter unten im Abschnitt zu Moos und Unkraut.
Rasen säen: Saatmenge, Saattiefe und Keimung
Rasen wird breit ausgesät, also über die ganze Fläche verteilt. Für die Ansaat mit einer passenden Regelsaatgutmischung werden im Regelfall 25 g Saatgut je m² ausgebracht. Der Wert gehört zur Regelsaatgutmischung: Auf artenreiche Trockenrasen- oder Blumenrasenmischungen überträgst du ihn nicht, dort richtest du dich nach der Angabe der jeweiligen Mischung. Die Saattiefe für die Neuanlage liegt bei 0,5 cm, das Saatgut liegt also nur knapp unter der Oberfläche.
Als Keimtemperatur sind für die Neuanlage mindestens 10 °C und höchstens 20 °C hinterlegt, die Keimdauer liegt bei 7 bis 21 Tagen. Wie zügig eine Fläche grün wird, hängt auch von den Gräsern der Mischung ab, denn die Arten laufen unterschiedlich schnell auf; die Werte stehen im Abschnitt zu den Rasengräsern.
Einen festen Kalendermonat für die Neuanlage gibt diese Seite nicht vor. Entscheidend ist, dass die Keimtemperatur erreicht ist und du die Fläche während der ersten drei Wochen zuverlässig wässern kannst; die Mengen stehen im Abschnitt zum Gießen. Zum Aufhängen neben dem Gartenkalender gibt es den Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken.
Ich wiege das Saatgut für die ganze Fläche vorher ab und stecke mir die Quadratmeter mit Schnur ab, damit ich die Menge gleichmäßig verteile. Wie du Gebrauchsrasen Schritt für Schritt aussäst, zeigt die ausführliche Anleitung.
Mähen: Schnitthöhe, Drittel-Regel und Mulchmähen
Für Garten-Gebrauchsrasen reichen die empfohlenen Schnitthöhen je nach Pflegekonzept von 3 bis 6 cm. Die Fachstellen setzen innerhalb dieser Spanne unterschiedlich an, je nachdem, wie stark die Fläche beansprucht wird. Im Schatten sollte die Schnitthöhe mindestens 4,5 cm betragen.
Die zweite Größe ist der Anteil, den du abnimmst. Für einen hochwertigen Rasen empfiehlt sich, bei einem Mähgang höchstens ein Drittel der aktuellen Wuchshöhe abzuschneiden. Ist der Rasen hochgewachsen, kürzt du ihn deshalb nicht in einem Zug auf die Zielhöhe zurück.
Beim Mulchmähen bleibt das Schnittgut auf der Fläche. Damit kurzes Schnittgut gleichmäßig auf dem möglichst trockenen Rasen verbleiben kann, sind in der Hauptwachstumszeit etwa 2 Schnitte pro Woche nötig. Ich stelle die Schnitthöhe vor dem ersten Schnitt am Mäher ein und messe auf der Fläche mit dem Zollstock nach.
Diese Angaben gelten für Gebrauchsrasen. Artenreiche Flächen wie der Blumen-Kräuter-Rasen folgen einem eigenen, extensiven Mähregime, das im Abschnitt zu Rasen und Umwelt steht. Für den trockenheitsverträglichen Rasen aus Gräsermischungen und für den artenreichen Trockenrasen stehen hier keine eigenen Schnittwerte. Wie oft Gebrauchsrasen gemäht wird, klärt der Ratgeber zum Rasenschnitt.
Vertikutieren und Aerifizieren: Filz und Verdichtung
Rasenfilz sollte spätestens ab einer Schichtdicke von 1 cm entfernt werden. Das Gerät dafür ist der Vertikutierer, und er arbeitet flach: Beim pflegenden Vertikutieren wird die Bodenoberfläche höchstens 0,3 cm tief angeritzt. Dieser Wert gilt für die Pflege; die Vorbereitung einer Nachsaat ist ein anderer Arbeitsgang.
Zwei Regeln gehören dazu. Zur Vorbereitung kann der Rasen etwa 14 Tage vor dem Vertikutieren bedarfsgerecht gedüngt werden. Neu angesäter Rasen wird im ersten Jahr noch nicht vertikutiert.
Aerifizieren ist die Antwort auf verdichteten Boden, und Verdichtung zählt zu den Bedingungen, die Moos fördern können. Der extensiv gepflegte Blumen-Kräuter-Klimarasen wird nach der Etablierung weder gedüngt noch vertikutiert.
Vertikutieren und Aerifizieren setzen in verschiedenen Tiefen an. Beim pflegenden Vertikutieren wird die Bodenoberfläche angeritzt, höchstens 0,3 cm tief. Beim Aerifizieren verdichteter Rasenböden entstehen Belüftungslöcher, die bis etwa 10 cm in den Boden reichen.
Wann welche der beiden Arbeiten sinnvoll ist, vertieft der Grundlagen-Ratgeber.
Gießen: Keimphase und etablierter Rasen
Beim Wässern gibt es zwei Phasen mit eigenen Regeln. Keimende Rasensaat wird während der ersten drei Wochen alle 1 bis 2 Tage bewässert, und zwar mit 5 l/m², bei Bedarf bis 10 l/m². Bei großer Hitze wird die Fläche zusätzlich kurz überbraust.
Etablierter Rasen wird durchdringend gewässert: Das Wasser soll 10 bis 15 cm tief in den Wurzelbereich eindringen. Die Empfehlungen für eine solche durchdringende Wassergabe reichen je nach Boden und Witterung von etwa 10 bis 25 l/m². Welche Menge auf deinem Boden nötig ist, zeigt die Kontrolle nach dem Wässern.
Ich steche nach dem Wässern mit dem Spaten ein und schaue nach, wie tief die Feuchte reicht. Das kannst du genauso machen: Der Spatenstich zeigt dir, ob das Wasser den Wurzelbereich erreicht hat oder nur die Oberfläche benetzt.
Für die beiden Trockenrasen-Flächen stehen hier keine eigenen Gießwerte; die Literangaben oben beziehen sich auf keimende Saat und auf etablierte Rasenflächen. Wie du Gebrauchsrasen durch trockene Sommer bringst, steht im Ratgeber zur Bewässerung.
Düngen: Bedarf, Zeitpunkt und Ausbringung
Für Gartenrasen nennen die Fachquellen je nach Nutzungs- und Pflegekonzept einen jährlichen Stickstoffbedarf von etwa 10 bis 25 g N/m². Das Düngekonzept mit 20 bis 25 g N/m² jährlich für Gebrauchsrasen verteilt den Stickstoff auf 3 bis 5 Gaben. Gedüngt wird also in Teilgaben, nicht in einer großen Portion.
Im Frühjahr werden für eine schnell wirkende mineralische Startdüngung 4 bis 5 g N/m² genannt; dieser Wert soll nicht überschritten werden, um die Auswaschung zu begrenzen. Nach einer mineralischen Frühjahrsdüngung helfen etwa 5 bis 10 l Wasser je m², die Düngerkörner aufzulösen. Als organische Stickstoffergänzung für nährstoffarmen Rasen werden je 35 bis 40 g Hornmehl pro m² im April und Juni empfohlen. Rasen-Langzeitdünger können je nach Produkt, Bodenwärme und Bodenfeuchte über 3 bis 6 Monate wirken.
Organisch heißt nicht automatisch unbedenklich. Auch organische Rasendüngung kann den Bedarf überschreiten, weil feuchtwarme Witterung die Freisetzung von Nährstoffen verstärkt. Nährstoffe aus zusätzlich ausgebrachtem Kompost oder anderen organischen Bodenverbesserern ziehst du deshalb vom ermittelten Düngerbedarf ab.
Den Bedarf an Grundnährstoffen klärt die Bodenuntersuchung, die jeden Nährstoff in eine Gehaltsklasse einstuft. Bei einem in Gehaltsklasse D eingestuften Grundnährstoff genügt ein Düngeersatz von 50 % des erwarteten Entzugs, weil der übrige Bedarf aus dem Bodenvorrat gedeckt wird. Bei Gehaltsklasse F soll die Zufuhr des überhöht vorhandenen Grundnährstoffs mehrere Jahre ausgesetzt werden, weil Pflanzenschäden und eine Belastung des Grundwassers möglich sind.
Zur Ausbringung gibt es einen Wert aus der Fertigstellungspflege: Bei der Handdüngung wird die vorgesehene Gesamtmenge dort in 2 sich kreuzenden Arbeitsgängen verteilt. Ich notiere jede Düngergabe mit Datum und Menge im Gartenkalender, damit ich am Jahresende die Summe sehe.
Alle diese Werte gelten für Gartenrasen und Gebrauchsrasen. Der extensiv gepflegte Blumen-Kräuter-Klimarasen wird nach der Etablierung nicht gedüngt, und die Kalk-Trockenrasen des Naturschutzes bleiben ebenfalls ungedüngt. Wann im Jahr welche Düngergabe ansteht, ordnet der Ratgeber zum Düngezeitpunkt.
Pflege im Jahreslauf: Frühjahr, Sommerhitze und Winter
Die Rasenpflege folgt dem Wetter mehr als dem Kalenderblatt. Im Frühjahr stehen die Startdüngung und die Nachsaat an, sobald Wärme und Wasserversorgung ausreichen. Die Werte dazu findest du in den Abschnitten zum Düngen und zur Nachsaat.
Im Sommer bestimmen Hitze und Trockenheit die Arbeit. Bei großer Hitze und Trockenheit wird Rasen nicht stickstoffreich gedüngt; erst wenn wieder ausreichend Feuchte da ist und der Rasen sichtbar wächst, wird er wieder bedarfsgerecht versorgt. Brauner, etablierter Rasen kann sich nach ausreichendem Regen erholen. Braun heißt also nicht automatisch abgestorben, und nachgesät wird erst, wenn Pflanzen tatsächlich abgestorben sind und größere Lücken bleiben.
Vor dem Winter kommt das Laub von der Fläche, denn liegen gebliebenes Laub gehört zu den Bedingungen, die winterliche Rasenpilzkrankheiten begünstigen. Ein Kalender für jeden Monat ist das nicht. Welche Pflegearbeiten über das Jahr anstehen, zeigt der Ratgeber zum Jahresverlauf.
Moos, Unkraut und Krankheiten: erst die Ursache klären
Moos, Unkraut und Pilzkrankheiten sind meist ein Hinweis auf die Bedingungen der Fläche. Moos im Rasen kann durch Schatten, Verdichtung, Nährstoffmangel oder zu tiefen Schnitt gefördert werden. Für jede dieser Ursachen gibt es eine andere Antwort, und deshalb beginnt die Arbeit mit dem Hinsehen.
Bei den Ungräsern spielt die Wärme eine Rolle: Hirsearten können bei Bodentemperaturen über 20 °C in lückigen Rasenflächen und Rasenneuanlagen keimen. Bei den Krankheiten ist es die kühle Nässe. Kühl-feuchte Bedingungen bei 0 bis 8 °C sowie Staunässe und liegen gebliebenes Laub begünstigen winterliche Rasenpilzkrankheiten wie Schneeschimmel.
Vorbeugen und Eingreifen sind zwei verschiedene Schritte. Vorbeugen heißt, die Bedingungen zu ändern: Schnitthöhe anpassen, Laub abräumen, Staunässe und Verdichtung angehen, den Nährstoffbedarf klären. Eingreifen folgt erst nach der Kontrolle und richtet sich nach dem Befund, zuerst mechanisch, etwa durch das Entfernen von Filz oder das Nachsäen größerer Lücken. Pflanzenschutzmittel sind die letzte Stufe und gehören mit Mitteln und Dosierungen nicht auf eine Übersichtsseite.
Bei Moos sofort zum Kalk greifen. Moos im Rasen kann durch Schatten, Verdichtung, Nährstoffmangel oder zu tiefen Schnitt gefördert werden und beweist für sich allein keinen Kalkbedarf. Ob Kalk fehlt, zeigt erst der pH-Wert aus der Bodenuntersuchung.
Wie du Unkraut im Rasen mit Saat und Pflege vorbeugst, vertieft der Ratgeber dazu.
Nachsaat: Lücken im Rasen schließen
Nachgesät wird, wo der Rasen tatsächlich Lücken hat. Nach Trockenheit gilt das Kriterium aus dem Abschnitt zum Jahreslauf: erst abwarten, ob sich die Fläche nach Regen erholt, dann die verbleibenden größeren Lücken schließen.
Für den Termin gibt es zwei belegte Fenster. Als Beginn der Frühjahrsnachsaat werden je nach regionaler Empfehlung April bis Mitte Mai genannt, sobald Wärme und Wasserversorgung ausreichen. Nach sommerlicher Trockenheit können verbleibende Rasenlücken im September oder Oktober nachgesät werden.
Für schnellen Lückenschluss eignet sich Ausdauerndes Weidelgras wegen seiner schnellen Regeneration; es läuft innerhalb eines Orientierungsbereichs von 7 bis 15 Tagen auf. Gewässert wird die keimende Nachsaat wie jede keimende Rasensaat, die Mengen stehen im Abschnitt zum Gießen. Eine eigene Saatmenge für die Nachsaat steht hier nicht; der Wert aus dem Abschnitt zur Aussaat bezieht sich auf die Ansaat. Wie du bei der Rasennachsaat Schritt für Schritt vorgehst, zeigt die Anleitung.
Rasengräser: vier Arten und ihre Eigenschaften
Wie sich eine Mischung verhält, hängt an den Gräsern, aus denen sie besteht. Vier Arten zeigen die Unterschiede:
- Ausdauerndes Weidelgras: läuft innerhalb eines Orientierungsbereichs von 7 bis 15 Tagen auf und regeneriert sich schnell.
- Wiesenrispe: bildet unterirdische Ausläufer und läuft mit einem Orientierungsbereich von 14 bis 24 Tagen langsamer auf als Ausdauerndes Weidelgras.
- Rohrschwingel: grobblättrig, hitze- und trockenheitsverträglich, Auflaufen innerhalb eines Orientierungsbereichs von 9 bis 16 Tagen.
- Lägerrispe: schattentolerant, besitzt aber nur eine geringe Trockenheitstoleranz.
Die Tageswerte sind Orientierungsbereiche, denn Temperatur und Feuchte beeinflussen den Verlauf. Für die Praxis heißt das: Eine frisch gesäte Fläche wird nicht an einem Tag grün, weil die Arten der Mischung nacheinander auflaufen. Die Lägerrispe zeigt außerdem, dass Schattentoleranz und Trockenheitstoleranz zwei verschiedene Eigenschaften sind. Sortennamen und Mischungsanteile gehören nicht auf diese Seite; welche Gräserarten einen robusten Gebrauchsrasen ausmachen, vertieft der Ratgeber.
Rasen und Umwelt: Blumenrasen, Alternativen und Tierschutz
Nicht jede Fläche muss ein kurz geschnittener Rasen sein. Für einen regionalen Blumen-Kräuter-Klimarasen aus dem nordwestdeutschen Tiefland liegt ein vollständiges Pflegeregime vor, das zeigt, wie anders eine solche Fläche geführt wird. Die folgenden Werte gelten für diese Mischung und sind keine Regel für jeden Blumenrasen:
- Der erste Schnitt nach der Ansaat, der Schröpfschnitt, erfolgt möglichst erst bei einer Grashöhe von 10 bis 20 cm, bei überwuchernden Begleitpflanzen gegebenenfalls früher.
- In den Folgejahren werden 3 bis 6 Mähgänge pro Jahr empfohlen.
- Gemäht wird möglichst nur die halbe Fläche; die andere Hälfte bleibt mindestens 14 Tage stehen, bis sie nachgewachsen ist und möglichst erneut blüht.
- Mindestens von November bis März bleibt die Fläche ungemäht.
- Nach der Etablierung wird weder gedüngt noch vertikutiert.
Wer mehr Höhe zulässt, kommt zur Blumenwiese: Als wenig trittfeste Rasenalternative wird sie je nach Mischung etwa 60 bis 100 cm hoch. Das wilde Gänseblümchen bleibt mit einer Wuchshöhe von 5 bis 15 cm deutlich niedriger. Für dauerhaft schattige Gartenbereiche kommen anstelle von schwächelndem Rasen standortgerechte Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien infrage.
Zum Tierschutz gehört eine klare Regel für den Mähroboter: Zum Schutz von Kleintieren soll er weder nachts noch in der Dämmerung auf dem Rasen fahren. Auch die Düngung hat eine Umweltseite, sie steht mit Auswaschung und Grundwasser im Abschnitt zum Düngen.
Blühende Rasenflächen werden von Bienen besucht. Ist bei dir oder bei Menschen, die die Fläche nutzen, eine Insektengiftallergie bekannt, berücksichtige das bei der Nutzung, denn Bienenstiche können dann schwere, selten auch lebensbedrohliche allergische Reaktionen auslösen. Gänseblümchenblüten isst du nur bei sicherer Artbestimmung und nur von Flächen ohne belastende Pflanzenschutzmittelbehandlung; Zierpflanzen aus dem Handel sind keine automatische Lebensmittelquelle.
Wie ökologische Rasenpflege im Alltag aussieht, vertieft der Ratgeber zur Nachhaltigkeit.
Zum Vertiefen: die Rasen-Ratgeber
Das war das Fundament – für jedes Thema findest du hier den vertiefenden Ratgeber:
- Pflege & Düngen: Rasenerde optimal auftragen, Frühjahrsdünger vs. Herbstdünger, die richtige Anwendung von Rasendünger, alle 65 Ratgeber zu Pflege & Düngen ↓
- Krankheiten & Schädlinge: Maulwurfhügel entfernen, Gänseblümchen - Segen oder Plage im Garten, Häufige Fehler bei der Rasennachsaat und wie man sie vermeidet, alle 17 Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge ↓
- Anzucht & Aussaat: die besten Zeitpunkte für Rasensaat im Jahresverlauf, Kann ich meinen Rasen in einen Trockenrasen umwandeln, die richtige Saatgutmenge bei der Nachsaat, alle 31 Ratgeber zu Anzucht & Aussaat ↓
- Schneiden & Formen: der erste Schnitt, die optimale Schnitthöhe für Gebrauchsrasen
- Sorten & Auswahl: Sandrasen: Robuste Mischungen und optimale Pflege, Spezielle Rasenmischungen für optimale Hangstabilität, Trockenrasen: Die beste Wahl für sonnige und trockene Gärten, alle 9 Ratgeber zu Sorten & Auswahl ↓
- Wissen & Sonstiges: Rasenalternativen: Grüne Vielfalt für deinen Garten, Streuwagen richtig pflegen, Wildblumenwiese oder Rasen, alle 14 Ratgeber zu Wissen & Sonstiges ↓
- Überwintern: Rasenerde im Herbst
- Planen und drucken: der Beetplaner, der Aussaatkalender zum Ausdrucken, der Mischkultur-Planer
Anzucht & Aussaat
31 Ratgeber
Rasen nach dem Vertikutieren nachsäen: So kombinierst du beides richtig
Pflege & Düngen
65 Ratgeber
Rasen kalken: Wann, wie viel Kalk pro m²?
Schneiden & Formen
5 Ratgeber
Optimale Schnitthöhe für Gebrauchsrasen: wie hoch du wann mähst
Sorten & Auswahl
9 Ratgeber
Rasen für Sandboden: Mischung wählen, richtig gießen und düngen
Überwintern
2 RatgeberKrankheiten & Schädlinge
17 Ratgeber
Klee im Rasen: Ursachen & entfernen ohne Chemie
Wissen & Sonstiges
14 Ratgeber
Rasenalternativen: Welcher Rasenersatz zu deinem Standort passt
Arten im Überblick

Häufige Fragen
Wie viel Saatgut brauche ich für einen Quadratmeter Rasen?
Wie hoch soll ich meinen Rasen mähen?
Wie oft muss ich frisch gesäten Rasen gießen?
Wann und wie oft dünge ich meinen Rasen?
Muss ich bei Moos im Rasen kalken?
Ist brauner Rasen nach einem trockenen Sommer abgestorben?
Wenn wir eine weite, rasenbedeckte Fläche betrachten, sollten wir bedenken, dass ihre Ebenheit, auf der so viel von ihrer Schönheit beruht, hauptsächlich daher rührt, dass alle Unebenheiten langsam von Würmern eingeebnet worden sind.






